Nicht wirklich neu, da wir schon über Reverse Grafitti berichtet haben, aber so schön und diesmal medial ansprechender (Film statt Photo) und informativer (mit Interview), dass es einen Beitrag lohnt. Zudem sei hierbei auf den schönen Blog sound of sirens hingewiesen, über den wir auf den Film gestossen sind und der auch immer einen Blick wert ist.
Fassaden werden häufig mit Pixeln überzogen, um Zukunft zu symbolisieren, oder auch um werbewirksam den öffentlichen Raum zu “bespielen”. Nun kann man Fassaden (und auch Fenster) wunderbar mit Punkten bemalen. Der Facade Printer und auch der Print Ball machen es möglich. Im Stile einer Paintball-Pistole kann man mit ihnen großformatige Bilder an die Fassaden der Städte werfen (wie im Video - allerdings an einer Glasscheibe - zu sehen). Wir sind gespannt, wann die ersten in Berlin auftauchen. Oder gibt´s die schon?
Das allgemeine Architekturverständnis bestimmen weniger Architekten und ihre Fachblätter sondern Wohnzeitschriften. Das nach eigenen Angaben auflagenstärkste Magazin dieser Art in Deutschland “Schöner Wohnen” brachte mit der Reihe “Die Psychologie des Wohnens” wohl auch so etwas wie ihre Raumphilosophie heraus. In den 6 Teilen der Serie (kostenlos als PDF bereitgestellt) begegnen uns hauptsächlich Umweltpsychologen, Feng-Shui-Berater und Kommunikationswissenschaftler und weniger Architekten zu Themen wie Schutz und Geborgenheit, Hausbau als Beziehungstest und das Haus als Bühne für das Ego. Die Beurteilung des Sammelsuriums an Tipps und Einsichten soll jedem selbst überlassen bleiben. Sinnvoll könnte ein Blick in diese Schriften vielleicht vor einem Gespräch mit einem wohlhabenden, bildungsbürgerlichen Bauherren sein…
(”Das Ich ist nicht Herr im eigenen Haus” sagte der große Sigmund Freud und so sah es in seinem eigenen aus. Gefunden auf londonleben)
Und noch ein Artikel zur Kunst am Bau. Wer erinnert sich nicht an das tolle Projekt Blinkenlights. Ein ähnliches Projekt wurde von finnischen Studenten an der Fassade ihres Studentenwohnheims umgesetzt. Am 4. Dezember wurde das Projekt der Öffentlichkeit vorgeführt und man konnte z.B. das altbekannte Tetris spielen, welches mittels eines Handys gesteuert wurde. Hat man früher seine Gameboys miteinander vernetzt, um gegeneinander zu anzutreten, verknüpft man zukünftig seine Hochhäuser… nur mobil ist man dann nicht mehr.
Zusätzlich zu unseren urbanoFILMS starten wir nun das in Zusammenarbeit mit der Designerin Sonja Förster das urbanoFORUM, bei dem verschiedene Akteuere aus den Bereichen Stadtplanung, Design, Architektur und urbaner Kultur ihre Projekte vorstellen. Anschliessend können bei Sekt oder Selters, Tischrunde oder Tischfussball die Ideen diskutiert, ausgestauscht und weiterentwickelt werden. Zum Auftakt stellen Yukio King und Robert ihre Projekte vor.
Yukio King berichtet von seinem Projekt Berlincast, in dessen Rahmen er Klänge und Geräusche der Stadt Berlin sammelt und archiviert. Im Anschluss wird Robert Engelhardt seinen Weblog vorstellen, in dem er über die Entwicklungen in der Auguststraße und der Spandauer Vorstadt schreibt.
Das urbanoFORUM findet am Dienstag den 23.10. um 20:15 Uhr in der vom letzten urbanoFILMS bekannten ZMF (Brunnenstr. 10) statt.