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urbanoREVIEW

urbanoREVIEW ist unsere Rezensionsreihe, in der wir Bücher, Webprojekte, Zeitschriften oder andere Medien aus urbanophiler Sicht rezensieren.

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Rezension: Koyaanisqatsi

Koyaanisqatsi ist ein außergewöhnlicher Film. Dieses Meisterwerk von Godfrey Reggio aus dem Jahr 1982 hat Spielfilmlänge und doch wird kein einziges Wort gesprochen. Der Film besteht ausschließlich aus Bildsequenzen, die sich assoziativ zu einer Kritik am modernen Lebensstil der westlichen Gesellschaft zusammenfügen. Die Bildsequenzen sind zur brillanten Musik von Philip Glass montiert. Der Film beginnt und endet mit dem Start einer Rakete – dem ultimativen Symbol für Technologie, um dann die Weiten einer Wüstenlandschaft zu zeigen. Im Kern des Films stehen allerdings Stadtansichten bzw. Ansichten des städtischen Lebens.

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Buchrezension: „Eigensinnige Geographien“ von Bastian Lange und Malte Bergmann

Wir stecken mittendrin in einem Beteiligungspluralismus, der nicht nur viele mehr oder weniger brauchbare Beteiligungsformate produziert, sondern auch die Themen, über die Beteiligt werden soll, so weit herunterbricht, dass der übergeordnete (Gemein-)Sinn weder sichtbar noch spürbar wird. Anstatt dieser Tatsache mit einer Beteiligung zu begegnen, die von vorne herein weder thematisch, noch inhaltlich, noch räumlich begrenzt ist, ihren diesbezüglichen Zuschnitt erst im Feld findet, werden munter weiter Abgrenzungen geschaffen, die Beteiligende wie zu Beteiligende unnötig einengen und somit die Ergebnisse verzerren.

Dabei ist spätestens seit den Auseinandersetzungen um den Stuttgarter Bahnhof, das Hamburger Gängeviertel und dem Flugroutenstreit am Flughafen BBI klar, dass die Menschen im Land beteiligt werden wollen. Sie wollen mitreden, was ihre Lebensumwelt verändert, wie die Auswirkungen gestaltet werden sollen und in wie fern sie davon betroffen sein werden.

Menschen, die in lokalen Zusammenhängen leben, aber über Kontakte, das Internet, den globalen Handels- und Finanzmarkt, um nur einige Facetten zu nennen, quasi mit der gesamten Welt in Kontakt stehen und verbunden sind, können nicht ausschließlich auf einen planungsrelevanten Quadranten formatiert werden. Ebenso, wie deren Alltagspraxen, deren eigensinnige Strategien und Lösungen gegenüber sich bildenden Problemen in den gängigen Formaten bislang nicht oder nur kaum berücksichtigt worden sind.

Hierfür braucht es eine sensible Herangehensweise, die nach Möglichkeit schon im Vorfeld oder „Vorhof“ einer Beteiligung etabliert werden und die die alltägliche Lebenswelt sowie die Vernetzungen in- und ausserhalb des Planungs- bzw. Beteiligungsquadranten ebenso berücksichtigen muss, wie schon existierende, „eigensinnige“ Denkweisen und Lösungen.

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Buchrezension: „Dichte“ von Nikolai Roskamm

Im Nachdenken darüber, was im Alltag unter Dichte verstanden wird, kommt man zu unterschiedlichen Ergebnissen. Manch einer denkt an den Physikunterricht und die dort gebräuchliche Dichtedefinition, ein anderer vielleicht an die Bevölkerungsdichte des Erdkundeunterrichts und der Städtebauer sicherlich an die bauliche Dichte seines Entwurfs. Dies alles sind legitime Zugänge, die sich im Rahmen der jeweiligen Disziplinen entwickelt haben und deren Verwendung sich über die Jahre bewährt hat. Gerade im Städtebau sind Art und Maß der baulichen Nutzung durch die Baunutzungsverordnung zu zentralen Stellschrauben geworden, anhand derer die Entwicklung der Städte strukturiert und geordnet werden soll.

Nur selten wird dieser Alltagsgebrauch aber hinterfragt und es kommt der Arbeit von Nikolai Roskamm eine besondere Bedeutung zu, dass sie sich diesem scheinbar etablierten Begriff annimmt und ergründet, welche Ideengeschichte dem „Konstrukt Dichte“ eigentlich zugrunde liegt.

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Rezension | Hipster City Cycle (App)

Foto: Strellson/Bianchi

Videospiele spiegeln auch immer den aktuellen Lifestyle wider. Sie eröffnen Möglichkeiten, die man in der Realität nicht hat. Man verkörpert einen Superhelden, baut Städte und Welten, oder rast mit einem südhaft teueren Sportwagen mit halsbrecherischem Tempo durch die Gegend. Doch das Auto hat zunehmend als Statussymbol unter jungen Menschen ausgedient. Der Spiegel titelte „Mein Haus, mein Boot, mein Fixie-Bike„. Ein namenhafter Herrenausstatter hat sich vor Kurzem mit Bianchi zusammengetan, um eine Kollektion von Mode für „young professionals“ anzubieten, die mit ihrem Minimalisten-Rennrad zum Job als Unternehmensberater sausen. Und die Seite Copenhagen Cycle Chic sammelt die Fotos dieser neuen Generation von Radfahrern.
Da ist es nur konsequent, dass es nun auch das passende Videospiel gibt: »Hipster City Cycle« heißt es, erscheint am heutigen 19. Mai 2011 für iOS (iPhone/iPod Touch) und wird daher an dieser Stelle rezensiert.

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Die Kunst des Kopierens

urbanspacemag#3 copy+paste, 110 Seiten, 9,90 Euro

urbanspacemag#3, 110 Seiten, 9,90 €

Das aktuelle urbanspacemag # 3, herausgegeben vom Hamburger spacedepartment, geht der Frage nach, was das Prinzip „Copy and Paste“ für die Architektur, die Stadt und darüber hinaus zu leisten vermag.

Copy and Paste – das bedeutet, schnell und preisgünstig zu sein, wie man in den Texten zum aktuellen Bauen in China nachlesen kann, die zudem noch Hintergründe chinesischer Baukultur beleuchten (Viktor Oldiges: „ReisschnapsKonfuzianismus“ und Tobias Mohn: „Open up the West“). Es zeigt sich, dass Copy und Paste eine Kulturtechnik sein kann, die auch schon im Potsdam des 19. Jahrhunderts angewandt wurde und bis heute gemocht wird (Erik Hannibal: „Preussische Palmen“).

Copy and Paste – das bedeutet, Irritationen hervorzurufen, bei denen, die kopiert werden als auch bei denen, die kopieren.

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