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urbanoREVIEW →

Rezension „Verbietet das Bauen! – Eine Streitschrift“ von Daniel Fuhrhop

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Eins ist sicher, mit seinem Buch „Verbietet das Bauen!“ wird sich Daniel Fuhrhop in manchen Kreisen keine Freunde machen. Denn, der Untertitel macht es deutlich, handelt es sich bei dem Buch um eine Streitschrift gegen die das Credo des Neubaus und somit gegen einen der größten Konjunkturmotoren dieses Landes. Von Neubau lebt eine ganze Politiker-, Planer-, Industrie-, Banken- und Handwerkerlobby, die sich sicher ist: Neues ist schön, Neues ist aufregend, Neues ist einfach und Altem in jeglicher Hinsicht vorzuziehen. Dies auch mit fraglichen Methoden, wie im Buch an vielen Stellen gut dokumentiert dargestellt wird.

Doch hingegen den von der Baulobby angeführten Gründen neu zu bauen ist Neues vor Allem teuer und macht an vielen Orten keinen Sinn (von den Auswirkungen auf Umwelt, soziale Gefüge und lokale Identität ganz zu schweigen). Neubau ist vielmehr, so scheint es zumindest, das Denkmal des kleinen Mannes (und gendergerecht – auch der kleinen Frau) und somit ein exklusives Vergnügen einiger, für das die Gesamtgesellschaft am Ende die Rechnung bezahlt.

Städtebau & Architektur →

Bowling statt Kegeln im Palast der Menschen

Bowlingtreff

Im Juli 1987 wurde am Leipziger Innenstadtring mit dem Bowlingtreff der wohl international anschlussfähigste Bau der Postmoderne in der DDR eröffnet. Im schützenden Schatten der Berliner 750-Jahr-Feier in Feierabendarbeit entstanden, stellt der Bowlingtreff die gleichzeitigen staatsrepräsentativen Berliner Projekte postmoderner Anhauchung in grelles, ihre Provinzialität entlarvendes Licht.

Digitale Stadt →

Stadtinfo für Flüchtlinge

Wichtige Informationen für Flüchtlinge kartiert

Wichtige Informationen für Flüchtlinge digital aufbereitet und kartiert #digitalmapping

Eine gelungene Hilfe für Flüchtlinge stellt die Karte „Arriving in Berlin“ dar, welche wichtige Orte und Einrichtungen in Berlin darstellt.

Available in English, Farsi and Arabic, the map lists over 250 services that can accommodate Middle Eastern visitors. It even shows the locations of doctors and gynecologists who speak Farsi and Arabic, pinpoints firms that specialize in residence and asylum law and provides details on the location of halal restaurants and cafes. (The Next Web)

Das Ganze ist ein Projekt vom Haus Leo, der Initiative Wohnen für Flüchtlinge (Berliner Stadtmission) und dem Haus der Kulturen der Welt. Und die Bewohner des Haus Leo – Hamidullah Ehrari, Mohammad Yari, Farhad Ramazanali, Alhadi Aldebs – zeichnen sich für Recherche und Umsetzung verantwortlich. Ein gelungenes Projekt.

Kunst & Kultur →

Verlosung zum Wochenende – „Heute geschlossen wegen gestern“

Abb.: Cover des Buches "Heute geschlossen wegen gestern" Goldmann Verlag

Abb.: Cover des Buches „Heute geschlossen wegen gestern“ Goldmann Verlag

Es gibt wieder neues aus dem Hause „Notes of Berlin“! Joab Nist hat sein zwischenzeitlich drittes Buch herausgegeben, in dem er und die Crowd des Blogs „Notes of Berlin“ Kleinodien des Berliner Alltags sammeln und veröffentlichen. Das durchgehend in Farbe gestaltete Buch ist wieder mal eine schöne Lekttüre für alle, die diese Stadt lieben oder sie zukünftig lieben wollen.

