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Dann doch lieber schmutzig

Für manche Bürger ist und bleibt Graffiti wie Streetart eine Verschmutzung des öffentlichen Raumes. Mit dieser Einstellung spielten in letzter Zeit mehrere Akteure der Szene und stellten die öffentliche Hand zumindest vor ein moralisches Problem im Umgang mit ihren „Straftaten“.
Im Rahmen der „Outsides“-Ausstellung in Wuppertal nahm sich der französische Künstler ZEVS eine Luftdruckpistole als Arbeitswerkzeug und reinigte den Satz „Ich darf die Mauern meiner Stadt nicht beschmutzen“ gleich mehrfach auf eine stark beschmutzte Wand. „Reverse Graffiti“ wird diese Art des selektiven Säuberns auch genannt. (weitere Ausstellung)

(Quelle: Outsides)
Während sich ZEVS noch im sicheren Rahmen einer von Red-Bull-finanzierten Ausstellung bewegte, rief Alexandre Orion aus Sao Paulo eine Reaktion der Stadt hervor. Er suchte sich eine Fußgängerunterführung seiner Stadt aus, um in die rußverschmutzte Wand ein langes aus Totenköpfen-bestehendes Wandbild zu putzen. Weil die Stadt ihn rechtlich nicht belangen konnte, ließ sie kurzerhand die Wand von der Feuerwehr ganz säubern. (bldg blog)

(Quelle: Alendre Orion)
Weniger humorlos zeigten sich die öffentlichen Stellen im Falle von Moose aus Leeds / Großbritannien, der als einer der Begründer dieses witzigen wie intelligenten Stadteingriffes gilt. Laut der Internetseite Inhabitat.com wurde er von der Stadt verurteilt, die betreffenden Stellen wieder zu säubern. Sie berief sich dabei auf den Anti-Social Behaviour Act. Es bleibt allerdings unklar, wie Moose dieses Kunststück vollbracht hat, die Mauern wieder so schmutzig wie vorher aussehen zu lassen.

Bei npr.org kann ein amüsantes Radiointerview mit Moose angehört werden, in dem er beschreibt auf eine Monty-Python-artige Antwort der Stadt zu warten.

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Cabspotting – Der Pulsschlag der Stadt


Am 11. bis zum 13. Mai fand in Barcelona das Festival für digitale Kultur Offf – post-digital creation culture statt. Der interessanteste Vortrag – zumindest aus urbanistischer Sicht – kam von dem Designer-Kollektiv Stamen, die das Projekt Cabspotting vorstellten.

Im Projekt Cabspotting wurden Taxis in San Francisco mit GPS-Sendern ausgetstattet, so dass deren zurückgelegte Wegstrecken aufgezeichnet und visualisiert werden können. Zusätzlich werden aber auch Daten zur Geschwindigkeit (hohe Geschwindigkeit wird rot dargestellt) und Leerfahrten, bzw. Fahrten mit Kunden erhoben und in Echtzeit dargestellt (vgl. Cab Tracker). Durch den Effekt des langsamen Ausblendens (der sog. Time Lapse) entsteht langfristig ein Muster der Stadt – das Netz der zurückgelegten Wegstrecken. Im Zeitraffer wirken sie wie die Adern eines lebenden Organismus – der Puls der Stadt (vgl. Bild oben und Video 1, Video 2).

Eine Menge Daten die erhoben und ansprechend visualisiert werden – in wie weit dies das Verständnis von Stadt verändern wird und die Stadtplanung beeinflusst, bleibt abzuwarten. Trotzdem eine interessante Methode des Mappings von urbanen Phänomenen, die wie andere Projekte (hierbei sei auf die Beiträge Biomapping, emotionale Stadtkartierung, Handy-Karten und Das Handy als städtischer Emanzipator hingewiesen) vielleicht neue Einsichten in das Funktionieren von Stadt bringen können.

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Mode für den überzeugten Städter und Architekturliebhaber

Stadtplanung und Architektur halten auch in der Modewelt ihren Einzug. So greift beispielsweise die mobile Einsatztruppe Stadt und Stil (mess) – wir berichteten – das Thema Suburbanisierung auf und entwarf neben T-Shirts gegen das Siedeln am Stadtrand auch andere Accessoires und Gebrauchsgegenstände für den überzeugten Städter (siehe hier). Mit den allseits beliebten Buttons oder einer gut gefüllten Kaffeetasse kann man den stillen Protest ebenso wagen wie mit den politisch korrekten T-Shirts, die mit ihren unterschiedlichen Aufdrucken überzeugen.


