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Kategorie »Städtebau & Architektur« RSS
Städtebau & Architektur →

Höhe, Macht und Maßstab

Der Wettlauf um das höchste Gebäude der Welt ist im vollen Gange und im Internet finden sich diverse Grafiken zu den höchsten menschlichen Bauwerken. Doch folgt man dem Regelwerk des „Council of Tall Buildings and Urban Habitat“ aus Chicago, wie die meisten Medien, ist nicht die totale Höhe eines Gebäudes bei dem Wettlauf entscheidend. Das Büro des Illinois Institut for Technologie ermittelt den Sieger im globalen Wettrennen anhand der Höhe der strukturellen Oberkante des Bauwerkes. Antennen und dergleichen zählen also nicht mit.

Und auch für den Städtevergleich in Sachen Höhe steht ein Bemessungsmaßstab parat. Die Firma Emporis weißt je nach Geschossanzahl einem Gebäude eine Punktezahl zu. Ab 12 Geschossen werden alle Gebäude einer Stadt zusammenaddiert und der Gewinner ist Hong Kong. Bei Wikipedia heißt es, diese Skala würde die „auffälligsten Skylines“ messen. Ob aus diesem Zahlenwert allerdings eine visuelle oder sonstige Auffälligkeit entstehen muss, ist allerdings fraglich.

Hierzu noch die Arbeiten von Nicholas Manion. Denn das Entwerfen, Bezahlen und Beurteilen von Höhe hängt auch irgendwie mit Geld und Macht zusammen.

Für Audiophile noch zwei aktuelle Links des Deutschlandradios (ein Interview mit Werner Sobek, Ingenieur und ein hörenswerter Bericht zur geschichtlichen und aktuellen Hochhausmanie)

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Krise? Nein, Revolution!

Wie erkennt man eigentlich eine Revolution in der Architektur? Kristina Luce nimmt sich zur Beantwortung, in ihrer Dissertation an der Universität von Michigan, der Untersuchung des eigentlichen Werkes der Architekten an: Ihren Darstellungsmethoden wie Grundriss, Schnitt und Axionometrie. Diese seien nicht bloße Repräsentationsmittel der späteren Werke, sondern in ihnen spiegeln sich Architekturauffassungen und mit ihnen werden Schlachten über vorherrschende Architekturverständnisse geschlagen, wie auch umgekehrt die technischen Möglichkeiten der Darstellungsart neue Impulse für die Architektur geben können. Folgt man Luce weiter, gehen große Umbrüche im Berufsbild und in der Architektur einher mit dem Aufkommen neuer Darstellungsarten, wie dies der Übergang von Gotik zur Renaissance zeigt. Dieser historische Vergleich mündet in der für den Schreiber sympathisch-erscheinenden These, dass die heutigen Veränderungen in der digitalen Darstellungstechnik nur den Schluss zulassen, dass sich die Architektur in einer ähnlich gravierenden Umbruchphase, sprich Revolution, befindet. Denn wer ließt schon lieber, die Architektur würde sich zur Zeit in einer Krise befinden?
Die Dissertation scheint noch nicht fertig zu sein oder zumindest nicht online verfügbar. Im Netz findet sich jedoch eine Kurzfassung derselben sowie ein lesenswertes Interview mit Kristina Luce.

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Stadt und Klang

Das Thema Klang (respektive Akustik, bzw Sound) in der Stadt wird zur Zeit viel diskutiert (1, 2, 3, 4). Und mit Yukio King (www.berlincast.com) und Judith Willkomm (vom Projekt „Sensing the street“) hatten wir auf unseren urbanoForum 1 & 2 zwei interessante Akteure dieser Richtung, die ihre Projekte vorgestellt haben. Auch das Deutschlandradio Kultur hat nun einen Beitrag über die Soundscape-Bewegung verfasst, im dem Yukio King über den Zusammenhang von Stadtplanung und Klang referiert. Nenneswert in diesem Zusammenhang ist auch das Projekt PositiveSoundScapes in Manchester, welches nach „positivem sound“ in der urbanen Umwelt sucht. Und im Rahmen der Transmediale wird dieses Thema ebenfalls aufgegriffen und das Projekt Tunedcity vorgestellt, welches „nach einer Neubewertung architektonischer Räume aus der Perspektive des Akustischen fragt.“

Schön zu sehen, dass neue Faktoren für die Auseinandersetzung und Analyse von Stadt berücksichtigt werden und damit der Komplexität der urbanen Lebenswelt gerecht werden. „That sound!“ wie man in Manchester sagen würde.

