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urbanoREVIEW

urbanoREVIEW ist unsere Rezensionsreihe, in der wir Bücher, Webprojekte, Zeitschriften oder andere Medien aus urbanophiler Sicht rezensieren.

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Buchrezension: „Die Straße, die Dinge und die Zeichen“ von Eva Reblin

Was ist eine Straße? Sicher wird jetzt jede/r eine konkrete Straße vor Augen haben: die Straße der Kindheit, die Straße in der  die aktuelle Wohnung ist, die Straße, deren Adresse man auf Nachfragen als Wohnort angibt, die Straße der Eltern, der oder des Geliebten, poetische Straßen, imaginäre Straßen, die Straße der Lieblingskneipe oder eine Straße, wie sie in Kinderbüchern vorkommt.

Diese Straßen bestehen aus Fahrbahnen und Gehwegen, vielleicht einer Bebauung am Rand, sie haben einen Anfang und/oder ein Ende, sie führen irgendwo hin, es gibt Abzweigungen, Wege, Randnutzungen und vieles mehr.

Straßen, und das wird klar so bald wir uns der Erinnerung hingeben, bestehen über ihre Funktion als „Bewegungsadern und Strukturelemente der Stadt“ hinaus auch noch aus wesentlich mehr. Aus teilweise sichtbaren, teilweise unsichtbaren Dingen oder Eigenschaften, aus Materiellem und Imateriellem wie Erinnerungen, Geschichte und Geschichten und aus Referenzsystemen, von denen Zeichen eines wären.

Willkommen also in der komplexen Welt eines Ortes, der oberflächlich als Straße zusammengefasst und definiert wird. Willkommen in der konkreten Straße, der Potsdamer Straße in Berlin, die Eva Reblin in ihrer Dissertation „Die Straße, die Dinge und die Zeichen“ akribisch genau auf den semiotischen Gehalt hin untersucht hat.

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Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Buchrezension: „Wer entwickelt die Stadt?“ von Uwe Altrock und Grischa Bertram

Abb. transcript-Verlag

Das Buch „Wer entwickelt die Stadt?“ basiert auf einer Tagung des Fachgebiets Stadterneuerung/Stadtumbau der Universität Kassel und des Arbeitskreises Planungsgeschichte in der Gesellschaft für Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung (GSU) am 7. und 8. Dezember 2007 in Kassel. Anhand exemplarischer Beträge wird erkundet, welche Formen von Governance in Phasen gesellschaftlicher Umbrüche beobachtet werden können und wie sich dies vor der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts darstellt. Ziel der Publikation ist es, dadurch Vorläufer und Kontinuitäten in der Stadtproduktion herauszuarbeiten und mit der „Governance-Brille“ sichtbar zu machen. Hierfür bedient sich die Publikation politikwissenschaftlicher Konzepte und geschichtswissenschaftlicher Methoden und stellt die Beträge in den Kontext der drei Sphären Staat-Markt-Zivilgesellschaft. Innerhalb dessen verdeutlichen unterschiedliche Autoren einzelne stadträumliche Entwicklungen zwischen dem 16. und 21. Jahrhundert, wobei der Schwerpunkt eindeutig im Zeitraum zwischen 19. und der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu verorten ist. Die Beiträge sind dabei vielfältig und detailliert und geben jeweils einen punktuellen Einblick in veränderte Governance-Zusammenhänge einer bestimmten Epoche. So beschreibt Gerhard Fehl beispielsweise die Anlage Neu-Hanaus durch flämisch-wallonische Calvinisten in den Jahren 1596 bis 1602 im Rahmen eines sich wandelnden Staatsverständnisses, Celina Kress bezieht sich auf Georg Haberland und Adolf  Sommerfeld als unternehmerische Akteure der Stadtgestaltung des frühen 20. Jahrhunderts und Ingrid Lübke beschreibt die zivilgesellschaftliche Einbindung der Rotterdamer Projektgruppen in die Planung der 1970er Jahre. Die weiteren Beiträge fügen sich in ähnlicher Weise in den Betrachtungsrahmen Staat-Markt-Zivilgesellschaft ein und stellen ebenfalls eine historische Situation lokaler Governance dar.

