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Aktuell
Video, Film & Fotografie →

achtung berlin: Lychener 64

Vorführung des Films „Lychener 64“ im Rahmen des achtung berlin-Festivals

In meinen vier Wänden bin ich frei und kann so leben, wie ich will. Doch was passiert, wenn das persönliche Kleinod von einer Sanierung bedroht wird? Kämpfen oder aufgeben? Mit der Wende brach über Ostberlin eine riesige Sanierungswelle herein. 20 Jahre später gibt es immer noch vereinzelte Häuser, die der Modernisierungswut stand hielten. Das Haus in der Lychener 64 gehört dazu und muss nun dem Traum der Vollsanierung weichen. Jakob C. Rühle begleitete mit seiner Kamera den Kampf der Bewohner zwischen Kommerz und selbstbestimmten Wohnen.

Das Haus lebt von seinen Mietern, z.B. Karsten, der Geschichte von der guten alten Zeit in der Lychener 64 erzählt. Gemeinsam begleiten wir sie von der Sanierungsbenachrichtung bis zur Umzugskiste. Dem Regisseur gelingt ein vielschichtiges und tragikomisches Porträt, das vor allem Fragen nach der richtigen Lebensform aufwirft. Es zeigt aber auch wie mit Presslufthammer und Spitzhacke ein Stück Ostgeschichte und Kiezleben zertrümmert wird.
Ein Dokumentarfilm von Jakob Rühle, Fabio Dondero und Teresina Moscatiello.

Trailer:
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Samstag, 19:45 Uhr: Kino Passage 1
Sonntag, 22:30 Uhr: Kino FaF 2

Kunst & Kultur →

Ausstellung: Typologie der Museumsarchitektur.

Typologie der Museumsarchitektur.
Ideen für eine Erweiterung des Bode-Museums

Ein Projekt der Fachhochschule Potsdam in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin

„Die Ausstellung präsentiert acht Projekte von Studenten der School of Architecture der Fachhochschule Potsdam, die im Laufe eines Seminars über die Entwicklung und Typologie der Museumsarchitektur – von der Bildergalerie Friedrichs des Großen in Sanssouci bis heute – erarbeitet wurden.
Ausgehend von dem Ergebnis des 2005 erfolgten städtebaulichen Wettbewerbs für die Museumshöfe an der dem Bode-Museum gegenüberliegenden Seite des Kupfergrabens, greifen die Projekte die aus den Voruntersuchungen zur Museumstypologie gewonnenen Erkenntnisse auf. Sie nehmen Rücksicht auf die baulichen Qualitäten des Bode-Museums, die sie in unterschiedlicher Weise in eine moderne Formsprache für den Erweiterungsbau umsetzen. Die Entwürfe vermitteln ein Bild von dem, was sein könnte, wenn das Bode-Museum erweitert werden würde, ohne in allen Details ein präzises Raumprogramm des Neubaus vorwegzunehmen. Sie sind geeignet, die Diskussion über die Zukunft der Skulpturensammlung und der Gemäldegalerie zu bereichern.“

Zeit: Do 22. April – So 16. Mai 2010
Öffnungszeit: täglich 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 22 Uhr
Ort: Bode-Museum, Am Kupfergraben 1, Berlin-Mitte
Für diese Ausstellung in der Kamecke-Halle des Bode-Museums ist der Eintritt frei.

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Ausstellung: Ein neuer Blick. Architekturfotografie aus den Staatlichen Museen zu Berlin

„Mit verborgenen Schätzen der Architekturfotografie aus den Sammlungen der Staatlichen Museen eröffnet diese erste Ausstellung im restaurierten Kaisersaal des Museums für Fotografie. Fast alle Häuser der Staatlichen Museen erwarben seit ihrer Gründung vor 150 Jahren Fotografien, die zumeist dokumentarischen Zwecken im musealen Gebrauch dienten. Besonders prominent vertreten ist darunter die Gattung der Architekturfotografie.
Bislang nur wenigen Wissenschaftlern und Fachleuten bekannt, entfalten diese Kostbarkeiten heute ein beeindruckendes Panorama verschiedenster Architekturmotive vom Beginn der Fotografie bis heute: Bilder von Bambushütten aus dem Ethnologischen Museum, Aufnahmen von Tempeln aus dem Ägyptischen Museum und Papyrussammlung, Fotografien indischer Moscheen aus dem Museum für Asiatische Kunst oder Architekturfotografien der klassischen Moderne aus der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek – um nur einige zu nennen – werden hier gezeigt.
Rund 300 spannende Fotografien, Mappenwerke und Bücher stellen die Architekturfotografie als eine zentrale Gattung des Mediums vor und erlauben zugleich einen neuen, nicht-kanonischen Blick auf ihre Geschichte.
Im Herbst dieses Jahres folgt im Kaisersaal ein Überblick über die Geschichte der Mikrofotografie im 20. Jahrhundert, einer Art Fotografie, die zwischen Naturwissenschaft und Bildender Kunst angesiedelt ist.“

