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Aktuell
Städtebau & Architektur →

Vortrag Bruno Flierl: Vorwärts in die Vorvergangenheit – Die neue Berliner Mitte vom Lustgarten bis zum Alexanderplatz

In der Vortragsreihe „Akademie c/o“ mit Seminaren zur „Raumproduktion in der Berliner Republik“ wird diesmal über die Neue Mitte Berlins diskutiert.

„Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg sah sich die DDR 1949 vor die Aufgabe gestellt, im geteilten Berlin ihre Hauptstadt zu planen und die historische Mitte der Stadt – nun als azentral gelegenes neues Zentrum ihres Stadtgebietes in Ostberlin – zu entwickeln. Zu diesem Zweck verfolgte sie zwei Ziele: Herausbildung eines neuen zentralen Ortes von Staat und Gesellschaft in der Mitte der Stadt und Schaffung eines verkehrstüchtigen, zugleich repräsentativen Weges von Osten ins Zentrum als neue räumliche Durchwegung der Stadt: von der Karl-Marx-Allee über den Alexanderplatz und die Spreeinsel bis in die Straße Unter den Linden.
Seit 1991 zielt die Bundesrepublik im vereinten Berlin als ihrer neuen Hauptstadt – bei Akzeptanz des neuen Alexanderplatzes als dem Drehpunkt der entstandenen räumlichen Durchwegung der Stadt – auf den Rückbau der zentralen Bereiche zwischen Lustgarten und Alexanderplatz in die Vorvergangenheit: zuerst mit dem Beschluss des Deutschen Bundestages zum Wiederaufbau des Berliner Schlosses auf der Spreeinsel und neuerdings mit der verstärkten Propaganda einzelner Planer für eine Rekonstruktion der Berliner Altstadt zwischen Spree und Alexanderplatz.
Darüber sollte öffentlich diskutiert werden!“
Mehr Infos auch bei ARCH+.

Zeit: 9.Dezember 2009 um 19:00
Ort: Temporäre Kunsthalle Berlin, Schlossplatz

Städtebau & Architektur →

8.559 Meter Politik und Architektur

Buchvorstellung mit den Autoren Friedrich von Borries, Matthias Böttger, Florian Heilmeyer (raumtaktik) und Peter Cachola Schmal (Deutsches Architekturmuseum)

Ob in Moskau, Belgrad, Berlin oder Kairo – kaum eine Stadt oder eine Nation, die sich als fortschrittlich darstellen wollte, konnte auf den demonstrativen Bau eines Fernsehturms verzichten.„Die Fernsehtürme, die seit 1950 die der Städte überragen, sind fast immer Symbole für gesellschaftlichen Wandel bzw. politische oder wirtschaftliche Macht“, so Friedrich von Borries, Matthias Böttger und Florian Heilmeyer (raumtaktik, Berlin). „Kein anderer Gebäudetyp war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts politisch so aufgeladen wie der Typus der Fernsehtürme.“

Die Publikation zeigt nicht nur die architektonische und konstruktive Rekordjagd des Größer, Höher und Weiter, die mit Fernsehtürmen ausgetragen wird, sondern erläutert die Türme aus ihrem gesellschaftlichen und politischen Kontext. Denn kein Gebäudetyp zeigt seit dem Zweiten Weltkrieg ein so großes Verlangen nach gesellschaftlicher, wirtschaftlicher oder politischer Symbolik. Aber wie genau äußern sich diese Wünsche, Zukunftsvorstellungen und Machtbekundungen in der Architektur? Wie wird deren Auslegung durch politische Propaganda oder alltagskulturelle Aneignung transformiert? Und wie politisch kann Architektur sein?

Veranstaltungsort: pro qm – Amstadtsraße 48-50

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Metamorphose der Humboldt-Box

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Humboldt-Box mit Schloßfassade und Parkplatz

Bis vor wenigen Tagen trug die Humboldt-Box auf dem Schloßplatz noch ein Abbild des Schloßabbilds. Besonders aufregend war dabei, dass die Visualisierung der gewünschten Zukunftsgestaltung einen Parkplatz an der Nordseite des Schloßes zeigte (vgl. Foto oben).

