Kunst & Kultur →
Tanza07 – Tanzfestival im städtischen Raum
Tanza07 gehört zu einem Festivalnetz das sich über 29 europäische und lateinamerikanische Städte erstreckt. Aufbauend auf den Erfahrungen des allerersten Festivals “Dies de Dansa” in Barcelona stellt Tanza07 vor allem die exquisiten Werke katalanischer Tanzgruppen vor, die sich seit Jahren mit der Erschaffung von Tanzchoreographien für den urbanen Raum beschäftigen.
Der urbane Raum – vor den Museen am Kulturforum und vor der Skyline des Potsdamer Platzes – wir zur Schaubühne verschiedener Performances und dient als ungewöhnliche Kulisse. Drei Tage lang werden sich das Publikum und die Tänzer im städtischen Raum begegnen, Gebäude, Parks und Straßen betanzen und grauem Beton und Asphalt ein bisschen Leben einhauchen. Herausragende junge Tänzer präsentieren ihre Choreographien, die vom Wechselspiel des Menschen mit der städtischen Architektur inspiriert sind, direkt auf urbanem Boden. Tanza07 bewegt sich durch besondere, ganz unterschiedliche urbane Stadträume in der Mitte Berlins und stellt an jedem Ort eine andere und einzigartige Verbindung von Tanz, Raum und Publikum her. Das Programm verspricht viel!
Video, Film & Fotografie →
A Wall is a Screen – Stadtspaziergang und Filmvorführungen in Berlin
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Am kommenden Dienstag (4. September) findet im Rahmen der Medienwoche ein Stadtspaziergang besonderer Art statt. Die interessante Hamburger Gruppe um das Projekt “A Wall is a Screen” projizieren an dem Abend verschieden Kurzfilme an öffentliche Wände und Fassaden rund um den Alexanderplatz. Gezeigt werden Filme der DVD “Kurz in Berlin“, die an diesem Abend released wird. Wie der Name schon sagt, werden Kurzfilme mit und über Berlin das Thema sein. Das Show-Programm ist noch geheim, aber die Anwesenheit einzelner Filmemacher wurde angedeutet, die über ihre Werke Rede und Antwort stehen.
Treffpunkt: Brunnen der Völkerfreundschaft am Alexanderplatz ++ Beginn: 21.00 h ++ Dauer: ca. 70min
Zum Ablauf: Mit Einbruch der Dunkelheit versammelt sich das Publikum am Startpunkt. Die Teilnehmeranzahl ist unbeschränkt, zufällig vorbeikommende Passanten können sich dem Rundgang anschließen. Ist der erste Film zu Ende, zieht die Gruppe zur nächsten Fassade, die zur nächsten Leinwand wird.
Stadtentwicklung & Stadtpolitik →
Kritische Forschung unter Terrorverdacht
Am 01. August wurde der Berliner Soziologe Dr. Andrej H. in Untersuchungshaft genommen, da ihm die “Bildung einer terroristischen Vereinigung” zum Vorwurf gemacht wird (attac, zeit, taz). Laut Anklage soll er Mitglied der sogenannten militanten Gruppe (MG) sein. Aufsehen erregt die Festnahme vor allem deswegen, weil der Verdacht auf die Zugehörigkeit zu der terroristischen Vereinigung mit folgenden Argumenten begründet wird (vgl. freeandrej):
- So ist von einer Mitgliedschaft von Dr. Andrej H. in einer terroristischen Vereinigung auszugehen, weil er sich mit Themen beschäftigt, die sich auch in Schreiben der mg wieder finden; eine wissenschaftliche Abhandlung von Dr. Andrej H. von 1998 enthalte „Schlagwörter und Phrasen“, die in Texten der „militanten Gruppe“ gleichfalls verwendet werden (u.a. den in der Stadtforschung gebräuchlichen Begriff der “Gentrification”),
- einem beschuldigten promovierten Politologen stünden „als Mitarbeiter eines Forschungszentrums Bibliotheken zur Verfügung, die er unauffällig nutzen kann, um die zur Erstellung der militanten Gruppe erforderlichen Recherchen durchzuführen“,
- er und die weiteren wissenschaftlich Tätigen verfügten über die „intellektuellen und sachlichen Voraussetzungen, die für das Verfassen der vergleichsweise anspruchsvollen Texte der militanten Gruppe erforderlich sind“
Daher schreiben die Verfasser des offenen Briefs folgendes:
“Solche Argumente lassen jede wissenschaftliche Tätigkeit als potentiell kriminell erscheinen. Die Begründungen der Bundesanwaltschaft stellen eine direkte Bedrohung für alle dar, die kritische Wissenschaft, Publizistik und Kunst betreiben und für diese mit ihrem Namen in der Öffentlichkeit einstehen. Kritische Forschung, auch in Verbindung mit sozialem und politischem Engagement, darf nicht zum terroristischen Tatbestand erklärt werden.”
