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Kerberos Berlin

Initiative zum Erhalt der nachkriegsmodernen U-Bahnstationen in Berlin (1956 – 1994)

Chronologie der Diskussion

9. Dezember 2016: U-Bahn im Ohr – Beitrag im rbb info-Radio

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Das info-Radio des rbb berichtete über die aktuelle Diskussion um die Zerstörung der nachkriegsmodernen U-Bahnhöfe in Berlin. Zu Wort kommen BVG, Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, die Architektin Ursulina Schüler-Witte (U-Bahnhof Schlossstrasse) und Verena Pfeiffer-Kloss und Ralf Liptau von der Initiative Kerberos. Hier der Link zum Radiobeitrag (7 Minuten). Regula Lüscher gibt im Beitrag ihre Einigung mit der BVG zur Einberufung eines Gestaltungsbeirats bekannt, der dem Verkehrsunternehmen bei zukünftigen Baumaßnahmen beratend zur Seite stehen soll.

3. Dezember 2016: Die U-Bahndebatte findet Eingang in den Koalitionsvertrag der neuen rot-rot-grünen Landesregierung

Die Debatte um den Erhalt der U-Bahnhöfe hat es zu unserer großen Freude sogar in die Koalitionsvereinbarung der neuen Landesregierung geschafft. Dort werden die Verkehrsdenkmale explizit herausgehoben:

Berlin besitzt einen herausragenden Bestand an Industrie-, Technik- und Verkehrsdenkmalen, deren Schutz und Pflege sowie denkmalverträgliche Konversionen kulturell und ökonomisch gleichermaßen bedeutsam ist. Berlin wird das europäische Jahr des kulturellen Erbes 2018 insbesondere auf dem Gebiet der denkmalgeschützten Industriekultur engagiert mitgestalten und dabei bürgerschaftliche Initiativen unterstützen. (S. 46)

Besonders hoffnungsfroh stimmt uns dies:

Die bestehende Stadtlandschaft und Baukultur in Berin verdient besondere Aufmerksamkeit. […] Die städtischen Unternehmen müssen Vorbild für Denkmalschutz und Baukultur sein. (S. 45)

Zudem wird das Landesdenkmalamt in Zukunft der Senatsverwaltung für Kultur und Europa unterstehen. Wir sind gespannt, welchen Einfluss dies auf die Baukultur haben wird.

30. November 2016: Senatsbaudirektorin Regula Lüscher für Gestaltungsbeirat und Denkmalschutz

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher einigt sich mit der BVG auf die Einberufung eines Gestaltungsbeirats und befürwortet die umgehende Unterschutzstellung ausgewählter U-Bahnhöfe auf Grundlage der dem Landesdenkmalamt vorliegenden gutachterlichen Erfassung.

28. November 2016: Abbruch der Hintergleiswände im U-Bahnhof Yorckstraße

Die orangen Fliesen in der Abfalltonne.

Ein Zeitdokument in der Abfalltonne.

Trotz der zahlreichen Proteste und der breiten fachlichen Unterstützung für den Erhalt wurden Ende November die intakten, leuchtend orangen, ikonischen Fliesen im U-Bahnhof Yorckstraße mühsam herausgeklopft. Die Berliner Woche berichtete und teilt den Ärger der Initiative Kerberos.

20. November 2016: Erfassung und Begutachtung der U-Bahnhöfe abgeschlossen

Dem Landesdenkmalamt liegt die Erfassung von 73 U-Bahnhöfen der Nachkriegsmoderne und Postmoderne (1961-1996) in Berlin vor.

13. Oktober 2016: Bericht über die aktuellen Baumaßnahmen und den Stand der Debatte

Moderne Regional

Das Online-Magazin Moderne Regional veröffentlicht einen Artikel von V. Pfeiffer-Kloss und R. Liptau über den Wert des aktuell noch erhaltenen Bestands im Berliner Untergrund.

30. September 2016: Artikel bei frei04 Publizistik

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Ralf Liptau veröffentlicht bei frei 04 publizitsik – Das Architektur – eMagazin einen Artikel über die Initiative und den Stand der Baumaßnahmen, der hier als pdf gelesen werden kann.

