Follow us on: Facebook · Twitter · RSS
 
Aktuell
Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Netzwerk Immovielien e.V. – Verein für gemeinwohlorientierte Immobilien- und Stadtentwicklung

Zivilgesellschaftliche Initiativen, die selbstorganisiert, solidarisch und in Kooperation mit Partnern Immobilien für sich und ihre Nachbarschaft entwickeln, tragen wesentlich zur Entwicklung lebendiger und zukunftsfähiger Lebensräume bei. Allerdings sind die Rahmenbedingungen für eine solche gemeinwohlorientierte Immobilienentwicklung – Immobilien, die von Vielen für Viele, kurz Immovielien, entwickelt werden – in verschiedener Hinsicht noch sehr wenig optimal: es gibt wenige bezahlbare Grundstücke, wenig passende Finanzierungs- und Förderinstrumente oder auch Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit von Initiativen und Kommunen.

Das Netzwerk Immovielien arbeitet seit seiner Gründung in Leipzig im Jahr 2016 erfolgreich daran, die Rahmenbedingungen für eine gemeinwohlorientierte Immobilien- und Stadtentwicklung zu verbessern. Entsprechende Initiativen werden im und vom Netzwerk unterstützt und beraten, Erfahrungsaustausch und Lobbyarbeit in allen relevanten Handlungs- und Politikfeldern sind Aufgaben des Netzwerks.

Dazu konnte eine Vielzahl von Akteuren aus unterschiedlichen Bereichen – Zivilgesellschaft, öffentliche Hand, Genossenschaften, Architektur, Stadtplanung, Wissenschaft, Verbänden und Projektentwicklung – zur Mitwirkung im Netzwerk gewonnen werden.

Am 18. Juni 2018 wurde aus dem Netzwerk ein Verein. URBANOPHIL gratuliert zur gelungenen Vereinsgründung und freut sich als eines der Gründungsmitglieder auf eine fruchtbare Zusammenarbeit zu diesem Thema, das uns seit langem auch umtreibt. Wir werden von den Immovielien-Aktivitäten berichten und uns mit dafür einsetzen, die Kernforderungen des Immovielien-Vereins zu realisieren:

  1. MEHR BODEN! … für eine gemeinwohlorientierte Immobilienentwicklung und Immovielien
  2. GUTES GELD! … um die Finanzierung von Immovielien zu verbessern
  3. ANDERE FÖRDERUNG! … um Investitionen in Immovielien zu erleichtern
  4. PASSENDES RECHT! … und passender steuerlicher Rahmen für Immovielien
  5. MEHR AUGENHÖHE! … in der Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Immovielien

Weitere Informationen zum Netzwerk Immovielien e.V., zu Projekten und natürlich auch zu beispielhaften Immovielien finden sich auf der Homepage des Netzwerks. Weitere Mitglieder werden gebraucht! Alle Informationen dazu ebenfalls auf der Homepage des Netzwerks.

Kunst & Kultur →

urbanoREVIEW – Sensual City Studio: A History of Thresholds

„How can an architect show what cannot be seen but only felt?“ fragen sich die Pariser Architekturphilosophen Sensual City Studio in ihrer täglichen Praxis. Mit ihrem Bildessay „A History of Thresholds – life, death & rebirth“ geben sie am Beispiel des architektonischen Elements der Schwelle eine denkbare Antwort auf diese Frage. Gleichzeitig erklären sie mit dem Lebenszyklus der Schwelle – life, death & rebirth – das Mensch-Raum-Problem der Moderne auf andere Art und schlagen die Neuerfindung der Schwelle als konkrete Lösung vor.

An der empfundenen Anonymität, der Distanz, Leere, Beliebigkeit und Unnahbarkeit moderner Stadtstruktur und Architektur, so suggeriert es der Essay in sorgfältig ausgewählten Bildern und kleinen, prägnanten Texten, sei das Verschwinden der Schwelle schuld. Man mag sofort anmerken, dass die Autoren – Pauline Marchetti [Architektin], Philippe Simay [Philosoph], Estefania Mompean [Urban Designer, Architekt] und Jacques Ferrier [Architekt und Stadtplaner] – mit diesem Hintergrundgedanken lediglich bekannte Topoi der Modernekritik aufrufen. Ihre Idee aber, diese so bildhaft an einem zu unrecht oft übersehenen architektonischen Element deutlich zu machen und die konsequente, poetisierende, klare und kluge Durcharbeitung des Narrativs Schwelle überzeugt und ist innovativ.

weiterlesen →

Video, Film & Fotografie →

Planologie Podcast – Initiative Kerberos im Interview

Laura Bornemann (urbanophil) und Sebastian Gerloff bereichern seit 2017 den Planungsdiskurs mit  Podcasts zu aktuellen Fragen des Städtischen. Planologie heißt die Serie, Commons in der Stadt oder die Stadt im Science Fiction gehörten bereits zu den Themen. Heute, am 19. Juni 2018 neu eingestellt ist der Podcast zur U-Bahnarchitektur im Berlin der Nachkriegsjahrzehnte. Im Interview sprechen Frank Schmitz, Ralf Liptau und Verena Pfeiffer-Kloss von der Initiative Kerberos über den Wert dieser Architektur und das aktuelle Verfahren um ihre denkmalpflegerische Einordnung.