Und um diese Liebe zu befeuern oder anzuregen verlosen wir drei Exemplare von „Heute geschlossen wegen gestern“ von Joab Nist.

Schreibt euren Namen und Eure Adresse unter dem für euch passenden Stichwort „Ich liebe Berlin!“ oder „Ich will Berlin lieben!“ als Kommentar auf diesen Post. Der erste, fünfte und neunte Kommentar gewinnt jeweils ein Exemplar.

Die Kommentare werden nicht veröffentlicht, die Adressen nicht gespeichert oder an dritte weitergegeben, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Viel Glück!

Digitale Stadt →

Civic Hacking – Bürgerengagement und urbane Mitgestaltung am Beispiel „Hack your City“

Dieser Artikel erschien in der Planerin, 03/2015 zum Thema „Digital vernetzt – die nutzergenerierte Stadt“

Hack Your City in Berlin

Hack Your City in Berlin (Bild: Y. Haan)

Dank der immer weitergehenden gesellschaftlichen Durchdringung des Internets steigt auch der Grad der digitalen Vernetzung der Gesellschaft stetig an. Das Internet inklusive mobiler Endgeräte bietet mit seiner einfachen Handhabung sowie der orts- und zeitunabhängigen Einsatzmöglichkeit ganz neue Optionen zu kollaborieren, Daten zu erfassen und sich zu organisieren. Smartphones ermöglichen Kommunikation und Datenerfassung an nahezu jedem Ort, Open-Source-Programme geben bislang Experten vorbehaltene Programme in die Hände aller, und kleinste Sensoren können von jedermann eingesetzt und miteinander vernetzt werden. Zudem finden sich Bedienungsanleitungen, Foren und Problemlösungen tausendfach im Netz. Nie zuvor war die Möglichkeit so groß, dass Menschen sich selbst Technologien aneignen, damit experimentieren und konkrete Probleme lösen – und zwar mit nur geringem Kostenaufwand.

Dieses Potenzial geht einher mit dem Trend des Selbstmachens. Immer mehr Bewohner wollen mitentscheiden können, wie ihr Umfeld in der Zukunft gestaltet wird. Dieser Trend speist sich einerseits aus den vielfältigen Möglichkeiten, die neue Technologien bieten, aber auch aus einem veränderten Selbstverständnis urbaner Akteure: Klassisches Verwaltungs- und Planungshandeln wird hierbei verstärkt infrage gestellt und kritisch betrachtet. Gleichzeitig – und das ist die positive Kehrseite – agieren diese Akteure zunehmend selbstinitiiert und setzen vielfältige Projekte von sich aus um.

In dieser Verbindung von Technologie und Selbst-Machen entsteht ein spannendes Themenfeld, das innovative Ansätze und Methoden für Mitgestaltung und Teilhabe im urbanen Diskurs ermöglicht und perspektivisch neue Entwicklungsoptionen für Stadtplanung und Verwaltungshandeln bietet.

Civic Hacking

Dieses Themenfeld wird unter dem Stichwort des Civic Hacking subsumiert. Es beschreibt das Phänomen, dass Bürger, Programmierer und urban Engagierte gemeinschaftlich Programme und Anwendungen entwickeln, um kleinteilige Probleme und Herausforderungen in der eigenen Nachbarschaft oder Stadt zu lösen. Hierbei kommen vielfach Open-Data- und Open-Source-Software zum Tragen. Vorreiter ist hierbei die Initiative und NGO „Code for America“, die seit Jahren versucht, Verwaltungshandeln durch Bürgerengagement zu verbessern und zu ergänzen. Ihr Ziel ist es „ganz praktische Aufgaben und Herausforderungen von Städten auf digitalem Weg zu lösen – mit Hilfe von Apps“ (Köhler 2012). Hierbei werden die Möglichkeiten digitaler Technologien für neue Formen von eGovernment, ePartizipation und Bürgerengagement umsetzungsorientiert erforscht.

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