Entries Tagged as 'Design'

Alte Buchstaben an neuem Ort

checked
Die Buchstaben ziehen um. Foto: Buchstabenmuseum

Die Buchstaben ziehen um. Foto: Buchstabenmuseum

Das Buchstabenmuseum ist umgezogen! Vor einiger Zeit berichteten wir bereits über diese liebenswerte Initivative, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Leuchtreklame, Werbeschriftzüge und Embleme zu sammeln, um sie vor der Zerstörung zu bewahren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Nach dem die Sammlung schnell immer größer wurde, ist nun das Museum vom Spittelmarkt in die Markthalle am Alexanderplatz in größere Räume umgezogen. Urbanophil hat sich umgesehen und ist begeistert: Die Buchstaben haben nun viel Platz und können in mehreren kleinen Räumen bestaunt werden – der ein oder andere Schriftzug ist sicherlich dabei, den man in der Stadt gesehen, vielleicht sogar  schon vermisst hat.

Informationen zum Museum und viele Buchstaben gibt es hier.

Öffnungszeiten:
Do – Sa 13 – 15 Uhr,
Eintritt: 2,50 Euro

Karl-Liebknecht-Straße 13, Markthalle “Berlin Carré”, 1.OG
10178 Berlin – Mitte
U+S Alexanderplatz

Erst zahlen, dann sitzen

checked http://www.vimeo.com/1665301

Als ein Teilnehmer des interface design – Studiengangs der FH in Potsdam hat der Berliner Künstler Fabian Brunsing eine innovative Idee für klamme Kommunalhaushalte entwickelt: the private bench. Wer auf dieser Bank sitzen möchte, muss zunächst ein paar Cent zahlen um zahlreiche Metallspitzen zurückfahren zu lassen, die den Sitzkomfort andernfalls erheblich beeinträchtigen würden. Nach einigen Minuten des Verweilens wird der Sitzende gewarnt, dass in Kürze das Nagelbrett erneut emportfährt.

Wird bestimmt ein Verkaufsschlager im Sortiment eines jeden gut ausgestatteten Fachmarktes für Stadtmöbiliar. Weitere Videos aus dem interface-design-Projekt finden sich hier.

Via: The Pop-Up-City

9hours Capsule Hotel

checked


Kapsel-Hotels gibt es in Japan seit mittlerweile beinahe 30 Jahren. Doch bislang hatten sie einen eher fragwürdigen Ruf. An einen Export dieses Konzepts in die westliche Welt war nicht zu denken. Das könnte sich nun ändern:
In Kyoto hat mit dem 9hours (nine hours) ein minimalistisch und dennoch aufwändig gestaltetes Capsule Hotel eröffnet, das von Architektur- und Design-Kritikern in hohen Tönen gelobt wird (ca. 38 Euro/Nacht). Der Geschäftsführer hat dabei explizit den ausländischen Markt und insbesondere den Einsatz an Flughäfen im Blick. Wird es also auch bald bei uns Kapsel-Hotels geben?

Auf Monocle findet sich ein toller Videobeitrag zu dem 9hours.

Ausstellung: Urban Traces

10. Februar 2010 10:00bis12. Februar 2010 09:00
checked

“Urban Traces ist eine europäische Spurensuche, die die Aspekte gegenwärtiger urbaner Strömungen aus audio-visueller, performativer und räumlicher Perspektive untersucht.

Berliner Studenten des Projektseminars Urban Traces an der UdK haben sich in Gruppen zusammen geschlossen und vier Ausgangswerke angefertigt, die sie an Studenten der Züricher Hochschule der Künste zur Bearbeitung weiter geben.
Die Züricher Studenten wiederum greifen die Motive der Berliner auf, transformieren diese und schicken die neu erarbeiteten Werke in die nächste europäische Stadt. Über Düsseldorf, Budapest und London entsteht so eine künstlerische Transformationskette nach dem Stille-Post-Prinzip.
Das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen in unterschiedlichen Ländern ergibt ein intermediales und interkulturelles Städtebild, das ab dem 4. Februar 2010 bei designtransfer präsentiert wird.” (UdK Berlin)