Städtebau & Architektur →

Die „Wandsbeker Linie“ in Hamburg – Sechs auf einen Streich

von Gastautorin Sabine Kock

Farbstudie zur Haltestelle Lohmühlenstraße. Collage, Fritz Trautwein, 1960. Hamburgisches Architekturarchiv

Farbstudie zur Haltestelle Lohmühlenstraße. Collage, Fritz Trautwein, 1960.
Hamburgisches Architekturarchiv

Sie war das erste Prestigeprojekt der Hamburger Verkehrsplanung nach dem zweiten Weltkrieg. Lichte Farben, schlichte Sachlichkeit und prägnante Details begleiteten die Fahrgäste auf dem Weg in ein neues Zeitalter. Doch anders als die historischen Vorgänger aus Historismus, Jugendstil und klassischer Moderne, werden die Stationen heute nicht sensibel erhalten oder denkmalgerecht saniert. Rücksichtslos verhindern funktionale Erneuerungen und vermeintlich moderne Umgestaltungen ein jüngeres historisches Bewusstsein.

Vom Jungfernstieg bis Wandsbek-Gartenstadt

Eröffnung der Umsteigeanlage am Wandsbek Markt. Unter den Faltdächern sind die Baukörper von Service- und Abgangsbereichen frei angeordnet. Heinz Graaf, 1962. Bildquelle: Hamburgisches Architekturarchiv

Eröffnung der Umsteigeanlage am Wandsbek Markt. Unter den Faltdächern sind die Baukörper von Service- und Abgangsbereichen frei angeordnet. Heinz Graaf, 1962.
Bild: Archiv der Hamburger Hochbahn AG

1955 wollte Hamburg Zeichen setzen. Zehn Jahre nach Kriegsende war die Stadt im Aufbruch und der Wille zur Erneuerung spiegelte sich in den Wiederaufbauplänen, bei denen die Mobilität eine entscheidende Rolle spielte. Dem Umbau zur autogerechten Stadt entsprachen auch die Erweiterungspläne für das U-Bahnnetz, das zur Entflechtung der Verkehrsströme beitragen sollte und so fiel die Entscheidung für die erste Streckenerweiterung nach dem Krieg auf den Neubau der „Wandsbeker Linie“. Dafür wurde die Endhaltestelle Jungfernstieg durchstochen und eine neue Strecke bis zur vorhanden Haltestelle Wandsbek-Gartenstadt geführt.

weiterlesen →

Städtebau & Architektur →

Moderne in Haselhorst

Wer am Sonntag schon woanders ist, kann die Siedlung im Buch anschauen. Michael Bienert, Moderne Baukunst in Haselhorst, Berlin Story Verlag, 2015.

Wer am Sonntag schon woanders ist, kann die Siedlung im Buch anschauen. Michael Bienert, Moderne Baukunst in Haselhorst, Berlin Story Verlag, 2015.

1928 begann in Berlin-Haselhorst ein Experiment im Siedlungsbau: das größte Wohnungsbauprojekt im Berlin der Weimarer Republik sollte 12.000 Menschen zeitgemäßen Wohnraum bieten. Als Reichsforschungssiedlung – der Name geht auf die 1927 gegründete „Reichsforschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen“ zurück – ist die Siedlung heute als Denkmal geführt. Damals sollten, ähnlich wie es heute wieder erforderlich ist, Lösungen für die drängende Wohnungsnot erarbeitet werden. Zu den Initiatoren der Gesellschaft gehörten die Reichstagsabgeordnete Marie-Elisabeth Lüders, Bauhaus-Gründer Walter Gropius und Architekt Otto Bartning. Die Reichsforschungsgesellschaft erarbeitete Vorschläge für die Optimierung von Wohnungsgrundrissen und förderte Untersuchungen beim Bau von modernen Siedlungen, wobei neue architektonische Ideen, Bautechniken, Baustoffe und Bauabläufe zu erproben waren.

Die Bauhaussiedlung in Dessau-Törten ist Inbegriff dieses Siedlungsbaus. Weniger bekannt ist die Siedlung in Haselhorst, obgleich sie das größte Projekt der Reichsforschungsgesellschaft ist. 1928 schrieb die Gesellschaft einen städtebaulichen Ideenwettbewerb aus, den Walter Gropius zusammen mit dem Ingenieur Stephan Fischer gewann. Gropius schlug eine Bebauung mit zehn- bis zwölfstöckigen Wohnzeilen vor, die sich allerdings nicht durchsetzen konnte. In Folge der Streitigkeiten zwischen Gropius und der Reichsforschungsgesellschaft wurde das 45 Hektar große Areal in mehrere Baublöcke aufgeteilt und Planungsaufträge an verschiedene Architekten vergeben: Paul Mebes, Paul Emmerich und Otto Bartning gehören zu den bekanntesten.

Bartning entwarf 1934/35 auch die Weihnachtskirche auf dem Areal. Am kommenden Sonntag, 10. Juni 2018, lädt die Otto Bartning-Gesellschaft zur Besichtigung von Weihnachtskirche, Siedlung und einer Musterwohnung aus der Entstehungszeit ein. Treffpunkt ist um 11:15 Uhr am Turm der Weihnachtskirche, Haselhorster Damm 54 in 13599 Berlin-Spandau.

nach oben ↑
Themen