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Google Maps mit Fahrradrouten

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Google hat zur Routenplanung bei Google Maps nun auch Fahrradrouten hinzugefügt. In unterschiedlichen Farben wird die Art der Straße bzw. die Menge des Verkehrs und das Verfügbarkeit von Fahrradspuren angezeigt.
Das Angebot ist zunächst auf die USA begrenzt, so dass wir uns in Deutschland wohl noch etwas gedulden müssen. Für alle Berliner sei solange BBBike empfohlen!

Street View & Augmented Reality

Google wird im Laufe diesen Jahres Street View auch in Deutschland anbieten. Der 3D-Modus von Microsoft Bing Maps geht da noch einen Schritt weiter: Die Kombination von Street View mit Augmented Reality soll es ermöglichen, über die Handykameras von Freunden ein Live-Bild der Umgebung auf die Karte zu projizieren. Auch werden die über Dienste wie Flickr bereitgestellten Fotos von Orten in die 3D-Ansicht perspektivisch eingepasst, so dass Ansichten desselben Ortes an verschiedenen Tageszeiten oder Situationen möglich ist. Des Weiteren werden die Orte nicht nur per Auto abfotografiert, sondern auch per pedes mit einem Kamerarucksack.

Ob das erstrebenswert ist, muss sich jeder selbst überlegen.

Aber Achtung: Die 3D-Funktion der Bingmaps funktioniert nur mit einem Windows-PC. Ist ja auch schließlich ein Dienst von Microsoft…

How to build a fake Google Street View car

http://www.vimeo.com/9455140

Im Rahmen der Transmediale 2010 haben die Mitglieder von F.A.T. mehrere Projekte unter dem Motto “FUCK GOOGLE” erstellt. Darunter auch ein gefaketes Google Street View-Auto, mit dem sie anschließend durch Berlin gefahren sind. Die teilweise inszenierten, teilweisen echten Reaktionen der Berliner auf die Gegenwart des Autos wurden in diesem Video festgehalten.

F.A.T, u. a. mit dem Bauplan für die Google Street View-Kamera als PDF-Download.

via rebel:art

Englands vorgefertigtes Häusererbe

prefab

(Quelle: www.nothingtoseehere.net)

Der Guardian überrascht mit einer schönen Diashow zu dem Leben in Nachkriegsbungalows im Londoner Stadtteil Catford. Die Aufnahmen von Martin Godwin mit der Stimme von Eddie O’Mahony, einem 88 Jahre alten Bewohners eines der Häuser, sind ein angenehmer Kontrast zu schnellen Grafiken im Netz.

Die Bungalows in Catford sind vorgefertigte Häuser, auch “prefabs” genannt. In den Nachkriegsjahren wurden über ganz Großbritannien rund 150.000 von ihnen errichtet, um die Wohnungsnot zu mildern. Für die Bauarbeiten wurden anscheinend auch italienische und deutsche Kriegsgefangene heran gezogen. Konstruiert für 10-15 Jahre haben sich die “Prefabs” in Catford als einige der wenigen bis heute erhalten. Dem Titel nach zu urteilen soll ihnen deshalb der “Grade II“-Status als denkmalgeschützte Bauwerke verliehen werden. Das ist der niedrigere von zwei Stufen erhaltenswerte Gebäude auszuzeichnen.

Weitere Quellen: Fotoserie bei Flickr

Willst du mit mir fahren?

Wer morgens an einer stark befahrenen Straße vorbeiradelt und die Autos genau begutachtet stellt fest, dass sich in den meisten Autos nur der Fahrer befindet – von Mitfahrern keine Spur. Der Pendler ist alleine. Das ist nicht nur langweilig, sondern vor allem teuer und ökologisch schädlich.

Um hier Abhilfe zu schaffen haben Studenten der TU Berlin die Webseite citypendler ins Leben gerufen.

CITYPendler ist Deutschlands Pendlerplattform für innerstädtische und Umlandpendler. Hier können sich Menschen, die jeden Tag von einem Stadtteil in den Anderen pendeln, treffen und organisieren.

Wer also täglich pendelt und kann nun sich, der Umwelt und seinen Mitmenschen etwas gutes tun. Wieder ein schönes, auf WebMaps besierendes Mashup.

Wie Fußball die Stadt verändert

Dass eine sportliche Großveranstaltung wie die EM nicht nur ein bisschen Trubel mit sich bringt, sondern dank Fanmeile, Sicherheitsvorkehrungen und Marketing eine Stadt verändert, dürfte allgemein bekannt sein. Um diese Veränderungen aufzuzeigen und kritischen Fragen nachzugehen, hat ein Workshop in der Roten Fabrik in Zürich eine Kartierung der Auswirkungen der EM auf den öffentlichen Raum erstellt. So heisst es auf der Projektseite: FANCITY 2008 – Zur Eventisierung der Stadt:

“Während der Fussball-EM 2008 befindet sich Zürich im Ausnahmezustand. Denn bei diesem Ereignis geht es nicht nur um den sportlichen Wettkampf in den Stadien, sondern um viele andere Aktivitäten und Interessen, die den städtischen Raum vereinnahmen. Für drei Wochen wird Zürich zur „Fancity“ – einer Stadt mit besonderen Spielregeln. Wir liefern den Spielplan zum Event, einen gefalteten Stadtplan, der die Besucherinnen und Besucher von Fancity mit den Besonderheiten und Regeln dieser Stadt vertraut macht.”

