Unterstützungsaufruf | Residenzpflicht – Invisible Borders

Wir berichteten demletzt über die Ausstellungseröffnung von “Residenzpflicht – Invisible Borders” und müssen nun diesbezüglich einem Aufruf aus traurigem Anlass bekannt machen. Denn…

in der Nacht vom 22. auf den 23. Januar 2010 brannte das “Haus der Demokratie” in Zossen nach einem rechtsradikalen Anschlag komplett nieder. Zu dem Zeitpunkt befand sich auch die Ausstellung “Residenzpflicht – Invisible Borders” in dem Haus und wurde vollständig zerstört.

Nun suchen die Organisatoren nach UnterstützerInnen, die mit Sach- und Geldspenden helfen können, um die Ausstellung neu aufzubauen. Das erste Orga-Treffen fand hierzu bereits statt, aber Interessierte können sich per E-Mail an die Organisatoren wenden.

“Switzerland, we have a Problem!” – Wettbewerbsergebnisse

Im Dezember 2009 hatte das Online-Architekturmagazin Archinect als Reaktion auf das Bauverbot für Minarette in der Schweiz einen Architekturwettbewerb für mobile Minarette ausgelobt (urbanophil berichtete). Im Kern des Wettbewerbs stand die Frage nach der Wirksamkeit von Architektur im Feld der Politik.

Auf der Webseite von Archinect wurden nun erste Ergebnisse präsentiert. Die Beiträge reichen von Entwürfen für Gebäude, über ausfahrbare oder aufblasbare Minarette bis hin zu tragbaren Lösungen.

Alle eingereichten Entwürfe und Vorschläge finden sich auf Flickr.

RECREATION – Call for Participation für Dockville-Festival

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Begleitend zum Dockville Festival in Hamburg gibt es eine Kunstausstellung, für die wir einen internationalen Call for Participation erhalten haben, den wir gerne bekannt geben:

Call for Participation: Das Hamburger Kunst- und Musikfestival Dockville sucht Künstler: “Kunstcamp + 10 Tage Open Air Ausstellung + 3 Tage Festival: Ein gemeinsamer Schaffensprozess unter freiem Sommerhimmel, ein Ausstellungszeitraum mit Abendprogramm und das parallel stattfindende Kindersommercamp Lüttville münden in einem großen Festival-Knall: Das ist die DOCKVILLE Dramaturgie.

Im Vorfeld des 3-tägigen Festes wird in diesem Jahr unter dem Motto RECREATION ein in der Festivallandschaft einzigartiger Raum für Kunst geschaffen. Die Verbindung von Kunst und Musik sowie die Reflexion und Gestaltung der Festivalsituation sind dabei die Pole, zwischen denen sich das Thema RECREATION bewegt. Ab sofort läuft die Ausschreibung für künstlerische Beiträge aus allen Disziplinen. Einsendeschluss: ist der 15. März 2010. 

Weitere Infos findet ihr unter: dockville.de/kunst. Wir hoffen auf eine rege Beteiligung unserer Leserschaft.

Banksy-Film kommt bald in die Kinos!

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Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass im Frühjahr 2010 ein Banksy-Film in die Kinos kommt. Man darf gespannt sein, der Trailer von “Exit through the gift shop” ist jedenfalls mit typischem Banksy-Humor gespickt und auch die weiteren Ankündigungen lassen Vorfreude aufkommen, Zitat Banksy:

“It’s the story of how one man set out to film the un-filmable. And failed. It’s a film about a man who tried to make a film about me. Everything in it is true, especially the bits where we all lie.”

Premiere hatte das gute Stück beim Sundance Film Festival am 24. Januar 2010. Auch hier lies Banksy seine übliche Geheimhaltungstaktik walten; der Film tauchte nicht im offiziellen Festivalplan auf und erst wenige Tage zuvor wurde die Premiere bekannt gegeben. Der Kinostart in Deutschland scheint noch unbekannt zu sein, in Großbritannien startet er am 5. März.