Ort: Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, Berlin-Charlottenburg
Zeit: Do 27. Mai – So 5. September 2010
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10- 18 Uhr, Donnerstag bis 22 Uhr

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100 Jahre „immerfort werden und niemals sein“

immerfort zitiert - niemals gelesen? Karl Scheffler: Berlin. Ein Stadtschicksal. 1910.

Die wahrscheinlich berühmteste Aussage über Berlin  – es sei „dazu verdammt: immerfort zu werden und niemals zu sein“ – wird dieses Jahr 100 Jahre alt. Aus Anlass dieses Geburtstags und aufgrund der so hohen Zitierquote ein Plädoyer, die treffsichere und polemische Analyse „Berlin. Ein Stadtschicksal“ von Karl Scheffler einmal zu lesen.

„Wo rückhaltlose Bejahung unmöglich ist, die Verneinung des von der Geschichte Gegebenen aber lächerlich wäre, bleibt nur jener Blick auf die Bestimmung, die mit dem isolierten Objekt zugleich dessen Entwicklungsgesetz wahrnimmt und darüber die Worte schön und häßlich fast vergißt.

Fast! Denn wer vermöchte diesen Standpunkt eines ehrfürchtigen Fatalismus dauernd zu behaupten!“

Karl Scheffler beschreibt Berlin als Kolonialstadt, als eine geplante Gründung zum Zweck des Handels, der Besiedlung und der Anbindung bzw. Eroberung weiter östlich gelegener Gebiete. Aus diesem Ursprung leitet er als Entwicklungsgesetz der Stadt ab, dass diese sich fortan immer „unter Schwierigkeiten aller Art und zur Hälfte immer künstlich entwickeln musste und […] sich ungünstigen Verhältnissen anzupassen hatte“ und daher zu den Städten gehöre, die Charakteren gleiche, „die es sich mit dem Leben müssen sauer werden lassen und die durch die Lebensmühe, die sie haben, unliebsam und problematisch werden.“ Dieser Unliebsamkeit spricht Scheffler eine bedeutende Existenzberechtigung zu:

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Steht auf!

Wie bereits in mehreren Artikeln auf unserem Blog berichtet, stehen zur Zeit in vielen Städten Deutschlands die Gebäude der Nachkriegsmoderne – seien es Bürogebäude, Regierungs- und Verwaltungsgebäude oder Kultureinrichtungen – auf dem Prüfstand bzw. auf der Abrißliste. Die Herzen, die für oder gegen einen Abrisses schlagen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Der Abriss des Frankfurter Stadthauses hinterlässt Stimmen wie „Endlich kommt es weg“ oder aber „Und schon wieder hat die Stadt einen tatsächlichen Zeitzeugen verloren“. Pläne mit Rekonstruktionsabsichten oder kompletten Neubauten siegen meist über das ehrliche Eingeständnis, dass man in den 1960er Jahren eben „hässlich“ gebaut hat. Glücklicherweise bleiben die Bürger aber nicht ruhig. Bereits in einigen Städten haben sich Initiativen gegründet, die sich für den Erhalt der Stadt mit all ihren Facetten und eben auch deren aus der Nachkriegszeit einsetzen: Frankfurt, Hannover, Bonn und Köln sind nur einige davon. Heute fand eine Sondersitzung des Kölner Stadtrates statt, die über eine Revision der Entscheidung zum Abriss des Schauspielhauses führen könnte… Vielleicht tut sich was in den Köpfen! Steht auf!

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