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urbanoREVIEW

urbanoREVIEW ist unsere Rezensionsreihe, in der wir Bücher, Webprojekte, Zeitschriften oder andere Medien aus urbanophiler Sicht rezensieren.

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Rezension “Wir sind die Stadt! Urbanes Leben in der Digitalmoderne”

rauterberg_wirsinddiestadt

Quelle: Suhrkamp Verlag

Mittlerweile beginnt nahezu jeder Text über Stadtentwicklung – sei er akademisch oder populärwissenschaftlich – mit der Feststellung, dass seit einigen Jahren mehr Menschen in den Städten leben als auf dem Land. Das ist in „Wir sind die Stadt!“ glücklicherweise nicht so: Die Feststellung folgt erst auf der dritten Textseite.

Trotz dieser anfänglichen Ernüchterung hat der Journalist und Kunst-, Stadt- und Architekturkritiker Hanno Rauterberg ein außergewöhnliches Buch geschrieben. Sprachlich äußerst gewandt greift er nahezu alle zeitgenössischen Phänomene urbaner Kultur auf und setzt sie fast schon spielerisch wie ein Tausend-Teile-Puzzle zusammen. Die Liste der Themen ist lang: Occupy und Urban Gardening, Parkour und Flashmobs, Facebook-Partys und Geocaching, Adbusting und Restaurant Day – und vieles, vieles mehr. Dabei ist es keine bloße Aufzählung, sondern eine schnell lesbare Abhandlung, die wie eine Führung durch unsere Städte erscheint.

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Rezension „Bodies in Urban Spaces“ von Willi Dorner

Zehn Jahre ist es nun schon her, dass Willi Dorner erstmals unter dem Titel „bodies“ Installationen und Performances konzipierte, in denen er die Dimensionen von Wohnungen und Wohnräumen in Bezug zu menschlichen Körpern setzte.

Was er seinerzeit im Rahmen der Recherchephase in der Wiener Wohnanlage „Hängende Gärten“ begann, ist mittlerweile ein sehr erfolgreiches Projekt, das in den Außenraum von Städten rund um den Globus expandiert ist.

Abb.: Cover "Bodies in Urban Spaces" Willi Dorner, Hatje Cantz Verlag

Abb.: Cover “Bodies in Urban Spaces” Willi Dorner, Hatje Cantz Verlag

Auf sympathische Art kann Willi Dorner den Erfolg selbst kaum fassen, denn zum einen scheiterte das Projekt am Anfang beinahe: Beim ersten Anlauf fehlte es an ausreichend Darsteller und Darstellerinnen, um die ursprüngliche Choreographie zu realisieren, beim zweiten Anlauf fehlte es an geduldigem Publikum, das unter einer choreographierten Körperperformance schlicht etwas anderes erwartet hatte als für Minuten erstarrte menschliche Skulpturen im urbanen Raum. Es sah sogar so schlecht für eine Fortsetzung aus, dass, so meine ich herauszulesen, selbst Dorner nicht mehr so recht an eine Weiterentwicklung glauben wollte. Wenn da nicht eine wohlwollende Seele dem Projekt einen Rahmen gegeben hätte, der wie ein Katalysator wirkte und letztlich dazu führte, dass „bodies“ by accident nicht nur das erfolgreichste Projekt Dorners, sondern auch Ausgangspunkt für viele neue Fragestellungen und weitere Projekte wurde.

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Rezension “The Acoustic City” von Matthew Gandy und BJ Nilsen (Hrsg.)

Die im Sammelband „The Acoustic City“ enthaltenen Texte umkreisen den Begriff der „soundscape“ (Klanglandschaft) der Städte. Geprägt wurde der Begriff vor etwa vierzig Jahren vom kanadischen Klangforscher, Lehrer und Komponisten R. Murray Schafer in dessen Grundlagentext: „The tuning of the world“ ( dt.: „Die Ordnung der Klänge“): Schafer fiel an seinen Schülern eine stark eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit auf, die er auf eine mangelnde Fähigkeit zum Zu-Hören zurückführte. Innerhalb eines Forschungsprogramms, versuchte er diese elementare Fähigkeit mittels verschiedener Übungen zu fördern. Die dabei entwickelten Techniken, wie „soundwalks“ (Klangspaziergänge), „ear cleaning“ ( Entwicklung eines umfassenden nicht selektiven Hörens ) und „fieldrecordings“ ( Aufnahmen einer Klangsituation) bestimmen die Diskussion seither. Im von ihm mitgegründeten „world soundscape project“ wurden die Klänge der Gegenwart quasi wie in einem Klang-Museum gespeichert.

Abb.: Cover "The Acoustic City", Jovis Verlag

Abb.: Cover “The Acoustic City”, Jovis Verlag

Der vorliegende Sammelband “The acoustic City” versucht nun eine Aktualisierung, Erweiterung und Re-Definition dieser Begriffe aus heutiger Sicht.

