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„Otto Piene. More Sky“ in der Neuen Nationalgalerie Berlin

Otto Piene -  The Proliferation of the Sun, 2014 Außenansicht Neue Nationalgalerie Berlin Foto: David von Becker

Otto Piene – The Proliferation of the Sun, 2014, Außenansicht Neue Nationalgalerie Berlin. Foto: David von Becker

Der 1928 geborene Künstler Otto Piene gilt schon seit den späten 1950-er Jahren als Wegbereiter der Avantgarde, die mit ihrer Kunst aus den Ateliers heraus in den Stadtraum expandierte und dort den öffentlichen Raum bespielte. Piene insbesondere, aber später auch z.B. Otto Herbert Hayek, ist dadurch nicht nur die Auf- und Ausweitung des Kunstbegriffs zu verdanken, sondern auch die Arbeit am Demokratiebegriff mit Mitteln der Kunst, die während der Aktionen quasi nebenbei, vor allem auch sehr sinnliche Momente vermittelte.

Piene fing schon früh an, seine Skulpturen für den Aussenraum zu konzipieren. Dies folgte im Wesentlichen zwei Motivationen: Zum einen konnte er auf diese Weise mit Materialien wie Feuer arbeiten, zum anderen die räumliche Limitierung von Galerien umgehen.

»Mein höherer Traum betrifft die Projektion des Lichts in den großen Nachthimmel, das Ertasten des Universums, so wie es sich dem Licht bietet, unberührt, ohne Hindernisse -der Luftraum ist der einzige, der dem Menschen fast unbegrenzte Freiheit bietet.« Otto Piene, 1962

Innert der »Sky Art Events« bespielte er u.a. 1984 am Ernst-Reuter-Platz in Berlin, oder im Rahmen der Expo 2000 in Hannover, den Luftraum über der Stadt, mit weit in den Himmel reichenden, luftbefüllten und beleuchteten Skulpturen.

Otto Piene - Berlin 1984 (für die Eröffnung der Ausstellung "Die Zukunft der Metropolen: Paris - London - Berlin", Ernst-Reuter-Platz, Berlin, 1984) Foto: Otto Piene Archiv / ZERO foundation

Otto Piene – Berlin 1984 (für die Eröffnung der Ausstellung „Die Zukunft der Metropolen: Paris – London – Berlin“, Ernst-Reuter-Platz, Berlin, 1984) Foto: Otto Piene Archiv / ZERO foundation

Vor der in Kürze folgenden, renovierungsbedingten Schließung der Neuen Nationalgalerie, möchte diese mit Hilfe Pienes ein deutliches Zeichen des Aufbruchs setzen und zeigt in einer vielversprechenden Kooperation mit der Kunsthalle der Deutschen Bank, eine Retrospektive der Werke Pienes, wobei der gesamte obere Bereich der Nationalgalerie der Dia-Performance „The Proliferation of the Sun“ (Die Sonne kommt näher) gewidmet ist. Die Aufführung der 25 Minuten dauernden, 1967 von Piene für eine kleine Off-Bühne in New York konzipierten Arbeit, wird bei freiem Eintritt zwischen 19. Juli und 31. August, jeweils in den Abendstunden von 22 bis 3 Uhr zu erleben sein: Auf über 1000 handbemalten Glasdias, werden farbig schillernde Formen in den offenen, mit verschieden Projektionsflächen und -Körpern arrangierten Ausstellungsraum projiziert und ergeben, so Piene, eine „poetische Raumfahrt“, die durch eine Klanginstalation begleitet wird. Ein paar Impressionen findet ihr hier:

Ein besonderes Highlight wird ein am 19. Juli 2014 im Außenbereich und auf dem Dach der Neuen Nationalgalerie stattfindendes »Sky Art Event« sein: Mit drei bis zu 90 Meter hohen, illuminierten Luftskulpturen in Sternenform – darunter der „Berlin Superstar“, den Otto Piene erstmals 1984 an der Technischen Universität zeigte – wird der Künstler auf eindrückliche Weise den Berliner Nachthimmel bespielen und die strenge Architektur des Mies-van-der-Rohe-Baus mit seinem Idealismus und seinen utopischen Visionen konfrontieren.

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„Otto Piene. More Sky“
17. Juli – 31. August 2014
Eine Ausstellungskooperation der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin und der Deutsche Bank KunstHalle.

Neue Nationalgalerie
Kulturforum, Potsdamer Str. 50
10785 Berlin
Öffnungszeiten
Di, Mi, Do, Fr, Sa, So 22–3 Uhr
Mo geschlossen
Eintritt frei

Deutsche Bank KunstHalle
Unter den Linden 13/15
10117 Berlin
Öffnungszeiten
täglich 10-20 Uhr
Eintritt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro
Mo Eintritt frei
Kinder + Jugendliche bis 18 frei

Weitere Informationen: www.ottopieneinberlin.de/

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