Die Nachkriegsmoderne von ihrer schönsten Seite

Daniel-Sebastian-Schaub_TU Berlin

Der freischaffende Künstler Daniel Sebastian Schaub setzt sich in seinen Fotografien mit den besonderen Bauten der Nachkriegsmoderne auseinander. So schreibt er zu seinem Werk:

In meinem photographischen Schaffen verhandle ich den Widerspruch zwischen den baulich-ästhetischen Besonderheiten und der defizitären Wahrnehmung dieser Baukörper im öffentlichen Bewusstsein. Einfache und gewöhnliche Bauten, die vornehmlich durch Isolation, Stigmatisierung und Abwertung gekennzeichnet sind, verwandle ich in Raum- und Zeitschiffe, in surreale Landschaften und fiktive Übergangsräume. (transformationsfelder.de)

Daniel-Sebastian-Schaub_Oberpostdirektion-Hamburg Daniel-Sebastian-Schaub_Wohnhaus-Hansaviertel Daniel-Sebastian-Schaub_Siemensdamm

Für einen Blick auf die weiteren Bilder von Daniel Sebastian Schaub klickt ihr am Besten auf seine Homepage: transformationsfelder.de

Der menschliche Zaun als Antwort auf Gated Communities in Warschau

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Im Rahmen des von den Urbanophilen Nikolai Roskamm und Stefan Höffken geleiteten städtebaulichen Workshops Warschau – Berlin an der TU Berlin und der Politechnika Warschau entstanden neben städtebaulichen Entwürfen auch kritische Auseinandersetzungen mit der aktuellen gesellschaftlichen Situation in Warschau. Einer der Studierenden, Mateusz Maj, beschreibt im folgenden Artikel eine daraus resultierende Idee, um auf die zunehmenden Gated Communities in der Region Warschau zu antworten. Der Natolin Reactor als künstlerisch-kreative Aktion, soll einen kritischen Blick werfen und Anstoss zu einer Debatte um die zunehmende Privatisierung und Abgrenzung des öffentlichen Raumes in Warschau geben.

//Gastbeitrag von Mateusz Maj//

The life in Warsaw suburbs changed in the last years. Gated communities bloom. Dealing with the Przy Bażantarni Street Natolin – a district of Warsaw – our group dealt with the topic of gating the private space. Analyzing the history and the current situation we developed the NATOLIN REACTOR – a part of which was the Living Fence Day.

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Infrastrukturräume

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Hochstraße in Hannover und ihre Randbereiche (Foto: Galene Haun)

Straßen und Verkehrsachsen struktrieren seit jeher unsere Städte. Mit dem Aufkommen des Automobils und der Ausrichtung der Stadt auf eine autogerechte Planung nahmen Infrastrukturräume eine immer größere Fläche im städtischen Raum ein. Mit dem Ausbau des Verkehrsnetzes folgten auch dazugehörige Infrastrukturbauten wie Hochstraßen, Verkehrskreisel, Tunnel, Fußgängerunter- und -überführungen sowie Tankstellen und Parkhäuser – dem Infrastruktururbanismus. Mit dem Auto stellte sich auch ein bestimmtes Lebensgefühl ein und eine ganz besondere Beziehung zu diesen Infrastrukturbauten, welches in der am Freitag beginnenden Ausstellung “Agip – Die Tankstelle des Wirtschaftswunders” im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt aufgegriffen wird. Dass Infrastrukturräume aber auch “öffentliche Räume und aktive Binnenräume” generieren und ein Potential für öffentliche Räume entwickeln können, zeigen Veranstaltungen wie der “Paris Plage” in Paris oder das im Juli im Rahmen von RUHR 2010 stattfindende Massenpicknick auf der A 40. Das alles greift das Symposium Infrastruktururbanismus auf und wirft einen vielfältigen Blick auf Infrastrukturränder und die damit einhergehenden Potentiale und Probleme. Die internationale Besetzung verspricht zumindest eine interessante Diskussion!