9. August 2016: Radiobeiträge zu den geplanten Maßnahmen und Rümmlers Bahnhof Paulsternstraße

Auch das Berliner Radio hat Interesse an der Diskussion um den Erhalt der nachkriegsmodernen U-Bahnstationen. Hier ein Interview mit Frank Schmitz von der Initiative Kerberos Berlin.

http://www.radioberlin.de/programm/schema/dein_vormittag.html (9. August)

Und ein Beitrag zum U-Bahnhof Paulsternstraße mit Ralf Liptau:

http://www.inforadio.de/dossier/zeitreise-durch-die-berliner-u-bahn/44631.html

17. Juli 2016: Pressemitteilung zum aktuellen Stand der Initiative, Unterstützer und der Baumaßnahmen (pdf)

6. Juli 2016: Architektenkammer Berlin unterstützt den offenen Brief

Die Architektenkammer Berlin mit ihrem Arbeitskreis Denkmalschutz und Denkmalpflege unterstützt den offenen Brief zum Erhalt der Stationen. Die Kammer schreibt unter anderem:

Denn auch wenn die Forderung, einzelne U-Bahnhöfe als Denkmal einzutragen, grundsätzlich unterstützt wird, bedarf es unabhängig vom Denkmalschutz einer bewahrenden Haltung für die Gesamtheit der Linien, wobei die Linien 7 und 9 durch die anstehenden Maßnahmen akut gefährdet sind.
Deshalb bedürfen die vorgesehenen Veränderungen eines umgehenden Stopps von Seiten der für den Verkehr zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, um die bisherige Vorgehensweise zu überdenken.
Wir erklären gerne unsere Mitwirkungsbereitschaft, wenn es darum geht, nach konstruktiven Lösungen für eine angemessene Bewertung, Revision und Weiterentwicklung dieser Bauvorhaben zu suchen und dafür geeignete Verfahren und Begleitungsgremien zu finden.

Der gesamte Brief der Architektenkammer Berlin kann hier eingesehen werden.

März 2016: Offener Brief für einen Stopp der geplanten und laufenden Baumaßnahmen an den U-Bahnhöfen der Nachkriegsmoderne

urbanophil unterstützt den Offenen Brief, mit dem die Architekturhistoriker Frank Schmitz und Ralf Liptau im März 2016 zum Überdenken dieser Planungen angeregt haben. Folgende Forderungen wurden darin gestellt:

  1. Stopp und weitreichende Revision der bisherigen Planungen.
  2. Einrichtung eines wissenschaftlichen Beirats nach Vorbild des 2008 von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher eingerichteten Berliner Baukollegiums. Daran sollen Vertreter_innen aus der Denkmalpflege sowie der Kunst- und Architekturgeschichte beteiligt sein. Ziele sind die wissenschaftlich fundierte Wertschätzung sowie individuell an die Bahnhöfe angepasste Sanierungskonzepte, die eine größtmögliche Bewahrung der Originalsubstanz ermöglichen.
  3. Umfangreichere und frühzeitigere Öffentlichkeitsarbeit zu geplanten Sanierungs- und Umbaumaßnahmen.
  4. Eintragung weiterer Berliner U-Bahnhöfe der 1960er und 1970er Jahre in die Berliner Denkmalliste.

Hintergrund: Baumaßnahmen und Initiative Kerberos Berlin

Die Bahnhöfe Rathaus Steglitz (Zwischengeschoss und Bahnsteig), Walther-Schreiber-Platz und Schlossstraße (v.l.n.r. im Uhrzeigersinn) nach der Entkernung, Zustand 12.9.2016. Die Originalgestaltung ist nur in Bruchteilen erhalten, die Entwürfe für die Neugestaltung sind nicht bekannt.

