Kunst & Kultur →
Fassadendialog
Lorenzo Kárász hat das Projekt stadt:klang in Wien initiiert, in dem er gemeinsam mit Mitstreitern den öffentlichen Raum zum Instrument verwandelt. Die unterschiedlichen Klänge der gebauten Umwelt werden dazu genutzt, die Stadt musikalisch zu interpretieren. So klingt ein Neubau anders als ein Gründerzeitbau, eine Betonwand anders als ein Mauerwerk.
Die Stadt fungiert als Ansammlung vieler „Resonanzkörper“ wobei der Mensch, als zentrales Element unserer Arbeit, seiner unmittelbar umgebenden gebauten Umwelt unterschiedliche Klänge/Töne entlockt. Der urbane Raum wird so zum Experimentierfeld, im Rahmen dessen wir ausgewählte Objekte/Elemente (Fassaden, Stadtmöbel, Bodenbeläge etc.) mithilfe unseres gesamten Körpers „bespielen“ und auf spezifische Eigenschaften wie Materialität, Akustik, Haptik usw. eingehen.
Dank an Karol für den Tipp!
Video, Film & Fotografie →
Archipelago – Ein Tag in fünf Stadtteilen New Yorks
Urban Omnibus hat ein sehr schönes Video mit dem Titel “Archipelago” erstellt. Ziel des im Rahmen des Projekts “The City We Imagined / The City We Made” entstandenen Video ist es, die Veränderungen der Stadt New York zu dokumentieren, die durch Ereignisse wie 9/11, die lokale und globale wirtschaftliche Entwicklung doch auch insbesondere durch die Politik der Stadtverwaltung unter Bloomberg ausgelöst wurden. Das Video “Archipelago” ist dabei der Versuch, den Fokus nicht auf die gebaute Stadt, sondern auf das Stadtleben zu lenken, in dem der Alltag in den Stadtteilen Hunts Point, Jamaica, Mariner’s Harbor, Downtown Brooklyn und Chelsea dargestellt wird. Durch den Verzicht auf musikalische Untermalung werden die Geräusche der Stadt zum Soundtrack des Films.
Städtebau & Architektur →
ohrenstrand mobil 08
Ausstellungseröffnung ohrenstrand mobil 08
Das Ausstellungprojekt wird durchgeführt von AedesEast – Internationales Forum für Zeitgenössische Architektur e.V.
Neue Räume für Neue Musik! – Unter diesem Motto rief der von der Zeitgenössischen Oper Berlin und ohrenstrand.net ausgerichtete Wettbewerb „ohrenstrand mobil 08“ Architekten, Bauingenieure und Künstler dazu auf, einen ungewöhnlichen und vielseitigen Raum für aktuelle Musik zu entwerfen, der den unterschiedlichsten Formaten ein mobiles, temporäres Schau- bzw. Hörfenster bietet und an verschiedenen Orten in Berlin aufgestellt werden soll. Diese baukünstlerische Form der Musikvermittlung wird durch das Netzwerk Neue Musik der Kulturstiftung des Bundes gefördert.
Insgesamt beteiligten sich 134 Teams aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an der ersten Ausschreibungsphase des Wettbewerbs im Mai 2008, von denen wiederum 31 Bewerber für die zweite Runde zugelassen wurden. Die Jury aus Kuratoren, Veranstaltern und Architekten wählte im September 2008 die Preisträger.
