Entries Tagged as ''

Künstlergespräch: As Time goes by

28. Mai 2009
16:00bis18:00

Spätestens seit ihrer Einzelausstellung im Haus am Waldsee 2008 zählt Beate Gütschow (*1970) zu den bekanntesten Fotografinnen Deutschlands.

Die Berlinische Galerie zeigt in der Sammlungspräsentation As Time Goes By. Kunstwerke über Zeit mit S # 14 eine ihrer großformatigen Fotografien, die wie ein Sinnbild für die Unwirtlichkeit unserer Städte und die nicht eingelösten Heilsversprechen der modernen Architektur wirkt.

Gütschows Ausgangspunkt sind Bauten der Nachkriegsmoderne, die sie im Maßstab verändert und fragmentiert, um einzelne Bestandteile zu völlig neuen Architekturlandschaften zusammenzusetzen. Erst bei genauerem Hinsehen sind vielfache Unstimmigkeiten zu erkennen: Wir sehen eine unheimliche, menschenleere Metropolenwüste, die nicht zu verorten ist, die seltsam entrückt und doch vertraut erscheint. >> Mehr

Ort:: Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124 bis 128

Abstimmen! Internet-Umfrage zur A100

Die stadtraumzerschneidende A100 im Westen - nun auch bald im Osten der Stadt?

Die stadtraumzerschneidende A100 im Westen Berlins - nun auch bald im Osten der Stadt? (Foto von Schrottie via flickr)

Der Senat ist für die Erweiterung der A100, denn der “Ausbau ist ohne Alternative“. Hingegen beklagen Umweltschutzverbände und Anwohnerinitiativen die hohen Kosten und Folgewirkungen des Ausbaus und auch der Bürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg befürchtet negative Auswirkungen für den Bezirk und prüft eine Normenkontrollklage gegen das Projekt.

Weniger kritisch sieht der Straßenplaner Thomas Richter das Projekt, da es den Schleichverkehr reduziert und Fahrzeiten verkürzt. Trotzdem meint auch er, dass “im Prinzip [...] beide Seiten recht” haben und die Argumente der Kritiker berechtigt sind. Unbeantwortet bleibt allerdings die Frage, ob die vielen Millionen nicht woanders (z.B. Stärkung des Radverkehrs und ÖPNV) viel besser, weil umweltverträglicher ausgegeben werden. Und welch zerschneidende Wirkung eine solche Autobahn im Stadtraum hat, lässt sich hervorragend am westlichen Autobahnring begutachten…

Konnte Berlin vor kurzem stolz verkünden, dass der motorisierte Individualverkehr in den letzten Jahren leicht zurückgegangen ist und der Anteil des Radverkehrs gestiegen, so wird nun an einem gegenteiligen Konzept festgehalten – dem “Zurück zum Beton”, wie es Daniel vom Stralau-Blog auf Spreeblick formulierte.

Wer seinen Unmut gegen das Projekt zumindest in kleiner Form kundtun möchte, kann dies nun auf tagesspiegel.de in der Internet-Umfrage zur A100 machen.

Buchvorstellung: Dubai. Stadt aus dem Nichts

25. Mai 2009
20:30bis22:30

Elisabeth Blum, Peter Neitzke: Dubai. Stadt aus dem Nichts – Ein Zwischenbericht über die derzeit größte Baustelle der Welt
Buchvorstellung mit den AutorInnen

Unter den neuen Städten der globalisierten Ökonomie ist Dubai die größte Baustelle der Welt – und dies in einer Region, die noch vor Jahrzehnten keinerlei städtische Besiedelung kannte. Weil die Ölvorräte des Emirats limitiert sind, aktivieren die Herrscherfamilien jetzt andere Ressourcen: In Dubai entstehen der größte Freihafen und der größte Flughafen der Welt – Signale sich verschiebender geopolitischer Gewichte. Ganze Stadtteile schießen aus dem Boden: Dubai International Financial Centre, Dubai Knowledge City, Dubai Healthcare City … Fachleute aus aller Welt sind beim Aufbau von Universitäten, Krankenhäusern und Kulturstätten tätig. Vor der Küste werden gar Inseln für Luxusimmobilien aufgeschüttet. Internationale Unternehmen konzentrieren sich in den steuerfreien free zones, während Hunderttausende von praktisch rechtlosen Arbeitsmigranten einen Boom ohnegleichen erzeugen. Doch wie lange?
Dubai – Stadt aus dem Nichts gibt einen aktuellen Zwischenbericht mit aufschlußreichen Essays und Interviews, Plänen und Projekten.