Die Bahnhöfe Rathaus Steglitz (Zwischengeschoss und Bahnsteig), Walther-Schreiber-Platz und Schlossstraße (v.l.n.r. im Uhrzeigersinn) nach der Entkernung, Zustand 12.9.2016. Die Originalgestaltung ist nur in Bruchteilen erhalten, die Entwürfe für die Neugestaltung sind nicht bekannt.

Aktuell läuft in 11 historischen U-Bahnstationen der Nachkriegsjahrzehnte eine Entkernung, die die Substanz dieser Berliner U-Bahnhöfe unwiderbringlich zerstören wird. Die Entwürfe für die Neugestaltung insbesondere der ikonischen U-Bahnhöfe Rathaus Steglitz und Schlossstraße sind geheim – wahrscheinlich aus gutem Grund.

Einen Überblick über einen Teil der geplanten Maßnahmen gibt der Tagesspiegel, das eigentliche Ausmaß an Zerstörung kann aber nur entdecken, wer aktuell mit der U-Bahn fährt. Neben den großen Maßnahmen gibt es nämlich zahlreiche kleinteilige Eingriffe. Die Terrakottaböden im Bahnhof Zitadelle weichen dem einheitlichen weißen Granitboden, was die Ensemblewirkung des Bahnhofs gefährdet. Überall verschwinden die eleganten Holzhandläufe aus den 1950er Jahren, im U-Bahnhof Bayerischer Platz wurden die letzten noch original erhaltenen Wegweiser aus den 1970er Jahren übermalt und durch Plastikschilder im heutigen CI überklebt – hätte man es nicht daneben kleben und ein Stück Designgeschichte zeigen können? Nein, denn dann wäre der extreme qualitative Abfall zwischen Rümmlers Type und dem heutigen CI zu offensichtlich geworden.

2014: Das Original von 1971.

2014: Das Original von 1971.

2016. Überpinselt und überklebt.

2016. Überpinselt und überklebt.

Eine Änderung dieser Sanierungspolitik ist trotz der breiten Kritik aus Politik und Fachwelt aktuell nicht abzusehen, die fehlende Gesprächsbereitschaft des Verkehrsunternehmens ist traurig. Der Mut zur Individualität, der so oft beschrien wird, fehlt leider völlig, ebenso der Wille zum Sehen und Verstehen.

Die Initiative zum Erhalt der Berliner U-Bahnhöfe der Nachkriegszeit – Kerberos Berlin – ist ein Zusammenschluss der beiden Initiatoren des Offenen Briefes (März 2016) Frank Schmitz und Ralf Liptau gegen die Entkernung der Bahnhöfe sowie Verena Pfeiffer-Kloss von urbanophil. Auf dieser Seite möchten wir über die Entwicklung der geplanten Maßnahmen und über die Aktivitäten zum Erhalt der Bahnhöfe informieren.

Die betroffenen U-Bahnhöfe sind

Rathaus Steglitz – entkernt August 2016
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Schlossstraße
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Yorckstraße – entkernt November 2016
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Bayerischer Platz
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Friedrich-Wilhelm-Platz
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Bismarckstraße – entkernt 2016
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Halemweg – teilentkernt seit 2015, Pavillon noch original erhalten
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Rudow – entkernt Oktober 2016
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Wutzkyallee – 2015 entkernt und umgestaltet
Birkenstraße
Kaiserin-Augusta-Straße – 2014 entkernt und umgestaltet
Neue Grottkauer Straße

 

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urbanophil berichtete 2015 bereits über die Maßnahmen am U-Bahnhof Schlossstraße:

(Artikel vom 16. März 2015)

Die originalen Lampen sind ausgeschaltet, stattdessen werden Halbkugelleuchten benutzt. Auch zu sehen: die grüne Farbe, die aktuell auf den Sichtbeton aufgebracht wird.

Umgestaltung im U-Bahnhof Schlossstraße: Auf den Sichtbeton wird eine grüne Farbe aufgebracht, die Stationsschilder werden durch neue ersetzt (rechts), die mit glatter Oberfläche, einer anderen Schrifttype und lediglich aufgemalten Einkerbungen wenig mit dem Original zu tun haben. Die originalen Lampen in den gelben Auskragungen sind bereits ausgeschaltet, stattdessen werden Halbkugelleuchten an der Decke genutzt.

