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urbanoREVIEW

urbanoREVIEW ist unsere Rezensionsreihe, in der wir Bücher, Webprojekte, Zeitschriften oder andere Medien aus urbanophiler Sicht rezensieren.

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Buchrezension: „Metropole: Zivilgesellschaft“ der IBA Hamburg

Cover_Metropole

Abb. Jovis Verlag

In der sechsten Ausgabe der Publikationsreihe „Metropole“ nähern sich unter dem Dach der Internationalen Bauausstellung (IBA) Hamburg verschiedene Autoren dem Themenkomplex Zivilgesellschaft und beschreiben in einem Mix aus übergreifenden  und projektbezogenen Artikeln verschiedene Aspekte dieses nicht ganz einfachen Begriffs. Ein Vorhaben, das im Grundsatz sehr lesenswert ist und seine Stärken vor allem dort ausspielen kann, wo (selbst)kritische Positionen eingenommen werden.

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Rezension „Ortsregister“ von Nadine Marquardt und Verena Schreiber (Hrsg.)

Das Ortsregister ist eine Auflistung von, für die Herausgeberinnen Nadine Marquardt und Verena Schreiber relevanten Orten der Gegenwart. Es bietet eine Auswahl an 46 Orten, die auch Räume bzw. Zeiträume sowie Begriffe erfasst, die auf konkrete Räume und Orte verweisen oder raumwirksam werden. Die Herausgeberinnen beziehen sich auf einen durch den alten Drachen „Spatial Turn“ hervorgerufenen Paradigmenwechsel in den Geistes und Sozialwissenschaften und bieten Räume an, in denen gesellschaftliche Beziehungen praktiziert oder sichtbar werden. Schwerpunkt sind konkrete Orte, die die Beziehungen und deren Rahmenbedingungen repräsentieren oder erst ermöglichen. Auf diese Weise entspannen sich, jenseits der großen Narrative, viele kleine gegenwärtige Erzählungen, die auf unterschiedliche Stufen skalierbar sind.

Abb.: Transcript Verlag

Die einzelnen Essays wurde von jeweils unterschiedlichen Autoren und Autorinnen verfasst und folgen somit auch individuellen Schwerpunkten und Sichtweisen, die teils in literarischer, teils wissenschaftlicher Sprache verfasst sind, womit das Buch auch eine neue Leserschaft außerhalb der originär adressierten Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften gewinnen könnte.

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Rezension: „Die Welt des Baedeker – Eine Medienkulturgeschichte des Reiseführers von 1830 bis 1945″ von Susanne Müller

In E. M. Fosters Roman „Zimmer mit Aussicht“, verliert die Protagonistin, eine englische Adlige namens Lucy Honeychurch, bei der Besichtigung der Franziskaner-kirche Santa Croce in Florenz zu erst ihre fachkundige Reisebegleitung und dann auch noch den Baedeker. Unvorstellbar, doch Lucy Honeychurch war somit orientierungslos in einer für sie fremden Stadt und nicht zuletzt einer fremden Welt, in die sie sich fortan vorsichtig hineintastete.

Das wohlbehütete Mädchen reicher Eltern war auf einer, der für das ausgehende victorianische Zeitalter üblichen Bildungsreisen, um sich an den Schönheiten Italiens zu ergehen und voller Eindrücke nach Kent, ins ländliche Tunbridge Wells zurückzukehren und zu heiraten. Das Reisen, gemeint ist hier nicht das touristische Unterwegssein, sondern das monatelange an einem Ort Verweilen, gehörte zum Selbstverständnis und über lange Zeit zum Privileg einer adligen Klasse, die sich allerdings zusehends mit der bürgerlichen Schicht und deren ganz anderen Lebens- und Reiseverständnis, konfrontiert sah.

Dieses aufkommende Bürgertum veränderte das Reisen, vor allem das Bildungs-reisen, stark und somit auch den Habitus und die Medien des Reisenden. Es eignete sich zwar die oberflächlichen Verhaltensweisen des Reisens an, allerdings eher im Sinne einer Travestie, denn er konnte aufgrund eingeschränkter Finanzkraft nur sehr kurz an den schönen und kulturell wichtigen Orten Verweilen, wollte aber in dieser Zeit das Wesentliche des Ortes erleben und dessen Sehenswürdigkeiten „abarbeiten“. Müller spitzt den neuen Habitus des Reisenden trefflich mit dem Bild „Engländer in der Campagna“ von Carl Spitzweg zu, das auch auf dem Cover abgebildet ist – vertieft in Medien unterschiedlichster Art „bereisen“ eine Gruppe Engländer die italienische Campagna und erschließen sie nicht mehr aus ihnen selbst heraus, sondern gestützt auf Vermittlungs- und Dokumentationsmedien.

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Rezension „GLEISDREIECK BERLIN 2012 – Kunst im Öffentlichen Raum“ herausgegeben von Francine Eggs, Andreas Bitschin und Marvin Altner

Seit Wim Wenders diesem verwunschenen Ort, der Teilungswunde zwischen den Welten, in „Himmel über Berlin“, damals noch von West-Berliner Seite, ein Denkmal gesetzt hat und das Gleisdreieck im Film 80.000 Shots immerhin noch eine tragende Nebenrolle abbekommen hat, ist dieses Areal einer meiner Lieblingsorte in Berlin.

Nach langer Brach-Zeit und vielen unterschiedlichen Zwischennutzungen (von denen die Driving Range sicher eine der coolsten war) wurde seit 2005 geplant und letztes Jahr der erste Teil des neuen Parks am Gleisdreieck eröffnet.

2013 soll der letzte Teil, der Westpark der Bevölkerung übergeben werden, womit das ehemals als Landwirtschaftsfläche, Güterbahnhof, Bahnstrecke und Logistikfläche für den Umbau des Potsdamer Platzes in den 1990er Jahren genutzte und brachgefallene Areal nahezu komplett als Park- und Erholungsfläche be- und überplant wurde. Es wurde das größte Freiraumprojekt Berlin der letzten Jahrzehnte, das zwischen Schöneberg und Kreuzberg eine grüne Verbindung schaffen soll, die die Geschichte aber auch die Zukunft des Ortes im Blick hat.

 

Kunstprojekt GLEISDREIECK BERLIN 2012

Abb.: Jovis Verlag

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Rezension “CoHousing Cultures” von id22

Abb. jovis-Verlag

Das Buch „CoHousing Cultures. Handbuch für selbstorganisiertes, gemeinschaftliches und nachhaltiges Wohnen“ nimmt sich dem spannenden Thema Zusammenleben in Gemeinschaft an und stellt dies in einen europäischen Kontext . Anhand von neun Beispielen wird im Text und mit Bildern erläutert, welche verschiedenen Modelle heutzutage schon realisiert und wie diese organisiert sind. Die Spannweite reicht dabei von einem ökologischen und bezahlbaren Projekt wie L’Espoir in Brüssel über Baugemeinschaften im Mühlenviertel in Tübingen bis hin zu integrativem Wohnen für Menschen mit und ohne Behinderungen in OstellOlinda in Mailand.

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