Zeit: 25.Mai 2009 20:30
Ort: Pro qm, Almstadtstraße 48-50, Berlin Mitte
Infos: Pro qm

Vortrag – Besuch einer vergessenen Moderne

28. Mai 2009
19:00

Mit Niklas Maak, Autor und Redakteur der FAZ, wird die Vortragsreihe „Positionen“ in der nächsten Woche an der TU Berlin fortgesetzt. Sein Vortrag trägt den Titel „Die Verschwundenen – von Karl Heinz Adler zu Antti Lovag, Besuch einer vergessenen Moderne“. Die Vortragsreihe 2009 wird – wie in den vergangenen Semestern – von dem Fachgebiet für Baukonstruktion und Entwerfen von Regine Leibinger veranstaltet.
Ort: TU Berlin, Institut für Architektur, Raum A151,
Straße des 17. Juni 152, 10623 Berlin

A wall is a screen

23. Mai 2009
22:00

Am kommenden Samstag, den 23.5.09 wird die Gegend rund um das Brandenburger Tor die Kulisse für das Bürgerfest zu 60 Jahren Grundgesetz sein. Als abendliche Besonderheit wird A Wall is a Screen ein wenig abseits vom Trubel im Regierungsviertel außergewöhnliche Blickweisen zum Thema des Tages in Kurzfilmform an die Wände projizieren. Start für die knapp zweistündige Tour ist um 22 Uhr vor der Hamburger Landesvertretung Ecke Jägerstrasse/Mauerstrasse.

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Infos

Gehörte Stadt – Führung

27. Mai 2009
19:00bis21:00
19:00bis21:00

“Gehörte Stadt lädt Sie dazu ein, mit ihren Ohren zu sehen. Wer dabei sein möchte, muss lediglich etwas Vertrauen, große Neugierde und möglichst offene Ohren mitbringen. Um die unzählbaren Klänge und akustischen Räume Berlins möglichst ungestört auf sich einwirken zu lassen, werden Sie von einem persönlichen Guide, der sich um Ihre Sicherheit kümmert, blind durch die Stadt geführt. Erleben Sie Berlin mit den Ohren statt mit den Augen: Schon oft, aber noch nie bewusst Gehörtes wird Ihnen zu Gehör kommen: Tagtäglich verpassen Sie vermeintlich unspektakuläre akustische Ereignisse, die den Sound einer Stadt prägen. Wieso klingt alles plötzlich so anders, wenn Sie nichts sehen? Könnten Sie hören, dass Sie sich in Berlin befinden?
Ausgangspunkt des Hör-Gangs ist das Podewil am Alexanderplatz: Von hier aus führen unsere Guides Sie mit verbundenen Augen zu verschiedenen Hör-Punkten. Der Rundgang dauert eine gute Stunde und endet am pfefferberg, haus 13. Im zweiten Teil des Abends, der im haus 13 stattfindet, werden Klangphänomene aus dem Hör-Gang diskutiert und mit verschiedenen Klang-Spielen oder kurzen musikalischen Darbietungen einzelner Mitglieder des KNM Berlin thematisiert.”
Infos: Ohrenstrand

Ort: Treffpunkt ist das Podewil (Foyer), Klosterstr. 68-70 (U2 Klosterstraße)
- Zweiter Teil im pfefferberg haus 13, Schönhauser Allee 176 (U2 Senefelderplatz)
Eintritt: 5 Euro (Kinder 2,50 Euro)
Kartenreservierung: info(at)ohrenstrand.net oder telefonisch unter: 030/24749870
Weitere Vorstellung am 10.06., jeweils 19 Uhr

Führung – Le Corbusier: Kunst und Architektur im Martin-Gropius-Bau

11. Juli 2009
15:00

Bis heute nimmt das Werk von Le Corbusier (1887 – 1965) eine zentrale Stellung im Diskurs über Architektur und Urbanismus ein. Dennoch hat keine Ausstellung seit 1987 die vielen Aspekte in Le Corbusiers Schaffen aufgezeigt, die dessen ungebrochene Aktualität ausmachen. Dies unternimmt die vom Vitra Design Museum organisierte Ausstellung, die bereits in Städten wie Rotterdam, London und Lissabon präsentiert wurde und diesen Sommer in Berlin zu sehen ist.

Aufgeteilt in drei relativ unabhängige Bereiche Contexts, Privacy and Publicity sowie Built Art, wird die Schau Leitthemen von Corbusiers Werk herausgreifen: seine Faszination für die moderne Großstadt, sein Interesse am Mediterranen und dem Orient, seine Hinwendung zu organischen Formen in den dreißiger Jahren, aber auch sein Interesse an neuen Technologien und Medien. Erst die Zusammenfügung dieser und anderer Aspekte ermöglicht das ganzheitliche Verständnis seines Œuvre, das sich in einem zunehmend intensiveren Zusammenspiel von Architektur, Städtebau, Malerei, Design, Film und anderen Disziplinen manifestierte. Den Kern der Ausstellung wird eine Auswahl von Exponaten aus der Fondation Le Corbusier in Paris bilden.

Darunter sind Originalgemälde, Skulpturen, zahlreiche Originalmöbel, Originalzeichnungen und -pläne, Erstausgaben von Le Corbusiers Büchern sowie zahlreiche Kleinobjekte aus der privaten Sammlung des Architekten, die ihm als Inspiration, Vorlage und Demonstrationsobjekte dienten. Da für ein umfassendes Verständnis von Le Corbusier auch die wechselseitige Beeinflussung mit zahlreichen Zeitgenossen berücksichtigt werden muss, zeigt die Ausstellung erstmals auch zahlreiche Exponate von Zeitgenossen, mit denen er in enger Verbindung stand, darunter Originalmöbel von Charlotte Perriand und Jean Prouvé sowie Gemälde von Robert Delaunay, Fernand Léger, Georges Braque, André Bauchant. Mit dieser Vielfalt unterschiedlichster Ausstellungsmedien soll die Ausstellung die historischen Vorbilder Le Corbusiers veranschaulichen und zugleich die technischen, formalen und philosophischen Hintergründe seiner Werke deutlich machen.

