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Ausstellungseröffnung – Architektur der Improvisation

13. Oktober 2007
17:00bis22:00

Die Ausstellung desde Cali a Caracas. reflektiert über die Kunst und Kreativität von Menschen aus Kolumbien und Venezuela, etwas aus der Notwendigkeit heraus zu konstruieren.

Wir sprechen über Objekte, Handlungen und speziell über eine Architektur des Momentes, unabhängig davon, wie lange dieser letzlich dauert, in welchem die Improvisation und das Provisorische die wichtigste Rolle spielen.

In der Architektur der Improvisation werden alle nur erdenklichen Materialien verwendet und nicht selten ihre ursprüngliche Bestimmung kreativ verändert.

In dieser Ausstellung kann man ein Haus besuchen, das aus verschiedenen kurzlebigen Materialien gebaut wurde und in welchem Fotografien aus den Städten Cali (Kolumbien) und Caracas (Venezuela) zu sehen sind.

Eröffnung: Samstag 13.10.2007 17 Uhr (beginnt mit einem Umzug an einem anderen Ort zum TEK-Stil)
Dauer: Immer Donnerstags und Samstags vom 18.10 bis 03.11.2007

Ort: TEK-STIL Labor, Hobrechtstr. 54, Neukölln

Internetpräsenz: www.intransitos.de/dcaca.htm


Avantgarde – Diffamierung – Welterbe? Zur Erhaltung von Bauten in Russland und Deutschland

7. September 2007bis15. Oktober 2007

Unter dem Titel Avantgarde – Diffamierung – Welterbe? Bauten der Moderne in Russland und Deutschland eröffnet das Schinkel-Zentrum für Architektur, Stadtforschung und Denkmalpflege der Technischen Universität Berlin am Freitag, den 7. September 2007 um 19 Uhr im Architekturgebäude der TU Berlin eine Ausstellung zum Erbe der frühen Moderne:

In der sozialen und künstlerischen Aufbruchstimmung nach dem Ersten Weltkrieg und nach dem Sturz der Monarchien bestand ein reger Austausch zwischen avantgardistischen Künstlern und Architekten der beiden jungen republikanischen Staaten. Programmatische Kunstpositionen und Kunstwerke von Wassili Kandinsky, Naum Gabo, El Lissitzky, Kasimir Malevich oder Vladimir Tatlin inspirierten nach 1918 Bau- und Bildkünstler in Deutschland. Die Blütezeit dieser kompromisslosen Moderne war freilich auf beiden Seiten nur von kurzer Dauer. Ihre kühnen Entwürfe und gebauten Visionen kamen einer ästhetischen Revolution gleich, die mit der Weltwirtschaftskrise und dem Machantritt des NS-Faschismus in Deutschland ein frühes Ende nahm. Russische Strömungen der Avantgarde-Architektur kamen fast gleichzeitig unter der stalinistischen Doktrin des „Sozialistischen Realismus“ zum Erliegen – mit ihnen auch die modernen Projekte deutscher Emigranten in der UdSSR. Aus heutiger Sicht lösten die Bauten der Avantgarde in der Sowjetunion bzw. der Moderne in Europa in kürzester Zeit eine Revolutionierung der bestehenden Bautraditionen und die Entwicklung einer innovativen Ästhetik aus. Sie legten im Hinblick auf Konstruktion und Materialien den Grundstein für unsere heutige Bautechnik.

Die Rehabilitierung avantgardistischer und moderner Architekturleistungen, wie sie in Deutschland und Russland im mittleren Drittel des 20. Jahrhunderts weitgehend verfemt waren, hat in der internationalen Fachwelt bereits mit dem Europäischen Denkmalschutzjahr 1975 eingesetzt. Seitdem sind in vielen Ländern Bauwerke und Architekturensembles der Zwischenkriegsmoderne als Denkmale gesetzlich geschützt und sogar vorbildlich restauriert worden. Architektur-Ikonen der Avantgarde wie das Haus Tugendhat in Brünn (1928-30) von Ludwig Mies van der Rohe in Tschechien und das Haus Schröder in Utrecht (1923-1924) von Gerrit Rietveld in den Niederlanden oder die Bauhausstätten in Weimar und Dessau sowie die Zeche Zollverein in Deutschland sind inzwischen sogar als Monumente der Modernen Bewegung in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen worden. Beispiele aus Russland, das nach 1917 als Mutterland der architektonischen Avantgarde gelten durfte und dessen progressive Baukünstler international Aufmerksamkeit erregten, sind auf dieser Liste noch nicht vertreten.

Die für die Ausstellung ausgewählten Beispielbauten aus Deutschland und Russland verdeutlichen deren Qualität, zeigen aber gleichzeitig auch ihre Gefährdung durch Umbauten oder Vernachlässigung. Es werden ebenso erfolgreiche und denkmalgerechte Sanierungen vorgestellt.

Die Kuratorin Dr. Anke Zalivako stellt die Entstehung der Wanderausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Stiftung Bauhaus Dessau und dem A. V. Schtschusev Architekturmuseum Moskau erarbeitet wurde, vor.