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Aktuell
URBANOPHIL →

urbanoFORUM #1


Zusätzlich zu unseren urbanoFILMS starten wir nun das in Zusammenarbeit mit der Designerin Sonja Förster das urbanoFORUM, bei dem verschiedene Akteuere aus den Bereichen Stadtplanung, Design, Architektur und urbaner Kultur ihre Projekte vorstellen. Anschliessend können bei Sekt oder Selters, Tischrunde oder Tischfussball die Ideen diskutiert, ausgestauscht und weiterentwickelt werden. Zum Auftakt stellen Yukio King und Robert ihre Projekte vor.

Yukio King berichtet von seinem Projekt Berlincast, in dessen Rahmen er Klänge und Geräusche der Stadt Berlin sammelt und archiviert. Im Anschluss wird Robert Engelhardt seinen Weblog vorstellen, in dem er über die Entwicklungen in der Auguststraße und der Spandauer Vorstadt schreibt.

Das urbanoFORUM findet am Dienstag den 23.10. um 20:15 Uhr in der vom letzten urbanoFILMS bekannten ZMF (Brunnenstr. 10) statt.

Kunst & Kultur →

Zeitalter der Kartierung

Die Karten von Google-Earth sind allgegenwärtig. Aber es gibt daneben eine Vielzahl von Menschen, die Karten aus unterschiedlichsten Anlässen und zu den ungewöhnlichsten Themen erstellen. 5 von ihnen widmet der Radiosender “This American Life” eine einstündige Sendung, die im Internet zu hören ist. Eingeteilt nach den Sinnen Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken, kommen Menschen zu Wort die Karten von Schäden in der Straße, Kürbissen und dem eigenen Körper erstellen. Mit geschichtlichen Rückblicken wird so die Entwicklung hin zu einem Zeitalter der Kartierung beschrieben, in dem wir uns gerade befinden. Denn Kartierung bedeutet ein “Weg der Beschreibung der Welt”. Allerdings überwiegt im Laufe der Sendung die Motivation der Porträtierten über eine Beschreibung der Kartenwerke.

Kunst & Kultur →

take a piss! Toilette mit einem Zuschauer

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(Quellen: s. links)

“Kunst im Öffentlichen Raum” wird aus der letzten Ecke wieder zunehmend in die erste Reihe gebracht. Die Kugel “Triole Down [...]“ aus geschredderten city-marketing- Bären/-Wasserträgern/-Pferden von Andreas Siekmann hofiert im Palais Erbdrostenhof Münster. Unter dem benachbarten Domplatz wurde eine öffentliche Toillette skulptural aufgewertet – “SkulpturProjekte”, deren Sinn sich den Stadtbewohnern und Fachleuten nicht sofort erschließt.

Deutlicher erlebbar sind die Rotterdamer Skulpturen “City in Bloom” (West8) auf dem zentralen Schouwburg-Platz, deren Blumen nach dem Abbau unter’s Volk verteilt wurden (partizipativer geht`s nicht), sowie die einseitig verspiegelte öffentliche Toilette “Don’t miss a sec” auf einer zentralen Einkaufsstraße.

Weitere Beispiele erlebbarer Kunst im öffentlichen Raum gerne im Kommentar…

Kunst & Kultur →

Theater mit einem Zuschauer


(Quellen: Homepage der SCP)
Die Situationisten und Videoüberwachung sind gerade in aller Munde. Seit ihrer Gründung 1996 in New York versuchen die Surveillance Camera Players bereits zweiteres mit den Mitteln der ersteren zu thematisieren. Ihr Konzept ist es verkürzte Stücke bekannter Autoren vor Kameras im öffentlichen Raum vorzuführen, um dem Überwacher am Bildschirm etwas Kultur zu bringen und die Passanten auf die Probleme von Videoüberwachung aufmerksam zu machen. Weil diese größtenteils keinen Ton haben, muss der Text auf Tafeln in die Linse gehalten werden. Im Sinne der Camera Players liegt es auch, dass sich weitere Gruppen in anderen Städten bilden. In Europa gibt es nach ihren Angaben heute Gruppen in Bologna, Istanbul, Stockholm und in Litauen.

Berliner, die aufgrund einer fehlende Gruppe nicht so schnell in den Genuss einer live Performance kommen, können sich Videoauszüge auf der Homepage anschauen, sowie drei kurze Reportagen.

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Institutionalisierte Hausbesetzer

Nur noch gelegentlich dringen in Berlin die Nachrichten von Hausbesetzungen und Räumungen durch die Presse und es scheint, dass den Besetzern nur mit Polizeigewalt begegnet werden kann. In Holland hat sich gegen die professionelle Hausbesetzerszene dagegen ein durchaus intelligentes Mittel etabliert: Hausbesetzer mit Hausbesetzern zu bekämpfen.

Die Motivation diesen Schritt zu gehen, ist vor allem im holländischen Recht zu finden. Steht ein Gebäude mehr als ein Jahr leer, so ist die Inbesitznahme durch Dritte juristisch quasi legalisiert. Dem liegt das Recht auf einem Dach über dem Kopf und der Wohnungsnotstand des Landes zu Grunde. Dies förderte eine gut organisierte und lebendige Hausbesetzerszene, deren Vorgehensweise sehr anschaulich in dem Dokumentarfilm “Table Bed Chair” gezeigt wird.

(Quelle: Screenshots aus dem Film “Table Bed Chairs”)

Anstatt mit verschärften Gesetzen gegen die “Kraks” (holländisch für Hausbesetzer) zu reagieren, erwieß es sich als erfolgreicher, die betreffenden Häuser selber zu besetzen. Gegründete “Anti-Krak” Agenturen vermitteln dabei die leere Flächen an Wohnungssuchende oft nur gegen eine Vermittlungsgebühr. Durch den “Besetzer” wird so einer unerwünschten Besetzung vorgebeugt. Allerdings ist fragwürdig, ob so der Krak-Bewegung die Dynamik genommen wird, denn der neue Mieter verpflichtet sich das Haus auf Wunsch des Besitzers innerhalb von zwei Wochen zu räumen. Die Wohnverhältnisse bleiben also weiterhin prekär.

Einen Aufsatz zu dem Thema, ob urbane Bewegungen zwangsläufig in deren Institutionalisierung endet hat Hans Pruijt verfasst. In einem Vergleich der Hausbesetzerbewegungen in New York und Amsterdam argumentiert er, dass die Dynamik in einer wohltätigen Stadtpolitik, wie sie in Europa betrieben wird, stärker ist als in Amerika, wo der Markt verstärkt als Regulierungsorgan der Wohnungspolitik gesehen wird. Er sieht die Gefahr der Vereinnahmung der Bewegung in Amsterdam deshalb auch nicht als gegeben, weil die Besetzung nicht nur als Hilfsmittel sondern endgültiges Ziel verstanden wird.

Dank an Lena für den Linktip.

Quellen: Berliner Zeitung, IG Kultur Österreich, Wikipedia

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