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Städtebau & Architektur →

Adventskalender Tag 23: Die Kirche des Heiligen Donatus

Die Kirche des Heiligen Donatus

Urlaub – Ein Wort, das Freude und Entspannung auf jedem Gesicht erblicken lässt. Urlaub wird von jedem Mensch bis zu kleinsten Detail geplant und mit große Freude erwartet. Für viele bedeutet der Entspannung und vor allem Ruhe. Für die Kunsthistoriker es ist anders – der ständig wachsende kunsthistorische Lustgewinn lässt uns nie in Ruhe. So bald wie an einem neuen Ort angekommen sind, verspüren wir einen enormen Lust möglichst viel Historisches und Kunsthistorisches in der kurze Zeit zu entdecken, zu erforschen und mitzunehmen.

In diesem Sommer durfte ich eine für mich wunderschöne Stadt an der kroatischen Adriaküste entdecken. Zadar (lateinisch Jedera) – eine Stadt mit einer bis ins 2. Jh. v. Chr. reichende Geschichte. Der Stadtkern befindet sich auf einer ca. 1 km langen und 400 m breiten Landzunge und ist gleichzeitig der Ort, an dem sich einige der bedeutendsten Kirchenbauten Kroatiens befinden. Einer davon ist die Kirche des Heiligen Donatus (kroatisch Sveti Donat). Die Kirche befindet sich auf den Ruinen des antiken Forums im Zentralen Teil des historischen Stadtkerns Zadars und war ursprünglich der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Sie wurde als Hauskapelle der Bischöfe vor der romanischen Kirche St. Anastasia (kroatisch Sveta Stošija) und dem Bischofpalast erbaut. Den heutigen Namen bekam die Kirche erst im 15. Jh. zur Ehren des Bischofs Donatus, der sie im 9. Jh. nach byzantinischen Vorbildern errichten ließ. Es handelt sich hier um eine Doppelkirche auf rundem Grundriss mit drei Apsiden im Osten. Bautypologisch ähnelt sich die Kirche der Aachener Pfalzkapelle (zwischen 796 und 805 n. Chr.) und Doppelkapelle in Bonn Schwarzrheindorf (Mitte 12. Jh.).

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Adventskalender Tag 22: Abspannwerk Richardstrasse

Abspannwerk Richardstraße, © Lara Merrington

Wer die Richardstrasse in Neukölln schon einmal entlang spaziert ist, dem dürfte jenes eigentümliche und in die Höhe ragende Backsteingebäude schon aufgefallen sein, dass mit seiner Fassade aus geschossübergreifenden kantigen Vertikalschlitzen sich merklich aus der Häuserreihe abhebt. Enorm erscheint die Baumasse, von enormer Bedeutung war auch einst seine bestimmende Funktion im Energiestoffwechsel der Stadt im letzten Jahrhundert. Als eines von zehn Abspannwerken von Hans Heinrich Müller in den Jahren 1926-28 erbaut, sollte es den zunehmenden Bedarf an Strom sichern. „Abgespannt“ wurde der in den Kraftwerken produzierte Strom, um möglichst wenig Leistung auf dem Weg von der Peripherie ins Innerstädtische zu verlieren.

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Adventskalender Tag 21: Jugendstilkleinod in Darmstadt

Jugendstilfassade in Darmstadt

Nicht nur der schön sanierte Bahnhof, das mondäne Stadtbad sowie die Mathildenhöhe, ein Gesamtensemble aus Hochzeitsturm, Ausstellungsgebäude, Museum Künstlerkolonie, Künstlerhäusern und Platanenhain, charakterisieren Darmstadt als ein sehenswertes Zentrum des Jugendstils in Deutschland. Nein, auch die Moosbergstraße 60, ein Bürgerhaus im südlichen Darmstädter Stadtteil Besungen, ist eine Reise wert! Die Fassadengestaltung mit den zwei weißen Pfauen im Mittelpunkt steht beispielhaft für eine Bauhandwerkskunst, die man heute vergeblich sucht. In der ehemaligen Konditorei Spahn im Erdgeschoss befindet sich mittlerweile ein Architekturbüro, dessen Mitarbeiter gern detailliert über das Gebäude informieren.

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Adventskalender Tag 20: Diesterweg-Gymnasium in Berlin-Wedding

Fassade des Diesterweg-Gymnasiums

Fassade des Diesterweg-Gymnasiums

Knallorange leuchtet das Gebäude des ehemaligen Diesterweg-Gymnasiums in Berlin-Wedding, dunkelgrüne Details setzten markante Akzente. Neben der Farbe sind abgerundete Fassadenelemente auffällig: soft-edge-Nachkriegsmoderne, leider von Verfall und Abriss bedroht. Die Schule entstand Mitte der 1970er Jahre im Sanierungsgebiet Brunnenviertel auf einem Baublock zwischen der Putbusser und der Swinemünder Straße.

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Adventskalender Tag 19: Die Bethlehemskirche in Berlin

Die Bethlehemskirche Berlin (1910)

“Zu Bethlehem geboren…” – eine hoffentlich dauerhafte Erinnerung an das barocke Berlin.

Man kann sich trefflich darüber streiten, wieviel vom barocken Berlin eigentlich übrig geblieben ist. Der Bauboom des 19. Jahrhunderts, die Beschädigungen und Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und natürlich die im Westen und Osten von den jeweiligen Ideologien geprägte Wiederaufbauzeit haben die Bausubstanz und Ausstattungen des 16. bis mittleren 18. Jahrhunderts jedenfalls ziemlich dezimiert. Gewiss, da steht das Brandenburger Tor, an der Prachtstraße unter den Linden gibt es die berühmte Königliche Bibliothek, das Zeughaus ist da, die Kirchen am Gendarmenmarkt, die Sophienkirche überdies, in Charlottenburg das Schloss – um ein paar wichtige Bauten zu nennen. Vieles ist aber auch von späteren Zeiten überformt oder eben einfach ersetzt worden.

Bewahrt ist es in der Erinnerung und in Bild- und Textquellen; manchmal auch baulich auferstanden als eine Art Klon, wie insbesondere das Ephraim-Palais. Bei einem Bau hat sogar die Erinnerung über alle Realitäten und, so sollte man meinen, über Vernunft und Anstand gesiegt: Das Stadtschloss wird wiedererstehen, wobei mit dieser Ausdrucksweise ja schon den Befürwortern das Wort geredet ist. Streng genommen muss es heißen: Es entsteht der Neubau des Humboldt-Forums, dessen Äußeres auf drei Fassaden einen an Quellen eng orientierten und mit erhaltenen Originalteilen bestückten Neubau der restlos abgeräumten barocken Fassaden darstellt. So ist das. Es wird natürlich im Volksmund irgendwann Stadtschloss heißen, genau wie der Bundestag gelegentlich mit dem Reichstag verwechselt wird.

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