Ausstellungseröffnung: 4. Februar 2010, 19.00 Uhr
Ausstellung: 5. bis 12. Februar 2010, 10.00 – 18.00 Uhr
Ort: UdK Berlin, Einsteinufer 43-53, Berlin-Charlottenburg

“Switzerland, we have a Problem!” – Wettbewerbsergebnisse

checked

Im Dezember 2009 hatte das Online-Architekturmagazin Archinect als Reaktion auf das Bauverbot für Minarette in der Schweiz einen Architekturwettbewerb für mobile Minarette ausgelobt (urbanophil berichtete). Im Kern des Wettbewerbs stand die Frage nach der Wirksamkeit von Architektur im Feld der Politik.

Auf der Webseite von Archinect wurden nun erste Ergebnisse präsentiert. Die Beiträge reichen von Entwürfen für Gebäude, über ausfahrbare oder aufblasbare Minarette bis hin zu tragbaren Lösungen.

Alle eingereichten Entwürfe und Vorschläge finden sich auf Flickr.

Rettet die Schriftarten

checked

rettet die zierfische

Leuchtschriften prägen das Stadtbild auf verschiedenste Art. Gerade Jahrzehnte alte Schriftzüge tragen zur Atmosphäre von Straßenzügen und Orten bei und werden zu Widererkennungspunkten. Oft verschwinden solche Relikte sang- und klanglos, wenn das zugehörige Geschäft geschlossen oder umgebaut wird. Seit 2005 gibt es allerdings eine Berliner Initiative, die sich sie Bewahrung und Dokumentation von Buchstaben zur Aufgabe gemacht hat: Das Buchstabenmuseum.

Gesammelt werden in erster Linie Leuchtreklame-Schriftzüge von Geschäften und Institutionen. Wert wird dabei auf handwerklich hochwertige Schriftzüge, Zeichen und Schilder aus dem öffentlichen Raum gelegt.

Im Schaudepot des Museums am Spittelmarkt lehnt das KaDeWe am roten Sparkassen S. Große gelbe Lettern des Ebbinghauses liegen auf dem Boden, vermischt mit den Buchstaben des Hauses des Rundfunks der DDR. Im Nebenraum treffen sich die Zille-Stuben mit dem Emblem der Markthalle am Alexanderplatz und blicken auf ein altes blaues U-Bahn U.

Momentan bittet die Initiative um Mithilfe: Das Buchstabenmuseum möchte die oben abgebildeten bekannten leuchtenden Zierfische und den Schriftzug des gleichnamigen und Geschäfts am Frankfurter Tor erwerben, um sie dauerhaft für das Museum sichern zu können. Mehr Infos zur Spendenaktion und den Öffnungszeiten des Schaudepots unter buchstabenmuseum.de

Hinweise zu erhaltenswerten und gefährdeten Schriftzügen können dort auch gegeben werden, um sie für die Sammlung des Museums zu retten.

“Switzerland, we have a Problem!” Wettbewerbsaufruf für mobile Minarette

checked
Quelle: stadionwelt.de

Quelle: stadionwelt.de

In Reaktion auf den erfolgreichen Volksentscheid zum Bauverbot für Minarette in der Schweiz hat das Online-Magazin Archinect einen – nicht ganz ernst gemeinten – Design- und Architekturwettbwerb ausgelobt, bei dem die Teilnehmer aufgerufen werden, Minarette zu gestalten, die weniger Architektur als vielmehr Event sind. Aufgabenstellung ist, dass die Minarette anlassbezogen aufgebaut werden können (also fünf Mal am Tag), dann aber ihre volle Größe und Sichtbarkeit im Stadtbild erlangen.

Wie wäre es da mit abklappbaren Minaretten – la den Flutlichtmasten im Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam-Babelsberg?

Ob eine architektonische Annäherung an ein solches Thema zielführend ist? Auf die Beiträge kann man dennoch gespannt sein, denn gute Satire kann bekanntlich ein sehr wirksames Mittel zur Bloßstellung von Demagogen sein.

Der Einsendeschluss ist der 18. Dezember 2009.

