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Die rosa Röhren von Berlin…

Rosa Röhre mit Gaffa Urbanismus (Foto: Tim Birkholz)

Rosa Röhre mit Gaffa Urbanismus (Foto: Tim Birkholz)

Kürzlich machte ein schöner Blog- und Foto-Beitrag die Runde durch die Social Media-Welt der urbanen Stadt- und Berlin-Liebhaber: The fancy pipes of Berlin. Unveiling a mystery. Inhalt des Beitrages und Hauptdarsteller der schönen Fotoserie waren die rosa Röhren, die die meisten Berlin-Bewohner (und wohl auch viele Besucher) irgendwo aus dem Berliner Straßenbild kennen. Und als wenn das nicht schon genug wäre, hat Berlin sogar ein architektonisches Highlight in Form einer richtig dicken rosa Röhre. Aber dazu mehr am Ende des Artikels.

Über die rosa Röhren im Straßenbild wurde bislang jedenfalls noch nicht so viel geschrieben und auch Gesprächsthema sind die Röhren – zumindest aus subjektiver Sicht – eher selten gewesen. Das ist ab nun anders, denn der Autor schreibt:

Some say Berlin is young, hip and artsy. I say it’s funny because it’s got pink pipes.

Der Autor des Blog-Beitrags hat nicht nur schöne Fotos von den Röhren gemacht (die man auch kaufen kann), sondern auch deren Funktion recherchiert und vor allem per Google Earth deren Lagerstätte identifiziert.

Mit den Röhren wird übrigens Wasser in die Spree geleitet, in der Regel sind Baustellen der Grund. Eigentlich sind sie aber eine Dauereinrichtung, da in Berlin eigentlich immer irgendwo zehntausend Baustellen sind und diese auch noch sehr lange dauern oder auch niemals enden – man möche jetzt gar nicht den Berliner Flughafen oder die S-Bahn erwähnen, denn da wird ja schon genug drüber geschrieben. Der schöne Blog-Beitrag über die rosa Röhren hat jedenfalls in Erinnerung zurückgerufen, dass wir von urbanophil bereits 2010 für das urban spacemag eine der rosa Röhren fotografiert hatten, für einen kleinen Beitrag zum Thema Gaffa Urbanismus. Dieses Foto kann übrigens gerne beliebig oft heruntergeladen, weiterverbreitet und eingerahmt werden, vollkommen kostenlos…

Wenn man dann erst einmal angefangen hat, über rosa Röhren nachzudenken, dann fällt es einem quasi wie Schuppen von den Augen: Berlin hat nämlich noch eine weitere rosa Röhre und die ist ein richtiges architektonisches Highlight: Der “TUB Umlaufkanal” der TU Berlin, ebenfalls schon mehrmals Thema bei urbanophil gewesen (nämlich hier und hier). Der Umlaufkanal wurde erst kürzlich in dem ausgesprochen lesenswerten Artikel “Berliner Riesen” der NZZ über die Berliner Nachkriegsmoderne zum Thema gemacht. Das 1976 nach Plänen von Ludwig Leo errichtete Gebäude muss nämlich bald, am besten denkmalgerecht, instand gesetzt werden. In dem Gebäude befindet sich bis heute das Institut für Wasser- und Schifffahrtstechnik der TU Berlin. Damit hätte diese außergewöhnliche Architektur etwas mehr Glück, als viele andere Baudenkmäler aus dieser Zeit, bei denen sich die Berliner Politik mehr als schwer tut – genauer nachzulesen im NZZ-Artikel.

Die beiden Artikel über die Berliner rosa Röhren – beide nicht in Berlin erschienen bzw. von Berlinern geschrieben – zeigen: In der Außenperspektive wird Berlin manchmal für Dinge wert geschätzt, die aus der Innenperspektive gar nicht oder nicht so wahrgenommen werden. Insbesondere bei den architektonischen Denkmälern der Nachkriegsmoderne, zu nennen sind hier Bierpinsel, ICC oder eben die rosa Röhre, kann nur zu hoffen sein, dass die Berliner Lokalpolitik die Qualität noch wahrnimmt, bevor es zu spät ist.

Eine richtig große rosa Röhre: Der TUB-Umlaufkanal  (Foto: TUB)

Eine richtig große rosa Röhre: Der TUB-Umlaufkanal (Foto: TUB)

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  • 1 Kommentar
    1. Bekanntes Thema. Heute auf @URBANOPHIL zu lesen: Die Rosa Röhren von Berlin – http://t.co/3ESXV1Ln

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