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10 Thesen für eine neue Stadtplanung

Immer wieder berichten wir in der Kategorie digitale Stadt über die neuen Möglichkeiten, die sich aus dem Internet und der Digitalisierung unserer Umwelt ergeben. Ob neue Analysemethoden des Sozialen, Open Data oder die Vernetzte Stadt – immer steht dahinter der veränderte Umgang mit Information und das Teilen des Wissens. Das wird unsere Gesellschaft grundlegend verändern – und zwar fundamental und auf mehreren sozialen Ebenen.

Der digital ausgelöste gesamtgesellschaftliche Wandel wird auch die Stadtplanung in aller Konsequnez erfassen, wie Herr Prof. Bernd Streich in seinem Thesenpapier aufzeigt, das er beim 5. Internationalen Symposium des Planungsnetzwerks geo-Innovation vorstellte:

Das Zeitalter der Industriegesellschaft neigt sich nun seinem Ende zu und wird allmählich überformt durch eine Art Netzwerkgesellschaft (Manuel Castells, Yochai Benkler), in der sich das Wissen als die wesentliche ökonomische Ressource konstituiert und deren prägendes Merkmal die immer neu sich strukturierenden relationalen Funktionalitäten sind. […] All dies wird nicht ohne Auswirkung auf die Stadtplanung bleiben: Ihre Inhalte und Methoden werden sich ebenso verändern wie ihre Organisation und Institutionen.


Und damit werden weitreichende und grundlegende Fragen, die auch das „institutionelle Gefüge der Stadtplanung insgesamt“ betreffen gestellt:

Es stellt sich dabei die Frage, ob und inwieweit die neue Epoche zu einer neuen Stadtplanung führt oder ob wir nicht gar einen völlig anderen Denkansatz für die Stadtplanung in der Netzwerkgesellschaft benötigen. Weitere Fragen schließen sich an: Etwa die Frage, auf welche Weise künftig neue Inhalte definiert werden. Oder die Frage, auf welche Art und Weise städtebauliche Konzepte in Zukunft entworfen werden. Ist dann vielleicht auch darüber nachzudenken, das stadtplanerische Methodenrepertoire zu erweitern? Sind die Organisationsstrukturen der Stadtplanung, wie wir sie kennen, überhaupt noch zeitgemäß? Muss vielleicht das institutionelle Gefüge der Stadtplanung insgesamt überdacht werden? Wie steht es um das Thema Partizipation, ein zentrales Thema im Gefüge und Denken demokratisch legitimierten Handelns? […]

Prof. Streich, der auch schon auf unsere Blogging the City Konferenz einen äußerst gelungenen Vortrag über die Auswirkungen des Internets hielt, gibt damit einen guten Überblick, auf wie vielen Ebenen sich Veränderungen ankündigen und/oder bereits vollziehen. Es ist ein grundlegendes Thesenpapier, das von Stadtplanern gelesen und diskutiert werden sollte und hier in voller Länge als pdf einsehbar ist. Dementsprechend möchten wir alle Leser auffordern, in den Kommentaren ihre Meinungen kundzutun und die notwendige Diskussion zu unterstützen.

Ein Aspekt soll hierbei besondere Beachtung finden, welcher das Themenfeld beleuchtet, das wir auf Urbanophil seit langen intensiv betreiben – nämlich die mögliche Bedeutung von urbanen Blogs:

Partizipation alten Stils wird allmählich transformiert in einen Blogging-Kontext, der sich als netzwerkartige Gruppenaktivität von sozialen Milieus im Internet darbietet, wobei Planer-‘Experten‘ als ‘blogger inter pares‘ und Koordinatoren von ‘open contents‘ in Erscheinung treten.

Mit den 10 Thesen hat Herr Streich eine präszise und gelungene Zusammenfassung der wichtigsten Veränderungen und Themenbereiche erstellt, welche die Basis für weitere Diskussionen, Methodenentwicklung und Theoriebildung sein wird.

Anmerkung: Der Autor ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet von Prof. Streich

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