Follow us on: Facebook · Twitter · RSS
 
93 Beiträge von Verena
Städtebau & Architektur →

Hurra, hurra, die Altstadt, die ist wieder da…

… im DAM, im Historischen Museum Frankfurt, als Katalog und im „Real Life“

Blick in Frankfurts neue Altstadthöfe, September 2018.

In Frankfurt eröffnete – ja, eröffnete – am Wochenende die neue Altstadt mit Drohnenshow, Ochsenbraten, Festreden und 150.000 Besucher*innen. Einiges wurde bereits über das Projekt geschrieben. Viele Journalist*innen und Fachleute sind von der neuen städtebaulichen Situation recht begeistert, aus manchen Federn kommt große Kritik an dem Projekt. So hat Stefan Trüby im Frühjahr daran erinnert, dass die Initiative zum Wiederaufbau der Altstadt von ganz rechts außen kam und ein Bündnis aus Architektur und Wissenschaft mahnte daraufhin an, Rekonstruktionsprojekte daraufhin zu beobachten, ob sie von Rechtspopulisten und Rechtsradikalen für ihre Argumentation und Legitimation lanciert oder genutzt werden (urbanophil berichtete). Vor wenigen Wochen hat Philipp Oswalt in der Zeit die fragwürdige sozial- und wohnungspolitische Prioritätensetzung der Stadt Frankfurt thematisiert, die das 200 Millionen Euro teure Bauprojekt in der Frankfurter Innenstadt großzügig unterstützte, obgleich damit lediglich 80 Wohnungen im Luxussegment geschaffen wurden, die den angespannten Frankfurter Wohnungsmarkt nicht entlasten werden.

Es ist auch fast alles gesagt, was man zu Architektur und Städtebau der Frankfurter Altstadt beisteuern kann, positiv wie negativ. Die weitere Rezension erbringen nun die bereits zahlreichen Tourist*innenführer*innen in historischen Kostümen, die eifrig den erstaunten Besucher*innen erzählen, dass es die Altstadt bis vor wenigen Wochen gar nicht gab. Daher werden hier zwei wissenschaftliche Ausstellungen und ein Buch vorgestellt, die parallel zur Altstadteröffnung gezeigt werden und diese reflektieren. Sie sind sehr relevant und verdienen unbedingt einen Besuch bzw. Lesezeit: die erst kürzlich eröffnete neue Dauerausstellung des Historischen Museums Frankfurt, die Ausstellung „Die immer neue Altstadt – Bauen zwischen Dom und Römer seit 1900“ im Deutschen Architekturmuseum (DAM) und den umfangreichen Katalog zur Ausstellung, den Philipp Sturm, Peter Cachola Schmal und Moritz Röger herausgegeben haben.

weiterlesen →

Städtebau & Architektur →

Großes im Kleinen: Ein Saarheft von moderneREGIONAL

Großes entsteht immer im Kleinen – mit diesem Slogan wirbt das Saarland an den Autobahnen und im Netz für sich. moderneREGIONAL stellt in seinem aktuellen Sommerheft Architektur und Städtebau der Nachkriegsmoderne im Saarland vor und entdeckt großartige Ergebnisse einer „Saarmoderne zwischen Frankreich und Deutschland“, die aktuell sowohl im Saarland selbst als auch darüber hinaus kaum bekannt ist und daher auch leider an einigen Stellen von Vernachlässigung betroffen und gar gefährdet ist. Bleu – Blanc – Brut heißt das Heft des onlineMAGAZINS, die Redaktion übernahmen Marco Kany und C. Julius Reinsberg.

aktuelle Termine →

U-Bahnexpert*innen gesucht! Call for Papers!

Underground Architecture Revisited heißt die internationale Tagung, die ICOMOS, das Landesdenkmal Berlin und die Initiative Kerberos vom 20.–23. Februar 2019  zur nachkriegsmodernen Architektur von U-Bahnhöfen veranstalten.

Referent*innen aus den Bereichen Bau- und Kunstgeschichte, Denkmalpflege und Restaurierung, Architektur und Ingenieurwesen, Verkehrs- und Stadtplanung sowie Sozial- und Kulturwissenschaften sind eingeladen, zu dieser vergleichenden Bestandsaufnahme beizutragen und zugleich den lange schon erforderlichen interdisziplinären Erfahrungsaustausch zwischen Denkmalpflege und Denkmalforschung mit der Sanierungspraxis und den Machern, Betreibern und Nutzern moderner U-Bahnlinien zu initiieren.

Denkmalwerte und -bedeutung, Konstruktion, Material und Farbe, Erhaltung und Modernisierung, Vermittlung und Rezeption sowie ein Fokus auf Akteure und Netzwerke sind gewünschte Themenspektren. Den gesamten Call for Papers findet Ihr hier: Initiative Kerberos. Einsendeschluss ist der 15. August 2018.

