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urbanoREVIEW

urbanoREVIEW ist unsere Rezensionsreihe, in der wir Bücher, Webprojekte, Zeitschriften oder andere Medien aus urbanophiler Sicht rezensieren.

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Das Parlament der Visionen.

Entwurf für einen partizipativen Stadtplanungsprozess

von Ragna Körby und Tobias Kurtz

Cover

Worum geht es?

P A R T I Z I P A T I O N.

Ein Wort, das über alle Medien hinweg und über alle gesellschaftlichen Gruppen und Schichten hinweg in den letzten Jahren wieder Konjunktur hat. Dies bekommt insbesondere die Planung zu spüren, wie die kontinuierlich geführten Bahnhofs-, Flughafen- und Konzerthausdebatten deutlich machen. Bürgerinnen und Bürger verlangen wieder mehr Beteiligung an Planungsprozessen. Sie gehen dafür auch auf die Straße, erwirken durch ein breites Engagement Volksentscheide oder ziehen vor das Bundesverfassungsgericht. Diese Indizien zusammengenommen belegen, dass formelle, rechtlich verankerte Beteiligungsmechanismen nicht mehr angemessen sind, ja mehr noch nicht mehr funktionieren. Sie sind zu spät, zu intransparent, zu unverständlich, zu [hier bitte Wunschwort einfügen]…

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Rezension „Spaziergangswissenschaft in Praxis. Formate in Fortbewegung“ von Bertram Weisshaar

Seit einigen Jahren praktiziert der ausgebildete Fotograf und Landschaftsplaner Bertram Weisshaar in einem sehr spezialisierten wissenschaftlichen Bereich: der Spaziergangsforschung. Beeinflusst und inspiriert von der Lehre und den Theorien Lucius Burckhardts, über ästhetische Fragestellungen, vor allem im Zusammenhang mit gefestigten Landschaftsbildern und menschengerechter Gestaltung der urbanen Umwelt, übt er seither den eigenen kritischen Blick auf gegenwärtige Städte und analysiert diese innerhalb ausgiebiger Einzel- und Gruppenspaziergänge.

Cover "Spaziergangswissenschaft in Praxis. Formate in Fortbewegung" Bildrechte Jürgen Lüftner. Dank an Jovis Verlag

Cover „Spaziergangswissenschaft in Praxis. Formate in Fortbewegung“ Bildrechte Jürgen Lüftner. Dank an Jovis Verlag

Durch das vor-Ort-sein und die damit verbundene Gegenwärtigkeit des Körpers sowie Geistes, entstehen so Eindrücke vom durchschrittenen Raum, die Machtgefüge und deren bauliche Äußerung, planerische und nutzerbezogene Konflikte, räumliche Widersprüche und ästhetische Dimensionen von Stadt und Landschaft aufscheinen lassen. Durch das aufmerksame Gehen öffnen sich die Sinne ortskonkret und ermöglichen auf diese Weise vielfache Erkenntnisse, die weit über das bloße Sehen, oder schärfer formuliert, das Konsumieren des Raumes hinausgehen.

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Städtebau & Architektur →

Holidays after the Fall

© Foto: Daniele Ansidei, Berlin Haludovo in Malinska /Krk

© Foto: Daniele Ansidei, Berlin
Haludovo in Malinska /Krk

Urlaub nach dem Fall – die Ausstellung

Holidays after the Fall – das Buch

Ferien in Kroatien, das war und ist für viele deutsche Urlauber die gut erreichbare und oft günstige Gelegenheit das Mittelmeer zu erleben. Deshalb erschlossen in den 1950er und 1960er Jahren die automobilen Touristen-Karawanen die nahen Adriaküsten. Analog wurde im ehemaligen Jugoslawien der Ausbau der touristischen Infrastruktur intensiviert und an der kroatischen Küste entstanden zahlreiche sozialistische Ferienanlagen.