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Rezension: Herausforderung Erdgeschoss

Abb. Jovis Verlag

Quelle: Jovis Verlag

Abb. Jovis Verlag

Die Planung und Gestaltung der Erdgeschosszone ist eine besondere und wichtige Aufgabe von Architektur und Städtebau. Als Übergangsbereich vom Öffentlichen zum Privaten, als sozialer Interaktionsraum oder als Ort für Handel und Gewerbe wird im Erdgeschoss der urbane Charakter der Stadt formuliert. Das Erdgeschoss ist die primäre Wahrnehmungsebene, auf der man der Stadt Auge in Auge begegnet.

Diesem oft zu wenig beachteten und durch viele unglückliche Gestaltungsversuche gekennzeichneten Themenfeld widmet sich die Wüstenrot Stiftung mit dem Buch „Herausforderung Erdgeschoss“. Die jetzt erschienene Veröffentlichung dokumentiert die Ergebnisse des Forschungsprojekts „Ground Floor Interface“ und fokussiert das Spannungs- und Problemfeld Erdgeschoss im verdichteten Wohnungsbau. Betrachtet wird dabei aus 2 grundlegenden und gekoppelten Perspektiven: der Perspektive des öffentlichen Raumes und aus der Perspektive des Wohnungsbaus. Ergebnis ist eine wertvolle Schnittstellenbetrachtung, welche diese räumlichen Übergänge hinsichtlich aktueller Aufgabenstellungen untersucht und Lösungen vorstellt.

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Rezension: „Wer organisiert die ‚Entbehrlichen‘?“ von Hoeft, Klatt et al.

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Abb. transcript-Verlag

In der jahrzehntelangen Geschichte sozialer Stadtteilentwicklung ist es ab und zu notwendig innezuhalten und zu überprüfen, wie das was konzipiert und umgesetzt wurde, vor Ort wirksam geworden ist. Nicht nur im Sinne einer Evaluation abstrakter Kennwerte, sondern vielmehr basierend auf den Geschichten und Erfahrungen derjenigen Menschen, die in den Blick genommen wurden. In allen Programmen der Städtebauförderung ist ja genau das das Neue und Spannende gewesen, dass versucht wurde, jenseits von Bauen und Infrastrukturinvestitionen, wieder diejenigen zuvorderst in den Blick zu nehmen, die vor Ort leben und arbeiten und durch ihr Alltagshandeln tagtäglich ihre Stadtteile gestalten. Hier fügt sich genau die Publikation aus dem Göttinger Institut für Demokratieforschung ein und versucht über die Frage „Wer organisiert die ‚Entbehrlichen‘?“ solche „Viertelgestalterinnen und Viertelgestalter in benachteiligten Stadtteilen“ (so der Untertitel) näher zu beleuchten.

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    Okt
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    all-day Der entfesselte Blick: Die Brüde... @ MARTA Herford
    Der entfesselte Blick: Die Brüde... @ MARTA Herford
    Okt 25 – Feb 1 all-day
    Mit dem umfassenden Blick auf die unkonventionellen Ideen der Architekten und Gestalter Bodo und Heinz Rasch (1902–1996 und 1903–1995) setzt die Ausstellung das Werk der Brüder in ein aufschlussreiches Verhältnis zur jüngeren Architekturgeschichte. Vor allem[...]
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    all-day West:Berlin! Ausstellung im Stad... @ Stadtmuseum Berlin Ephraim Palais
    West:Berlin! Ausstellung im Stad... @ Stadtmuseum Berlin Ephraim Palais
    Nov 14 – Jun 28 all-day
    West:Berlin! Ausstellung im Stadtmuseum @ Stadtmuseum Berlin Ephraim Palais | Berlin | Berlin | Deutschland
    Mit der Vereinigung Deutschlands 1990 ist nicht nur die DDR als Name und Staat von der Landkarte verschwunden sondern auch das Gebilde "West-Berlin", "Berlin (West)", "Westberlin". Nachdem jahrelang insbesondere die DDR im Interesse von Forschungen,[...]
    Jan
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    Do
    18:00 SMART PEOPLE & URBAN COMMONING V... @ TU Berlin, Raum HBS 005
    SMART PEOPLE & URBAN COMMONING V... @ TU Berlin, Raum HBS 005
    Jan 15 @ 18:00 – 20:00
    im Rahmen der Dialogische Veranstaltungsreihe “Smart People & Urban Commoning” Die interdisziplinäre Dialogplattform „Smart People und Urban Commoning“ greift die Diskussion um die Smart City als Forschungsgegenstand auf, um gezielt die Stadtgesellschaft und die zivilgesellschaftlichen Akteur/innen und[...]

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