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Städtebau & Architektur →

Am Ende steht ein Schloss

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(Quelle: Wikipedia)

Während sich die öffentliche Aufmerksamkeit in den letzten Wochen auf den Wettbewerb zum Berliner Stadtschloss gerichtet hat, ist am vergangenen Donnerstag der Sieger für die Rekonstruktion eines zweiten Schlosses entschieden worden. Für den Neubau des Potsdamer Stadtschlosses sind allerdings keine Bilder des ersten Preises im Netz zu finden. Das ist zumindest für die Außenansichten auch nicht nötig, weil anscheinend alle Fassaden, inklusive Innenhof, originalgetreu rekonstruiert werden sollen.

Initiiert wurde die Rekonstruktion der Schlosshülle als neue Herberge des Brandenburgischen Landtages (denn dies ist der Ausgangspunkt des Projektes) von der Potsdamer Initiative „Mitteschön!„. Interessant ist hierbei die Begründung der Initiative, warum für den Neubau einer demokratischen Institution schließlich nur die architektonische Hülle eines feudalen Herrschers passt. Schon die von den Initiatoren eigens gestellte Frage „Warum das Schloss als Landtag wieder aufbauen?“ gibt einen ersten Aufschluss, denn sie müsste eigentlich anders lauten: Warum den Landtag als Schloss wieder aufbauen?“. Die AntwortWeil es passt: vom Souverän von Gottes Gnaden zum Parlament, dass den Souverän, das Volk dort vertritt“ lässt interessante architektonische Schlussfolgerungen zu. Letztendlich handelt es sich sowohl beim Landtag als auch bei einem König um einen denselben politischen Souverän, der seine Legitimation nur aus unterschiedlichen Quellen bezieht. Beides gehört historisch dermaßen stark zusammen, dass alle anderen Ereignisse und Orte in den Hintergrund rücken. Folglich kann es auch keine zeitgenössische, demokratische Form oder Symbolik geben. Es bleibt als einzige bauliche Lösung nur die Hülle eines Schlosses.

Quellen: Tagesspiegel mit Grafik, Potsdamer Neueste Nachrichten, Märkische Allgemeine

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