urbane Baugruppen

Zunehmend entdecken Städte Baugruppen und Baugemeinschaften als Teil einer modernen Stadtplanung und Bürgerbeteiligung. Das Wohnen wird wieder zu einem festen Bestandteil von kommunaler Entwicklungsplanung. Zwar schmückt sich die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Berlin damit, Baugruppen und Baugemeinschaften zu fördern, steht aber im nationalen und internationalen Vergleich eher “hinten an”. Die Ausstellung auf.einander.bauen im DAZ im Jahre 2007 versuchte, das Potenzial von Baugruppenprojekten für die nachhaltige Entwicklung des Wohnens und Lebens in der Innenstadt zu zeigen. Jetzt hat die Wüstenrot Stiftung eine neue Publikation “Städte und Baugemeinschaften” herausgebracht, welche direkt bei der Stiftung kostenfrei angefordert werden kann. Die Publikation beleuchtet verschiedene Ansätze und Formen kommunaler Handlungsstrategien, die in einem Forschungsprojekt untersucht wurden. Berlin kann sich bei den Beispielen sicherlich noch einiges abgucken!

Neue Publikation zu Tempelhof

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Bericht über Tempelhof in der Abendschau mit dem Studienprojekt

Da wir von urbanophil das Studienprojekt “Grand Opening Tempelhofer Feld” hinsichtlich der Erstellung der Online-Diskussionplattform Tempelhofdebatte unterstützt haben und Nikolai Roskamm Betreuer des Projektes war, möchten wir natürlich auf die gerade erschienene Publikation hinweisen, welche die Projektergebnisse zusammenfasst und eine gute Ergänzung zu den vielfachen Schriften zum Thema Tempelhof darstellt.

Grand Opening Tempelhofer Feld – Endbericht Bachelorprojekt 2008/2009 (PDF 15,0 MB)

So entwickelte das Projekt Ideen einer Fahrrad-Aktion auf dem Tempelhofer Feld, setzte sich mit einer prozessorientierten Bauleitplanung auseinander und diskutierte mittels des Onlineforums und auf Veranstaltungen mit der Öffentlichkeit. Also eine vielschichtige Auseinandersetzung mit einem aktuellen und wichtigen Thema der Berliner Stadtentwicklung.

“Boah! Schön is dat nich.”

Wie spätestens seit einigen Tagen jeder mitbekommen haben dürfte, ist die Stadt Essen unter dem Titel RUHR.2010 Kulturhauptstadt Europas 2010. Ein Jahr lang wird es im ‘Pott’ ca. 2.500 Veranstaltungen u.a. aus den Bereichen Musik, Theater und Kunst geben. Die Kultur soll als wichtiger Faktor des Strukturwandels der Kohle- und Stahlregion präsentiert werden. Zum Eröffnungswochenende wurde die Zeche Zollverein mit ca. 100.000 Besuchern geradezu überrannt.

Als Auftakt zu vielleicht noch folgenden Artikeln auf urbanophil über dieses urbane Großereignis, empfehlen wir einen äußerst amüsanten und kurzweiligen Artikel über das Ruhrgebiet und den dort lebenden Menschenschlag, der in der aktuellen Ausgabe der ZEIT zu finden ist, verfasst vom Kabarettisten und Schriftsteller Frank Goosen, Zitat:

“Wir Einheimischen stehen bisweilen auf unseren Eisenbahnbrücken, schauen auf die halbherzigen Skylines unserer zusammenwuchernden Gemeinden und denken: Boah! Schön is dat nich.

Wir im Ruhrgebiet laden Auswärtige gern ein, zu uns zu kommen, um ihren Begriff von Schönheit zu erweitern. Eine mittelalterliche Garnisonsstadt mit Stadtmauer, Fachwerkhäusern und Fürstenresidenzen schön finden, das kann jeder. Aber auf dem Gasometer in Oberhausen stehen, sich umgucken und sagen: Wat ’ne geile Gegend!, das muss man wollen.”

Leseempfehlung! Dieser Artikel macht definitiv gute Laune (und Lust, ins Ruhrgebiet zu fahren!).