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Aktuell
Städtebau & Architektur →

Lebendige Restauration

Die Bauforschung hat für den entwerfenden Architekten nicht häufig interessantes zu bieten gerade wenn dies Restaurationsmethoden betrifft. Seit kurzem wird dort jedoch mit lebenden Bakterienkulturen geforscht für den ewigen Kampf um Statuen und Reliefs. Zum einen sollen “gute” Bakterien eingesetzt werden, um Nitratausblühungen im Gemäuer aufgrund von zu hoher Feuchtigkeit zu bekämpfen. Aufgetragen auf die Schadstelle fressen die kleinen Helfer die Nitrate einfach weg. Das zweite Anwendungsgebiet ist der Aufbau von Kalkschutzschichten an Mauerwerken und Verzierungen. Das Ergebnis lässt sich nach der Webseite des Projektes Biobrush gut bildlich verdeutlichen.

(Quelle: Projekt Biobrush)

Im zweiten Fall wird übrigens der Bacillus cereus verwendet, der auch dafür verantwortlich ist, dass Milchprodukte sauer werden. Also falls der Joghurt das nächste mal seine Haltbarkeit überschreitet, einfach an die Wand klatschen und etwas Kalziumazetat dazu mischen. Die Hauseigentümer werden dankbar sein.

Quellen: Zeit, Sueddeutsche, Wikipedia

Städtebau & Architektur →

Das geschlossene Berufsfeld

Die Universität von Arkansas brachte dieser Tage mit “APPX” eine neue architekturbezogene Zeitschrift heraus, mit dem Ziel einen “schwarzen Architekturdiskurs” zu fördern. Die Artikel sind leider nicht online zu lesen, aber da das Interesse an Inhalten dieses Diskurses besteht, stießen wir auf der Suche nach verfügbaren Quellen auf die Konferenz “2020: A Diversity Conference for Design Professionals” aus dem Jahr 2003 in Boston. Neben vielen Beiträgen findet sich hier auch einer des Redakteurs von APPX, Darrell Fields.

(Cover der ersten Ausgabe von APPX)

Er bezieht sich in seinem Text auf die Unterrepräsentation der Afro-Amerikaner an Architekturschulen des Landes, die 1% beträgt in Relation zu 12,1% in der Gesamtbevölkerung. Falls jedoch eine größtmögliche ethnische in intellektueller Diversität mündet und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit des Berufes erhöht (was gemeinhin nicht bezweifelt wird), so können einige Probleme der Architektur deutlicher gesehen werden. Die Homogenität des Berufsfeldes macht es immun gegenüber den sozio-politischen Diskurs außerhalb der Disziplin und schließlich bedeutungsloser in der Sicht der Allgemeinheit. Und der außer akademische Bedeutungsverlust wird ja allgemein anerkannt.

Falls wir auf Daten und Texte der hiesigen Zusammensetzung der Architektenwelt stoßen, lassen wir es wissen. Vielleicht wäre die Thematik auch für die am Freitag sich gründende Stiftung Baukultur interessant, die sich der Kommunikation innerhalb und außerhalb des Berufsfeldes widmen will.

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

»pimp my city« – Jugendbeteiligung in Hamburg-Wilhelmsburg

“Der Titel schließt ja die ältere Generation so ‘n bisschen aus”

pimpmycity2.jpg

- so leitet der Moderator des Hamburger Kulturmagazins `Lampenfieber’ die Talkrunde mit dem Stadtplanungsstudent Sammy David Schneider ein, der mit seiner Diplomarbeit `pimp my city’ ein einsatzschnelles Planertool zur Beteiligung von Jugendlichen in Stadtteilen mit Image-Problemen erarbeitet. Teil der Arbeit ist ein Film, der die Projekte begleitet. Er wird heute abend in Wilhelmsburg zum vorerst letzten mal im Rahmen der IBA- Hamburg, sowie mit Unterstützung der `Lebenswerten Stadt Hamburg, Projektgebiet Wilhelmsburg’, gezeigt. Weitersagen!

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Stalinistische Marktwirtschaft

Stalinismus und Wegzugsprämien? Zumindest, wenn es nach dem brandenburgischen Finanzminister Rainer Speer (SPD) geht, kann man hier einen Zusammenhang finden. Denn dieser kommentierte einen Vorschlag des Berlin-Institutes von Wegzugsprämien für schrumpfende Regionen in Brandenburg mit mit der Aussage, dass ihn das an “stalinistische Politikansätze” und Zeiten erinnert.

So hat das Berlin Institut im Rahmen eines vom brandenburgischen Landtag in Auftrag gegebenen Gutachten – neben weiteren Vorschlägen – geschrieben, dass man in Regionen, wo “kein anderer Impuls möglich ist”, die Menschen “zum Abwandern [...] motivieren” müsste. “Dies könnten etwa Prämien für das Verlassen einer sich entleerenden Region sein” (S.30).

Man kann ja von einem solchen Vorschlag halten was man will, aber wer zu solchen Kommentaren geift, der ist wohl nicht der Richtige, um mit neuen Ideen und kreativen Ansätzen die Herausforderungen konstruktiv zu bewältigen. Aber vielleicht bringt der vielfältigt diskutierte und kommentierte Vorschlag (1, 2, 3) neuen Wind in die Diskusion um “Gieskannenprinzip”, “Stärken stärken” und “Naturpark Brandenburg”.

Video, Film & Fotografie →

Der Stadtfotograf

Das Amt des Stadtschreibers geht anscheinend auf den Autor Franz-Joseph Schneider zurück, der erstmals seine Heimatstadt Bergen-Enkheim bei Frankfurt begeistern konnte, dieses zeitlich begrenzte Stipendium zu verteilen. Seitdem hat sich dieser Posten auch in anderen Städten etabliert. Seit einigen Jahren suchen ein paar Städte als Ergänzung oder als Ersatz zu diesem nach einem Stadtfotografen. Unsere Suche ergab, dass bisher Gera, Ravensburg, Koblenz, Darmstadt und Eisenach (2) in Deutschland jährlich oder zwei-jährlich unter den Bewerbern für das Amt durch eine Jury entscheiden.

Nach Außen sollen die Fotografien (durch Ausstellungen und Kataloge) das kulturelle Image der Stadt vergrößern und die Bewohner zu einer Auseinandersetzung mit ihrer persönlich-individuellen Verwurzelung anregen. Es scheint nicht ungewöhnlich, dass gerade mittelgroße Städte ein Interesse an einem solchen Posten haben. Sie sind groß genug eine eigene Identität zu bilden und müssen diese im globalen Städtekampf behaupten, aber sie sind nicht zu groß, um in mehrere Teile zu zerfallen.

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