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Der urbane twitter-Wochenrückblick (15.10.2016 – 21.10.2016)

Städtebau & Architektur →

Die Stadt im Dorf lassen

Moderne Kirchen in Frankfurts Speckgürtel

Ein Gastbeitrag von Karin Berkemann
„Eine typische protestantische Kirche“ – so wirbt das Freilichtmuseum Hessenpark für die barocke „Kirche aus Kohlgrund“. Bis 1971 stand sie in eben jenem Dorf, das im selben Jahr nach Bad Arolsen eingemeindet wurde. Der frisch gebackene Stadtteil erhielt eine neue Betonkirche, kein Einzelfall in diesen Jahren in Nord- wie in Südhessen. Die Fachwerkkirche von Kohlgrund bekam im Freilichtmuseum eine zweite Chance. Den barocken Altaraufbau aber behielt man vor Ort unter dem modernen Kirchendach und zeigt ihn heute stolz den Touristen.

„Eine typische protestantische Kirche“ – so wirbt das Freilichtmuseum Hessenpark für die barocke „Kirche aus Kohlgrund“. Bis 1971 stand sie in eben jenem Dorf, das im selben Jahr nach Bad Arolsen eingemeindet wurde. Der frisch gebackene Stadtteil erhielt eine neue Betonkirche, kein Einzelfall in diesen Jahren in Nord- wie in Südhessen. Die Fachwerkkirche von Kohlgrund bekam im Freilichtmuseum eine zweite Chance. Den barocken Altaraufbau aber behielt man vor Ort unter dem modernen Kirchendach und zeigt ihn heute stolz den Touristen.

Es ist etwas Merkwürdiges mit der Stadt: Wer drinnen ist, will möglichst bald aufs Land (Marmelade kochen/Schafe züchten/Yoga lehren). Wer draußen ist, will unbedingt mit der Stadt gleichziehen (Marmelade kaufen/Balkonkatzen halten/Tango lernen). Von diesem Zwiespalt sind auch die Kirchengemeinden nicht frei, die sich im Speckgürtel größerer Städte wie Frankfurt zu behaupten suchen. Als es die wirtschaftswunderlichen Jahrzehnte nach dem Krieg möglich machten, wurde daher vielerorts mit einem neuen Gemeindehaus „aufgerüstet“. Und wo es irgend finanzierbar schien, sollte dann noch ein „Stararchitekt“ mit einer extravaganten Betonkirche ein urbanes Zeichen setzen.

„Wenn es gilt zu bauen, wird modern gebaut“

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10 Jahresfeier – urbanoTOURS # 3: Generic City Tour

kosmos

articipate und Sankt Urban schenken urbanophil einen gemeinsamen Beitrag zum Jubiläumsprogramm im Rahmen des Kosmos Kurfürstenstraße.
Die Gewinnerin des Stadtspaziergangswettbewerbs 2015, Anna Kostreva, möchte mit den Teilnehmer_innen, die gleichzeitig zu Co-Forschern_innen werden, die Stadt erkunden. Wie ist eine Stadt aufgebaut? Was macht sie so besonders und wo sind ihre Schwachstellen?

„Als Stadtforscherin, Architektin und Künstlerin, glaube ich, dass die Bedeutung und Identität einer Stadt durch die Bewohner_innen geformt wird. Was können wir tun, um die Stadt um uns herum zu lesen, um sie zu verstehen, zu kritisieren und neu zu schreiben?“ (Anna Kostreva)

Begleitet Anna Kostreva auf einen Spaziergang durch die Kufürstenstraße. Erkundet die Prozesse der Globalisierung, den Lärm des Straßenverkehrs, städtische Strukturen und die verlorenen Räume der Bürger_innen.
Bringt bitte gerne Materialien für die Beobachtung mit (Notizbücher, Kameras, Audiorekorder etc.) sowie Hilfsmittel, um Kritik äußern zu können (z.B. Kreide)

Treffpunkt: Olof-Palme-Platz, Kurfürstenstraße/Ecke Budapester Straße, Berlin Tiergarten /// S+U Zoo oder U Wittenbergplatz

Dauer: ca. 3h

Ohne Gebühr und ohne Anmeldung
Um Spende wird gebeten

Rückfragen gerne an: post@articipate.de 

Die urbanoTOUR ist Teil des Programms des URBANOPHIL Geburtstagswochenendes.

