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Schlagwort »Berlin«
Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Radfahren in Berlin

Ein gelungener Film zum Thema Radfahren in Berlin. So zeigt die Designerin Claudia Brückner einerseits warum Radfahren so frustrierend ist, wenn Baustellen, Autos, Personen den Weg versperren. Und sie geht der Frage nach, wie viele der 20 Top Forderungen des Beteiligungsverfahrens Radsicherheit in Berlin in den letzten 2 Jahren umgesetzt wurden. Leider keine!

Dementsprechend sei hier nochmal auf die aktuelle Initiative Radentscheid verwiesen, die wir von Urbanophil unterstützen.

 

urbanoREVIEW →

Rezension „Atlas of the Functional City“

oder: Was macht ein Haufen rebellischer Architekten auf einem Schiff im Mittelmeer?

Eine Rezension zum „Atlas of the Functional City: CIAM 4 and Comparative Urban Analysis“, Thoth Publishers, Bussum, gta Verlag, Zürich, 2015.

Der Atlas von außen und innen

Der Atlas von außen und innen

Ob die Beteiligten bewusst auf diesen sinnbildlichen Ort setzten, darf bezweifelt werden, war der ursprüngliche Tagungsort – Moskau – wegen der politischen Symbolkraft verworfen worden: ein kleines Schiff im Mittelmeer. Dort, wo die ersten Hochkulturen per Schiff errichtet wurden, fuhr 1933 die Patris II von Marseille nach Athen – an Bord die vierte Internationale Konferenz der Architekturmoderne (CIAM IV), die zur Charta von Athen führte.

Während die Charta und ihre Auswirkungen fast schon zum urbanophilen Allgemeinwissen gehören, ist über die Konferenz und ihre eigentlichen Inhalte erstaunlich wenig bekannt. Der „Atlas of the Functional City“ will dies ändern. Seine Herausgeber_Innen (Evelien van Es, Gregor Harbusch, Bruno Maurer, Muriel Pérez, Kees Somer und Daniel Weiss) dokumentieren auf fast 500 Seiten (und mehrere Kilo schwer!) aufschlussreich und detailliert die meist europäischen Beiträge der einzelnen Länder-Sektionen von B wie Belgien bis Y wie Jugoslawien, aber auch Beiträge aus Indochina, Niederländisch-Indien (Indonesien) und den Vereinigten Staaten.

Nicht alle diese CIAM-Architekturgruppen waren auch tatsächlich an Bord der Patris II, doch in Vorbereitung auf die illustre Architekturreise übers Mittelmeer führten die Gruppen umfangreiche Analysearbeiten durch. Durch umfangreiche Archivarbeit 80 Jahre später konnten die Herausgeber_Innen des „Atlas oft he Functional City“ mithilfe eines Netzwerks aus Forschenden all diese Städteanalysen zusammentragen, die einen Großteil des Buchs darstellen. Sie bilden das inhaltliche Fundament dessen, was den CIAM IV so berühmt machte: die Charta von Athen.

Auch Berlin kommt nicht zu kurz, wurde doch zu Berlin die umfangreichste Analyse erstellt.

Auch Berlin kommt nicht zu kurz, wurde doch zu Berlin die umfangreichste Analyse erstellt.

Beeindruckend sind besonders die Arbeiten zu Dessau, die wohl tiefste Städteanalyse. Von Geologie und Bodenbeschaffenheit über Windverhältnisse bis hin zur Organisation der materiellen Versorgung der Stadt wurden die Facetten der Stadtentwicklung sehr breit dargestellt und schließlich auch städtebauliche Vorschläge aufgezeigt.

Die jeweiligen Ländersektionen werden im Atlas zudem ausführlich historisch eingeordnet. Wer zeichnete für die Analysen verantwortlich? Wer stellte sie vor? Und vor allem: Wie wurden die Ergebnisse diskutiert? Wichtige Einblicke aus der Arbeit der Architekturmodernisten haben die einzelnen Autor_Innen zusammengetragen. So lernt die/der Leser_In auch viel über innere Konflikte der gar nicht so einvernehmlichen Modernisten:

„Disputes repeatedly arose with Le Corbusier in particular, who attempted to dominate the content of the CIAM from the very start, since Häring regarded a conference he had organized in Stuttgart in October 1927 during the Werkbund exhibition ‘Die Wohnung’ as representing the real beginning of an international association of modern architects and thus as the start of the CIAM.”

Dabei geht der Atlas über ein reines Fachbuch hinaus. Beim Durchblättern bleibt man an einem zwölfseitigen Bilderkapitel hängen, teilweise mit bisher unveröffentlichten Fotografien. Wir sehen die Architektinnen und Architekten beim Nickerchen im Liegestuhl, beim Entspannen an Deck (in Bademode der 30er Jahre), beim humorvollen Posieren vor antiker griechischer Architektur und natürlich beim Diskutieren ihrer Analysen. Entspannte und kritische Blicke wechseln sich hier ab und zeigen das, was im Architekturdiskurs manchmal vergessen wird: Architektur wird von Menschen gemacht.

