Follow us on: Facebook · Twitter · RSS
 
urbanoREVIEW

urbanoREVIEW ist unsere Rezensionsreihe, in der wir Bücher, Webprojekte, Zeitschriften oder andere Medien aus urbanophiler Sicht rezensieren.

urbanoREVIEW →

Astrologie und Planung – Gewinner des Buchs „Wellensittich entflogen, Farbe egal“

Als Planer und Architekten haben wir es zwar täglich mit astronomischen Summen und Vorstellungen zu tun, jedoch wird in diesen Disziplinen die Astrologie nicht wirklich ernst genommen. Der Einfluss von Sternkonstellationen auf planerische Prozesse wurde bisher nicht ausreichend berücksichtigt oder untersucht. Zeit also sich diesem Phänomen gebührend zu widmen: beginnen wollen wir mit der Prämierung des Beitrags „Astrologisch korrekter Vermieter gesucht“ von Lorenz D. aus B. Herzlichen Glückwunsch und viel Spass mit dem tollen Buch von Joab Nist.

 

urbanoREVIEW →

Buchrezension und Verlosung: “Wellensittich entflogen. Farbe egal” von Joab Nist

Seit nun bald zwei Jahren beliefert uns Notes of Berlin täglich mit wunderbaren kleinen Geschichten, Sozialstudien, verzweifelten Gesuchen, verqueren Angeboten und lautstarken Ansagen in Zettelform. Der Blog, der von Joab Nist ins Leben gerufen wurde, sammelt und konserviert die Kleinodien der stressgeplagten, multikulturellen und neurotischen, aber auch freundlichen, liebevollen und hilfsbereiten Bevölkerung des Planeten Berlin. Wer also schon immer mal wissen wollte, wie die berliner Kieze funktionieren oder die Nachbarn im Haus so ticken, der sei wachsam und aufmerksam für die kleinen Botschaften des Alltags.

Die schönsten Exponate der Straßen- und Hausflurgalerien, die unschlagbaren Notes of Berlin Evergreens sind nun von Joab Nist ausgewählt und in seinem Buch “Wellensittich entflogen. Farbe egal” zusammengetragen worden, denn es wäre wirklich schade, wenn diese dem Vergessen anheim fallen würden. Im satten Vierfarbdruck, großzügig abgelichtet und dadurch gut lesbar kommen die Zettel daher. Ausgestattet mit kleinen Geschichten, die sich hinter manchen der Notes verbergen und Zusatzmaterial, wie Kommentare und teils sehr lustigen Subtexten, macht es richtig Spass sich durch das Buch zu lesen. Mancher Text erschließt sich erst auf den zweiten, dritten Blick, was sehr angenehm ist und für die Auswahl spricht.

Das Buch ist keine übliche Kalauersammlung, wie schon manche vorherigen Versuche in diese Richtung, sondern ist eine ehrliche und sehr typische Berliner Angelegenheit. Es sei deshalb vor allem potentiellen Neuberliner bzw. Berlinerinnen besonders empfohlen: Anhand der Zettel kann schon mal eine Vorauswahl des Kiezes getroffen werden – magst du es mehr auf die harte Tour, oder bist du auf der Suche? Hast du gerne Geheimnisse oder Sex in der Öffentlichkeit? Hast du eine Botschaft oder keine Zeit für Achtsamkeit? Jede Spielart menschlicher Regungen findet seinen Platz in dieser Stadt.

Notes of Berlin ist als Gemeinschaftsblog angelegt, an dem auch ihr teilnehmen könnt. Unter diesem Link könnt ihr erfahren, wie.

Wir haben hier eine Ausgabe vorliegen, die wir gerne verlosen wollen. Ihr könnt noch bis 29. Juli 20 Uhr eine Mail mit einer lustigen Notiz, die ihr auf euren Wochenend-Wegen findet an unsere Info-Adresse senden (bitte geringe aber noch lesbare Auflösung). Als Betreff bitte „Her mit dem Notizbuch!“ angeben. Die lustigste, rührendste oder kreativste Einsendung bekommt das Buch zugeschickt. Gebt hierfür eure Postadresse (die für die gelbe Post) an. Es werden nur selbst fotografierte Notes akzeptiert, Internet-Resourcen fliegen raus. Die Gewinnerin bzw. der Gewinner wird Anfang der kommenden Woche hier auf dem Blog, durch Veröffentlichung der Einsendung bekannt gegeben, insofern bestätigt ihr durch eure Einsendung, dass ihr im Besitz der Bildrechte seid. Die Auswahl folgt rein subjektiven Kriterien, weswegen der Rechtsweg ausgeschlossen ist.

