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Urbane Mobilität →

Trains of Thoughts – Gedanken und Züge

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Wer jeden Tag U-Bahn fährt, kennt vielleicht das Gefühl, dass dieses unterirdische Gewirr aus Linien und Knoten mehr ist, als die bloße Funktion für den öffentlichen Massentransport verspricht. Während die einen im Dunkel unter der Stadt den nötigen Abstand zum aufzehrenden Alltag oberhalb finden, grübeln die anderen über gänzlich andere Dinge nach. Steht die U-Bahn in Moskau für die vergangene Zeit der Vormachtstellung innerhalb des sozialistischen Blocks, schürt sie in Hongkong die Angst vor fortschreitender Gentrifizierung und Filialisierung.

Timo Novotny hat sich in seinem unglaublich vielseitigen Film in all diese unterschiedlichen Blickwinkel hineinversetzt. Entstanden ist eine Mischung aus Musikvideo und Kurzgeschichten-Sammlung in und über die Metro. Portraitiert werden Menschen und ihre Bahnen in New York, Los Angeles, Tokio, Hongkong, Moskau und ein bisschen Wien.

„If I really keep using this packed train every day, maybe I can decide that suicide is better somehow.“

Sie philosophieren über die Selbstmordrate auf der Yamanote Line, die sakrale Architektur in Moskaus Bahnhöfen oder die sozialen Unterschiede in der Benutzung der Züge in LA – wer es sich leisten kann, fährt mit dem Auto. Dieses Kaleidoskop – hier passt der Begriff wirklich! – ist noch bis Montag, 6. Januar, in der Mediathek arte+7 zu sehen und danach hoffentlich ganz bald auch als DVD erhältlich.

URBANOPHIL →

Frohe Weihnachten!

Urbanophil wünscht erholsame und ruhige Feiertage mit einem Bild aus dem schönen Land Brandenburg.

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Adventskalender Tag 24: Die Bonner Beethovenhalle

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Die Beethovenhalle, Blick vom Rhein (1959/60)

Die Bonner Beethovenhalle: Ein Festspielhaus zu Ehren Beethovens

Als am 2. Januar 1954 der „Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für die neue Beethovenhalle in Bonn“ ausgeschrieben wurde, ahnte wohl niemand, welch erstaunlichen Ausgang dieser nehmen würde. Aufgefordert waren „Architekten und Architekturstudenten des Bundesgebietes, der Ostzone und von Ost- und Westberlin sowie des Saarlandes“. Insgesamt 109 Einreichungen hatte das Preisgericht unter dem Vorsitz des berühmten Kirchenbauers Otto Bartning zu sichten. Aus den drei Tagen Beratungszeit ging der gerade 29 Jahre alte Architekt Siegfried Wolske (1925-2005) als Erstplatzierter hervor. In Berlin geboren, war dieser damals in Köln bei dem Architekten Hans Schilling angestellt. Die Beethovenhalle stellt seinen ersten großen Entwurf und seine erste Beteiligung an einem Wettbewerb dar.

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Adventskalender Tag 23: Die Kirche des Heiligen Donatus

Die Kirche des Heiligen Donatus

Urlaub – Ein Wort, das Freude und Entspannung auf jedem Gesicht erblicken lässt. Urlaub wird von jedem Mensch bis zu kleinsten Detail geplant und mit große Freude erwartet. Für viele bedeutet der Entspannung und vor allem Ruhe. Für die Kunsthistoriker es ist anders – der ständig wachsende kunsthistorische Lustgewinn lässt uns nie in Ruhe. So bald wie an einem neuen Ort angekommen sind, verspüren wir einen enormen Lust möglichst viel Historisches und Kunsthistorisches in der kurze Zeit zu entdecken, zu erforschen und mitzunehmen.

In diesem Sommer durfte ich eine für mich wunderschöne Stadt an der kroatischen Adriaküste entdecken. Zadar (lateinisch Jedera) – eine Stadt mit einer bis ins 2. Jh. v. Chr. reichende Geschichte. Der Stadtkern befindet sich auf einer ca. 1 km langen und 400 m breiten Landzunge und ist gleichzeitig der Ort, an dem sich einige der bedeutendsten Kirchenbauten Kroatiens befinden. Einer davon ist die Kirche des Heiligen Donatus (kroatisch Sveti Donat). Die Kirche befindet sich auf den Ruinen des antiken Forums im Zentralen Teil des historischen Stadtkerns Zadars und war ursprünglich der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht. Sie wurde als Hauskapelle der Bischöfe vor der romanischen Kirche St. Anastasia (kroatisch Sveta Stošija) und dem Bischofpalast erbaut. Den heutigen Namen bekam die Kirche erst im 15. Jh. zur Ehren des Bischofs Donatus, der sie im 9. Jh. nach byzantinischen Vorbildern errichten ließ. Es handelt sich hier um eine Doppelkirche auf rundem Grundriss mit drei Apsiden im Osten. Bautypologisch ähnelt sich die Kirche der Aachener Pfalzkapelle (zwischen 796 und 805 n. Chr.) und Doppelkapelle in Bonn Schwarzrheindorf (Mitte 12. Jh.).

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Adventskalender Tag 22: Abspannwerk Richardstrasse

Abspannwerk Richardstraße, © Lara Merrington

Wer die Richardstrasse in Neukölln schon einmal entlang spaziert ist, dem dürfte jenes eigentümliche und in die Höhe ragende Backsteingebäude schon aufgefallen sein, dass mit seiner Fassade aus geschossübergreifenden kantigen Vertikalschlitzen sich merklich aus der Häuserreihe abhebt. Enorm erscheint die Baumasse, von enormer Bedeutung war auch einst seine bestimmende Funktion im Energiestoffwechsel der Stadt im letzten Jahrhundert. Als eines von zehn Abspannwerken von Hans Heinrich Müller in den Jahren 1926-28 erbaut, sollte es den zunehmenden Bedarf an Strom sichern. „Abgespannt“ wurde der in den Kraftwerken produzierte Strom, um möglichst wenig Leistung auf dem Weg von der Peripherie ins Innerstädtische zu verlieren.

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