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2 Beiträge von Kilian
Städtebau & Architektur →

48 Stunden im Tiny House – ein Selbstexperiment

Das Tiny House von Architekt Van Bo Le-Mentzel im Studentendorf Schlachtensee

Als mich eine Freundin auf den Facebook-Post des Studentendorfs Schlachtensee hinwies, war ich als Tiny House Fan sofort Feuer und Flamme: Man konnte sich bewerben, zwei Tage und Nächte im Tiny House des Berliner Architekten Van Bo Le-Mentzel zu verbringen, das einen Monat lang auf dem Gelände der Wohnanlage für Studierende in Berlin-Nikolassee steht. Wie lebt es sich auf 6,4 Quadratmetern? Das sollte ich 48 Stunden lang in einem Selbstversuch testen können.

Die Bewerbung für das Experiment war völlig unkompliziert. Per E-Mail konnte man angeben, an welchen Tagen im Februar 2019 man für jeweils zwei Nächte in dem Tiny House wohnen könnte. Wohl selbst etwas überrascht von der Flut an Bewerber*innen erklärte die Leitung des Studentendorfes, man würde per Los entscheiden. Ich war unter den glücklichen Ausgelosten und begann fortan, mich im Geiste bereits auf meine Zeit im Quadratmeterminimum einzustellen.

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Urbane Mobilität →

Die unendliche Geschichte der Berliner Fahrradverleihsysteme

Fahrräder verschiedener Berliner Fahrradverleihsysteme vor der Technischen Universität

Seit Jahren prägen sie mehr oder weniger das Berliner Stadtbild: die beiden Fahrradverleihsysteme Call a Bike (mittlerweile Lidl-Bike) und der Konkurrent nextbike. Doch wer aufmerksam durch die Stadt läuft, bemerkt aktuell einen großen Umbruch. Denn Verleihräder neuer Systeme mit klangvollen Namen wie „mobike“ oder „obike“ tauchen plötzlich vermehrt auf Berliner Gehsteigen auf. Doch warum tut sich Berlin eigentlich so schwer mit einer funktionierenden, einheitlichen Fahrrad-Ausleihstruktur, wie sie in vielen anderen internationalen Großstädten existiert? Ein Erklärungsversuch.

Um die aktuelle Situation zu bewerten lohnt sich ein Blick auf die Geschichte der Berliner Fahrradverleihysteme. In den frühen 2000er Jahren startete Call a Bike in Berlin, ein Angebot der Bahn-Tochter DB Rent. Die Räder konnten flexibel ausgeliehen und wieder abgestellt werden, das System war somit stationsungebunden. Aus dieser Zeit stammt auch der Name des Angebots, denn Nutzer*innen riefen tatsächlich eine Telefonnummer an, um ein Fahhrad zu entleihen. Im Jahr 2011 dann der Umbruch: Call a Bike wurde auf ein stationsgebundenes System umgestellt, die Räder waren fortan nur noch an Stationen im Berliner Stadtgebiet zu finden, wo die Ausleihe und Rückgabe möglich war. Die treuen Fans der freien Entleihe und Rückgabe waren verstimmt, jedoch wurde im Laufe der Jahre trotzdem expandiert und immer mehr Stadtteile erhielten Call a Bike Stationen mit den legendär formlosen Betonblöcken. Anders als in Hamburg beispielsweise, wo das dortige erfolgreiche StadtRAD Hamburg ebenfalls von der DB Rent betrieben wird, fasste Call a Bike in Berlin jedoch nie so richtig Fuß. Insbesondere die täglichen Ausleihhäufigkeit pro Fahrrad blieb in Berlin sehr niedrig.

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