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Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Perspektiven für den Ernst-Reuter-Platz

Der Ernst-Reuter-Platz mit Festivalbeleuchtung

Im Rahmen der ersten Standortkonferenz Ernst-Reuter-Platz, die durch das Regionalmanagement CITY WEST in Kooperation mit dem Campus Charlottenburg am 30.11.2011 an der TU Berlin veranstaltet wird, sollen die Potentiale des Ernst-Reuter-Platzes als Vermächtnis der Nachkriegsmoderne, als Standort von Forschung, Wissenschaft und Bildung angesprochen und durch Projekte befördert werden. Die Konferenz wird als Auftakt gesehen, den Prozess einer Veränderung zu beginnen, ein Entwicklungsimpuls soll 2012 z.B. durch ein städtebauliches Wettbewerbsverfahren gegeben werden.

Es kommt darauf an, für den Ernst-Reuter-Platz ein übergeordnetes Standortkonzept zu entwickeln und die gemeinsamen Interessen mit Hilfe einer abgestimmten Gesamtstrategie zu realisieren. (City West)

Dabei steht auch immer wieder die Denkmalwürdigkeit dieses gelungenen Gesamtensembles aus der Nachkriegszeit zur Diksussion. Ein Kommentar zum Artikel „Der Ernst-Reuter-Platz soll wieder glänzen“ aus der Reihe „Platz da“ im Tagesspiegel lautet: „Für mich ist das kein Platz, sondern einfach nur ein Kreisverkehr.“ Und vielleicht wäre das für den Platz das Beste: ihm nicht die Bürde aufzuzwingen, ein heimeliger Stadtplatz zu werden, dessen Zweck er wohl nie erfüllen kann. Sondern ihn mit Maßnahmen für den Rad- und Fußverkehr als Verkehrsknoten und Verteiler zu belassen, ganz im „Funktionssinne“ des Leitbilds der autogerechten Stadt, lediglich an die heutige Mobilitäts-Bedürfnisse angepasst.

Foto von Michael via flickr

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2 Kommentare
  1. Heute hat auch die Berliner Zeitung zum ERPl einen Artikel: http://mobil.berliner-zeitung.de/cms/home/ernst-reuter-platz—es-darf-keine-tabus-geben-,10820300,11248794,view,asFitMl.html

  2. Der Ernst-Reuter-Platz als Wohlfühlort?

    Ich stimme völlig zu, der Ernst-Reuter-Platz wird nie ein heimeliger Platz werden, ABER das heißt nicht, dass er kein Wohlfühlort sein kann.

    Es gibt einen besonderen Ort auf diesem Platz. Diesen Ort kennen nur wenige, nämlich die Mittelinsel. Sie ist ein vielfach unentdecktes und unvermutetes Juwel. Er ist eher ein Ort der Freiheit und der Weite, vielleicht auch ein Ort von Erhabenheit und des Tief-Durchatmens.

    Wer sich aufmacht auf den Weg dorthin, hat erst einmal einen beschwerlichen Weg vor sich, er muss in das unterirdische Tunnelsystem eintauchen und sich dort zurechtfinden. Wenn er dann aber wieder auftaucht und tatsächlich auf der Mittelinsel gelandet ist, so ist er nicht selten überrascht. Manche sind regelrecht überwältigt. Denn die Mittelinsel ist so groß, dass die Autos im wahrsten Sinne des Wortes in den Hintergrund treten. Die domninante Geräuschkulisse geht von den Wasserspielen aus, allen voran die große Fontäne. Die Mittelinsel verströmt eine heitere Atmosphäre von Entschleunigung und Ruhe. Und das inmitten eines hoch frequentierten Kreisverkehrs! Das ist sicher schwer vorstellbar, das muss man erleben. Die Mittelinsel ist eine Oase. Und sie ist ein exponierter Ort, man fühlt sich wie auf einer Bühne und zugleich als exklusiver Zuschauer, es ist sozusagen der Logenplatz auf die westliche Stadt. In viele Richtungen kann der Blick weit und frei schweifen. Der Ort hat etwas von Metropolis und zugleich ist es ein überschaubarer Rückzugsort. Dieser Ort ist der funktionalen Determiniertheit der umgebenden Quartiere enthoben, er wartet darauf von den Menschen in Besitz genommen zu werden. Als Plattform der Freiheit. Er ist ein wahrhaft öffentlicher Raum.

    Wir vom Aktionsbündnis Ernst-Reuter-Platz laden immer wieder ein auf die Mittelinsel, denn sie kann den Blick auf den Platz völlig verändern, neue Perspektiven eröffnen und auch das Image des Platzes zum Positiven wenden.

    Manchmal ist stadträumliche Verbesserung und Stadtentwicklung gar keine Sache des Bauens, sondern des veränderten Blicks.

    Sören Hühnlein, Aktionsbündnis Ernst-Reuter-Platz

    ernst-reuter-platz.de

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