Der erste Preis ging an die Nürnberger Architekten René Rissland und Jürgen Lehmeier von eyland 07. Für den Wettbewerb „ohrenstrand mobil 08“ entwickelten sie eine äußerst flexibel zusammensetzbare Architektur aus einzelnen Akustik-Modulen, die Absorption, Diffusion und Reflexion optimal miteinander verbinden. Die Funktionsweise des dabei entstehenden Klangraums wird erstmalig im Architekturforum Aedes zu erleben sein, wenn die Architekten ihren Entwurf im Maßstab 1:1 in das Architekturforum implantieren. Während der Ausstellungsphase sind mehrere musikalische Aufführungen geplant, die die akustischen und flexiblen Eigenschaften der TonRaumArchitektur erproben werden. Die Einweihung von „ohrenstrand mobil“ findet am 13. Februar 2009 mit der Uraufführung von „Layers News Opera“ statt. Den zweiten Preis erhielten Robert Schwarz und Mark Neuner von Divany (Wien) mit ihrer „Raumadapter“ genannten schwebenden Konstruktion aus Styropor-Elementen. Der dritte Preis ging an die AG J.-P. E. R. Sonntag und CC.Mehlhose + Thomas Reinke (Berlin) für HOSOC – HoveringSonicCap, einen freibeweglichen, mit Helium gefüllten Schalldeckel als konsequente Weiterentwicklung des Richard Wagner”schen Schalldeckels. Auch alle weiteren Entwürfe des Wettbewerbs, deren Modelle in der Ausstellung präsentiert werden, zeigen unterschiedlichste Umsetzungsmöglichkeiten der Bauaufgabe in Idee, Form und Material.Der Wettbewerb „ohrenstrand mobil“ wird im Jahr 2009 wiederholt.
Zur Eröffnung der Ausstellung sprechen: Kristin Feireiss, Aedes und Andreas Rochholl, Zeitgenössische Oper Berlin.
Ausstellungsdauer: 23.01. bis 05.052009
Ort: Aedes Am Pfefferberg, Christinenstraße 18-19, 10119 Berlin
Öffnungszeiten: Di-Fr 11 bis 18.30 Uhr, Sa-So 13 bis 17 Uhr
Stadtentwicklung & Stadtpolitik →
Die audiophile Stadt

(Quelle: Hörstadt)
Zahlen sollen häufig die Bedeutung der eigenen Forderungen verdeutlichen. Nach dem Projekt Hörstadt wird jedes Jahr in Österreich etwa eine Milliarden Euro für Lärmsanierung ausgegeben. Das ist Geld, welches ebenso gut in die bewusste Gestaltung unseres akustischen Raumes gesteckt werden könnte.
Hörstadt ist eine Initiative in Linz anlässlich deren Titel als Kulturhauptstadt in diesem Jahr. Sie will auf den sensiblen akustischen Raum um uns aufmerksam machen und neue Wege zum Schutz der überhand nehmenden Lärmbelästigung “von der Wurstabteilung bis zum Klo” suchen. Neben der Schaffung von beschallungsfreien Zonen und der Errichtung eines Zentrum des Hörens, ist im Linzer Stadtparlament auch eine “Grundsatzerklärung zur Stadtgestaltung und -entwicklung in akustischem Sinn” eingereicht worden. Am 22. Januar soll über diese abgestimmt werden. Sollte sie angenommen werden, wäre Linz damit die weltweit erste Stadt mit Leitlinien zum akustischen Handeln.
Weitere Quellen: Ein Interview mit Peter Androsch auf Deutschland Radio
Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.
und ein älterer Artikel von uns über eine Initiative in Berlin.
Städtebau & Architektur →
Stadt und Klang
Das Thema Klang (respektive Akustik, bzw Sound) in der Stadt wird zur Zeit viel diskutiert (1, 2, 3, 4). Und mit Yukio King (www.berlincast.com) und Judith Willkomm (vom Projekt “Sensing the street”) hatten wir auf unseren urbanoForum 1 & 2 zwei interessante Akteure dieser Richtung, die ihre Projekte vorgestellt haben. Auch das Deutschlandradio Kultur hat nun einen Beitrag über die Soundscape-Bewegung verfasst, im dem Yukio King über den Zusammenhang von Stadtplanung und Klang referiert. Nenneswert in diesem Zusammenhang ist auch das Projekt PositiveSoundScapes in Manchester, welches nach “positivem sound” in der urbanen Umwelt sucht. Und im Rahmen der Transmediale wird dieses Thema ebenfalls aufgegriffen und das Projekt Tunedcity vorgestellt, welches “nach einer Neubewertung architektonischer Räume aus der Perspektive des Akustischen fragt.”
Schön zu sehen, dass neue Faktoren für die Auseinandersetzung und Analyse von Stadt berücksichtigt werden und damit der Komplexität der urbanen Lebenswelt gerecht werden. “That sound!” wie man in Manchester sagen würde.

