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Hardt-Waltherr Hämer ist tot.

Hardt Waltherr Hämer

Hardt Waltherr Hämer. Quelle: studentendorf-berlin.com

Urbanophil gedenkt Hardt-Waltherr Hämer. Er verstarb am Donnerstag, den 27. September 2012 im Alter von 90 Jahren. Hämer entwickelte in den 1960er Jahren die Strategie der „Behutsamen Stadterneuerung“ als Reaktion auf die negativen Auswirkungen der Flächensanierung. Die behutsame Stadterneuerung prägt noch heute das Selbstverständnis von Stadtplanern.

Erstmals erprobte Hämer das Konzept der behutsamen Stadterneuerung im Rahmen eines Modellvorhabens im Brunnenviertel in Berlin-Wedding in der Putbusser Straße 29-31 (Foto unten). Mit der Sanierung der drei Gründerzeitbauten bewies er, dass der Erhalt und die Modernisierung von Bausubstanz nicht teurer sein müssen als Abriss und Neubau. Damit war ein Grundstein gelegt für den entscheidenden Wandel im Umgang mit Stadt: Erhalt von Bausubstanz und Sozialstrukturen vor Abriss. Auf Grundlage der im Brunnenviertel gemachten Erfahrungen entwickelte Hämer die Strategie der hehutsamen Stadterneuerung bei der Modellsanierung des Blocks 118 am Klausenerplatz in Berlin-Charlottenburg weiter. Ab 1979 war er dann Planungsdirektor für Stadterneuerung der IBA 84-97. Große Teile von Kreuzberg wurden unter seiner Leitung saniert und das Konzept der Behutsamen Stadterneuerung gelangte zu internationaler Anerkennung.

Modellvorhaben Putbusser Straße 29-31, Hofseite (2011). Foto: Christian Kloss

Von 1967 bis 1986 war Hämer Professor für Entwerfen an der Hochschule für Bildende Künste Berlin (heute UdK), außerdem war er von 1989 bis 1997 Vizepräsident der Akademie der Künste. Von 1959 bis 1985 führte er ein gemeinsames Büro mit seiner Ehefrau, der Architektin Marie-Brigitte Hämer-Buro. Bekannt wurde Hämer durch den Neubau des Stadttheaters von Ingolstadt, das 1966 fertiggestellt wurde.

Mehr zum Leben und Wirken von Hardt-Waltherr Hämer:

Buch: Sack, Manfred (Hg.): Stadt im Kopf. Hardt-Waltherr Hämer, Berlin 2002

Film: Steine und Menschen – Fünf Geschichten zur behutsamen Stadterneuerung, Gerd Conradt, 1998

Video: „Von 80 Prozent verfaulter Holzbalken stimmte gar nichts“ – Interview mit Hardt-Waltherr Hämer

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4 Kommentare
  1. Hardt-Waltherr Hämer ist tot. http://t.co/1LQs2OHp

  2. Hardt-Waltherr Hämer ist tot.: Im Alter von 90 Jahren ist der „Vater der behutsamen Stadterneuerun… http://t.co/KvmWTbV1

  3. […] Hardt-Waltherr Hämer ist tot (Urbanophil), […]

  4. gut dass ihr an gustav hämer erinnert! ohne sein tun – sähe berlin anders aus.
    in meinem filmortrait „menschen und steine“ wird das deutlich.
    lange vor seinem 90. geburtstag hatte ich an den RBB geschrieben, dass es eine schöne geste wäre, den film anläßlich vonseinem geburtstag – die antwort war negativ! stattdessen wurde an dem abend dann wieder recht belangloses gesendet. hämer steht nicht nur für das nachdenken über stadterneuerung, sondern auch für streitkultur – diskussionen in denen es zur sache geht – aber man aufeinander hört – und aus den gesprächen praktische konsequenzen zieht. ohne sein eingreifen als verständiger moderator, wäre der kampf um die besetzten häuser sehr zu ungunsten der hausbesetzter ausgegangen.
    in berlin sollte nach ihm eine straße benannt werden!!!!
    gustav hämer straße – wie wäre das?

    beste grüße

    gerd conradt

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