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Schlagwort »Architektur der 1970er Jahre«
Städtebau & Architektur →

Entdecker aufgepasst! Kurs zu Baukultur in Marzahn und Hellersdorf

Grundplan: Wohnkomplex 3.1, Berlin-Hellersdorf, 1987.

Grundplan: Wohnkomplex 3.1, Berlin-Hellersdorf, 1987.

Der Berliner Bezirk Marzahn wird 40 Jahre alt. 1977 wurden die ersten Wohnbegäude an der Marchlewskistraße im Süden des Bezirks errichtet und im gleichen Jahr bereits bezogen. Als aufgelockerte, skulpturale Stadtlandschaft entstand Marzahn – wenige Jahre später begannen die Bauarbeiten für den ebenfalls neuen Bezirk Hellersdorf. Dort setzte man aber bereits architektonisch auf Gemütlichkeit und städtebaulich auf die Ideen des New Urbanism.

Die baukulturellen Werte und Denkmalqualitäten im Bezirk wurden von offizieller Stelle bereits an einigen Stellen gewürdigt: 2008 wurde das Rathaus Marzahn (Wolf R. Eisentraut und Karin Bock, 1985) am Helene-Weigel-Platz zum Denkmal erklärt, aktuell werden die Hellersdorfer U-Bahnhöfe unter Schutz gestellt. Dennoch dominiert in den Köpfen immer noch das Bild der unwirtlichen Trabantenstadt, der architektonischen Monotonie und der vermeintlich drängende Rückbau der Substanz. Das Eastgate-Shoppingcenter und die Ahrensfelder Terrassen als Ergebnisse des Stadtumbaus der 1990er und 2000er Jahre sind bekannter als die Originalsubstanz von Kaulsdorf-Nord, das postmoderne Freizeitforum Marzahn oder die historisierende Fußgängerzone des Hellersdorfer Kastanienboulevards. Nicht zuletzt rief die Unterschutzstellung der U-Bahnhöfe neben großem Applaus in der Öffentlichkeit auch einige Fragen auf, die aktuell niemand zu beantworten scheint.

Gründe genug, sich unbedingt mal näher mit der Baukultur in den Stadtteilen Marzahn und Hellersdorf zu beschäftigen!

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Kurzexpress durch den Untergrund: 44 Jahre U-Bahnarchitektur in Nürnberg

Ein Gastbeitrag von Patrick Weber

Typischer roter Zug mit weißem Streifen im U-Bahnhof Weißer Turm (1978) in Nürnberg.

Typischer roter Zug mit weißem Streifen im U-Bahnhof Weißer Turm (1978) in Nürnberg.

Die doch recht kleine Stadt Nürnberg hat eine überraschend großartige U-Bahn. Die ersten Strecken gingen 1972 in Betrieb, die letzten Stationen wurden 2011 eröffnet. Erstaunlich ist die durchweg hohe gestalterische Qualität der 46 U-Bahnhöfe, deren Architektur zwar selten bahnbrechend neu war, dafür aber die zeitgenössische State of the Art im U-Bahnbau auf höchstem Niveau umsetzt. So kann man in Nürnberg nachkriegsmoderne U-Bahnarchitektur kompakt durchfahren und dies obendrein mit einer führerlosen U-Bahn. Unser Gastautor Patrick Weber gibt einen Überblick.

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Die Stadt im Dorf lassen

Moderne Kirchen in Frankfurts Speckgürtel

Ein Gastbeitrag von Karin Berkemann
„Eine typische protestantische Kirche“ – so wirbt das Freilichtmuseum Hessenpark für die barocke „Kirche aus Kohlgrund“. Bis 1971 stand sie in eben jenem Dorf, das im selben Jahr nach Bad Arolsen eingemeindet wurde. Der frisch gebackene Stadtteil erhielt eine neue Betonkirche, kein Einzelfall in diesen Jahren in Nord- wie in Südhessen. Die Fachwerkkirche von Kohlgrund bekam im Freilichtmuseum eine zweite Chance. Den barocken Altaraufbau aber behielt man vor Ort unter dem modernen Kirchendach und zeigt ihn heute stolz den Touristen.

„Eine typische protestantische Kirche“ – so wirbt das Freilichtmuseum Hessenpark für die barocke „Kirche aus Kohlgrund“. Bis 1971 stand sie in eben jenem Dorf, das im selben Jahr nach Bad Arolsen eingemeindet wurde. Der frisch gebackene Stadtteil erhielt eine neue Betonkirche, kein Einzelfall in diesen Jahren in Nord- wie in Südhessen. Die Fachwerkkirche von Kohlgrund bekam im Freilichtmuseum eine zweite Chance. Den barocken Altaraufbau aber behielt man vor Ort unter dem modernen Kirchendach und zeigt ihn heute stolz den Touristen.