Dieser Parkplatz ist nun verschwunden und mit ihm auch gleich das ganze Schloßabbild. Stattdessen trägt die Humboldt-Box nun Coca-Cola. Nachts beleuchtet und weihnachtlich mit Schneelandschaft in den Bergen. Dezember auf dem Schloßplatz und Coke bei 15 Grad. Zu Silvester dann Henkel trocken? Krimskoje würde wirklich von Mumm zeugen und eine eindeutigere Abkehr der Humboldt-Box von der Schloßfassade und ihrem Ort signalisieren.

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Die Humboldt-Box als Werbebox

Kunst & Kultur →

Tadashi Kawamata: Berliner Baumhäuser

Der japanische Künstler Tadashi Kawamata schafft mit seiner Installation „Berliner Baumhäuser“, die aus dem Haus in die Bäume des Parks ausgreifen, Nester zivilen Ungehorsams. Seine Konstrukte verkörpern das menschliche Bedürfnis nach Schutz und Individualität. Er hat bereits den urbanen Ort wie Madison Square Garden in New York mit seinen tree huts bespielt. Seine Baumhäuser stehen für das Gegenteil standardisierter Architekturen und so eignet er sich die modernistische Kongresshalle vom Haus der Kulturen der Welt an. Seine „sozialen Plastiken“ waren sowohl auf der Documenta 8 und 9 als auch auf den Biennalen von Venedig und Shanghai zu sehen. Sein Projekt stellt Fragen danach, wie trotz Geschwindigkeiten ein Zuhause hergestellt werden kann.

Jeden Sonntag 15 Uhr Führungen durch die Ausstellung.
Ausstellung bis 10.1.2010 bzw. bis 31.1.2010 im Außenbereich

Weitere Informationen unter www.hkw.de.

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Von penetranten Türmen und Sinnstiftung

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Spitze des Anstoßes - Fußbebauung Fernsehturm und Marienkirche

Am Freitag, 27. Nov 2009 fand im Neuen Stadthaus der Workshop „Wie weiter zwischen Spreeinsel und Alexanderplatz“ statt. Eingeladen hatte die Hermann-Henselmann-Stiftung in Kooperation mit Helle Panke und der Rosa-Luxemburg-Stiftung, sowie des kommunalpolitischen Forums.

Dem Workshop gehen mehrere Veranstaltungen voraus, die sich dem Gebiet widmen. Auftakt war ein Informationsabend im Juli, zu dem die Senatsbaudirektorin Regula Lüscher geladen hatte. Ziel der losen aber regelmäßigen Veranstaltungsreihe ist es, eine öffentliche, breite und möglichst konstruktive Debatte um die Gestaltung des Areals zwischen Alex, Spree, Rathaus und Dom-Aquarée anzustoßen und zu fördern. Hintergrund für die Thematisierung sind dreierlei: Erstens ist in diesem Sommer auf der Spreeinsel ein unübersehbares Loch entstanden, wo bis 1950 das Schloß und bis 2009 der Palast der Republik stand. Das Areal unter dem Fernsehturm und das Marx-Engels-Forum rücken durch diese neue Situation wieder ins Auge. Zudem beginnt derzeit der Bau der U-Bahn U55 unter dem Platz und der zugehörigen Station vor dem Roten Rathaus, was größere Baustellen auf dem Platz und dem Marx-Engels-Forum erfordert. Die Fertigstellung soll 2017 sein. Drittens ist der Ort, der keinen Namen hat, das letzte Gebiet in der historischen Altstadt Berlins, das noch seiner Sanierung harrt. Für die umliegenden Gebiete im historischen Cölln, sowie auf der Spreeinsel, für den Alexanderplatz, im Klosterviertel und rund um den Molkenmarkt gibt es bereits konkrete Entwicklungspläne und Realisierungen. Der Ort ohne Namen, der vom Senat den offiziellen Arbeitstitel „Rathausform“ erhalten hat, ist im Planwerk Innenstadt und im Flächennutzungsplan von 1994 als Freifläche ausgewiesen, Gestaltungsleitlinien gab es bislang keine.
Dies ändert sich nun 2009.

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