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Wenn die Erdkrümmung das Einkaufen erschwert

Wenn Gebäude so weit auseinander stehen, dass die Erdkrümmung verhindert, dass man sie sieht… dann befindet man sich in Suburbia. Oder auch in „der größten Fehlallokation von Ressourcen in der Geschichte der Welt“ oder dem „nationalen Auto-Slum“. Das meint zumindest James Howard Kunstler, der in seinem unterhaltsamen Vortrag „The tragedy of suburbia“ sarkastisch, aber auch treffend die Planungsfehler und Architektursünden benennt, die Suburbia zu dem machen, was es in den Augen von Kunstler ist: ein „clusterfuck“ (so der Titel seines weblogs).

In wie weit man seinen Pessimismus teilt, sei jedem selbst überlassen, aber wichtige Punkte spicht Kunstler an und treffend heisst es über ihn: „The upside of Kunstler’s anger is that he’s getting people to sit up and take notice.“ (Quelle)

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Bauhandbuch Bibel

Der Hausschwamm ist der Alptraum jedes Hausbesitzers. Ist er einmal da, gibt es eine Menge Bücher und Vorschriften, wie er zu bekämpfen ist. Das wohl älteste Werk, dass eine Anleitung zum Behandeln des „Aussatzes“, wie er hier genannt wird, bietet die Bibel. Das Interessante am 3. Buch Mose Kapitel 14 („Aussatz an Häuser“) ist, dass es auch hier schon eine Meldepflicht gibt. Nur ist es in diesem Fall nicht eine Behörde sondern der lokale Priester. Der Rest des Textes steht wohl für sich und unterscheidet sich erstaunlich wenig von heutigen Methoden: „Wenn ihr ins Land Kanaan kommt, dass ich euch zum Besitz gebe, und ich lasse an irgend einen Hause eures Landes eine aussätzige Stelle entstehen, so soll der kommen, dem das Haus gehört, es dem Priester ansagen und sprechen: “ es sieht mir aus, als sei Aussatz an meinem Hause „.

Da soll der Priester gebieten, dass sie das Haus ausräumen, ehe der Priester hineingeht, die Stelle zu besehen, damit nicht alles unrein werde, was im Haus ist. Danach soll der Priester hineingehen, das Haus zu besehen. Wenn er nun den Ausschlag besieht und findet, dass an der Wand des Hauses grünliche oder rötlicher Stellen sind, die tiefer aussehen, als sonst die Wand, so soll er aus dem Haus herausgehen, an die Türe treten und das Haus für sieben Tage verschliessen. Und wenn er am 7. Tage wiederkommt und sieht, dass der Ausschlag weitergefressen hat an der Wand des Hauses so soll er die Steine ausbrechen lassen, an dem der Ausschlag ist und hinaus vor die Stadt an einen unreinen Ort werfen. Und das Haus soll man innen ringsherum abschaben und den abgeschabten Lehm hinaus vor die Stadt an einen unreinen Ort schütten und andere Steine nehmen und statt jener einsetzen und anderen Lehm nehmen und das Haus neu bewerfen. Wenn dann der Ausschlag wiederkommt und ausbricht am Hause, nachdem man die Steine ausgebrochen und das Haus neu beworfen hat, so soll der Priester hineingehen. Und wenn er sieht, dass der Ausschlag weitergefressen hat am Hause, so ist es gewiss ein fressender Aussatz am Hause und es ist unrein. Darum soll man das Haus abbrechen, Steine und Holz und all Lehm am Hause, und soll es hinaus bringen vor die Stadt an einen unreinen Ort.“

Quellen: Parisek GmbH, www.die-bibel.de

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