Um ein hohe Aufmerksamkeit zu erreichen und um dem Brief Nachdruck zu verleihen, kann er von jedem mitunterzeichnet werden (freeandrej.net.ms/). Wir hoffen auf eine rege Teilnahme und Verbreitung.
Weitere Infos:
Stadtentwicklung & Stadtpolitik →
Das Hufeisen-Projekt
Ewan Forster und Christopher Heighes sind ein seit 1993 in London und über die Grenzen Großbritanniens hinaus agierendes Künstlerduo. Sie veranstalten an Orten vergessener Architektur und Stadträume Theateraufführungen. Ihre Arbeit soll es den Zuschauern dabei ermöglichen, Gebäude und ihre Konstruktionsprinzipien zu erkunden. Nachdem sie vor allem in London Theaterprojekte durchgeführt haben, hat es sie nun nach Berlin verschlagen. Ihr Markenzeichen ist laut Einleitungstext des Hauptsponsors – des Hauptstadtkulturfonds – “die meditative und hochindividuelle Annäherung an das Verständnis einer Bau-Umgebung mithilfe der Gestaltung ’künstlich-echter’ Animationen und audio-visueller Installationen” . Ihre Performance „Die Erde – eine gute Wohnung“ ist eine Suche nach der geistig-spirituellen Kraft, aus der die Britzer Hufeisensiedlung vor nun mehr als 75 Jahren von Bruno Taut entworfen und erbaut wurde.

Quelle: Jumping Jellyfish
Die Aufführung ist für den Zeitraum zwischen Dämmerung und Dunkelheit konzipiert. Die Grundlage für dieses Stück bildet das 1919 von Bruno Taut selbst geschriebene Theaterstück “Der Weltbaumeister”, das zu seinen Lebzeiten jedoch nie aufgeführt worden ist. Zu dieser “Neuerarbeitung” der architektonsichen Visionen Bruno Tauts haben sich Forster und Hegihes mit den Filmemachern Tapio Snellman und Christian Grou (neutral) zusammengetan, die als führend in der digitalen Visualisierung des zeitgenössischen urbanes Raums gelten. Sowohl die zentralen Gartenbereiche der Siedlung als auch der Teich und das “proletarische Theater” sollen Teil der Performance werden. Die Aufführung findet vom 7.-9. September jeweils zwischen Beginn der Dämmerung und Anbruch der Dunkelheit in der Britzer Hufeisensiedlung statt. (Höhe Fritz-Reuter-Allee 46, U7/Parchimer Allee)
Grüne Stadt →
Rettet die Bäume
Der Landwehrkanal sackt weg (vgl. hier) und es steht wohl schlechter als gedacht. Denn seit heute besteht Fahrverbot “für den gesamten Schffverkehr”, so ist zumindest auf der Homepage des WSA (Wasser-und Schifffahrtsamt Berlin) zu lesen. Jetzt dürfen die Schiffe und Ausflugsdampfer nicht mal mehr in eine Richtung fahren. Denn durch den regen Schiffsverkehr wurden die sog. Holzspundwände unterspült und sind dadurch locker geworden (für ein besseres Verständnis siehe auch das Schadensbild des WSA). Das Ganze ist schon dramatisch genug, da die Sanierung etwa 100 Mio. ‚Ǩ kostet (vgl. hier oder hier).
Der wirkliche Skandal aber ist die Tatsache, dass die WSA 200 Bäume ohne wirkliche Gutachten fällen lassen wollte (vgl. Zeit-Blog). Eine Bürgerintiative, die sich daraufhin gründete, hat einen ersten Erfolg verbuchen können und das weitere Abholzen der Bäume verhindern können. So wurde nach Protesten, bei denen über 10.000 Unterschriften zusammenkamen, die vorläufige Zahl der noch zu fällenden Bäume auf 34 reduziert (vgl. Robin Wood). Unterstützt wurde das Ganze auch von Robin Wood, die sich gestern (21.06.2007) mit einem Transparent über dem Landwehrkanal und einer Badeaktion für den möglichst weitgehenden Erhalt der Bäume einsetzten (vgl. Fotos).
Da sieht man wieder, was ein breites Bündnis alles erreichen kann.
(P.S: Dank geht an Maggie für die Bilder.)


