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SPROUTBAU – Ein Wohnexperiment


(foto by Sproutbau)

Freunde temporärer Nutzungen und die, die es einmal werden möchten, sollten in diesem Sommer ihr Augenmerk auf ein vielversprechendes Projekt in Bremen-Tenever lenken: Man stelle sich eine typische Stadtrandgroßwohnsiedlung mit etwa 30 jähriger Geschichte vor, die gegenwärtig für die Stadt Bremen eine große Herausforderungen im Umgang mit Wohnungsleerstand und segregierten Bevölkerungsgruppen bedeutet. Eine aufgeschlossene und motivierte Bewohnerschaft hat zusammen mit Verantwortlichen aus Bürgerschaft, Wohnungsbauunternehmen und engagierten sozialen Trägerschaften zu beispielhaften Erfolgen in der Aufwertung der Gebäude, des Wohnumfeldes und nachbarschaftlicher Beziehungen beitragen können.

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Entführte Poster

Vor zwei Tagen entdeckte ein Schreiber des Hauptstadtblogs eine zerschittene Großwerbung am Charlottenburger Tor. Die Werbefigur Alice der gleichnamigen Telekommunikationsfirma wurde aus der Werbung fein-säuberlich herausgeschnitten und ein Loch mit ihrem Umriß ist seitdem dort zu sehen. Wie dort weiter zu lesen ist, vermutet die Berliner Morgenpost hinter der Tat Globalisierungskritiker.

(links: Hauptstadtblog 19.5.07, rechts: Alexanderplatz 02.04.02)

An dieser Stelle ist zu erwähnen, daß dies nicht die erste Tat dieser Art in Berlin ist (Werbeblogger). Letzten Sommer erfolgten alleine mehrere Anschläge auf Plakate. „Visual Kidnapping“ geht dabei wohl auf den französischen Künstler ZEVS zurück, der 2002 die Kaffeedame der Firma Lavazza aus einem Plakat am Alexanderplatz schnitt. Anschließend schnitt er der Figur einen Finger ab und schickte ihn mitsamt einer Lösegeldforderung an die Konzernzentrale. Eine gespielte Geldübergabe fand in Schweden statt. (spiegel / rebel.art)
Damit ist zwar noch nicht gesagt, wer hinter der Tat steckt, aber ein globalisierungsfeindlichen Akt erscheint eher unwahrscheinlich.

ZEVS war auch Teilnehmer der zweiten Backjumps Ausstellung im Künstlerhaus Bethanien. Nach 2005 folgt zwischen dem 23. Juni und 19. August die dritte Ausgabe der Street Art Veranstaltung. Wenn das Niveau vom letzten mal beibehalten wird, kann man sich auf viele erfrischende, lustige und kritische Aktionen im Öffentlichen Raum freuen.

>>>>>Nachtrag vom 25.05.2007

Entgegen der hier geäußerten Meinung scheinen in dem Fall der „geklauten Alice“ wirklich Globalisierungskritiker die Plakatdame entführt zu haben.

Bilder und Text dazu: indymedia, g8-2007

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Der Traum vom werbefreien Raum

Geht es um großformatige Werbung im öffentlichen Raum, gibt es regelmäßig Streit, wo die Grenzen des erlaubten Liegen und ab wann die Poster und Tafeln als Umweltveschmutzung anzusehen sind. In Berlin gab es traditionell immer wieder Streit über das Anbringen von Werbung an Brandwänden. Ein bekanntes Beispiel war hierbei die Werbetafel an der Brandwand der DG Bank am Pariser Platz. Ein neuerer Zankapfel ist die O2-Tafel an der East-Side-Gallery, für die gar ein Stück der Mauer geopfert wurde.
Bemerkenswert an diesem andauernden Konflikt ist der Schritt, zu dem sich die Stadt Sao Paulo zu Beginn des Jahres durchringen ließ: Sie verbot schlichtweg jegliche Werbung im öffentlichen Raum. Seitdem sind viele Werbetafeln nur noch als nackte Stahlgerüste zu sehen.

(Quelle: flickr, vie rebelart)
Schon vor zwei Jahren griffen das Künstlerduo Steinbrener und Dempf dieselbe Thematik in einem Projekt für die Neubaugasse in Wien auf. Sie überklebten alle Werbung und Logos der Einkaufsstraße mit gelber Folie. Durch das visuelle Entfernen erreichten sie jedoch gerade einen viel größeren Werbeeffekt für den Einzelhandel vor Ort.

(Quelle: publicartvienna)

Vielleicht könnte auch ein bißchen von der werbefeindlichen Energie nach Berlin durchschlagen. Anschließend könnte die Hauptstadt der Zwischennutzungen die funktionsfrei gewordenen Konstruktionen neu besetzen.

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Geld oder Ruhe!

Ein relativ neues Forschungsgebiet der Psychologie und Medizin ist das Neuromarketing, in welchem die Erkenntnisse dieser Wissenschaften für die Wirtschaft brauchbar gemacht werden sollen. Wie im Deutschlandradio vor kurzem zu hören war, sieht die Disziplin in der Zukunft vor mit Hilfe von Ultraschall die Entscheidungsprozeße von Menschen zu beeinlussen, wie z.B. die Kaufentscheidungen im Supermarkt. In der bisherigen Realität sieht es aus, daß dort versucht wird mit einem Mix aus Sulz-Schmuse-Popmusik aus hörbarem Schall weichgekloppt zu werden, um dann von abrupt hereingebrüllten Verkaufsangeboten wieder wachgerüttelt zu werden wie „Kassler Hackbraten jetzt nur fünffünfunneunzich“.

Die akustische Beeinflussung wird auch im öffentlichen Raum eingesetzt, wie zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls auf Bahnhöfen, und von der Gruppe Dudelstopp vor allem als Belästigung wahrgenommen. Ihre logische Forderung: Wenn man schon der Dauerberieselung nicht entgehen kann, so sollte man doch mit den Gebühren der GEMA entschädigt werden. Es folgten Aktionen vor der GEMA-Zentrale in Berlin. Bei ihrem Vorhaben werden die Aktionskünstler bemerkenswerterweise auch von Musikern unterstützt. Das Projekt „zur Stärkung des Phänomens Stille“ ist für diesen Sommer datiert und läßt offen wann weitere Aktionen folgen.
An dieser Stelle kann nur ein „lauteres“ Auftreten gewünscht werden. Und der Wunsch auch Schadensersatz für stereoanlagentauglichen Handys zu fordern, mit denen vor allem Jugendliche Passanten zu foltern pflegen.

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Schöne Stadtverunreinigung

Täglich prasselt ein Werbegewitter auf uns ein. Einigem kann man noch entgehen, wenn man das Radio oder den Fernseher abschaltet. Den immer größer werdenden Werbeplakaten im öffentlichen Raum jedoch nicht. Eine Möglichkeit sich gegen den Perfektionswahnsinn der Werbeindustrie zu wehren, findet sich auf dem Blog von Geek Graffiti: Pickel zum Draufkleben.

(Gefunden bei Fotoblog Streetart)

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