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Kunst & Kultur →

A77 und das Stadtatelier in Buenos Aires

Schnittstelle zwischen öffentlichem Raum und Institution

„Constructing things with what you have at hand is a work philosophy that not only activates the imagination, but also makes the fulfillment of dreams possible. it is not about defending realism, but quite the opposite. “
Gustavo Dieguez & Lucas Gilardi a77

Was in Deutschland synonym für eine unvollendete Autobahn ist, steht in Argentinien für das Architektenduo Gustavo Dieguez und Lucas Gilardi, kurz a77.

In den meisten ihrer Arbeiten setzen sie sich anhand architektonischer Projekte intensiv mit dem öffentlichen Raum auseinander. Hierbei versuchen sie insbesondere für die Allgemeinheit kostenlos zugängliche Objekte aus recycelten Materialien zu schaffen. In der Stadt bewegen sie sich als wäre sie ihr Büro, ihr Labor und Werkstatt zugleich. Ein Raum in dem sich unzählige Orte und Baumaterialen finden lassen um ihre Träume Wirklichkeit werden zu lassen.

So entstand kürzlich folgendes Projekt:

Kunst und öffentlicher Raum – Das Centro Cultural Nomade.

Das reiche, kulturelle Angebot Buenos Aires´ ist oft nur wenigen Menschen vorbehalten. Wie so oft in südamerikanischen Städten herrscht ein gewaltiger sozialer Unterschied zwischen den nördlichen und südlichen Teilen der Stadt. Oft gilt:  Nord= reich / Süd = arm.

Die Fundacion Proa, ein Ableger der hiesigen Stahlfirma Techint italienischer Abstammung eröffnete in den neunziger Jahren das Museum in einem der Gründerviertel Buenos Aires´, dem Stadtteil La Boca, Heimatort des Fussballclubs Boca Juniors, direkt an der Mündung des „Riachuelo“, einem der verseuchtesten Flüsse der Welt.

Ende letzten Jahres wurde a77 damit beauftragt ein Mobiliar zu entwickeln, das auf dem Vorplatz des Museums in der belebten Fussgängerzone als öffentliches Atelier hauptsächlich für Kinder funktionieren sollte.  Zugänglich für jedermann, besonders für die Bewohner der umliegenden Viertel.

Wie so oft arbeiteten Gustavo und Lucas mit Frachtkisten die sie kostenlos von Audi und VW Händlern bekommen um daraus in für sie typischer Weise mit eigenen Händen Tische und Stühle zu bauen.

In Höhe und Position verstellbar sind sie der Hauptbestandteil dieses kleinen Stadtateliers. Im Laufe der Zeit wurde die Idee entwickelt, es als ein Wanderatelier zu nutzen. Es wurde ein Schiffscontainer umgebaut der das Mobiliar beherbergt und als Infostand dient. Neue Aktivitäten und Orte wurden bereits festgelegt, an denen das Centro Cultural Nomade an verschiedenen Plätzen der Stadt seinen Container und Möbel aufzuschlagen wird.

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1 Kommentar
  1. Ich war mit meinem Sohn Simon (6) da und wir haben an einem heissen Sonntagnachmittag die Holzmöbel ausprobiert und waren begeistert. Kinder aller Nationen und unterschiedlichen Herkunft haben plötzlich zusammen gebaut und gemalt, unter professioneller Anleitung und kostenfrei! Danke

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