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Aktuell
Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Habitat III – ein kritischer Rückblick

Dies ist der dritte Artikel in unserer Reihe zur Habitat III Konferenz in Quito. Laura v. Puttkamer, die auch unter www.parcitypatory.org bloggt, war vor Ort und schildert uns ihre Eindrücke.

dav Eine Woche ist es nun her, dass das Megaevent Habitat III sich dem Ende zuneigte. Inzwischen sind alle wieder zuhause und konnten reflektieren, was denn eigentlich in vier chaotischen, vollen, inspirierenden und anstrengenden Tagen passiert ist.

Die einfache Antwort ist: nicht viel. Die New Urban Agenda war bereits vor der Konferenz in Ecuadors Hauptstadt Quito beschlossen und es wurde nichts mehr daran geändert. Daher war Habitat III letztendlich vor allem eine große Feier der Agenda.

Die längere Antwort ist: Zuerst einmal haben alle Teilnehmer*innen sich gefreut, dass dem Thema Stadtentwicklung inzwischen ein eigenes Event gewidmet ist, auch wenn es in der Habitat-Form zu selten stattfindet.

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Nachlese: urbanophil auf der Frankfurter Buchmesse

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Abb. JOVIS Verlag

Von 19.-23.10.2016 war wieder Frankfurter Buchmesse und urbanophil war auch für einen Tag vor Ort. Neben spannenden Gesprächen mit einigen Verlagen, waren wir auch Teil der Gesprächsreihe Communicating Architecture am Stand des JOVIS Verlags.

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Willkommensstadt – Wo Flüchtlinge wohnen und Städte lebendig werden

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Daniel Fuhrhop wandelte sich vom Architekturverleger, der fünfzehn Jahre lang vor allem über Neubauten publizierte, zum Buchautor (Verbietet das Bauen) und zum Bauverbot-Blogger, der sich gegen den Neubau wendet. „Willkommensstadt – Wo Flüchtlinge wohnen und Städte lebendig werden“, ist nun sein zweites Buch als Autor. Es untersucht, wie wir Flüchtlinge gut unterbringen, so dass Integration gelingt. Zudem wirft das Buch einen Blick zurück auf frühere Wanderungen nach Deutschland: Vertreibung, Gastarbeiter, Aussiedler, und fragt, was wir daraus lernen können – dabei werden natürlich auch Probleme angesprochen. Eingebettet wird all das in die Frage, wie wir lebendige Städte schaffen, die natürlich auch klimaschonend sein sollen. Kurz gesagt: Wenn wir mit dem KO-Argument, es gehe um Flüchtlinge, nun schnell und viel neu bauen, dann heizen wir jenen Klimawandel weiter an, der uns die nächsten Flüchtlinge beschert – und machen quasi nebenbei unsere Städte kaputt.

Damit knüpft das Buch an „Verbietet das Bauen!“ an, ist aber im Gegensatz zu dessen provokantem Grundton gelassen und positiv.

Seine Argumente wird Daniel Fuhrhop mit seinem neuen Buch vorstellen und anschließend im Gespräch mit dem Stadtplaner Georg Balzer vom Netzwerk „Architekten für Architekten“, sowie Gabriele Fink, Architektin vom Netzwerk „n-ails“, sowie Toni Karge vom Netzwerk „urbanophil“ diskutieren.

Ihr seid herzlich eingeladen, mit zu diskutieren!

Mehr Informationen hier und hier.

Wann? Mittwoch, 26. Oktober 2016, 19.00 Uhr

Wo? www.plattformnachwuchsarchitekten.de
Ladenlokal Nazarethkirchstr. 39, 13347 Berlin-Wedding

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Der urbane twitter-Wochenrückblick (15.10.2016 – 21.10.2016)

Städtebau & Architektur →

Die Stadt im Dorf lassen

Moderne Kirchen in Frankfurts Speckgürtel

Ein Gastbeitrag von Karin Berkemann
„Eine typische protestantische Kirche“ – so wirbt das Freilichtmuseum Hessenpark für die barocke „Kirche aus Kohlgrund“. Bis 1971 stand sie in eben jenem Dorf, das im selben Jahr nach Bad Arolsen eingemeindet wurde. Der frisch gebackene Stadtteil erhielt eine neue Betonkirche, kein Einzelfall in diesen Jahren in Nord- wie in Südhessen. Die Fachwerkkirche von Kohlgrund bekam im Freilichtmuseum eine zweite Chance. Den barocken Altaraufbau aber behielt man vor Ort unter dem modernen Kirchendach und zeigt ihn heute stolz den Touristen.

„Eine typische protestantische Kirche“ – so wirbt das Freilichtmuseum Hessenpark für die barocke „Kirche aus Kohlgrund“. Bis 1971 stand sie in eben jenem Dorf, das im selben Jahr nach Bad Arolsen eingemeindet wurde. Der frisch gebackene Stadtteil erhielt eine neue Betonkirche, kein Einzelfall in diesen Jahren in Nord- wie in Südhessen. Die Fachwerkkirche von Kohlgrund bekam im Freilichtmuseum eine zweite Chance. Den barocken Altaraufbau aber behielt man vor Ort unter dem modernen Kirchendach und zeigt ihn heute stolz den Touristen.

Es ist etwas Merkwürdiges mit der Stadt: Wer drinnen ist, will möglichst bald aufs Land (Marmelade kochen/Schafe züchten/Yoga lehren). Wer draußen ist, will unbedingt mit der Stadt gleichziehen (Marmelade kaufen/Balkonkatzen halten/Tango lernen). Von diesem Zwiespalt sind auch die Kirchengemeinden nicht frei, die sich im Speckgürtel größerer Städte wie Frankfurt zu behaupten suchen. Als es die wirtschaftswunderlichen Jahrzehnte nach dem Krieg möglich machten, wurde daher vielerorts mit einem neuen Gemeindehaus „aufgerüstet“. Und wo es irgend finanzierbar schien, sollte dann noch ein „Stararchitekt“ mit einer extravaganten Betonkirche ein urbanes Zeichen setzen.

„Wenn es gilt zu bauen, wird modern gebaut“

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