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Aktuell
Städtebau & Architektur →

Multiple City

Stadtplaner und Architekten versuchen seit jeher, Städte zu ordnen, sie zu planen und ihre oftmals abgefahrenen Visionen an ihnen auszuleben. Le Corbusier mag dabei auch fachfremden Menschen eine Begriff sein, der in Chandigarh seine Vision von der perfekten Stadt umsetzen konnte.


Chandigarh, fotografiert von Thomas Bosse-Borges

Viele Ausstellungen haben sich bereits mit den Konzepten und Utopien vergangener Zeiten beschäftigt. „Die Stadt von morgen“ – eine Ausstellung in der Akademie der Künste in Berlin zum 50jährigen Bestehen des Hansaviertels – lud KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen ein, sich mit den verschiedenen Schichten der Stadtlandschaft, ihrer Vergangenheit und Gegenwart zu beschäftigen. Einen ähnlichen Ansatz wählten die KuratorInnen der Ausstellung „megastructures reloaded“, in der die visionären Stadtentwürfen der 60er Jahre von zeitgenössischen KünstlerInnen reflektiert wurden.

Kunst & Kultur →

Hauswandlaufen

(Werbefoto des Anbieters jochen-schweizer)
Vor ein paar Tagen wurde bei uns der urbane Sport Parcour vorgestellt. Eine weniger athletische Variante die gebaute Umgebung neu zu erleben und damit für fast jedermann geeignet, ist das House-Running. Gesichert wie beim Klettern, lässt sich der Sportler über die Kante eines möglichst hohen Gebäudes kippen und läuft die Fassade senkrecht hinunter. Diese Art des Abseilens hat militärischen Ursprung und wird auch Australian Rappel genannt. Der Verein Deutsche Sprache hat für den Trendsport mit englischem Namen auch schon eine bildliche Übersetzung gefunden: Hauswandlaufen.

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Das Recht auf Wohnraum

(Obdachlose kampieren am Canal Saint-Martin in Paris, Quelle Flickr)
Die Nachricht kam am 01.12.2008 eher klein daher. Die Wohnungslosenhilfe in Frankreich hatte vor dem Verwaltungsgericht in Paris ein einklagbares Recht auf Wohnraum durchgesetzt. Seitdem können Gemeinden zu einer Geldstrafe verurteilt werden, falls sie Bedürftigen keinen Wohnraum zur Verfügung stellen. Das Geld kommt in einem solchen Fall aber nicht den Klägern zu gute, sondern wandert in einen Fond, aus welchem der Bau neuer Wohnungen finanziert werden soll.

Dieses Recht ist damit wohl einmalig in der Europäischen Union. Hinter dem Gesetz stand dabei nicht ausschließlich ein solidarischer Gedanke, sondern es sollte durch den Zwang zum Bau von Sozialwohnungen auch die soziale Mischung in Stadtquartieren gesichert werden.

Warum es dieses Thema gerade in Frankreich bis zu einem verbrieften Recht geschafft hat, liegt auch an den namhaften Kämpfern für die Rechte Obdachloser. Der im letzten Jahr verstorbene französische Priester Abbé Pierre, bekannt durch sein Mitwirken in der französischen Resistance, kämpfte mit seiner Fondation Abbé Pierre in medienwirksamen Aktionen für die Rechte Wohnungsloser. Aber auch in Deutschland finden sich bekannte Vertreter. Der amtierende Außenminister und Vorsitzender der SPD, Frank-Walter Steinmeier, promovierte 1991 mit der Schrift “Bürger ohne Obdach. Zwischen Pflicht zur Unterkunft und Recht auf Wohnraum; Tradition und Perspektiven staatlicher Intervention zur Verhinderung und Beseitigung von Obdachlosigkeit”. Auch er scheint sich prinzipiell ein Grundrecht auf “die Schaffung und Erhaltung von gesundem Wohnraum” vorstellen zu können. Bei derzeit rund 250.000 bis 350.000 Menschen ohne Dach über dem Kopf in Deutschland ist dies wohl auch eine architektonische Aufgabe, an die zu erinnern ist, falls Frank-Walter Steinmeier im nächsten Jahr zum Bundeskanzler gewählt werden sollte.
Quellen zum Weiterlesen: Französische Botschaft, Berliner MieterGemeinschaft

Kunst & Kultur →

Architektonische Alphabete

(Quellen: Britisch Blogs, Lisa Rienermann, GeoGreeting)
Als Kinder mochten wir Buchstabensuppe oder entdeckten in den Wolken am Himmel die Formen von Tieren. In ihrer Arbeit “Type the sky” schaut Lisa Rienermann ähnlich phantasievoll in den Himmel über den Straßen und entdeckt Buchstaben.

Die Symbiose von Alphabet und Architektur geht dabei weit zurück. Johann David Steingruber brachte 1773 das Buch “Architectonisches Alphabeth” heraus, das im Grundriss alphabetische Gebäudeentwürfe zeigt. 1839 folgte der Italiener Antonio Basoli mit seinem Werk “Alfabeto Pittorico“. Steingrubers Entwürfe können dabei als Gebäudevisionen für eine göttliche Vogelperspektive gelesen werden. Nicht unüblich zu jener Zeit waren Entwürfe in den Grundrissinitialen gottgleicher Herrscher, wie das Projekt des Franzosen Thomas Globert für den Sonnenkönig Louis XIV. Basolis Lithographien weisen dagegen Ähnlichkeit zu den in der Buchkunst gebräuchlichen schmuckvollen Anfangsbuchstaben von Kapiteln, den Initialen, auf.
Falls ein Leser vom Fach jetzt Lust verspürt, der Schrift mehr Bedeutung beizumessen, dem sei noch der Kurzfilm “How to write like an architect” von Doug Patt nahe gelegt.

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Kunst & Kultur →

Ausstellungenseröffnung: LINZ TEXAS – eine Stadt mit Beziehungen

Linz wird 2009 europäische Kulturhauptstadt. Die Ausstellung LINZ TEXAS stellt aus diesem Anlass das Phänomen „Mittelstadt“, das Linz prototypisch verkörpert, ins Rampenlicht. In der Mitte befindet sich eine solche Stadt nicht nur in Bezug auf ihre Größe, sondern auch hinsichtlich ihrer Identität zwischen ländlich und urban, Industrie und Kultur, Wirtschaftszentrum und gefühlter Provinz. Als urbanes Roadmovie macht sich LINZ TEXAS auf die Suche nach den verstreuten Eigenschaften einer Mittelstadt und trifft dabei in zwanzig Städten auf Vertrautes, Denkwürdiges und Anregendes: Vom nordamerikanischen Seattle, wo man lernen kann, wie eine Musikszene von einem Nebenschauplatz die Welt erobert, bis zum indischen Rourkela, das andere Wege des Umgangs mit der Nachkriegsmoderne weist, als sie zu sprengen. In bildhaften Dialogen eröffnet LINZ TEXAS eine herausfordernde Lesart einer Mittelstadt, die weit über die bisher bekannten Methoden der Stadtdarstellung hinausreicht.

Zeit: 3. Dezember 2008 – 15. Januar 2009
Eröffnung: Mittwoch, 3. Dezember 2008, 18.30 Uhr
Ort: Aedes Am Pfefferberg, Christinenstraße 18-19
Öffnungszeiten: Di-Fr 11 bis 18.30 Uhr, Sa-So 13 bis 17 Uhr

Am 3.12. gegen 19:30 wird die Lichtinstallation “1.125.899.906.842.624″ von Siegrun Appelt am Pfefferberg eingeweiht.

Info: Aedes Berlin

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