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urbanoREVIEW

urbanoREVIEW ist unsere Rezensionsreihe, in der wir Bücher, Webprojekte, Zeitschriften oder andere Medien aus urbanophiler Sicht rezensieren.

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Rezension “CoHousing Cultures” von id22

Abb. jovis-Verlag

Das Buch „CoHousing Cultures. Handbuch für selbstorganisiertes, gemeinschaftliches und nachhaltiges Wohnen“ nimmt sich dem spannenden Thema Zusammenleben in Gemeinschaft an und stellt dies in einen europäischen Kontext . Anhand von neun Beispielen wird im Text und mit Bildern erläutert, welche verschiedenen Modelle heutzutage schon realisiert und wie diese organisiert sind. Die Spannweite reicht dabei von einem ökologischen und bezahlbaren Projekt wie L’Espoir in Brüssel über Baugemeinschaften im Mühlenviertel in Tübingen bis hin zu integrativem Wohnen für Menschen mit und ohne Behinderungen in OstellOlinda in Mailand.

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Rezension „Hoyerswerda – Die Schrumpfende Stadt“ von Stefan Boness

Heute vor 21 Jahren, am 17. September 1991, begann in Hoyerswerda mit einer regelrechten Jagd auf ansässige vietnamesische Händler ein einwöchiger Horrortrip, der bundesweit über die Fernseher in die Wohnzimmer übertragen wurde. Es konnte live dabei zugesehen werden, wie eine kleine Gruppe Rechtsradikaler, gestützt und geschützt von einer sehr großen Gruppe Sympathisanten, in aller Ruhe einen Wohnblock im Plattenbauviertel Wohnkomplex V angriff und unter einschlägigen Parolen Brandsätze gegen die Fassaden und in die eingeworfenen Fenster schmiss.

Diese Bilder werden noch Generationen in den Köpfen der Menschen bleiben und vor allem, sie werden untrennbar mit dem Wohntyp Plattenbau und dem Modell der Neustädte, vor allem in den neuen Bundesländer verbunden sein.

Abb. Jovis Verlag

Was an diesen Bildern aber besonders auffällig wurde, eine Gesellschaftsutopie wendete sich in kürzester Zeit in ihr Gegenteil und die in ihr geschaffene Architektur, als materialisierte Gesellschaftsform gesehen, konnte diesen Prozess nicht kompensieren. Die Platte gilt seit her als architektonischer und das Plattenbauviertel als städtebaulicher Problemfall, der besser so schnell wie möglich beseitigt werden sollte. Darüber hinaus ist die Platte ein Symbol für das Scheitern einer Idee, einem Versprechen der Moderne, die in den schillernsten Farben ausgemalt hat, dass über Architektur eine gute Gesellschaft herstellbar sei.

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Buchrezension: “Die Geschichte von der guten Stadt” von Mara-Daria Cojocaru

Das vorliegende Buch über die „Geschichte von der guten Stadt“ ist ein bemerkenswerter Zugang im Nachdenken über Stadt und Stadtgesellschaft heutzutage, nähert sich Mara-Daria Cojocaru doch von einer für Stadtplaner und Architekten unüblichen Richtung dem Thema, nämlich über die Gedankenwelt der politischen Philosophie. In der langen Tradition der Stadttheoretiker ist dies insofern von doppelter Spannung, als dass, so die Autorin, sowohl die politische Philosophie die Stadt in der Regel ausklammert, wie auch, so die Erfahrung, die Stadtplanung und -entwicklung solche Zugänge nur in Ausschnitten aufnimmt. Der Zugang zur Stadttheorie wird über ein Zitat von Jürgen Habermas hergestellt, in dem er feststellt, dass sich der „Begriff der Stadt selbst überholt“ sei und dass sich die hiermit verbundene Lebensform mittlerweile überholt habe. Diesem Gedanken weiter folgend, entwickelt die Autorin nachgehend ein Analyseverfahren, wie eine neue Normativität vom guten Zusammenleben in der Stadt anhand von (utopischen) Erzählungen aufgespürt werden kann und inwiefern diese Ergebnisse für eine Weiterentwicklung von städtischen (Lebens-)Gemeinschaften nutzbar gemacht werden könnten.

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Rezension „Hartz-4-Moebel.com“ von Van Bo Le-Mentzel

Dieses Büchlein ist ein echter Segen, es enhält die ganzen bisherigen Baupläne der tollen Kollektion des Hartz 4-Möbel-Designers Van Bo Le-Menztel. Die dazugehörige Lebens-, Arbeits- und Produktionsphilosophie „konstruieren statt konsumieren“ wird durch diese Pläne in die Tat umsetzbar. Das klingt jetzt nicht wirklich neu, ist aber dennoch innovativ, da es nicht um reines Anleiten zum Selbermachen geht, dass im Fahrwasser des DIY-Booms der letzten Jahre ermächtigt seine Sachen nicht irgendwo zu kaufen und damit einen meist bösen Produzenten und sein perfides System zu unterstützen, sondern mit Lust, Haltung und wenig vorausgesetzter Kenntnis selbst zu konstruieren. Die Idee Van Bo`s geht aber noch ein Stück weiter, Richtung Crowdsourcing und einen Austausch von Resourcen nach den Regeln des Karma-Kapitalismus.

Abb.: Hatje Cantz Verlag

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Buchrezension “Abstract City” von Christoph Niemann

Hier ist es, das gute Buch zum Wochenende: Christoph Niemann lebt unter dem Strich; zu erst in New York, wo er, direkt nach dem Studium in Stuttgart, seine kometenhafte Illustratoren-Karriere begonnen hat, seit 2008, vielleicht um wieder näher an der schwäbischen Verwandschaft zu sein, in Berlin. Von u.a. der FAZ als „der beste Illustrator unserer Zeit“ betitelt, versteht das Multitalent es wie kein zweiter den Habitus des modernen Stadtmenschen, seiner Geschicke und Ungeschicke und den vielen postmodernen Fragen des Alltags dieser besonderen Spezies aufzugreifen und grafisch zu thematisieren.

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