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124 Beiträge von Till
Kunst & Kultur →

Stuttgarter Flaneure goes Berlin?

Zwar nicht in Berlin, dennoch erwähnenswert: die Stuttgarter Flaneure. Ein Webspiel, ganz im Sinne der Situationisten, – die ja grad in brotlosen Zeiten, also jetzt, wieder modern werden – welches die Stadt als Spielbrett betrachtet und seine Mitspieler auffordert, kreativ in das Städteleben einzugreifen.

Ziel des Spiels ist es, die Aufgaben aus dem Netz an Orten der realen Welt zu lösen und diese Lösungen wiederum im Netz zu dokumentieren. Dabei werden Punkte gesammelt, mit denen man im Falle einer neuen Höchstzahl, in der Netzversion bestehende Regeln ändern oder neue Aufgaben erfinden kann. Das Spiel ist dadurch beliebig erweiter- und verbesserbar und wäre somit, abhängig von dem Einfallsreichtum der Punktekönige, in der Lage lange weiter zu bestehen. Die relativ einfachen Aufgaben, so gibt es eins bei dem zu wildem guerillaartigem Blumensamenbepflanzungen aufgefordert wird, scheinen für den Anfang richtig, könnten aber mit der Zeit von den Veränderungen durch die Spieler profitieren und komplexer und ausgefeilter werden.

Also liebe Berliner, findet sich da nicht jemand mit netten Ideen? – Ich will auch spielen!

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Schöner verstehen

Das allgemeine Architekturverständnis bestimmen weniger Architekten und ihre Fachblätter sondern Wohnzeitschriften. Das nach eigenen Angaben auflagenstärkste Magazin dieser Art in Deutschland „Schöner Wohnen“ brachte mit der Reihe „Die Psychologie des Wohnens“ wohl auch so etwas wie ihre Raumphilosophie heraus. In den 6 Teilen der Serie (kostenlos als PDF bereitgestellt) begegnen uns hauptsächlich Umweltpsychologen, Feng-Shui-Berater und Kommunikationswissenschaftler und weniger Architekten zu Themen wie Schutz und Geborgenheit, Hausbau als Beziehungstest und das Haus als Bühne für das Ego. Die Beurteilung des Sammelsuriums an Tipps und Einsichten soll jedem selbst überlassen bleiben. Sinnvoll könnte ein Blick in diese Schriften vielleicht vor einem Gespräch mit einem wohlhabenden, bildungsbürgerlichen Bauherren sein…

(„Das Ich ist nicht Herr im eigenen Haus“ sagte der große Sigmund Freud und so sah es in seinem eigenen aus. Gefunden auf londonleben)

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Die Norm regiert den Bau

Vielleicht war der Auslöser eine Szene, die viele bauende Architekten kennen: Sie wollen sich über den Inhalt einer DIN-Norm erkundigen, zu deren Anwendung sie vom Gesetzgeber verpflichtet werden, und die einzige Quelle hierfür ist der kostenpflichtige Beuth-Verlag. An dieser Stelle liegt die Frage nahe, warum Gesetze frei zugänglich seien müssen, aber einige rechtlich verpflichtende Normen nur über einen einzigen privaten Träger erlangt werden können. Dies fragte sich wohl auch der Architekt Bruno Stubenrauch und gründete die „Initiative gegen die Direktregelung privater Normen im Bauwesen„. Sie kämpfte in den Jahren 2002/2003 gegen eine Gesetzesnovelle, durch welche dieses Paradoxes erst entstand. Seither ist es nämlich möglich, dass der Gesetzgeber auf privat erarbeitete Normen verweist (sie also als gemeingültig erklärt), der Urheberschutz aber erhalten bleibt und privat vermarktet werden kann. Die Initiative hatte leider keinen Erfolg und scheint danach ihre Aktivitäten eingestellt zu haben. Einziger Trost bleibt wohl, dass die Kosten für DIN-Normen steuerlich absetzbar sind.

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Escher nachgebaut

Eigentlich beruhen Eschers Bilder auf einem zeichnerischen Trick, der nur in der Ebene möglich ist. Andrew Lipson und Daniel Shiu haben sich trotzdem daran gewagt 5 seiner Werke mit Lego nach zubauen. Der Clou hier: Die optische Illusion funktioniert nur, weil die Legowerke aus einem ganz bestimmten Winkel fotografiert wurden. Auf der Internetseite von Andrew Lipson kann der Arbeitsprozess, begleitet von vielen Konstruktionsbildern, gut nachverfolgt werden.

(Quelle: Andrew Lipsons Homepage)

Die weiteren nachgebauten Werke sind in Englisch: Balcony, Belvedere, Waterfall und Ascending and Descending.

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Höhe, Macht und Maßstab

Der Wettlauf um das höchste Gebäude der Welt ist im vollen Gange und im Internet finden sich diverse Grafiken zu den höchsten menschlichen Bauwerken. Doch folgt man dem Regelwerk des „Council of Tall Buildings and Urban Habitat“ aus Chicago, wie die meisten Medien, ist nicht die totale Höhe eines Gebäudes bei dem Wettlauf entscheidend. Das Büro des Illinois Institut for Technologie ermittelt den Sieger im globalen Wettrennen anhand der Höhe der strukturellen Oberkante des Bauwerkes. Antennen und dergleichen zählen also nicht mit.

Und auch für den Städtevergleich in Sachen Höhe steht ein Bemessungsmaßstab parat. Die Firma Emporis weißt je nach Geschossanzahl einem Gebäude eine Punktezahl zu. Ab 12 Geschossen werden alle Gebäude einer Stadt zusammenaddiert und der Gewinner ist Hong Kong. Bei Wikipedia heißt es, diese Skala würde die „auffälligsten Skylines“ messen. Ob aus diesem Zahlenwert allerdings eine visuelle oder sonstige Auffälligkeit entstehen muss, ist allerdings fraglich.

Hierzu noch die Arbeiten von Nicholas Manion. Denn das Entwerfen, Bezahlen und Beurteilen von Höhe hängt auch irgendwie mit Geld und Macht zusammen.

Für Audiophile noch zwei aktuelle Links des Deutschlandradios (ein Interview mit Werner Sobek, Ingenieur und ein hörenswerter Bericht zur geschichtlichen und aktuellen Hochhausmanie)

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