(foto by mess)

Einen anderen Ansatz verfolgt der UNBUILT SHIRT AWARD 2007. Die oftmals ins Nichts verlaufende Produktion von architektonischen Entwürfen, städtebaulichen Projekten und Visionen haben hier die Chance einer Realisierung anderer Natur. Die oftmals mit einem hohen grafischen Potential gestalteten Entwürfe finden Verwendung auf den Vorder- und Rückseiten von T-Shirts. Bis zum 29.06.2007 können Stadtplaner, Architekten, Landschaftsplaner, Ingenieure und Graphikdesigner ihre ungebauten Entwürfe einreichen, aus denen dann die besten 10 auf T-Shirts recycelt werden. Frühere Kollektionen können auf folgender Webseite bestellt werden.


(foto by unbuilt)

Ein weiteres modisches Accessoire ist in Dresden erlebbar. Als Teilprojekt einer Diplomarbeit wurde die Dresden Brille „Silhouette“ entwickelt. Ausgangspunkt ist die Position der Stadt Dresden, ihre durch den Maler Canaletto verewigte Silhouette aus der Barockzeit als Status Quo für die Zukunft des baulichen Stadtbildes der Innenstadt festzusetzen. Dass die Stadtsilhouette dabei nicht nur durch die barocken Baumeister geprägt wurde, scheint dabei nicht zu interessieren. Somit werden Projekte, die nicht in dieses Bild passen, abgerissen und verändert. Eine Prägung der Stadt durch zeitgenössische Bautradition ist undenkbar. Die Dresden Brille spiegelt die Entwicklung der Silhouette wieder. Als Serie konzipiert wird ihre erste Auflage den Stand der “Skyline” von 2005 wieder geben. Erhältlich im Museumsshop des neuen Ausstellungsgebäudes an der Brühlschen Terrasse.


(foto by urbikon)

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Leben mit der Mauer

Als Berliner meint man leichthin, die eigene Stadt stände weltweit Synonym für die Teilung durch eine Mauer. Dabei hat die Errichtung von Sperrstreifen, ob aus Beton oder Stahl, Hochkonjunktur, wie ein Beitrag auf subtopia zeigt. Meistens dauert es auch nicht lange, bis Künstler die Mauer als Projektionsfläche entdecken und ihren Widerstand kundtun.

Die weltweite öffentliche Aufmerksamkeit auf den israelisch-palästinensischen Konflikt sorgte sicher auch dafür, daß die israelische Sicherheitsmauer in letzter Zeit Objekt künstlerischer Auseinandersetzung wurde. Erste Bekanntheit erreichten wohl die Bilder des englischen Streetart-Künst Banksy von 2005 (video, video, gallerie).


(Quelle: youtube.com )

Sehr schön anzuschauen ist auch das Projekt Face2face von JR-Art. Mit einem 28-mm Objektiv wurden Personen beiderseitig der Mauer aus kürzester Distanz fotographiert. Sie schneiden Grimassen oder lächeln in die Kamera, wobei ihre Gesichter stark verzerrt werden. Die schwarz-weiß Abzüge wurden großformatig an „unausweichlichen Orten“ angebracht (video), unter anderem der Grenzmauer zwischen Palästinensern und Israelis.


(Quelle: Face2Face)

Vielleicht kann so die Trennung bei einer neuen Annäherung der beiden Lager helfen. Dies Herauszufinden wäre Aufgabe des neuen Forschungsprojektes der Universität von Cambridge, welches die Regeneration von Städten untersucht, welche durch Krieg und Konflikte geteilt wurden. Und bei diesem Projekt wird auch wieder ein Augenmerk auf Berlin fallen.

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Indoor Streetart – Der Speicher ist die Straße

„Am Anfang war die Stadt wüst und leer. Dann jedoch wurde die Straße zur Galerie, die Zwischenräume füllten sich mit Kunst und Leben: In 21 Tagen erschaffen wir eine Ausstellung über Straßenkunst, die sich entwickelt wie die Stadt selbst. PLANET PROZESS lädt alle ein, die offene Ausstellung täglich mitzugestalten und das Finale zu feiern!
Eigentlich findet Streetart – den Namen folgend – in der Straße, d.h. dem öffentlichen Raum statt. In diesem Fall verhält es sich jedoch anders. Drinnen wird Draußen – Innenraum wird Straße. Im Rahmen der Ausstellung „Planet Process – Zwischen Raum und Kunst“ stellen 40 Künstler ihre Projekte und Kunst vor.

Wo: Senatsresservenspeicher, Cuvrystraße (Keuzberg)

Wann: Eröffnung am 20.07.2007

Dauer: 20.07. – 19.08.

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