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10 Jahresfeier – urbanoTOUR # 2: Farbwelten unter der Erde

So warb die West-Berliner BVG 1971 für die längste Streckenverlängerung seit dem Zweiten Weltkrieg.

Mit diesen Plakaten warb die West-Berliner BVG 1971 für die längste Streckenverlängerung seit dem Zweiten Weltkrieg mit U-Bahnhöfen aus Alu und knalligen Farben.

Der Himmel war grau, die Natursteinfassaden beige, der Schnee von schwarzen Abgasen verdreckt, die maroden Altbauten bröckelten vor sich hin, als sich unter der Erde die Tore öffneten zu blitzsauberen leuchtenden Farbwelten in knalligem, trendigem Orange, Lila, Gelb und tiefem Schwarz. Das war im Winter 1970/71, als in West-Berlin 11 neue U-Bahnstationen eröffnet wurden, die mit ihrer Farbigkeit und Materialwahl ein neues gestalterisches Zeitalter einläuteten: Farbräume und Pop Art waren die Inspiration des Architekten Rainer Rümmler für seine damalige U-Bahnarchitektur. Die Tour ist eine gemeinsame Erkundung einiger Bahnhöfe dieser Zeit, wobei Farbe, Raumwirkung und das Nachdenken über Architektur, Stadt und Berlin dieser Epoche im Fokus stehen.

Treffpunkt: 16 Uhr, Stahlglaswindfang am U-Bahnhof Berliner Straße

BVG-Ticket erforderlich.

Fragen gerne direkt an: v.pfeiffer-kloss@urbanophil.net

Die urbanoTOUR ist Teil des Programms des URBANOPHIL Geburtstagswochenendes.

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10 Jahresfeier – urbanoTOURS # 1: Zwischen Glas und rosa Rosen

Lietzenburger Strasse Detail

Das Werk der Architekten Inken Baller (geb. 1942) und Hinrich Baller (geb. 1936) prägt an vielen Orten Berlins das Stadtbild. Die Architekten führten zwischen 1967 und 1989 ein gemeinsames Architekturbüro in Berlin und konzentrierten sich auf Gebäude im geförderten Wohnungsbau. In diesem Segment realisierten sie in West-Berlin zwischen 1970 und 1989 ca. 25 Gebäude, darunter den Fraenkelblock an der Admiralbrücke in Kreuzberg.

Die Bauten sind Zeugen des Wandels von der Moderne zur Postmoderne in Architektur und Städtebau. Sie sind extravagant und fügen sich dennoch in den Bestand ein. Sie provozierten Debatten über Gestaltung, Schönheit und Funktion im Städtebau. Sie regten das Hinterfragen von Lebensentwürfen und Wohnformen an. Ihre versponnenen Balkongitter in Türkis und die prägnanten expressiven Betonbalkone bleiben im Gedächtnis. Sie reizten die Vorgaben des sozialen Wohnungsbaus aus und ermöglichten individuelle Wohnformen mit viel Glas, offenen Grundrissen und großzügigen Terrassen und Balkonen.

Die urbanoTOUR „Wohnen zwischen Glas und rosa Rosen“ führt zu Bauten aus dem bislang nur wenig bekannten Frühwerk von Baller & Baller der 1970er Jahre in Charlottenburg zwischen Lietzenburger Straße und dem Klausener Platz.

Treffpunkt: Samstag, 15.10.2016, 13:00 Uhr an der Ecke Lietzenburger Straße / Knesebeckstraße.

Dauer: ca. 2,5 Stunden, Fahrrad erforderlich.

Bei Fragen zur urbanoTOUR bitte an Christian Kloss wenden: c.kloss@urbanophil.net

Die urbanoTOUR ist Teil des Programms des URBANOPHIL Geburtstagswochenendes.

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