Zudem begleitenten Veranstaltungen mit Podiumsdiskussionen und Stadtrundgängen “zur Eventisierung der Stadt” den Workshop. Den grafisch sehr ansprechend gestalteten Stadtplan kann man sich als Flash- oder pdf-Datei anschauen und runterladen.

(Dank an Olaf Schroth für den Hinweis)

Statistik (NL) und Google Earth

Räumliche Planungen und Statistiken werden von niederländischen Institutionen in zunehmendem Umfang und immer abgestimmter frei für Google Earth zur Verfügung gestellt. Das nationale Statistikamt (cbs.nl) hat unter anderen einen kml-layer mit Stadtteilabgenzungen (`buurt´) und -Informationen veröffentlicht. Die vom Bauministerium (vrom.nl) mitfinanzierte `nieuwekaart´ visualisiert jährlich alle raumrelevanten Planungen in Flächen und Informations-placemarks für GIS und Google-Earth.
leidscherijn_lucht_u_nieuwekaart2007_u_cbs__4_2008_.jpg
Dadurch sind alle niederländischen Bauvorhaben – wie am Beispiel der Utrechter Stadterweiterung `Leidsche Rijn´(größtes Vinex-Gebiet) dargestellt – visualisierbar und mit diversen Projektdaten versehen. Ab 2009 werden alle Planungebenen durch das neue Raumordnungsgesetz und ein Programm zum digitalen Austausch und zur Veröffentlichung verpflichtet. (erstversion: publicspace.nu)

Berliner Gewerbeimmobilien in Google Earth

Nachdem Berlin mit seinem 3D-Stadtmodell ja einiges Aufsehen und auch Kritik (wir berichteten: 1,2,3) erregte, ist nun ein neues Feature hinzugefügt worden. Nun können “detaillierte Informationen zur Immobilienbranche” in Google Earth abgerufen werden, da die Berlin Partner GmbH “ihre Gewerbeimmobilien-Datenbank mit insgesamt rund 1.300 Einträgen mit dem [...] Stadtmodell Berlins verknüpft” hat (BLC Berlin). Wer also eine Immobilie kaufen oder mieten möchte, kann sie schon im Vorfeld virtuell betrachten.

So weit, so gut. Allerdings frage ich mich, ob man nicht aus so einem Programm mehr machen könnte für eine Stadt, als die leeren Immobilien zu verorten. Nichts gegen diese Nutzung, die ja ihre Berechtigung hat. Aber großer Teil des vorhandenen Know-Hows bleibt ungenutzt. Vorstellbar sind etwa Bürgerinformationen, Bebauungspläne, etc. die der Bürger in Google Earth abrufen könnte. Auch wenn das nicht die Aufgabe von Berlin Partner ist, sollte Berlin die Chance für weitere Ideen ergreifen.

Zeitalter der Kartierung

Die Karten von Google-Earth sind allgegenwärtig. Aber es gibt daneben eine Vielzahl von Menschen, die Karten aus unterschiedlichsten Anlässen und zu den ungewöhnlichsten Themen erstellen. 5 von ihnen widmet der Radiosender “This American Life” eine einstündige Sendung, die im Internet zu hören ist. Eingeteilt nach den Sinnen Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken, kommen Menschen zu Wort die Karten von Schäden in der Straße, Kürbissen und dem eigenen Körper erstellen. Mit geschichtlichen Rückblicken wird so die Entwicklung hin zu einem Zeitalter der Kartierung beschrieben, in dem wir uns gerade befinden. Denn Kartierung bedeutet ein “Weg der Beschreibung der Welt”. Allerdings überwiegt im Laufe der Sendung die Motivation der Porträtierten über eine Beschreibung der Kartenwerke.

Tatort: Wohnort

Ist der Wohnort ein Ausdruck für die eigene gesellschaftliche und wirtschaftliche Schicht, dann läßt sich durch thematische Kartierung zeigen, welche Probleme sowohl einen räumlichen wie eine sozialen Aspekt haben. So argumentiert der “Justice Mapping Center” mit Sitz in New York und versucht durch seine Arbeit zum besseren Verständnis von Verbrechen und Verbrechensbekämpfung beizutragen.

(links: eine Karte des JMC, rechts: Bild aus der Times in dem Artikel über das JMC)
Hierzu kartiert er die Wohnorte von Gefängnisinsassen in den USA (im Gegensatz zu den Orten der Verbrechensbegehung) und stellt fest, daß die Mehrheit der 2 Millionen amerikanischen Verurteilten aus wenigen Nachbarschaften in Großstädten stammen. Gut 95% kehren nach Vollendung der Haft nicht an ihren Tatort sondern ihren Stadtteil zurück und 40% werden rückfällig. Würde das Geld anstatt in Gefängnisbau und Unterhalt in die entsprechenden Stadtteile fließen, ließe sich ein großer Teil der Verbrechen vermeiden. In manchen Wohnblöcken würde in dieser Sichtweise soviel Geld stecken, daß sie auch “million-dollar block” genannt werden.

Ist die Argumentation nicht neu, sondern eine wissenschaftliche Fundierung, beginnen jetzt die spannenden Fragen. Denn wie sollte das Geld investiert werden und welchen Teil spielen räumliche und architektonische Faktoren dabei?

Artikel über das Justice Mapping Center: Times, Metro