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Aktuell
Städtebau & Architektur →

Die unendliche Geschichte – Berlin und sein Schloss

Stadtwerkstatt Infozelt

Das Infozelt im Rahmen der Stadtwerkstatt zur Schlossplatzdiskussion (2002)
Seit Jahren schon wir diskutiert, debattiert, entworfen, verworfen… und am Ende kommt es teuer als angekündigt. Der Palast ist fast weg, der White Cube steht bald – aber so richtig entschieden ist eigentlich immer noch nichts. Zwar gibt es das Humboldtforum, mit angeklebter Fassade, aber auch hier ist das Nutzungskonzept noch nicht ausgereift, die Finanzierung der Fassade noch nicht gesichert und begonnen wird auch erst in ein paar Jahren.

Um eine gute Idee wird diese lange Schlossdebatte nun bereichert, um zwar um das Forum Schlossdebatte, das von den Philipp Oswalt und urban catalyst initiiert wurde.

„Als kritische (Gegen-) Öffentlichkeit versteht sich der Blog als Informations- und Diskussionsforum, in der die Debatte fundiert und konstruktiv kommentiert und begleitet wird. [...] Der Blog Schlossdebatte versteht sich als Plattform für alle kritischen Geister, die weder resigniert haben noch als gehorsame Untertanen sich einem fragwürdigen Bundestagsbeschluss ohne Widerrede ergeben.“ (Quelle: Baunetz)

Auf jeden Fall eine tolle Idee, mit schon einigen guten Beiträgen. Bleibt zu hoffen, dass sich daraus eine fruchtbare Diskussion ergibt. Einen guten Beitrag in dieser Hinsicht hat Jens Bisky mit “So wird das nie was” beigetragen.

Digitale Stadt →

Google Earth, der Blick von oben und die Auswirkungen auf unsere Städte

Entwurf des Büros ALL-Architekten

Ein Entwurf für ein Gebäude, welches auch per Google Earth zu sehen wäre (Quelle: ALL-Architekten)

Ein Beitrag in eigener Sache: Ich freue mich mitteilen zu können, dass mein Artikel “Ein neuer Blick auf die Welt – Die Demokratisierung der Gottesperspektive” auf Telepolis veröffentlicht wurde.

In dem Artikel, mit dem ich an meine Diplomarbeit zum Thema “Google Earth in der Stadtplanung” anknüpfe, beschreibe ich die Veränderungen der Weltsicht durch technische Entwicklungen, wie Flugzeug und Bahn. Wenn diese Entwicklungen der Mehrheit der Menschen zur Verfügung steht, dann verändern sie mit der Zeit deren Sehgewohnheiten – und damit auch unsere Umwelt. Die Auswirkungen (auf Architektur und die gebaute Umwelt) durch die zunehmende Verbreitung von Virtual Globes werden anhand von unterschiedlichen Beispielen dargestellt.

Aber lest selbst. Über weiterführende Gedanken, Kritik und Kommentare würde ich mich freuen.

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Wohnen in China – Abriss und Neuentdeckung der Hutongs

Hutongs in Peking (Bild von curiousgeoff)

Die Hutongs – die tradionelle Wohnbebauung in China – sind vielfach für olympische Bauten und neue Wohnprojekte abgerissen worden. In Peking beherbergen sie noch etwa die Hälfte der Bevölkerung, verschwinden aber zunehmend aus dem Stadtbild – insbesondere in der Innenstadt (hierzu eine tolle Bilderreihe).

Wo letztes Mal noch ein Altstadtviertel war, stehen jetzt Bürotürme, Einkaufszentren oder mehrspurige Autobahnen. Nirgends auf der Welt verändern Städte ihr Gesicht so schnell wie in China. (Quelle: drs.ch)

Mit dem zunehmenden Verschwinden der traditionellen Strukturen wächst gleichzeitig ein Bewusstsein für diese Bauform und deren kulturellen Bedeutung. Mit jedem Neubau verschwindet auch ein Stück des alten Chinas. Aus diesem Bewusstsein heraus gründetete das Beijing Cultural Heritage Protection Center (CHP) das Netzwerk Friends of old Beijing, welches sich um die Bewahrung der alten Baustrukturen kümmert. Über die Aktivitäten des Netzwerks und die den Wandel berichtet das Schweizer Radio DRS in dem Beitrag “Hofhaus zum Hochhaus – Wohnen in China”, den es online zu hören gibt.

Kunst & Kultur →

Wie Fußball die Stadt verändert

Dass eine sportliche Großveranstaltung wie die EM nicht nur ein bisschen Trubel mit sich bringt, sondern dank Fanmeile, Sicherheitsvorkehrungen und Marketing eine Stadt verändert, dürfte allgemein bekannt sein. Um diese Veränderungen aufzuzeigen und kritischen Fragen nachzugehen, hat ein Workshop in der Roten Fabrik in Zürich eine Kartierung der Auswirkungen der EM auf den öffentlichen Raum erstellt. So heisst es auf der Projektseite: FANCITY 2008 – Zur Eventisierung der Stadt:

“Während der Fussball-EM 2008 befindet sich Zürich im Ausnahmezustand. Denn bei diesem Ereignis geht es nicht nur um den sportlichen Wettkampf in den Stadien, sondern um viele andere Aktivitäten und Interessen, die den städtischen Raum vereinnahmen. Für drei Wochen wird Zürich zur „Fancity“ – einer Stadt mit besonderen Spielregeln. Wir liefern den Spielplan zum Event, einen gefalteten Stadtplan, der die Besucherinnen und Besucher von Fancity mit den Besonderheiten und Regeln dieser Stadt vertraut macht.”