Diskussion: Interactive Future

7. Dezember 2009
19:30bis21:30
checked

“Mehr Mit- oder Fremdbestimmung durch „intelligente“ Architektur?” Eine Diskussion mit Joachim Sauter, Wilfried Kuehn, Carole Collet und Nadin Heinich.

“Welchen Einfluss haben neue (Kommunikations-)Technologien auf die Architektur? Häufig fallen in diesem Zusammenhang Schlagworte wie „interaktive Räume“ oder „intelligente Architekturen“. Was genau meint „interaktiv“? Nichts weiter als technische Spielereien? Oder auch neue Möglichkeiten dafür, dass Menschen ihre Umwelt zukünftig viel stärker mitgestalten können? In diesem Spannungsfeld bewegt sich das Gespräch in der Akademie der Künste: Joachim Sauter ist Mitbegründer von ART+COM, Gestaltungsbüro für Neue Medien. ART+COM übersetzt und inszeniert komplexe Themen mittels interaktiver Medien in den Raum und macht sie so erlebbar, zum Beispiel in Form von Ausstellungen, Kunstinstallationen oder Bühnenbildern. Die Londoner Textildesignerin Carole Collet erforscht, wie neue Technologien in Textilien integriert werden können, um poetische und atmosphärische Räume zu schaffen – Entwürfe für „Zukunftshäuser” ohne Technologieästhetik. Wilfried Kuehn verfolgt hingegen eine ganz andere Herangehensweise. Seine (Ausstellungs-)Architekturen sind nicht geprägt von medialen Inszenierungen, sondern von klaren Geometrien, Körperhaftigkeit und einer ganz bewusst strukturierten Raumfolge.”
Mehr Infos bei plan a und auf der Einladung.

Zeit: 7.12.2009 19:30
Ort: Akademie der Künste, Pariser Platz 4, Berlin-Mitte

Straßenbahn, Stadtentwicklung und Design

checked

Straßenbahnhaltestelle Sergio Cardell in Alicante

Die Renaissance der Straßenbahn lässt sich in vielen europäischen Städten beobachten. Ob in Paris, London, Zürich oder Hamburg, bestehende Netze werden erweitert oder gänzlich neue aufgebaut. Die Vorzüge der Straßenbahn sind vielfältig: Sie ist leise, schnell und zuverlässig, emittiert lokal keine Luftschadstoffe und kann beim Einsatz von regenerativen Energien sogar zum Zero-Emission-Verkehrsmittel werden. Durch den Einsatz von Rasengleisen kann verkehrsinduzierter Luft- und Körperschall erheblich reduziert werden und zusätzliche Regenwasserversickerungsflächen im stark versiegelten städtischen Raum entstehen. Als Oberflächenverkehrsmittel wird die Straßenbahn nicht nur von vielen Fahrgästen der U-Bahn vorgezogen, sie kann auch gestalterische Funktion übernehmen und Teil eines Stadterneuerungsprozess werden. [Read more →]

Tetris und die Grundlagen der Architektur

checked http://www.vimeo.com/6736261

Diese wunderschöne Animation haben wir Sergej Hein zu verdanken. Eine gelungene Kombination aus digitalem Kulturgut (Tetris) und lebensweltlicher Wohnbebauung (der “Platte”). Das Ganze ist hierbei als Kritik an dieser Bauweise zu verstehen:

It’s kind of a parody about the former socialist building style. They use to build whole cities, without any change in House design or room layout to create cheep housing for workers (we call them Blocks). (Quelle)

Dass eine gewisse Ähnlichkeit zwischen dieser Architektur und dem Spiel nicht zu leugnen ist, brachte schon das schöne T-Shirt: “Tetris Taught Me the Fundamentals of Architecture” auf den Punkt. Wer nun aber glaubt, dass solche kubistische Architektur der Vergangenheit angehört, der sehe sich folgende Entwürfe (1, 2, 3) an. Tetris hat somit nicht nur eine Generation schlauer gemacht, sondern prägt noch heute unsere urbane Umwelt.

[via spreeblick und digital.urban]