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Musiker die Architekten sind

Lebenswege legen gelegentlich erstaunliche Zwischenstopps ein. Schaut man sich die Biographien verschiedener bekannter Musiker an, haben zumindest einige ihre Nasen für kurze Zeit ins Architekturstudium gehalten. Das berühmteste Beispiel ist die Gruppe Pink Floyd. Die Bandmitglieder Roger Waters, Richard Wright und Nick Mason lernten sich 1964 beim Architekturstudium an der Polytechnischen Hochschule in London kennen. Zu dieser Zeit fällt auch die Entscheidung eine Musikband zu gründen mit dem Namen Sigma6. Sowohl der Name als auch die Mitglieder wechseln im Laufe der Zeit bis sie schließlich die weltbekannte Band von „The Wall“ werden. Zu ihrer architektonischen Vergangenheit befragt, geben Waters und Wright später Auskunft, nie wirklich an dem Fach interessiert gewesen zu sein. Den einzigen Bezug zu ihrem musikalischen Schaffen sehen sie in den erlernten zeichnerischen Fähigkeiten, die sie bei der Erarbeitung ihrer beeindruckenden Bühnenshows zur Anwendung bringen. Nick Mason, der einzige der einen Abschluß in Architektur erlangte, formuliert es so: „I believe that we got a feeling for knowing how to translate strange ideas into reality, especially concerning our pompous stage designs„.
Auch Art Garfunkel drückt für ein Jahr die Bank im Architekturstudium der Columbia Universität in New York, bevor in den Studiengang Kunstgeschichte wechselt, in dem er auch absolvierte. Dies brachte (ihm laut der Internetseite songfacts) den Spitznamen Frank Lloyd Wright bei seinem Bandpartner Paul Simon ein. Das Lied „So long, Frank Lloyd Wright“ auf ihrem letzten gemeinsamen Album „Bridge over Troubled Water“ ist somit nicht als Hommage an den großen amerikanischen Architekten zu verstehen.

Den größten Bezug zur Architektur in ihrer Musik beweist allerdings die Band „Air“ aus Frankreich. Das Mitglied Nicolas Godin des Duos besuchte die Ecole Nationale Supérieure d’Architecture de Versailles. Ähnlich dem Modulor von Le Corbusier arrangieren sie ihre Musik aus gut proportionierten Teilen und benennen sogar ein Lied direkt nach dem Proportionssystem des Architekten auf ihrem Album „Moon Safari“. Ein Jahr später schreiben sie die Musik für den Film „The Architecture of Reassurance“ von Mike Mills. Die junge Alice Cooper wandert in diesem sehenswerten Kurzfilm durch die künstliche Welt der Vorstädte Nordamerikas.


(Auszug aus Mike Mills Film „The architecture of Reassurance“)

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1 Kommentar
  1. Und wenn Obama nicht gerade Präsident geworden wäre, dann könnte er sich gut vorstellen Architekt zu sein:
    http://ecosistemaurbano.org/?p=2425

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