Anmeldung unter: Junge Meister

Besichtigung – secondhome projects im Wedding

28. Juni 2009
15:00

secondhome projects, Wedding Schon seit einigen Jahren wird der Wedding in den Stadtmagazinen immer wieder zum künftigen In-Viertel gekürt. Auch das Galerien- Kreativbüro und Kunstwohnhausprojekt secondhome folgt dieser Argumentation:

‘Im vergangenen Jahr sind die kulturellen und künstlerischen Aktivitäten im Wedding enorm angestiegen. Ein Pluspunkt für den Kiez. Die Aufmerksamkeit, die der Wedding als alternativer Kunst- und Kulturstandort erhält, zieht mittlerweile Touristen aus aller Welt an. Schließlich gibt es dort häufiger als auf den ausgetretenen Galeriepfaden in Mitte künstlerische Auseinandersetzungen ohne den kommerziellen Druck des Marktes zu entdecken’- so die website.

Secondhome kann dabei an kulturelle Einrichtungen wie die nahegelegenen Osramhöfe, die Uferhallen, sowie die Kolonie Wedding anknüpfen. Gleichwohl ist das Projekt in einer spannenden Aufbauphase begriffen, deren Ausgang noch ungewiss erscheint.

Um zu erfahren, was sich wirklich hinter dem ‘Neuen Wedding’ verbirgt, haben wir ein Treffen mit Petra Prahl vereinbart, die das Projekt begleitet. In einer Führung durch die Räumlichkeiten wird sie uns neben dem künstlerischen Programm das stadträumliche Konzept von secondhome präsentieren und so Potentiale des Kunststandortes Wedding beispielhaft verdeutlichen.

Anmeldung unter: Junge Meister

28. Juni 2009 Was: secondhome projects | Wedding
Wann: Donnerstag 28. Juni, 15 Uhr
Wo: Brunnenstrasse 7, HH, Haus D
Wie viel: Mitglieder: Eintritt frei, Nichtmitglieder: 2 €
Weitere informationen:
secondhome projects

Free ride in Stockholm und…

http://www.vimeo.com/985696

Die ‘Stockholm-Wochen’ auf Urbanophil feiern ihren Höhepunkt mit einer Doppelausgabe. Vorgestellt werden zwei Videos, die beide in einem gewissen losen Kontext zueinander stehen. Einer dieser Zusammenhänge ist, dass über beide Themen bereits auf Urbanophil berichtet wurde.

Zunächst wurde im Oktober vergangenen Jahres über die Organisation Planka.nu berichtet, die in Stockholm eine Art ‘Versicherung für Schwarzfahrer’ anbietet. Erwähnt wurde in diesem Zusammenhang auch, dass Planka.nu seit geraumer Zeit verstärkt Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Unter anderem versuchte die Organisation die Politik davon zu überzeugen, dass Investitionen in neue, sehr teure (und angeblich schwerer zu überwindende) Zugangssperren für U-Bahn-Eingänge wenig Sinn machen, wenn diese de facto ebenso leicht zu umgehen sind wie die Vorherigen. Zahlreiche ‘Beweis- bzw. Vorführvideos’, aber auch einige TV-Beträge, die sich mit der Kritik von Planka.nu auseinandersetzen, sind auf deren Website zusammengestellt.

Das schönste aller ‘Free Ride’-Videos ist aber eins, welches man schon wieder als Kunst ansehen darf. Es handelt sich hier sogar um die wahrscheinlich längste Kettenreaktion, die jemals im öffentlichen Raum installiert wurde. Und dann auch noch mit politischer Botschaft.

…und free nap in Stockholm

http://www.vimeo.com/4561083

Und auch beim zweiten Beitrag geht es um Kunst im öffentlichen Raum. ‘Interaktive Streetart’ hatten wir das beim letzten mal genannt. Es ging darum, dass eine Aktivistengruppe mit dem Namen POST verschiedene Installationen innerhalb Stockholms verteilt hat, die dem unbedarft vorbei schlendernden Bürger das Mitmachen in Form verschiedener Aktionen erlauben.  Seit dem ersten Beitrag hat sich das Portfolio von Post erheblich erweitert. Unter anderem wurden die Überwachungskameras in Slussen manipuliert. Immerhin einer der zentralsten Plätze in der schwedischen Hauptstadt.

Höhepunkt ist aber eine ganze Serie von Videos (immerhin drei…) über das ELECTRIC INN. Dies ist ein manipulierter Elektrokasten – bzw. eine Konstruktion, welche vorgibt ein Elektrokasten zu sein – in dem man es sich für ein Nickerchen gemütlich machen kann: Kaum zu glauben? Dann bitte das Video anschauen.