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54 Beiträge von Christian
Städtebau & Architektur →

Abriss angekündigt: Das Diesterweg-Gymnasium in Berlin-Wedding verschwindet

Diesterweg-Gymnasium, Eingang Putbusser Straße (2010)

Orange die Fassade, die Ecken abgerundet, grüne Türen mit großen Bullaugen-Fenster – das Diesterweg-Gymnasium im Brunnenviertel ist ein markantes Bauwerk der Nachkriegsmoderne und einzigartig in Berlin. Es entstand von 1974 bis 1977 nach einem Entwurf der Architekten Pysall, Jensen & Stahrenberg. Nicht nur die Gestaltung des dreigeschossigen Gebäudes war futuristisch, auch das Nutzungskonzept war experimentell. Im Erdgeschoss verband eine öffentlich zugängliche „Schulstraße“ die beiden Eingänge von der Puttbusser und der Schwinemünder Straße. An der Schulstraße liegt als offener Raum die Aula mit großen, bodentiefen Fenstern. Orangene Treppen führen in das Obergeschoss, wo sich Klassenzimmer befinden, deren Wände flexibel an veränderte Raumansprüche angepasst werden konnten. Mit einer Stadtbibliothek, einem Sportplatz und einer Turnhalle und durch seine stadträumliche Einbindung fungierte die Schule als Quartiersmittelpunkt im Brunnenviertel.

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Städtebau & Architektur →

Experimentierfeld Brunnenviertel: Zeitzeugengespräch und Rundgang

Einladung Geschichtscafé Brunnenviertel

Einladung Geschichtscafé Brunnenviertel

Abriss und Neubau – das galt in den 1960er Jahren als die Lösung, um Altbauquartiere zu sanieren und die Lebensqualität für die Bewohner*innen zu verbessern. Ein Beispiel für diese Strategie der Flächensanierung ist das Brunnenviertel in Berlin-Wedding. Hier wurde Ende der 1960er Jahre in großem Umfang damit begonnen, die Altbauten Block für Block abzureißen, um die „moderne Stadt von morgen“ zu errichten.

Das Geschichtsprojekt „Anno erzählt“ hat in Zusammenarbeit mit URBANOPHIL den 86-jährigen Architekten und Stadtplaner Heinrich Suhr ins Brunnenviertel eingeladen. Heinrich Suhr ist einer der Architekten und Planer, der – zusammen mit seinen Kollegen – in den 1960er Jahren das Sanierungsgebiet Wedding Brunnenstraße (SWB) umgestaltete. Am Sonntag, den 16. September, wird er beim Geschichtscafé „Das Brunnenviertel als Experimentierfeld für die Stadtplanung“ von dem Sanierungsprozess und den damaligen Vorstellungen und Zielen berichten.

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Ikone ICC

Einladung Finissage ICC

Einladung Finissage ICC

Großformatige Einblicke in das ICC und Details der beeindruckenden Architektur zeigt die Fotoausstellung »ICC – Architekturikone und Zukunftsort«. Am 29. August um 18:00 Uhr findet die Finissage statt. Zu diesem Anlass gibt es ein Podiumsgespräch mit der Architektin Ursulina Schüler-Witte, die gemeinsam mit Ralf Schüler das ICC entworfen hat, und der Architekturfotografin Mila Hacke, deren Bilder in der Ausstellung zu sehen sind.

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Rezension: Vergessene Schulen. Architekturlehre zwischen Reform und Revolte um 1968

Titelseite des Buches Vergessene Schulen

Titel Vergessene Schulen

Die Auslöser, Nach- und Auswirkungen der Proteste und Bewegungen rund um das Jahr 1968 werden derzeit – 50 Jahre danach – vielfach diskutiert. Einen fokussierten Blick auf die Anfänge dieser Umbruchzeit lenkt das Buch „Vergessene Schulen. Architekturlehre zwischen Reform und Revolte um 1968“, das 2017 erschien, herausgegeben von Nina Gribat, Philipp Misselwitz und Matthias Görlich.

Im Mittelpunkt des Buches stehen Zeitzeug*innen der Proteste an Architekturfakultäten. Aus Gesprächen mit ihnen, darunter Harald Bodenschatz, Klaus Brake, Franziska Eichstädt-Bohlig, Helga Fassbinder und Dieter Frick, entsteht ein Panorama der studentischen Reform- und Protestbewegungen an Architekturfakultäten in Deutschland um 1968. Dargestellte Schwerpunkte sind die TU Berlin und die Universität Stuttgart.

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Buchrezension: SOS Brutalismus

Buchcover SOS Brutalismus

Buchcover SOS Brutalismus

Betonmonster im Leinengewand

Mehrere hundert nagelneue Seiten Architekturgeschichte liegen auf dem Tisch. Oben rechts auf dem Buchcover prangt leuchtend rot „SOS“. Der Hilferuf gilt den Bauten des Brutalismus, von denen zahlreiche in dem Buch „SOS Brutalismus. Eine internationale Bestandsaufnahme“ vorgestellt und analysiert werden. Das Buch wurde herausgegeben von Oliver Elser, Philip Kurz und Peter Cachola Schmal (DAM) und ist 2017 bei Park Books erschienen. Es ist die Dokumentation eines gemeinsamen Projektes des Deutschen Architekturmuseums und der Wüstenrot Stiftung, das eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Brutalismus zum Ziel hat.

Die Herausgeber reagieren mit dem Buch auf das gestiegene Interesse in der (Fach)Öffentlichkeit an Bauten des Brutalismus, das wiederum zu großem Teil auch der Verdienst ihres Projekts ist. Sie setzen mit dieser gewichtigen Publikation ein Signal, sich noch intensiver konservatorisch und aus einer architektur- und kunstwissenschaftlichen Perspektive mit den vielerorts gefährdeten Bauwerken zu befassen, ihre Bedeutung und Werte jenseits der bereits von Vielen erkannten Aneignungsfähigkeit für zeitgenössische Kunst und Fotografie zu erkennen und zu vermitteln.

Zusammen mit dem Begleitband, in dem Beiträge eines Symposiums zum Brutalismus (Berlin 2012) veröffentlicht sind, umfasst die Bestandsaufnahme zum internationalen Brutalismus über 700 Seiten. Ein schweres Buch, der Einband fest und aus grobem Leinen. Die Struktur des Stoffes lässt das Foto eines brutalistischen Gebäudes auf dem Cover geheimnisvoll verschwimmen. Neugier wird geweckt und Lust, es aufzuschlagen.

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