Medienpartner und Partner der Tagung sind moderneREGIONAL, Bundesstiftung Baukultur, Berliner Verkehrsbetriebe BVG, Berlinische Galerie, Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin, Architektenkammer Berlin, Baukammer Berlin und urbanophil.net.

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Netzwerk Immovielien e.V. – Verein für gemeinwohlorientierte Immobilien- und Stadtentwicklung

Zivilgesellschaftliche Initiativen, die selbstorganisiert, solidarisch und in Kooperation mit Partnern Immobilien für sich und ihre Nachbarschaft entwickeln, tragen wesentlich zur Entwicklung lebendiger und zukunftsfähiger Lebensräume bei. Allerdings sind die Rahmenbedingungen für eine solche gemeinwohlorientierte Immobilienentwicklung – Immobilien, die von Vielen für Viele, kurz Immovielien, entwickelt werden – in verschiedener Hinsicht noch sehr wenig optimal: es gibt wenige bezahlbare Grundstücke, wenig passende Finanzierungs- und Förderinstrumente oder auch Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit von Initiativen und Kommunen.

Das Netzwerk Immovielien arbeitet seit seiner Gründung in Leipzig im Jahr 2016 erfolgreich daran, die Rahmenbedingungen für eine gemeinwohlorientierte Immobilien- und Stadtentwicklung zu verbessern. Entsprechende Initiativen werden im und vom Netzwerk unterstützt und beraten, Erfahrungsaustausch und Lobbyarbeit in allen relevanten Handlungs- und Politikfeldern sind Aufgaben des Netzwerks.

Dazu konnte eine Vielzahl von Akteuren aus unterschiedlichen Bereichen – Zivilgesellschaft, öffentliche Hand, Genossenschaften, Architektur, Stadtplanung, Wissenschaft, Verbänden und Projektentwicklung – zur Mitwirkung im Netzwerk gewonnen werden.

Am 18. Juni 2018 wurde aus dem Netzwerk ein Verein. URBANOPHIL gratuliert zur gelungenen Vereinsgründung und freut sich als eines der Gründungsmitglieder auf eine fruchtbare Zusammenarbeit zu diesem Thema, das uns seit langem auch umtreibt. Wir werden von den Immovielien-Aktivitäten berichten und uns mit dafür einsetzen, die Kernforderungen des Immovielien-Vereins zu realisieren:

  1. MEHR BODEN! … für eine gemeinwohlorientierte Immobilienentwicklung und Immovielien
  2. GUTES GELD! … um die Finanzierung von Immovielien zu verbessern
  3. ANDERE FÖRDERUNG! … um Investitionen in Immovielien zu erleichtern
  4. PASSENDES RECHT! … und passender steuerlicher Rahmen für Immovielien
  5. MEHR AUGENHÖHE! … in der Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Immovielien

Weitere Informationen zum Netzwerk Immovielien e.V., zu Projekten und natürlich auch zu beispielhaften Immovielien finden sich auf der Homepage des Netzwerks. Weitere Mitglieder werden gebraucht! Alle Informationen dazu ebenfalls auf der Homepage des Netzwerks.

Kunst & Kultur →

urbanoREVIEW – Sensual City Studio: A History of Thresholds

„How can an architect show what cannot be seen but only felt?“ fragen sich die Pariser Architekturphilosophen Sensual City Studio in ihrer täglichen Praxis. Mit ihrem Bildessay „A History of Thresholds – life, death & rebirth“ geben sie am Beispiel des architektonischen Elements der Schwelle eine denkbare Antwort auf diese Frage. Gleichzeitig erklären sie mit dem Lebenszyklus der Schwelle – life, death & rebirth – das Mensch-Raum-Problem der Moderne auf andere Art und schlagen die Neuerfindung der Schwelle als konkrete Lösung vor.

An der empfundenen Anonymität, der Distanz, Leere, Beliebigkeit und Unnahbarkeit moderner Stadtstruktur und Architektur, so suggeriert es der Essay in sorgfältig ausgewählten Bildern und kleinen, prägnanten Texten, sei das Verschwinden der Schwelle schuld. Man mag sofort anmerken, dass die Autoren – Pauline Marchetti [Architektin], Philippe Simay [Philosoph], Estefania Mompean [Urban Designer, Architekt] und Jacques Ferrier [Architekt und Stadtplaner] – mit diesem Hintergrundgedanken lediglich bekannte Topoi der Modernekritik aufrufen. Ihre Idee aber, diese so bildhaft an einem zu unrecht oft übersehenen architektonischen Element deutlich zu machen und die konsequente, poetisierende, klare und kluge Durcharbeitung des Narrativs Schwelle überzeugt und ist innovativ.

weiterlesen →

Über Verena

nach oben ↑
Themen