Der Abriss von Rainer Rümmlers ikonischem Eingangspavillon am Berliner U-Bahnhof Bayerischer Platz (eröffnet 1971) war der erste wirklich sichtbare Akt einer besorgniserregenden Entwicklung: seit Jahren werden kleinere, aber dafür nicht minder zerstörende Maßnahmen wie das unsensible Austauschen von Bodenbelägen, Stützenverkleidungen, Wandkeramik oder willkürliche Neuanstriche und konzeptionslose Folienbeschichtungen in Bahnhöfen wie Bismarckstraße, Fehrbelliner Platz, Bundesplatz, Nauener Platz, Osloer Straße, Adenauer Platz Richard-Wagner-Platz und anderen Bahnhöfen vollzogen und blieben leider weitgehend unbemerkt. Im März 2015 wurden allerdings völlig überraschend Pläne zur Sanierung von U-Bahnhöfen bekannt, die beispiellos substanzzerstörend sind.

Dabei gehört das ungewöhnlich umfangreiche und erstaunlich epochengemäße U-Bahnnetz, das während der Teilung der Stadt auf West-Berliner Seite um über 70 Stationen erweitert wurde, zu den Spezifika Berlins. Die Bahnhöfe der Technikmoderne erleiden gerade einen Sanierungsschlag, der nichts mehr von diesem Erbe übrig lassen wird.

„Umbau“ erfolgt seit Jahren Stück um Stück

In aller Stille wird seit Jahren auch der U-Bahnhof Schlossstraße einer altersbedingt notwendigen Sanierung unterzogen. Leider auch hier mit einer Vorgehensweise, die jegliches Gespür, jegliche Wertschätzung für diese Bahnhofsgestaltung und jedwede Sorgfalt vermissen lässt – obwohl Schlossstraße, nicht zuletzt aufgrund seiner Gesamtkomposition mit den oberirdischen Bauten für die Hochstraße und dem Wahrzeichen Bierpinsel einer der ausdruckstärksten und für seine Zeit charakteristischsten Berliner U-Bahnhöfe ist.

Aktuelle Gestaltung des Bahnhofs, bereits mit grauer Farbe über dem Sichtbeton.

Die Gestaltung des 1974 eröffneten U-Bahnhofs wendet sich bewusst von der vorangegangenen Gestaltungsphilosophie ab, bei der sowohl in den Ausbauphasen der Vorkriegszeit, als auch bei der Reparatur und ersten Erweiterungen des U-Bahnnetzes nach dem Krieg voll verflieste Wandflächen dominieren. Für Schüler/Schüler-Witte ließ der großflächige Einsatz von Keramik U-Bahnhöfe wie unterirdische Pissoirs wirken, so dass sie sich für den Einsatz von Sichtbeton entschieden. Der Sichtbeton war dabei bereits in sich ein gestalterisches Mittel, bei dem sehr bewusst durch bestimmte Schalungstechniken die Oberflächenstruktur des Betons gestaltet wurde. Der graue Sichtbeton wurde sowohl farblich, als auch strukturell durch die dunkelblauen und roten Hostalit-Z-Platten kontrastiert, die stilbildend an den Hintergleiswänden und Bahnsteigstützen angebracht wurden. Aus der Kunststoffverkleidung der Bahnsteigstützen entwickelten sich ursprünglich Sitzschalen, die allerdings bereits 2009 von der BVG demontiert wurden.

Ein blau angestrichener Stützpfeiler nach Demontage der Kunststoffsitzbänke.

Ein blau angestrichener Stützpfeiler nach Demontage der Kunststoffsitzbänke.

