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Städtebau & Architektur →

Wer nichts wird, wird Totengräber

Die neuen Bundesländer haben schon einige Großprojekte gesehen, welche die Wirtschaft beflügeln sollten und nach einigen Jahren wieder beerdigt wurden. Das neue Bauvorhaben von Ingo Niermann, „Die Große Pyramide„, scheint dieses Problem gleich zu Beginn zu umgehen: Es handelt sich um eine riesige Begräbnisstätte.

Das Vorhaben eine neue Pyramide in Sachsen-Anhalt zu realisieren unterscheidet sich allerdings von ihren Vorgängern im Altertum, indem sie allen Bürgern offenstehen soll. Für eine nicht genannte Summe kann jeder sich einen Stein der Pyramide als Begräbnisort oder Erinnerungsstück sichern und farblich wie oberflächig gestalten. Die Pyramide wächst so mit der Anzahl der Beteiligten zum „größten Bauwerk der menschlichen Kultur“ und zieht Millionen Touristen und Beerdigungswillige aus der ganzen Welt an.

Wirkt die Idee auf den ersten Blick skurril aber in Teilen sympathisch, bietet die Argumentation das Bild eines wilden Sammelsuriums an Begründungen, die im Einzelnen nicht vertieft werden und auch nicht recht zusammenpassen wollen. Die Hauptargumente lauten: Rettung der deutschen Wirtschaft, Eröffnen neuer Perspektiven für das Land (vor allem für den Osten) und Frieden in der Welt schaffen. Ist das Einbringen von populistischen Architekturentwürfen durchaus vertretbar, so scheint sich der Kern dieses Projektes letztlich auf die Größe reduzieren und verliert so schnell an Anziehungskraft.

(Vorgestellt wird das Projekt auch in dem Buch „Umbauland“ von Ingo Niermann )

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1 Kommentar
  1. Erste Frage: WER soll das finanzieren?
    Wenn das aus dem Steuersack bezahlt werden soll, dann gleich absagen. Bis sich der Wahnsinn auszahlt, würden Jahrzehnte ins Land gehen.

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