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urbanoREVIEW

urbanoREVIEW ist unsere Rezensionsreihe, in der wir Bücher, Webprojekte, Zeitschriften oder andere Medien aus urbanophiler Sicht rezensieren.

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Rezension: «dazwischen – von der Wohnungstür zur Trottoirkante» Hrsg. von Claudia Cattaneo, Verena Huber, Anja Meyer, Roland Züger

Lange galt das Postulat: Architekten kümmern sich um die Häuser und Objekte einer Stadt, Planer um die technischen und (soweit planbar) gesellschaftlichen Grundlagen und darum, dass die Stadt „funktioniert“. So schafften die einen Grundlagen, sahen Infrastrukturen vor, zonierten den Stadtkörper und sorgten auf einer übergeordneten Ebene dafür, dass das Leiden, wie es ein Stuttgarter Planer einmal in einem Kamingespräch sagte, möglichst gleichmäßig verteilt wird. Parallel tobten Architekten sich in Form von Objekten aus, die in dem vorgegebenen Rahmen möglichst viel künstlerisches Ego zu Tage brachten.

Zugegeben, ganz so drastisch ist es nicht, doch trotz aller Polemik, so ganz anders auch wieder nicht; Denn wie sollte sonst erklärbar sein, dass da, wo die Stadt an die Objekte heranreicht bzw. auf der anderen Seite die Objekte an die Stadt, Zwischenzonen entstehen die, wenn wir den rechtlichen Status außer Acht lassen, nicht eindeutig dem Öffentlichen oder dem Privaten zuzuschlagen sind? Diese Zwischenräume sind oftmals diffuse, gefühlte Räume, in denen sich vielfältige Ansprüche und Nutzungen vermischen, die teilweise absichtsvoll aneignend, oder aber sich auch durch kontinuierliche Nutzung sowie Andersnutzung Bereiche des Privaten im Öffentlichen Markieren.

Trotzdem Fragen wie „Wo beginnt die Wohnung?“ oder „Wo endet der private Gartenanteil?“ feuerpolizeilich oder baurechtlich geklärt sind, bleiben diese Fragen, wenn man sie von einem wahrnehmungsbetonten Standpunkt aus betrachtet, im Unklaren. Dies weist darauf hin, dass es neue Formate des Erlebens und neue Methoden der Erschließung benötigt. Denn so einfach, wie in der einführenden Polemik dargestellt, ist die Grenzziehung in der Praxis beileibe nicht: An vielen Orten existiert ein Dichtes Netz an räumlichen und sozialen Verflechtungen, das lediglich durch langes aufmerksames hinsehen, durch neugieriges Fragen und durch den Blick von ExpertInnen sichtbar wird.

Das Logo zeigt es wunderbar: Wovon reden wir, wenn wir vom Dazwischen reden?

Das Logo zeigt es wunderbar: Wovon reden wir, wenn wir vom Dazwischen reden?

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Filmrezension: Wem gehört die Stadt?

Das_Publikum

Abb. Anna Ditges Köln 2014

Wem gehört die Stadt?
Dokumentation über den Kampf um das Kölner Helios-Gelände

Gehört die Stadt den Beamten, die sie verwalten? Den Bauherren, die sie kaufen? Oder den Menschen, die sie bewohnen? Diesen Fragen geht die Kölner Filmemacherin Anna Ditges in „Wem gehört die Stadt – Bürger in Bewegung“ auf den Grund.

Die bewegende 90-minütige Dokumentation, die am 19. Februar in den Kinos startete, zeichnet den Kampf um das Kölner Helios-Gelände nach, einem ehemaligen Industrieareal im Stadtteil Ehrenfeld, dessen alte Werkshallen bisher vorwiegend als Clubs, Ateliers, und Werkshallen genutzt wurden. Bis Investoren und Stadtplaner im Jahr 2009 das knapp vier Hektar große Filetstück am Rande der Innenstadt für sich entdecken und den Bau einer Shopping-Mall planen. Nutzer und Anwohner des Geländes mobilisieren, eine Bürgerinitiative nimmt den Kampf gegen die Vermarktung ihres Freiraums auf und entwirft alternative Nutzungsszenarien.

