Kunst & Kultur →
The Putting Lot – Temporäre urbane Minigolf-Anlage
Eine Gruppe junger Architekten und Stadtplaner hat im vergangenen Herbst in Brooklyn, New York ein brachliegenden Parkplatz umgenutzt und eine urbane Minigolf-Anlage errichtet. Die Anlage mit dem Namen »The Putting Lot« besteht aus neun thematischen Löchern, die von jeweils unterschiedlichen Architekten und Künstlern entwickelt und gestaltet wurden. So wurde beispielsweise für eine Bahn der Müll, der zuvor auf dem Grundstück sich angesammelt hatte, in die Gestaltung der Bahn integriert, um den Transformationsprozess sichtbar zu machen. Auf einer weiteren Bahn mit dem Titel “The Last Gasp” spielen die Golfer rings um ein scheinbar im Erdboden versinkendes Haus – ein Kommentar zur Gentrification, die mittlerweile von Manhattan nach Brooklyn geschwappt ist.
Kunst & Kultur →
OSA: Family Azbiri moved
Das Office of Subversive Architecture, über dessen Arbeit urbanophil vor einiger Zeit schon einmal berichtet hat, hat im Rahmen des HABITAT: festival of spatial imaginationin Antwerpen, Belgien eine tolle interaktive Installation in einem zum Abriss vorgesehenen Gebäude gezeigt. Das temporäre Projekt mit dem Namen »Family Azbiri moved« lud die Besucher ein, mit einem ferngesteuerten Auto, auf das eine Kamera montiert war, eine (nahezu) leerstehende Wohnung zur erkunden. Das Bild der Kamera wurde an einen Bildschirm an der verschlossenen Wohnungstür gesendet, wo auch die Fernbedienung zum Auto angebracht war.
Die Arbeit “01.04.2010 – Family Azbiri moved” bezieht sich auf den Auszug des letzten Mieters, der bei unserer ersten Besichtigung des Wohnblocks im Begriff war, seinen Lebensraum für immer zu verlassen.
Sie zeigt die Wohnung in einem Zwischenzustand zwischen Auszug und noch wenigen, persönlichen Sachen der Familie, die in den Räumen verblieben sind. Diese für den Besucher visuelle Erfahrung funktioniert allerdings nur über ein ferngesteuertes Auto mit installierter Kamera, die das Bild auf einen in der Wohnungstür eingelassenen Bildschirm überträgt. Das heißt die Wohnung bleibt von nun an verschlossen und wird nur noch als 2D-Bild existieren – so wie für die Familie Azbiri nur noch Erinnerungen und Fotos bleiben. Symbolisiert wird das Ausblenden der Wohnung zusätzlich über die fortgesetzten Fassadenelemente auf der Straßenseite (Wohnung im 2. Stock).
Zusätzlich gibt es einen Fernseher (der auch das Kamerabild zeigt) in Zusammenhang mit der Hängung von historischen Bildern der Gegend und des Wohnkomplexes im Ausstellungscafe im EG – unsere Wohnung ist die einzige der acht bearbeiteten, die noch den ursprünglichen Zustand zeigt.
Video, Film & Fotografie →
Der Drift durch die Stadt
In diesem Stop-Motion-Video fließen Fotos von London so ineinander, dass es fast wie ein Drift zu Zeit und Raum wirkt. Schön!
I drift, half awake, half asleep. Moving through the city I recall but have never been to.
Kunst & Kultur →
Wenn die Vernissage mal kurz vorbeischaut
Und wieder eine gelungenes Projekt von wientjesgogo, die schon mit ihrer Wientjes mobile bar für eine kretive Umnutzung der bekannten Robben & Wientjes Fahrzeuge sorgten und dabei ironisch mit dem Thema Gentrifizierung spielen.
WIENTJES CONTEMPORARY ist eine ultramobile Galerie unterwegs auf den Straßen Neuköllns und bereit jede beliebige Schmuddelecke innerhalb von Minuten durch eine kleine Vernissage aufzuwerten. Auf 5,4 qm wird die Arbeit “Rush” von Jonas Lewek gezeigt, die sich mit den Themen Geschwindigkeit und ablaufende Zeit auseinandersetzt.
Stadtentwicklung & Stadtpolitik →
Jetzt aber ran! Petition mitzeichnen!
Unsere Petition “Stadt fördern! Statt kürzen.” gegen die geplante Kürzung der Städtebauförderung wird bald geschlossen. Vielen Dank an alle UnterzeichnerInnen und die zahlreichen treffenden Kommentare. Knapp 1000 Unterschriften sind eine beeindruckende Resonanz. Wir möchten alle unsere Leser, die noch nicht mitgezeichnet haben, daran erinnern dies zu tun, um gemeinsam gegen die fragwürdige Entscheidung des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung | BMVBS zu protestieren.
Jetzt aber ran! Petition mitzeichnen!
Zur Motivation eine Auswahl an Zitaten von den bisherigen Zeichnern der Petition:
“Wie stellen Sie sich die Zukunft unserer Städte vor, Herr Ramsauer? Städtebauförderung jetzt!”
(Marc Springer, Hamburg)“städtebauförderung… gerade wo sich die baukulturdebatte in der sackgasse befindet und die städte vor einem paradigmenwechsel in den strategischen ansätzen der stadtentwicklungsfragen für die urbanen transformationen stehen – eine zutiefst öffentliche aufgabe – sind kürzungen das national und international falscheste signal”
(Markus Bader, Berlin)“Nur eine progressive und nachdrücklich geförderte Zukunft der Stadt sichert die Zukunft unserer Gesellschaft!”
(Prof. Klaus Loenhart, München)
Selten ist Politik in der Lage, mit eingesetzten Finanzmitteln so effizient und effektiv Positives zu bewirken. Die geplante Kürzung der Städtebauförderung ist widersinnig und kontraproduktiv und widerspricht allen Erfahrungen und Erkenntnissen einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Stadtentwicklungspolitik.
(Ulrich Berding, Aachen)Städtebauförderung ist Investition in die Zukunft von Menschen und Städten!
(Tobias Meier, Berlin)
“jeder in die städtbauförderung investierte euro hat einen mehrfachen rückfluss an investitionen aus der wirtschaft und damit an steuergeldern. dies muss berücksichtigt werden. in diesem sinne kann es eigentlich nur um eine deutliche aufstockung der förderung gehen.”
(Prof. Florian Fischer, München)