Als wäre das noch nicht genug, bilden sechs Essays eine passende theoretische Klammer um die so umfangreichen Analysen. Reich gespickt mit zusätzlichen Quellen und Literaturhinweisen ist dieses Buch beides, eine umfangreiche Dokumentation des IV. CIAM-Kongresses und ein Start für weitere Auseinandersetzungen mit der Moderne in Architektur und Städtebau.

 

PS: Urbanophile kaufen ihre Bücher natürlich im klassischen Buchhandel und nicht über den marktbeherrschenden Online-Giganten.

Urbane Mobilität →

Is‘ mir egal

Die ohnehin schon ziemlich geniale Marketing-Kampagne „Weil wir Dich lieben“ hat jetzt noch mal einen draufgesetzt. Im neuen „Musikvideo“ mit dem passenden Titel „Is‘ mir egal“ wird selbstironisch das laissez-faire von BVG und seinen Fahrgästen aufs Korn genommen. Und es fehlt auch nicht das Augenzwinkern über die eigene (von Jung von Matt entwickelte) Kampagne: „Weil wir Euch lieben – is‘ Euch egal“. Großartig!

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Stadtinfo für Flüchtlinge

Wichtige Informationen für Flüchtlinge kartiert

Wichtige Informationen für Flüchtlinge digital aufbereitet und kartiert #digitalmapping

Eine gelungene Hilfe für Flüchtlinge stellt die Karte „Arriving in Berlin“ dar, welche wichtige Orte und Einrichtungen in Berlin darstellt.

Available in English, Farsi and Arabic, the map lists over 250 services that can accommodate Middle Eastern visitors. It even shows the locations of doctors and gynecologists who speak Farsi and Arabic, pinpoints firms that specialize in residence and asylum law and provides details on the location of halal restaurants and cafes. (The Next Web)

Das Ganze ist ein Projekt vom Haus Leo, der Initiative Wohnen für Flüchtlinge (Berliner Stadtmission) und dem Haus der Kulturen der Welt. Und die Bewohner des Haus Leo – Hamidullah Ehrari, Mohammad Yari, Farhad Ramazanali, Alhadi Aldebs – zeichnen sich für Recherche und Umsetzung verantwortlich. Ein gelungenes Projekt.

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

„Berlin bleibt kämpferisch“ – Interview zum Start der Experimentdays 15

EXPERIMENTDAYS 15

 

Schon seit einigen Jahren ist das Thema Wohnen in Berlin ein Thema, das viele Menschen – sei es beruflich, privat oder politisch – in Berlin und anderen Großstädte bewegt. Es gilt, immer wieder neue Wege und Lösungen zu entwickeln. Schon lange, bevor Wohnen auf der politischen und gesellschaftlichen Agenda ganz nach oben gerückt ist, gab es die EXPERIMENTDAYS. Auf der mehrtägigen Veranstaltung, die 2003 vom Institut für kreative Nachhaltigkeit id:22 ins Leben gerufen wurde und seither organisiert wird, haben Interessierte die Möglichkeit, alternative und nachhaltige Wohnformen und -formate kennen zu lernen. urbanophil hat mit Michael LaFond, Geschäftsführer von id:22 über die EXPERIMENTDAYS gesprochen.

 

Hallo Michael! Danke, dass du dir Zeit für ein kurzes Interview mit urbanophil nimmst! Würdest du für alle, die euch noch nicht kennen einmal kurz erläutern, was die EXPERIMENTDAYS sind.

Die EXPERIMENTDAYS sind eine jedes Jahr stattfindende, mehrtägige Veranstaltung. Wir verstehen die EXPERIMENTDAYS als Plattform für selbstorganisierte, gemeinschaftliche Wohnprojekte und als Treffpunkt für Akteur_innen der kreativen Nachhaltigkeit, die die Stadt als gestaltbaren Lebensraum verstehen.

Sie bieten die Gelegenheit, sich über selbstorganisierte Wohn- und Bauformen zu informieren, sowie Mitstreiter_innen und Unterstützer_innen für geplante oder bereits konkret in der Umsetzung befindliche gemeinschaftliche Wohnprojekte zu finden.

Damit wollen wir auch ein stückweit die Stadt, in der wir leben, weiter denken. Unsere Vision ist eine fair geteilte und selbstgemachte Stadt mit bedarfsgerechtem und sozial verträglichem Wohnraum. Zukunftsfähige Entwicklungsprozesse sollen demokratisch gestaltet und Experimentierfelder ermöglicht werden.

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