Städtebau & Architektur →
Wir sind Architekten!
Laut einer Umfrage (pdf) des Marktforschungsinstitut Fittkau und Maaß im Auftrag der Online-Partnervermittlung ElitePartner.de rangiert die Attraktivität des Architekturberufes noch vor den “Halbgöttern in Weiß” auf Platz 1. Zumindest meinten dies 54% der Single-Frauen von über 11.000 insgesamt Befragten. Umgekehrt plazieren Architektinnen nur auf Platz 5 aus männlicher Sicht. Auch wenn solche Umfragen regelmäßig den Weg in die Presse finden und Stadtplaner unter uns sind, kann dieses Ergebnis unkommentiert für das Ego so stehen bleiben.
Stadtentwicklung & Stadtpolitik →
Vereint in Einsamkeit – Nachbarschaftliche Vielfalt und deren Auswirkungen
Geht es um die Auswirkungen von kultureller, religiöser sowie ethnischer Vielfalt auf Gemeinden und Stadtgebiete, teilen sich die Meinungen in zwei Lager: Das Eine glaubt, Diversität fördere Toleranz und soziale Kompetenzen, das Andere, an den Rückzug der einzelnen Gruppen untereinander. Die neue Studie “E Pluribus Unum: Diversity and Community in the Twenty-first Century” des Harvard-Professors Robert Putnam, für die er mit dem Skytte-Preis der Universität Uppsala ausgezeichnet wurde, legt nahe, dass sich beide Seiten irren.
Für seine Untersuchung führte Putnam 30.000 Interviews mit Menschen aus 41 Nachbarschaften in den USA durch. Dabei wurde nicht nur Wert darauf gelegt, Nachbarschaften mit homogener und heterogener Bewohnerschaft zu vergleichen, sondern auch ansonsten möglichst verschiedenartige Gebiete einzubeziehen, um externe Faktoren auszuschließen. Das Resultat der Studie lautet: Diversität beschädige nicht nur das Sozialverhalten zwischen den verschiedenen Gruppen sondern auch innerhalb dieser. Desweiteren sinke der Glaube an öffentliche Strukturen, dem Willen sich in ihnen zu engagieren und die wahrgenommene Lebensqualität. Dafür steige die verbrachte Zeit vor dem Fernseher und soziale Isolation.

(Aus der Studie: Relation von Vertrauen in “eigene Ethnie” und Homogenität der Nachbarschaft)
Um dem Autor aber gerecht zu werden, sei erwähnt, dass er die Vorteile von Einwanderung und kultureller Vielfalt in der Summe höher bewertet als deren kurzfristige Kosten. Ihm gehe es bei der Arbeit um ein besseres Verständnis des Phänomens zu dessen erfolgreicher Überwindung. Und dafür ist wohl eine etwas größere Studie erforderlich. Denn die Entstehung von Entfremdung, ist wohl nicht nur dadurch zu erklären, dass man räumlich enger zusammen wohnt.
(Weitere links: Interview auf OnPoint, Boston Globe, Sueddeutsche)
Städtebau & Architektur →
Wer nichts wird, wird Totengräber
Die neuen Bundesländer haben schon einige Großprojekte gesehen, welche die Wirtschaft beflügeln sollten und nach einigen Jahren wieder beerdigt wurden. Das neue Bauvorhaben von Ingo Niermann, “Die Große Pyramide“, scheint dieses Problem gleich zu Beginn zu umgehen: Es handelt sich um eine riesige Begräbnisstätte.

Das Vorhaben eine neue Pyramide in Sachsen-Anhalt zu realisieren unterscheidet sich allerdings von ihren Vorgängern im Altertum, indem sie allen Bürgern offenstehen soll. Für eine nicht genannte Summe kann jeder sich einen Stein der Pyramide als Begräbnisort oder Erinnerungsstück sichern und farblich wie oberflächig gestalten. Die Pyramide wächst so mit der Anzahl der Beteiligten zum “größten Bauwerk der menschlichen Kultur” und zieht Millionen Touristen und Beerdigungswillige aus der ganzen Welt an.

Wirkt die Idee auf den ersten Blick skurril aber in Teilen sympathisch, bietet die Argumentation das Bild eines wilden Sammelsuriums an Begründungen, die im Einzelnen nicht vertieft werden und auch nicht recht zusammenpassen wollen. Die Hauptargumente lauten: Rettung der deutschen Wirtschaft, Eröffnen neuer Perspektiven für das Land (vor allem für den Osten) und Frieden in der Welt schaffen. Ist das Einbringen von populistischen Architekturentwürfen durchaus vertretbar, so scheint sich der Kern dieses Projektes letztlich auf die Größe reduzieren und verliert so schnell an Anziehungskraft.
(Vorgestellt wird das Projekt auch in dem Buch “Umbauland” von Ingo Niermann )
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Das Hufeisen-Projekt
Ewan Forster und Christopher Heighes sind ein seit 1993 in London und über die Grenzen Großbritanniens hinaus agierendes Künstlerduo. Sie veranstalten an Orten vergessener Architektur und Stadträume Theateraufführungen. Ihre Arbeit soll es den Zuschauern dabei ermöglichen, Gebäude und ihre Konstruktionsprinzipien zu erkunden. Nachdem sie vor allem in London Theaterprojekte durchgeführt haben, hat es sie nun nach Berlin verschlagen. Ihr Markenzeichen ist laut Einleitungstext des Hauptsponsors – des Hauptstadtkulturfonds – “die meditative und hochindividuelle Annäherung an das Verständnis einer Bau-Umgebung mithilfe der Gestaltung ’künstlich-echter’ Animationen und audio-visueller Installationen” . Ihre Performance „Die Erde – eine gute Wohnung“ ist eine Suche nach der geistig-spirituellen Kraft, aus der die Britzer Hufeisensiedlung vor nun mehr als 75 Jahren von Bruno Taut entworfen und erbaut wurde.

Quelle: Jumping Jellyfish
Die Aufführung ist für den Zeitraum zwischen Dämmerung und Dunkelheit konzipiert. Die Grundlage für dieses Stück bildet das 1919 von Bruno Taut selbst geschriebene Theaterstück “Der Weltbaumeister”, das zu seinen Lebzeiten jedoch nie aufgeführt worden ist. Zu dieser “Neuerarbeitung” der architektonsichen Visionen Bruno Tauts haben sich Forster und Hegihes mit den Filmemachern Tapio Snellman und Christian Grou (neutral) zusammengetan, die als führend in der digitalen Visualisierung des zeitgenössischen urbanes Raums gelten. Sowohl die zentralen Gartenbereiche der Siedlung als auch der Teich und das “proletarische Theater” sollen Teil der Performance werden. Die Aufführung findet vom 7.-9. September jeweils zwischen Beginn der Dämmerung und Anbruch der Dunkelheit in der Britzer Hufeisensiedlung statt. (Höhe Fritz-Reuter-Allee 46, U7/Parchimer Allee)
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Sechs, sitzen!
Wie schon in dem Artikel über Skateboarden und Stadt erwähnt, ist der öffentliche Raum voll mit kleinen, fein entworfenen Objekten, welche uns zu verschiedenen Aktionen verleiten oder von diesen abhalten sollen. Auf Usemenow.com findet sich ein kleines Fotoarchiv mit den verschiedenen Möglichkeiten, Menschen vom Hinsetzen abzuhalten. Mein Lieblingsbild diesbezüglich handelt allerdings vom gelegentlichen Scheitern dieses Kontrollwahns und findet sich bei fulminate//Architecture of Control:




