Follow us on: Facebook · Twitter · RSS
 
Einzelansicht
Städtebau & Architektur →

Bowling statt Kegeln im Palast der Menschen

Bowlingtreff

Im Juli 1987 wurde am Leipziger Innenstadtring mit dem Bowlingtreff der wohl international anschlussfähigste Bau der Postmoderne in der DDR eröffnet. Im schützenden Schatten der Berliner 750-Jahr-Feier in Feierabendarbeit entstanden, stellt der Bowlingtreff die gleichzeitigen staatsrepräsentativen Berliner Projekte postmoderner Anhauchung in grelles, ihre Provinzialität entlarvendes Licht.

Die Halle im Bowlingtreff im Jahr 2012.

Der Bowlingtreff von Winfried Sziegoleit wurde als ein Zeichen gesehen: des Protests gegen ideologisch engstirnige Architekturvorgaben bei zugleich mittel- und materialloser Bauwirtschaft, die sich zudem auf Berlin konzentriert; des Protests gegen Verfall und Verödung der Leipziger Innenstadt und gegen die Tristesse und Langeweile in der damaligen Alltagskultur. In den Gewölben eines ehemaligen Umspannwerks wurden 14 Bowlingbahnen eingerichtet, darüber entstand der lichtdurchflutete Zentralbau mit Fitnesscenter und Billardsalon. Elemente aus der Architekturgeschichte, Andeutungen amerikanischer Casino-Ornamentik und pastellige Farben gefielen den bis zu 2.500 täglichen Gästen und verblüfften auch: „Ich konnte zum ersten Mal einfach bauen, wie ich wollte“, sagt der Architekt 2015 in Thomas Beyers und Adrians Dorschners Film „Bowlingtreff“.

Dieser Film wurde vergangenes Wochenende auf der Dok Leipzig gezeigt. Wer das auch verpasst hat, kann den Film am So, 08.11.2015 um 23:55 Uhr im MDR ansehen.

Bildquellen

  • Bowlingtreff: vpk
  • Bowlingtreff Leipzig zentrale Treppe: vpk

Metadaten


Kommentieren

Kommentar verfassen

Themen