Die Ausstellung „Urlaub nach dem Fall“ zeigt die Geschichte dieser modernistisch geprägten Architektur und fokussiert eindrucksvoll den Transformationsprozess, der mit dem Zerfall Jugoslawiens einsetzte. „Come and see the Truth“, mit diesem Ausruf Titos wird der Ausstellungsbesucher empfangen – ein Slogan mit dem Tito die großen Tourismusanlagen unter sozialistischer Selbstverwaltung als transnationale Begegnungsstätten bewarb – hier sollte der Erfolg des dritten Weges Jugoslawiens kommuniziert werden: im Gegensatz zu den real-sozialistischen Ländern hinter dem eisernen Vorhang war Jugoslawiens Politik von einem expliziten Internationalismus, offenen Grenzen, einer Wirtschaftspolitik zwischen Sozialismus und selbstverwalteter Marktwirtschaft und seiner führenden Rolle in der Vereinigung blockfreier Staaten gekennzeichnet. Historische Werbe-Aufnahmen der Agentur Touristkomerc zeigen hier die Modernität und Mondänität dieser Hotels, ebenso die unübersehbare Präsenz abstrakter moderner Kunst in ihren Innenräumen. Als orientierendes Element begleitet den Besucher eine Wand-Timeline, die dem Graphen der Nächtigungszahlen von Touristen in Kroatien folgt. Dieser stieg seit 1955 kontinuierlich an, knickte erstmals 1988 ein und fiel mit Kriegsbeginn 1991 auf einen vorübergehenden Tiefststand, von dem sich die Tourismuswirtschaft Kroatiens lange nicht erholen sollte:

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Rezension „Couchsurfing Cosmopolitanisms – Can Tourism Make a Better World?“

Abb.: Cover Couchsurfing Cosmopolitanisms, mit freundlicher Genehmigung des transcript Verlags

Abb.: Cover Couchsurfing Cosmopolitanisms, mit freundlicher Genehmigung des transcript Verlags

Who would have believed that a small community created in 2004 by just a handful of people would revolutionize travelling and expand to a size of 6 million members. Making travel a truly social experience was what the founders Casey Fenton, Daniel Hoffer, Sebastian Le Tuan and Leonardo Bassani da Silveira were hoping to do. Today couchsurfing.org is an established community of open-minded people with a passion for travelling and getting to know others by simply staying on their couch or taking part in local events. Couchsurfing has in fact grown so much and influenced the way we travel, that it started to be a subject for academic research. Couchsurfing Cosmopolitanisms. Can Tourism Make a Better World? is one of the first books to bring scholars together and give cumulative insights into their work. It consists of nine articles by David Picard (editor), Sonja Buchberger (editor), Jennie Germann Molz, Dennis Zuev, De-Jung Chen, Bernard Schéou, Jun-E Tan, Paula Bialski and Nelson Graburn.

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Rezension „Landscript 2: Filmic mapping. Documentary Film and the Visual Culture of Landscape Architecture” von Fred Truninger

Was genau ist eigentlich Mapping? Was hat das mit Film zu tun? Und vor allem: Was hat das mit Landschaft zu tun?

Abb.: Cover Filmic-Mapping, mit freundlicher Genehmigung des Jovis Verlags

Abb.: Cover Filmic-Mapping, mit freundlicher Genehmigung des Jovis Verlags

Während ich das Buch „Filmic mapping. Documentary film and the Visual Culture of Landscape Architecture “ las, saß ich einige Male im Café und wurde dort gefragt, worum es sich denn bei dem Inhalt des Buches handle. Als ich erklärte, dass sich das Buch mit Landschaft auseinandersetzt, schaute ich in fragende Gesichter. Wie Landscript 1 hat auch die zweite Ausgabe dieser Reihe ein auf den ersten Blick schlicht gestaltetes Cover mit schwarzer Typographie auf weißem Hintergrund – ohne Abbildung, wie wir es eigentlich im Zusammenhang mit Landschaft gewohnt sind. „Filmic mapping“ hat allerdings nicht wie der erste Band eine vorwiegend haptisch erlebbare Oberfläche, sondern –  bezugnehmend auf das Thema dieser Ausgabe – einen Einband, der ähnlich einem Bildschirm reflektiert und flimmert. Mit diesem Einband setzen die Herausgeber von Landscript also das der Reihe grundlegende Hinterfragen bestehender Formen der Wahrnehmung, des Begreifens und der Repräsentation von Landschaft, fort.

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