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Buchrezension: “Leben zwischen Häusern – Konzepte für den öffentlichen Raum”, von Jan Gehl

Abb.: Jovis Verlag

Genaugenommen ist das Buch “Leben zwischen Häusern“ ein Manifest. Ein Manifest gegen die unbedachte Modernisierung der Städte, die Ideologien folgt, jedoch bei all den neuen Erkenntnissen über zeitgemäßes Wohnen die Bewohner vergisst. Architektur und Planung, das wird bei Jan Gehl deutlich, haben nicht nur einen Auftrag, sondern auch Verantwortung. Und genau um diese geht es ihm.

Der dänische Architekt und Planer beschäftigt sich in seiner Arbeit besonders mit den grundlegenden Bedürfnissen der Menschen an die Planung von Stadträumen. Dabei legt er den Fokus auf den Fuß- und Radverkehr, der eine zentrale Rolle in der Gestaltung kommunikativer Räume einnimmt. Er fordert lebendige Straßen in aufgelockerten Wohngebieten, die Kommunikation ermöglichen, Situationen schaffen und zur Teilhabe einladen. Dies gilt sowohl für Kinder, als auch Erwachsene.

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Buchrezension: „Urban Constellations“, herausgegeben von Matthew Gandy

Wie nähert man sich einer Stadt, die, wie Ruth Glass es beschreibt, zu weitläufig, zu komplex, zu gegensätzlich und zu stimmungsvoll ist, um als Ganzes erkannt und gesehen zu werden? Matthew Gandy, Geographieprofessor am UCL – University College in London und zwischen 2005 und 2011 Direktor des dort ansässigen Urban Laboratory bietet im kürzlich von ihm herausgegebenen Buch „Urban Constellations“, eine überraschende Herangehensweise an.

Der Stil der Publikation ist denkbar ungewöhnlich: Im Rekurs auf Walter Benjamins Gebrauch des Begriffs der Konstellation im Sinne einer Möglichkeit scheinbar disparate Elemente in einem historisch und intellektuell fassbaren Schema abbilden zu können, wurden Texte zusammengetragen, die der sog. „kleinen Form“ wie sie die großen Berliner Flaneure Benjamin, Krakauer und Hessel in den 1920er Jahren erfanden und pflegten, folgen. Diese Einzelbilder des Ganzen können vom Leser beliebig kombiniert und in Reihenfolgen bzw. Konstellationen gebracht werden und erlauben so einen eigenen Umgang mit der Komplexität des Begriffs „Stadt“.

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Buchrezension: »Kreuzberg kocht. Portraits – Interviews – Rezepte«

Charakteristischerweise umfassen Kochbücher Auflistungen von Zutaten sowie Rezepturen, bisweilen ergänzt um praktische Küchentipps oder nützliche Nahrungsmittelkunde. Einige offerieren sogar einen Hauch von Kulturmediation, indem etwa Bände zu regionaler Küche neben dem Kulinarischen mehr oder minder Erhellendes über Land und Leute vermitteln.

Doch: »Kreuzberg kocht«, so der Titel der Neuerscheinung, die der Verlag Edition Berliner Büchertisch Ende November 2011 publizierte, will „kein Kochbuch im eigentlichen Sinne“ sein, obschon nüchtern betrachtet einige der oben angeführten Ingredienzen ebenso enthalten sind. Die drei Herausgeberinnen, Ana Lichtwer, Anna Schroll sowie Cornelia Temesvári, verfolgen vielmehr die Intention, Menschen „Mut zu geben, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen“, sich der Verantwortung in der Gesellschaft zu stellen und Träume auszuleben.

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