Follow us on: Facebook · Twitter · RSS
 
29 Beiträge von Toni
Urbane Mobilität →

Sitzmuster & Polstercodes

Auch die Künstlerin Menja Stevenson hat sich bei "Bustour" den Sitzmustern angenommen.

Auch die Künstlerin Menja Stevenson hat sich bei „Bustour“ den Sitzmustern angenommen.

Während wir letzte Woche über selbstgemachte Gestaltungselemente in öffentlichen Verkehrsmitteln berichteten, geht es nun um grafische Elemente in Bussen und Bahnen, die anscheinend wirklich so geplant wurden: Sitzmuster. Ein Blog mit dem etwas übertriebenen Namen Sitzmuster des Todes hat wahrliche Scheußlichkeiten zusammengetragen, die montägliche Pendler-Übellaune tatsächlich noch verschlimmern können.

Die Kommentare zu den Bildern sind mit Vorsicht zu genießen. Eine Ausnahme sei hier jedoch erwähnt: ‚Vorauseilender Vandalismus‚ als Design-Haltung, die wohl auch beim klassischen Berliner U-Bahn-Sitzmuster zum Einsatz kam: eddingfarbenes Gekrakel – rot-blau-schwarz:

In der Galerie enthalten ist auch ein Werk der Stuttgarter Künstlerin Menja Stevenson, die sich filmisch und fotografisch mit demselben Thema auseinander gesetzt hat, aber eine ganz andere Ästhetik transportiert (siehe oben).

Auch auf dem tumblr-Blog Public Pattern Transport werden die grafischen Schönheiten der Busse und Bahnen dieser Welt gesammelt. Präzise Bezeichnungen von Stadt und Linie lassen ein Inventar der Sitzmuster-Vielfalt entstehen, das wahrlich in Betracht gezogen werden sollte, UNESCO-Weltdokumentenerbe zu werden.

Doch so unterhaltsam die nahezu endlosen Sitzmuster-Galerien sind, lassen sie doch drei essentielle Fragen unbeantwortet: Warum ist die Unterschiedlichkeit der Sitzmuster so enorm groß, dass es wohl kaum zwei Städte gibt, die die gleichen Polstercodes haben? Liegt dies daran, dass kein Muster als gelungen bezeichnet werden kann und es somit kein Best Practice gibt, das sich irgendwann durchsetzt? Und schließlich die grundsätzliche Frage: Wie könnte ein gelungenes Sitzmuster aussehen?

Kunst & Kultur →

London Tube – Signbusting

Umsteigen in 'Stop Staring', © Imgur LL.C.

Umsteigen in ‚Stop Staring‘, © Imgur LL.C.

Wer Adbusting / Subvertising zu politisch oder eindimensional findet, kann sich pünktlich zur Wochenmitte über diese neue Sub-Subkultur aus dem weiten Meer der Streetart freuen, bei dem wohl das Wort subversively zu subsurface umgedeutet wurde: Tube-Sign-Busting.

We apologise that all apologies for the chronic overcrowding on this train are shallow and meaningless.

Auch in Berlin gibt es schon zaghafte Versuche (siehe Bild unten), die Hinweisschilder der U-Bahn – neutral ausgedrückt – zu verändern. In London scheinen dort aber professionellere Macher am Werk zu sein, die zudem das Verhalten der Großstädter im Untergrund treffsicher auf den Arm nehmen.

Trotz wochenlangen Recherchen des Urbanophil-Teams war es leider nicht möglich, die Urheber herauszufinden und ihnen die sich aufdrängenden Fragen zu stellen. Aber die Bilder der ‚Signbusters‘ auf imgur.com sind auch ohne weitere Erklärung großartig!

IMG_1431.JPG

 

Urbane Mobilität →

Groningen – The World’s Cycling City

Vor gut zwei Jahren haben wir euch an dieser Stelle bereits die Grünphase für alle in Groningen vorgestellt. Jetzt haben die Leute von Streetfilms das niederländische Groningen etwas ausführlicher portraitiert als The World’s Cycling City. Bereits Anfang der 1970er wurde hier die Mobilitätspolitik der Stadt drastisch geändert und auf das Fahrrad gesetzt.

Die besagte Grünphase ist dabei nur eine von zahlreichen Maßnahmen, die ergriffen wurden. Es zeigt sich – und das wird in dem Film auch explizit gesagt – dass ein paar Radstreifen hier und eine paar Fahrradständer dort nicht zu einem Umdenken führen, sondern ein ganzes Bündel an Maßnahmen notwendig ist.

Sei es die radfreundliche Verkehrsführung in der Groninger City oder die Fahrradparkhäuser (Mehrzahl!) an der Hoofdstation (Hauptbahnhof) mit insgesamt über 10.000 Stellplätzen, es ist einfach beeindruckend, was hier alles möglich ist. Selbst der dortige IKEA-Markt hat mietbare Lastenfahrräder, die den Filmemachern zufolge vor allem von den 50.000 Studierenden genutzt werden.

Nicht alles, was gezeigt wird, ist extrem neu und innovativ, aber die Bandbreite und konsequente Durchführung beeindruckt ungemein und kann gerne in der ein oder anderen Stadt als Vorlage dienen. Schön wäre es!

Urbane Mobilität →

Trains of Thoughts – Gedanken und Züge

Wer jeden Tag U-Bahn fährt, kennt vielleicht das Gefühl, dass dieses unterirdische Gewirr aus Linien und Knoten mehr ist, als die bloße Funktion für den öffentlichen Massentransport verspricht. Während die einen im Dunkel unter der Stadt den nötigen Abstand zum aufzehrenden Alltag oberhalb finden, grübeln die anderen über gänzlich andere Dinge nach. Steht die U-Bahn in Moskau für die vergangene Zeit der Vormachtstellung innerhalb des sozialistischen Blocks, schürt sie in Hongkong die Angst vor fortschreitender Gentrifizierung und Filialisierung.

Timo Novotny hat sich in seinem unglaublich vielseitigen Film in all diese unterschiedlichen Blickwinkel hineinversetzt. Entstanden ist eine Mischung aus Musikvideo und Kurzgeschichten-Sammlung in und über die Metro. Portraitiert werden Menschen und ihre Bahnen in New York, Los Angeles, Tokio, Hongkong, Moskau und ein bisschen Wien.

„If I really keep using this packed train every day, maybe I can decide that suicide is better somehow.“

Sie philosophieren über die Selbstmordrate auf der Yamanote Line, die sakrale Architektur in Moskaus Bahnhöfen oder die sozialen Unterschiede in der Benutzung der Züge in LA – wer es sich leisten kann, fährt mit dem Auto. Dieses Kaleidoskop – hier passt der Begriff wirklich! – ist noch bis Montag, 6. Januar, in der Mediathek arte+7 zu sehen und danach hoffentlich ganz bald auch als DVD erhältlich.

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Nachwahlgedanken – ein Kommentar

Bundesministerium für Graffiti und Street Art Kultur

Auch eine gute Idee: Bundesministerium für Graffiti und Street Art Kultur

Dass es nach der Verkünd(ig)ung der künftigen Ressorts in der Bundesregierung immer noch kein Bundesministerium für urbane Kultur gibt, ist leider ein hinzunehmendes Übel. Die Ressortzuschnitte und personellen Besetzungen rund um urbane Themen lohnen aber trotzdem einen Blick und eine – zugegeben subjektive – Bewertung: ein Kommentar.

weiterlesen →

Über Toni

nach oben ↑
Themen