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urbanoREVIEW

urbanoREVIEW ist unsere Rezensionsreihe, in der wir Bücher, Webprojekte, Zeitschriften oder andere Medien aus urbanophiler Sicht rezensieren.

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Buchrezension: “Leben zwischen Häusern – Konzepte für den öffentlichen Raum”, von Jan Gehl

Abb.: Jovis Verlag

Genaugenommen ist das Buch “Leben zwischen Häusern“ ein Manifest. Ein Manifest gegen die unbedachte Modernisierung der Städte, die Ideologien folgt, jedoch bei all den neuen Erkenntnissen über zeitgemäßes Wohnen die Bewohner vergisst. Architektur und Planung, das wird bei Jan Gehl deutlich, haben nicht nur einen Auftrag, sondern auch Verantwortung. Und genau um diese geht es ihm.

Der dänische Architekt und Planer beschäftigt sich in seiner Arbeit besonders mit den grundlegenden Bedürfnissen der Menschen an die Planung von Stadträumen. Dabei legt er den Fokus auf den Fuß- und Radverkehr, der eine zentrale Rolle in der Gestaltung kommunikativer Räume einnimmt. Er fordert lebendige Straßen in aufgelockerten Wohngebieten, die Kommunikation ermöglichen, Situationen schaffen und zur Teilhabe einladen. Dies gilt sowohl für Kinder, als auch Erwachsene.

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Buchrezension: „Urban Constellations“, herausgegeben von Matthew Gandy

Wie nähert man sich einer Stadt, die, wie Ruth Glass es beschreibt, zu weitläufig, zu komplex, zu gegensätzlich und zu stimmungsvoll ist, um als Ganzes erkannt und gesehen zu werden? Matthew Gandy, Geographieprofessor am UCL – University College in London und zwischen 2005 und 2011 Direktor des dort ansässigen Urban Laboratory bietet im kürzlich von ihm herausgegebenen Buch „Urban Constellations“, eine überraschende Herangehensweise an.

Der Stil der Publikation ist denkbar ungewöhnlich: Im Rekurs auf Walter Benjamins Gebrauch des Begriffs der Konstellation im Sinne einer Möglichkeit scheinbar disparate Elemente in einem historisch und intellektuell fassbaren Schema abbilden zu können, wurden Texte zusammengetragen, die der sog. „kleinen Form“ wie sie die großen Berliner Flaneure Benjamin, Krakauer und Hessel in den 1920er Jahren erfanden und pflegten, folgen. Diese Einzelbilder des Ganzen können vom Leser beliebig kombiniert und in Reihenfolgen bzw. Konstellationen gebracht werden und erlauben so einen eigenen Umgang mit der Komplexität des Begriffs „Stadt“.

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Buchrezension: »Kreuzberg kocht. Portraits – Interviews – Rezepte«

Charakteristischerweise umfassen Kochbücher Auflistungen von Zutaten sowie Rezepturen, bisweilen ergänzt um praktische Küchentipps oder nützliche Nahrungsmittelkunde. Einige offerieren sogar einen Hauch von Kulturmediation, indem etwa Bände zu regionaler Küche neben dem Kulinarischen mehr oder minder Erhellendes über Land und Leute vermitteln.

Doch: »Kreuzberg kocht«, so der Titel der Neuerscheinung, die der Verlag Edition Berliner Büchertisch Ende November 2011 publizierte, will „kein Kochbuch im eigentlichen Sinne“ sein, obschon nüchtern betrachtet einige der oben angeführten Ingredienzen ebenso enthalten sind. Die drei Herausgeberinnen, Ana Lichtwer, Anna Schroll sowie Cornelia Temesvári, verfolgen vielmehr die Intention, Menschen „Mut zu geben, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen“, sich der Verantwortung in der Gesellschaft zu stellen und Träume auszuleben.

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Rezension: Koyaanisqatsi

Koyaanisqatsi ist ein außergewöhnlicher Film. Dieses Meisterwerk von Godfrey Reggio aus dem Jahr 1982 hat Spielfilmlänge und doch wird kein einziges Wort gesprochen. Der Film besteht ausschließlich aus Bildsequenzen, die sich assoziativ zu einer Kritik am modernen Lebensstil der westlichen Gesellschaft zusammenfügen. Die Bildsequenzen sind zur brillanten Musik von Philip Glass montiert. Der Film beginnt und endet mit dem Start einer Rakete – dem ultimativen Symbol für Technologie, um dann die Weiten einer Wüstenlandschaft zu zeigen. Im Kern des Films stehen allerdings Stadtansichten bzw. Ansichten des städtischen Lebens.

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Buchrezension: „Eigensinnige Geographien“ von Bastian Lange und Malte Bergmann

Wir stecken mittendrin in einem Beteiligungspluralismus, der nicht nur viele mehr oder weniger brauchbare Beteiligungsformate produziert, sondern auch die Themen, über die Beteiligt werden soll, so weit herunterbricht, dass der übergeordnete (Gemein-)Sinn weder sichtbar noch spürbar wird. Anstatt dieser Tatsache mit einer Beteiligung zu begegnen, die von vorne herein weder thematisch, noch inhaltlich, noch räumlich begrenzt ist, ihren diesbezüglichen Zuschnitt erst im Feld findet, werden munter weiter Abgrenzungen geschaffen, die Beteiligende wie zu Beteiligende unnötig einengen und somit die Ergebnisse verzerren.

Dabei ist spätestens seit den Auseinandersetzungen um den Stuttgarter Bahnhof, das Hamburger Gängeviertel und dem Flugroutenstreit am Flughafen BBI klar, dass die Menschen im Land beteiligt werden wollen. Sie wollen mitreden, was ihre Lebensumwelt verändert, wie die Auswirkungen gestaltet werden sollen und in wie fern sie davon betroffen sein werden.

Menschen, die in lokalen Zusammenhängen leben, aber über Kontakte, das Internet, den globalen Handels- und Finanzmarkt, um nur einige Facetten zu nennen, quasi mit der gesamten Welt in Kontakt stehen und verbunden sind, können nicht ausschließlich auf einen planungsrelevanten Quadranten formatiert werden. Ebenso, wie deren Alltagspraxen, deren eigensinnige Strategien und Lösungen gegenüber sich bildenden Problemen in den gängigen Formaten bislang nicht oder nur kaum berücksichtigt worden sind.

Hierfür braucht es eine sensible Herangehensweise, die nach Möglichkeit schon im Vorfeld oder „Vorhof“ einer Beteiligung etabliert werden und die die alltägliche Lebenswelt sowie die Vernetzungen in- und ausserhalb des Planungs- bzw. Beteiligungsquadranten ebenso berücksichtigen muss, wie schon existierende, „eigensinnige“ Denkweisen und Lösungen.

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