Zudem begleitenten Veranstaltungen mit Podiumsdiskussionen und Stadtrundgängen “zur Eventisierung der Stadt” den Workshop. Den grafisch sehr ansprechend gestalteten Stadtplan kann man sich als Flash- oder pdf-Datei anschauen und runterladen.

(Dank an Olaf Schroth für den Hinweis)

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Frau Junge-Reyer und das reflexhafte Wahlverhalten

Gestern hat die Berliner Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer einen Artikel “Der große Entwurf” im Tagesspiegel veröffentlicht, in dem sie die Bedeutung der großen Bauprojekte wie Mediaspree, Heidestraße und Tempelhofer Feld preist. Dabei geht sie auch auf das Bürgerbegehren zu Mediaspree ein:

“Das emotional initiierte Bürgerbegehren im Bezirk war erwartungsgemäß erfolgreich: In Friedrichshain-Kreuzberg gut 30.000 Menschen zu mobilisieren, die gegen etwas sind, was angeblich von „oben“ vorgeben sei, ist relativ einfach und stellt dadurch das Instrument Bürgerbegehren insgesamt infrage. Neuerungen gegenüber skeptisch bis ablehnend zu sein, gehört offenbar auch bei städtebaulichen Fragen zum nahezu reflexartigen Verhalten des Menschen.” (Quelle: tagesspiegel.de)

Wenn man solche Zeilen liest, wundert man sich über Frau Junge Reyer. Denn sie scheint nicht daran interessiert zu sein zu erfahren, warum 30.000 Bewohner sich die Mühe gemacht haben, zu den Wahlurnen zu gehen, sondern unterstellt, dass all diese Menschen reflexhaft zum Wahlamt laufen und einfach mal dagegen sind. Vielleicht sei auch die “emotional initiierte” Kampagne für das Bürgerbegehren schuld, wenn die Leute so abstimmen. Und mit diesem – in ihrem Sinne – falschen Ergebnis wird auch das ganze Instrument Bürgerbegehren in Frage gestellt. Bürgerengagement gerne – aber nur wenn’s passt.

Bei einem Projekt, dessen Werbefilm nicht von Grünflächen, Familienfreundlichkeit oder Kulturprojekten berichtet, sondern nur die Großraumbüros bewirbt, ist es eigentlich nicht verwunderlich, wenn die Bürger sich fragen, was für sie dabei herauskommt. Die Bewohner wurden nicht mit eingezogen, das Projekt wurde schlecht kommuniziert und steht nicht für eine interessenausgewogene Stadtentwicklung.
Somit war die Abstimmung von vielen eher ein Hinweis an die Verantwortlichen, den Johnny Haeusler so gut formuliert hat:

Ich stimme für den Vorschlag der Aktion „Mediaspree Versenken“, um dem Berliner Senat mit meiner Stimme einige dringende Empfehlungen auszusprechen: Die Empfehlung, seine Hausaufgaben zu machen. Die Empfehlung, sich aktiv und auch mit finanziellen Mitteln um eine möglichst heterogene Stadtentwicklung zu kümmern, die nicht allein von Investoren bestimmt wird. Und die Empfehlung, die Investitionsrechnung nie ohne die Bewohner des Bezirks zu machen. (Quelle: spreeblick.de)

Wenn die Verantwortlichen das Projekt bestmöglich vollenden möchten, dann sollten sie diesen Hinweis aufnehmen. Sie sollten die Bewohner mit ihrer Kritik ernst nehmen und deren Ideen und Wissen nutzen. Denn gerade das starke Bürgerengagement in diesen Bezirken, getragen von unterschiedlichen Interessen und einer bewussten Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebensumfeld, ist das Potential für eine nachhaltige und ausgewogene Stadtentwicklung. Hier sollten Senatsverwaltung und Bezirke nicht beleidigt reagieren, und einfach weitermachen, sondern die Möglichkeit zur Projektanpassung ergreifen – und zwar im Dialog mit den verschiedenen Interessengruppen.

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    Apr
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    Mi
    all-day Ausstellung mit Fotos vom ICC @ Architektenkammer Berlin
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    Apr 2 – Nov 30 all-day
    35 Jahre nach der Einweihung am 2. April 1979 schließt das ICC. Aus diesem Anlass zeigt die Architektenkammer Berlin eine Fotoausstellung zum Internationalen Congress Centrum. Mila Hacke hat bereits 2002 mit der fotografischen Dokumentation des[...]
    Okt
    30
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    all-day FESTIVAL OF FUTURE NOWS @ Neue Nationalgalerie
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    Olafur Eliassons Institut für Raumexperimente mit dem FESTIVAL OF FUTURE NOWS in der Ausstellung „Sticks and Stones“ von David Chipperfield in der Neuen Nationalgalerie   Fünf Jahre lang stellte das Institut für Raumexperimente der Universität[...]
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    18:00 Farben in der Stadt – Lebensräum... @ Geodätenstand TU Berlin, Hauptgebäude H6101
    Farben in der Stadt – Lebensräum... @ Geodätenstand TU Berlin, Hauptgebäude H6101
    Nov 3 @ 18:00 – 20:00
    Farben in der Stadt - Lebensräume als Farbräume erfassen @ Geodätenstand TU Berlin, Hauptgebäude H6101 | Berlin | Berlin | Deutschland
    Am 3. November 2014 spricht der Kunsthistoriker Lino Sibillano, Co-Leiter des Haus der Farbe, Zürich, an der TU Berlin zum Thema: Lebensräume als Farbräume erfassen, darstellen, analysieren Farbe ist in unseren öffentlichen wie auch privaten[...]

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