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„I Like Trains“ – Der Protestsong gegen die Bahnrationalisierung (vor 40 Jahren)

Großbritanniens Eisenbahnmarkt hat so einiges miterlebt: Die erste Eisenbahn der Welt fuhr 1825 zwischen Middlesbrough und Bishop Auckland, bis 1913 hatte das Schienennetz eine Länge von 37.500 km erreicht. Allerdings sah sich die Britische Regierung in der Nachkriegszeit unter zunehmenden Rationalisierungsdruck, da die Staatsbahn zunehmend defizitär arbeitete. Zwischen 1950 und 1974 – und insbesondere zwischen 1960 und 1965, als Richard Beeching der British Transport Commission vorsaß, wurden gemäß den Empfehlungen des Beeching-Reports unzählige Nebenstrecken in England stillgelegt.
Und dies, obwohl gerade die Nebenbahnen kaum Defizit einfuhren. Die Folgen des Beeching-Reports sind bis heute zu spüren, da die Bahn wieder zunehmend ihre Anteile am Modal-Split steigern konnte. Und so hat die Band »iLIKETRAINS« einen Protestsong gegen die so genannte „Beeching-Axt“ geschrieben:

Is this the price we pay for progress?
Taking 1 step forward, for every 6 we take back
Does your dirty oil stained money make you happy?
Do you just want to be remembered
Book your place in history
you will be

Der Britische Eisenbahnmarkt wurde 1994 komplett für den Wettbewerb geöffnet. Zunächst wurde auch die Schieneninfrastruktur privatisiert, was allerdings zu Wartungsmängeln und Vernachlässigung führte, was ultimativ im Zugunglück von Hatfield endete. Der private Infrastrukturbetreiber „Railtrack“ ging infolge insolvent, so dass die Schieneninfrastruktur wieder verstaatlicht wurde. Zwar ist die Sicherheit seither verbessert worden, allerdings führt der Wartungsstau weiterhin zu einer hohen Unzuverlässigkeit (die Pünktlichkeitsquote im Personenverkehr liegt bei unter 90%).
Im Liberalisierungsindex Bahn liegt Großbritannien auf der ersten Position in der Gruppe fortgeschrittene Marktöffnung. Insgesamt konnte die Nachfrage im Schienenpersonenverkehr seit der Privatisierung der Staatsbahn nahezu verdoppelt werden. Allerdings erlebte Großbritannien zeitgleich einen starken wirtschaftlichen Aufschwung, so dass die Nachfragezuwächse nicht allein auf den Wettbewerb zurückgeführt werden können.

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