Es ist etwas Merkwürdiges mit der Stadt: Wer drinnen ist, will möglichst bald aufs Land (Marmelade kochen/Schafe züchten/Yoga lehren). Wer draußen ist, will unbedingt mit der Stadt gleichziehen (Marmelade kaufen/Balkonkatzen halten/Tango lernen). Von diesem Zwiespalt sind auch die Kirchengemeinden nicht frei, die sich im Speckgürtel größerer Städte wie Frankfurt zu behaupten suchen. Als es die wirtschaftswunderlichen Jahrzehnte nach dem Krieg möglich machten, wurde daher vielerorts mit einem neuen Gemeindehaus „aufgerüstet“. Und wo es irgend finanzierbar schien, sollte dann noch ein „Stararchitekt“ mit einer extravaganten Betonkirche ein urbanes Zeichen setzen.

„Wenn es gilt zu bauen, wird modern gebaut“

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10 Jahresfeier – urbanoTOUR # 2: Farbwelten unter der Erde

So warb die West-Berliner BVG 1971 für die längste Streckenverlängerung seit dem Zweiten Weltkrieg.

Mit diesen Plakaten warb die West-Berliner BVG 1971 für die längste Streckenverlängerung seit dem Zweiten Weltkrieg mit U-Bahnhöfen aus Alu und knalligen Farben.

Der Himmel war grau, die Natursteinfassaden beige, der Schnee von schwarzen Abgasen verdreckt, die maroden Altbauten bröckelten vor sich hin, als sich unter der Erde die Tore öffneten zu blitzsauberen leuchtenden Farbwelten in knalligem, trendigem Orange, Lila, Gelb und tiefem Schwarz. Das war im Winter 1970/71, als in West-Berlin 11 neue U-Bahnstationen eröffnet wurden, die mit ihrer Farbigkeit und Materialwahl ein neues gestalterisches Zeitalter einläuteten: Farbräume und Pop Art waren die Inspiration des Architekten Rainer Rümmler für seine damalige U-Bahnarchitektur. Die Tour ist eine gemeinsame Erkundung einiger Bahnhöfe dieser Zeit, wobei Farbe, Raumwirkung und das Nachdenken über Architektur, Stadt und Berlin dieser Epoche im Fokus stehen.

Treffpunkt: 16 Uhr, Stahlglaswindfang am U-Bahnhof Berliner Straße

BVG-Ticket erforderlich.

Fragen gerne direkt an: v.pfeiffer-kloss@urbanophil.net

Die urbanoTOUR ist Teil des Programms des URBANOPHIL Geburtstagswochenendes.

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10 Jahresfeier – urbanoTOURS # 1: Zwischen Glas und rosa Rosen

Lietzenburger Strasse Detail

Das Werk der Architekten Inken Baller (geb. 1942) und Hinrich Baller (geb. 1936) prägt an vielen Orten Berlins das Stadtbild. Die Architekten führten zwischen 1967 und 1989 ein gemeinsames Architekturbüro in Berlin und konzentrierten sich auf Gebäude im geförderten Wohnungsbau. In diesem Segment realisierten sie in West-Berlin zwischen 1970 und 1989 ca. 25 Gebäude, darunter den Fraenkelblock an der Admiralbrücke in Kreuzberg.

Die Bauten sind Zeugen des Wandels von der Moderne zur Postmoderne in Architektur und Städtebau. Sie sind extravagant und fügen sich dennoch in den Bestand ein. Sie provozierten Debatten über Gestaltung, Schönheit und Funktion im Städtebau. Sie regten das Hinterfragen von Lebensentwürfen und Wohnformen an. Ihre versponnenen Balkongitter in Türkis und die prägnanten expressiven Betonbalkone bleiben im Gedächtnis. Sie reizten die Vorgaben des sozialen Wohnungsbaus aus und ermöglichten individuelle Wohnformen mit viel Glas, offenen Grundrissen und großzügigen Terrassen und Balkonen.

Die urbanoTOUR „Wohnen zwischen Glas und rosa Rosen“ führt zu Bauten aus dem bislang nur wenig bekannten Frühwerk von Baller & Baller der 1970er Jahre in Charlottenburg zwischen Lietzenburger Straße und dem Klausener Platz.

Treffpunkt: Samstag, 15.10.2016, 13:00 Uhr an der Ecke Lietzenburger Straße / Knesebeckstraße.

Dauer: ca. 2,5 Stunden, Fahrrad erforderlich.

Bei Fragen zur urbanoTOUR bitte an Christian Kloss wenden: c.kloss@urbanophil.net

Die urbanoTOUR ist Teil des Programms des URBANOPHIL Geburtstagswochenendes.

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