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124 Beiträge von Till
Kunst & Kultur →

Projekt „Decolonizing Architecture“

Im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien in Berlin ist bis Ende April noch die Ausstellung „Island + Ghettos“ zu sehen. Dort sind Arbeiten zu territorialer Segregation im 21. Jahrhundert ausgestellt, von denen das Projekt „Decolonizing Architecture“ auch im Internet angesehen werden kann.

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(Quelle: Decolonizing Architecture)

Das Projekt von Sandi Hilal, Alessandro Petti und Eyal Weizman stellt sich die Frage, wie die räumliche Herrschaftsstruktur von israelischen Siedlungen und Militärbasen in den besetzten Gebieten wie dem Westjordanland „entkolonialisiert“ oder „entmachtet“ werden kann. Für je eine Beispielsiedlung und einen Militärposten werden dafür Methoden erarbeitet, die helfen sollen, deren räumliche Dominanz zu der Umgebung zu transformieren. Dabei wird die politische Seite des Konfliktes in der Region bewusst ausgeblendet und offen gelassen, wer die neuen räumlichen Strukturen nutzen soll. Wen diese Thematik interessiert, sollte sich allerdings ein bisschen Zeit nehmen, das ausführlich dokumentierte Projekt anzuschauen.

Kunst & Kultur →

Architekturstempel

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(Quelle: edition.bigcartel.com)

In Zeiten des elektronischen Postversandes haben es Stempel schwer. Bei diesem Produkt von itis edition erleben sie als Spielkasten eine Renaissance. Der Kasten für 35 US-Dollar (zur Zeit leider ausverkauft) enthält mehrere Stempel von Elementen chinesischer Architektur und die Druckoptik scheint einen angenehmen Kontrast zu herkömmlichen Plottergrafiken zu bilden.

[via: boingboing, chinesischer Produzent?]

Video, Film & Fotografie →

Die Krise verstehen

Die Finanzkrise folgte einer Immobilienblase in den USA. Soweit kommt wahrscheinlich noch jeder mit bei dem verwirrenden Geflecht von Hypotheken und faulen Krediten, die zu der momentanen Krise geführt haben. Wer gerne die makroökonomischen Zusammenhänge des Immobilienmarktes besser verstehen will, kann sich den animierten Film „The Crisis of Credit Visualized“ von Jonathan Jarvis im Netz anschauen.

https://www.youtube.com/watch?v=oosq3TPgHH0
Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Studie zu Tourismus und Architektur

Wellnessoasen, Erlebnishotels, Autowelten hießen einige Themen spektakulärer Architekturwettbewerbe der letzten Jahre. Da konnte sich der Beobachter bei so manchem Siegerentwurf fragen, ob der sich ökonomisch rentieren würde. Die österreichische Plattform für Architektur und Tourismus „Pla’tou“ veröffentlichte bereits 2007 eine Grundlagenstudie mit dem Namen „Architektur macht Gäste“ (1+2), um der Frage nachzugehen, wie sich gute Architektur auf den Tourismus auswirkt.

In der Studie wurden 300 Unternehmen aus verschiedenen Tourismusbereichen des Landes, die in hochwertige und zeitgenössische Architektur investiert hatten, zu ihren Erfahrungen befragt. Das Ergebnis ließt sich überaus positiv: Für 88% hat sich die Investition in anspruchsvolle Architektur gelohnt und am häufigsten wurde eine 25%-Steigerung in den relevanten Erfolgsfaktoren genannt (wie Umsatz oder Besucherzahlen. Leider gibt es darüber hinaus nur wenige Ergebnisse online. Auch bleibt die Frage, inwiefern die Aussagen für die Tourismusbranche zählen oder nur für eine wohlhabende oder kulturell interessierte Sparte.

Weitere Quellen: Interview auf DeutschlandRadio

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Grünes Zertifikat

Im Januar berichteten wir über den amerikanischen Standard für ökologisches Bauen LEED. Was wir nicht wussten: Seit Anfang des Jahres läuft die zweite Testphase für das „Deutsche Gütesiegel für Nachhaltiges Bauen„. Dabei ist erstaunlich, wie das deutsche Qualitätssiegel dem amerikanischem im Aufbau gleicht.

Freiwillig können Bauherren, Planer und Architekten das deutsche Gütesiegel beantragen und eine Auszeichnung in Bronze, Silber und Gold für ihren Neubau, Umbau oder Bestand erwerben (beim LEED sind es Silber, Gold und Platin). Das Beurteilungssystem, das bisher nur für Neubauten Büros und Verwaltung existiert, ist in 6 Themenfelder unterteilt, welche wiederum in einzeln zu bewertenden Kriterien gegliedert sind. Ähnlich dem LEED wird am Anfang eines Kriteriums das Ziel erklärt, worauf die angewendete Methode und die Datengrundlage folgt.

Der Unterschied des deutschen Gütesiegel ist, dass es differenzierter misst. Bei jedem Kriterium wird nicht bloß in erfüllt oder nicht erfüllt unterschieden, sondern aufgrund von Datenmessungen werden 0 bis 10 Punkte verteilt, die im gesamten Kontext noch mit einem Faktor gewichtet werden. Man könnte das deutsche Gütesiegel also als eine Art Weiterentwicklung des amerikanischen sehen. Allerdings steht die „Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen“ noch vor einem längeren Weg zu einer größeren Relevanz dieses Zertifikates. Die Mitgliedszahl von aktuell 488 Mitgliedern der Gesellschaft stehen wohl exemplarisch hierfür.

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