Wellensittich entflogen – Farbe egal – Kuriose Zettelwirtschaft

Herausgeber: Joab Nist

Erschienen: im Juni 2012, 208 S. im Ullstein Buchverlag

9,99 €

ISBN-10: 3548374336
ISBN-13: 9783548374338

Webseite des Verlags

urbanoREVIEW →

Buchrezension: “Prayer in the City” von Patrick A. Desplat und Dorothea Schulz

Abb. transcript-Verlag

In der heutigen Stadtplanung spielen heilige Orte nur eine untergeordnete Rolle und wirken maximal am Rande noch als (gesamt-)gesellschaftliche Räume des Transzendenten. Nichtsdestotrotz bleiben sie für bestimmte Gemeinschaften in ihrer Bedeutung bestehen und werden durch Nutzung und symbolische Zuschreibung zusätzlich in ihrer Funktion gefestigt. Dies gilt in unterschiedlicher Weise sicherlich für viele religiöse und lokale Zusammenhänge weltweit. Wie sich dies im Falle der muslimischen Glaubensgruppen darstellt und inwiefern dadurch neue Zugänge oder sogar neue Orte an sich herausbilden, wird in der Publikation „Prayer in the City – The Making of Muslim Sacred Places and Urban Life“ von Patrick A. Desplat und Dorothea E. Schulz dargestellt.

weiterlesen →

urbanoREVIEW →

Buchrezension: „Die Straße, die Dinge und die Zeichen“ von Eva Reblin

Was ist eine Straße? Sicher wird jetzt jede/r eine konkrete Straße vor Augen haben: die Straße der Kindheit, die Straße in der  die aktuelle Wohnung ist, die Straße, deren Adresse man auf Nachfragen als Wohnort angibt, die Straße der Eltern, der oder des Geliebten, poetische Straßen, imaginäre Straßen, die Straße der Lieblingskneipe oder eine Straße, wie sie in Kinderbüchern vorkommt.

Diese Straßen bestehen aus Fahrbahnen und Gehwegen, vielleicht einer Bebauung am Rand, sie haben einen Anfang und/oder ein Ende, sie führen irgendwo hin, es gibt Abzweigungen, Wege, Randnutzungen und vieles mehr.

Straßen, und das wird klar so bald wir uns der Erinnerung hingeben, bestehen über ihre Funktion als „Bewegungsadern und Strukturelemente der Stadt“ hinaus auch noch aus wesentlich mehr. Aus teilweise sichtbaren, teilweise unsichtbaren Dingen oder Eigenschaften, aus Materiellem und Imateriellem wie Erinnerungen, Geschichte und Geschichten und aus Referenzsystemen, von denen Zeichen eines wären.

Willkommen also in der komplexen Welt eines Ortes, der oberflächlich als Straße zusammengefasst und definiert wird. Willkommen in der konkreten Straße, der Potsdamer Straße in Berlin, die Eva Reblin in ihrer Dissertation „Die Straße, die Dinge und die Zeichen“ akribisch genau auf den semiotischen Gehalt hin untersucht hat.

weiterlesen →

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Buchrezension: „Wer entwickelt die Stadt?“ von Uwe Altrock und Grischa Bertram

Abb. transcript-Verlag

Das Buch „Wer entwickelt die Stadt?“ basiert auf einer Tagung des Fachgebiets Stadterneuerung/Stadtumbau der Universität Kassel und des Arbeitskreises Planungsgeschichte in der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung (GSU) am 7. und 8. Dezember 2007 in Kassel. Anhand exemplarischer Beträge wird erkundet, welche Formen von Governance in Phasen gesellschaftlicher Umbrüche beobachtet werden können und wie sich dies vor der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts darstellt. Ziel der Publikation ist es, dadurch Vorläufer und Kontinuitäten in der Stadtproduktion herauszuarbeiten und mit der „Governance-Brille“ sichtbar zu machen. Hierfür bedient sich die Publikation politikwissenschaftlicher Konzepte und geschichtswissenschaftlicher Methoden und stellt die Beträge in den Kontext der drei Sphären Staat-Markt-Zivilgesellschaft. Innerhalb dessen verdeutlichen unterschiedliche Autoren einzelne stadträumliche Entwicklungen zwischen dem 16. und 21. Jahrhundert, wobei der Schwerpunkt eindeutig im Zeitraum zwischen 19. und der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu verorten ist. Die Beiträge sind dabei vielfältig und detailliert und geben jeweils einen punktuellen Einblick in veränderte Governance-Zusammenhänge einer bestimmten Epoche. So beschreibt Gerhard Fehl beispielsweise die Anlage Neu-Hanaus durch flämisch-wallonische Calvinisten in den Jahren 1596 bis 1602 im Rahmen eines sich wandelnden Staatsverständnisses, Celina Kress bezieht sich auf Georg Haberland und Adolf  Sommerfeld als unternehmerische Akteure der Stadtgestaltung des frühen 20. Jahrhunderts und Ingrid Lübke beschreibt die zivilgesellschaftliche Einbindung der Rotterdamer Projektgruppen in die Planung der 1970er Jahre. Die weiteren Beiträge fügen sich in ähnlicher Weise in den Betrachtungsrahmen Staat-Markt-Zivilgesellschaft ein und stellen ebenfalls eine historische Situation lokaler Governance dar.

weiterlesen →

nach oben ↑
Themen