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Literaturüberblick: Kirche in der Stadt

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Über ein Jahr nach der Konferenz „Stadt_Kirche“ zeigt sich eine gewisse Dynamik im Umgang mit (kirchlicher) Religiosität in der Stadt. Neben weiteren Tagungen, die in diesem Themenfeld durchgeführt wurden, erscheinen auch aus verschiedenen Richtungen Publikationen, die sich damit beschäftigten, inwiefern Religion in der Stadt und vor allem inwiefern Kirche in der Stadt neu gedacht werden muss. Wir möchten vor diesem Hintergrund einige Bücher hierzu in einem Blitzlicht zusammenzufassen – natürlich nicht als abschließende Übersicht, aber vielleicht als Impuls, um weitere von unseren Lesern genannt zu bekommen. Dabei kann in diesem Blitzlicht ganz allgemein ein baulich-historischer Zugang von einem theologisch-sozialwissenschaftlichen getrennt werden. Während im ersten Strang die Wertigkeit von Betonkirchen (Voigt/Bernau: Beton und Glaube. Kirchen in der Nachkriegsmoderne in Berlin, Berlin 2014) und die aktuelle Umnutzungsdebatte (StadtbaukulturNRW [Hg.]: Kirchen geben Raum. Empfehlungen zur Neunutzung von Kirchengebäuden, Gelsenkirchen 2014) sowie ästhetische Erwägungen zu Moscheebauten (Kleine: Neue Moscheen. Entwürfe und Visionen, Berlin 2014) eine Rolle spielen, geht eine Publikation im zweiten Strang der Frage nach, wie Mission in der Stadt kirchlicherseits neu gedacht werden kann (Hermann/Schönemann: Evangelium.Stadt.Kirche, Regensburg 2014).

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Rezension „Transforming Cities – Urban Interventions in Public Space“

Städte wachsen rasant und stetig und es ist nicht abzusehen, wann dieses Wachstum zu einem Ende kommen wird. Dies birgt viele Herausforderungen denen Kommunen und urbane Akteure lokal begegnen müssen, denn das was ein urbanes Lebensgefühl ausmacht, wird vielfältig sichtbar und an jedem Ort auf andere Weise verhandelt.

Abb.: Cover der Publikation mit freundlicher Genehmigung des Jovis Verlags

Abb.: Cover der Publikation mit freundlicher Genehmigung des Jovis Verlags

Städte sind ein interessantes Spielfeld, in dem viele unterschiedliche NutzerInnen erproben, wie sich ein vielfältiges qualitätvolles Miteinander gestalten und dauerhaft leben lässt. Nicht selten helfen performative, temporäre und dauerhafte Interventionen Zusammenleben zu strukturieren, Begegnungen zu ermöglichen, gewohnte räumliche Situationen anders wahrzunehmen oder schlicht über eine kurze Gelegenheit des gemeinsamen Erlebens und Erfahrens die eigenen Nachbarinnen und Nachbarn kennenzulernen.

Stadtentwicklung kann schon lange nicht mehr einfach angeordnet und von oben herab durchgesetzt werden, deshalb finden viele Entwicklungen aus privater Initiative, oft auch ohne administrative Beteiligung statt und bergen große Potentiale, aus denen kommunale Stadtentwicklungsakteure umfangreich schöpfen und lernen können.

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Rezension “Wir sind die Stadt! Urbanes Leben in der Digitalmoderne”

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Quelle: Suhrkamp Verlag

Mittlerweile beginnt nahezu jeder Text über Stadtentwicklung – sei er akademisch oder populärwissenschaftlich – mit der Feststellung, dass seit einigen Jahren mehr Menschen in den Städten leben als auf dem Land. Das ist in „Wir sind die Stadt!“ glücklicherweise nicht so: Die Feststellung folgt erst auf der dritten Textseite.

Trotz dieser anfänglichen Ernüchterung hat der Journalist und Kunst-, Stadt- und Architekturkritiker Hanno Rauterberg ein außergewöhnliches Buch geschrieben. Sprachlich äußerst gewandt greift er nahezu alle zeitgenössischen Phänomene urbaner Kultur auf und setzt sie fast schon spielerisch wie ein Tausend-Teile-Puzzle zusammen. Die Liste der Themen ist lang: Occupy und Urban Gardening, Parkour und Flashmobs, Facebook-Partys und Geocaching, Adbusting und Restaurant Day – und vieles, vieles mehr. Dabei ist es keine bloße Aufzählung, sondern eine schnell lesbare Abhandlung, die wie eine Führung durch unsere Städte erscheint.

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    Jun
    4
    Do
    16:00 Bürgersprechstunde zu Fragen run... @ IGA-Markthalle
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    Jun 4 @ 16:00 – 18:00
    An jedem ersten Donnerstag im Monat beantwortet das IGA-Team Fragen rund um die Internationale Gartenausstellung im persönlichen Gespräch. Im Gegensatz zu den vielfältigen Informationsveranstaltungen werden bei dieser Veranstaltung keine Themen aktiv vorgestellt. Vielmehr steht die[...]
    Jul
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    Do
    16:00 Bürgersprechstunde zu Fragen run... @ IGA-Markthalle
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    Jul 2 @ 16:00 – 18:00
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    Aug
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    Do
    16:00 Bürgersprechstunde zu Fragen run... @ IGA-Markthalle
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    Aug 6 @ 16:00 – 18:00
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