Die in der Folge unverkleideten Stützpfeiler wurden von BVG blau gestrichen, was möglicherweise als Zeichen guten Willens gedeutet werden könnte, wobei der verwendete Farbton bestenfalls eine Annäherung an die Originalgestaltung darstellt und mit der Entfernung der Kunststoffverschalung ein wesentliches strukturierendes Element fehlt. Die Bahnsteigtechnik wurde von Schüler/Schüler-Witte in einem roten Röhrensystem untergebracht, von der die Bahnsteigbeleuchtung in Form von gelben Kragarmen ausgeht. Auch dieses System wird von der BVG de facto nicht mehr verwendet, da sie 2013 stilistisch vollkommen unpassende Halbkugelleuchten über den Gleisen montiert hat, die in den letzten Jahren an vielen Bahnhöfen eingesetzt wurden, um die historischen Halbkugelleuchten zu ersetzen.

Farbe statt Sichtbeton?

2003 wurde bereits der Bahnhof Siemensdamm (eröffnet 1980, Architekt: Rainer Rümmler) mit grüner Farbe ausgemalt, da sich der Sichtbeton als schwer zu pflegen erwies. Dieses Ergebnis soll sicherlich einen Originalzustand suggerieren, da es vermeintlich in die Farbkonzeption der Pop Art-Ära passt. Die Unterschiede aber sind gravierend. Zudem waren auch hier die Leuchten ursprünglich quer zum Bahnsteig in den gelben Kunststoffmodulen an der Decke untergebracht, die aufgrund der neuen Lampen parallel zur Bahnsteigkante zu reinen Ornamenten degradiert werden.

U-Bahnhof Siemensdamm 2015. Ursprünglich waren die Wände in Sichtbeton gehalten, Stationsname, Grafiken und Werbetafeln waren von roten und gelben Rahmen umgeben.

U-Bahnhof Siemensdamm 2015. Ursprünglich waren die Wände in Sichtbeton gehalten, Stationsname, Grafiken und Werbetafeln waren von sehr plastischen roten und gelben Rahmen umgeben.

Ähnliches geschieht nun auch in Schlossstraße: hubbabubbagrüne Farbe soll offenbar einen poppigen Kontrast zu den frei an der Wand angebrachten einzigartigen relieffierten Stationsschildern aus blauem und rotem Kunststoff bilden, die bei dieser Gelegenheit auch gleich durch buchstäblich platte und billige Nachformungen ersetzt werden. An manchen Stellen im Bahnhof, vielleicht doch aus Respekt vor der Originalgestaltung streicht man die Wände mit betongrauer Farbe, doch auch dies ist natürlich keine Alternative zum Charakter des Sichtbeton. Der Bahnhof Schlossstraße wurde in den vergangenen Jahren schon mehrfach durch die oben beschriebenen kleineren Veränderungen in seiner Gesamtkomposition gestört. Das leider bei der BVG übliche Ersetzen der individuellen und in die Gestaltung integrierten Bänke und Abfalleimer durch neue allzweckmäßige Serienprodukte ist gravierend, denn es ist gerade die kompositorische Geschlossenheit, die an den U-Bahnhöfen der Technikmoderne beeindruckt und Wertschätzung aufkommen lassen könnte.

Stilbildender Bahnhof

Gerade seine radikale gestalterische Abkehr von der vorangegangenen U-Bahnhofsarchitektur macht den U-Bahnhof Schloßstraße zu einem besonders wichtigen Bauwerk, er steht für einen klar erkennbaren Beginn einer neuen Phase der U-Bahnhofgestaltung in Berlin. Allein dieser Umstand macht den U-Bahnhof schutzwürdig, seine Funktion und Bedeutung im Ensemble Verkehrsknoten Steglitz mit Fly-Over und Bierpinsel machen ihn zu einem weltweit einzigartigen Bauwerk. Dass der Bierpinsel offensichtlich von den Betreibern nach der Graffiti-Aktion 2010 aufgegeben wurde und seither vor sich hinrottet, darf nicht dazu führen, dass mit dem U-Bahnhof genauso umgegangen wird.

Die Graffiti-Aktion, die 2010 auf dem Bierpinsel stattfand, ist auch in den U-Bahnhof hineingekrochen.

Die Graffiti-Aktion, die 2010 auf dem Bierpinsel stattfand, ist auch in den U-Bahnhof hineingekrochen.

 

 

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