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Schlagwort »Brache«
urbanoREVIEW →

Nicht nichts sondern großartig: Brachland


Brachland in der Neuköllner Oper (Foto via Neuköllner Oper)

Sie sagte zu mir: Dieses Theaterstück sollte eine Pflichtveranstaltung für alle Architekten und Stadtplaner sein. Und nach meinem sonntag-abendlichen „Selbstversuch“ muss ich ihr völlig Recht geben: Was die Schauspielerinnen dort auf die Bühne bringen ist großartig. Hinreißend und voller Inbrunst nehmen sie den gemeinen Stadtplaner auf die Schippe und ein wenig fühlt man sich doch an sich selbst erinnert. „Nicht-Leere“ braucht „Leere“ um „Nicht-Leere“ zu sein, ebenso braucht „Etwas“ „Nichts“, um „Etwas“ zu sein. Warum also aus allem „Nichts“ „Etwas“ machen und nicht einfach als „Nichts“ bewahren? Die Schauspielerinnen begeben sich auf das Land um Ruhe und das wahre Ich zu suchen und stellen doch fest, dass selbst die Natur mit Füchsen und Wildschweinen in die Stadt flüchtet, um der Leere und Öde des Landes zu entkommen. Unbedingt hingehen!

Letzte Veranstaltungstermine: 16. bis 19. September 2010

Veranstaltungsort: Neuköllner Oper, Karl-Marx-Straße 131-133, Höhe U-Bahnhof Karl-Marx-Straße

—- mehr zum Stück —

Geschichten vom Nichts
von Matthias Rebstock, Tilman Rammstedt und Michael Emanuel Bauer mit dem Ensemble „leitundlause“

Während in Berlins Mitte die letzten Brachflächen zugebaut werden und den Luftschlössern eines neuen, aufgeräumten Berlins Platz machen müssen, schrumpfen drum herum die Städte und lassen riesige urbane Brachflächen entstehen, werden ganze Dörfer von der Außenwelt abgehängt oder verschwinden ganz von der Landkarte. Die Ideologie des permanenten Wachstums weicht einer Kunst des Schrumpfens.

Im Zentrum des Abends steht der kleine Treck unerschrockener „Raumpioniere“, die der Stadt den Rücken kehren, um auf dem Land ihre Projekte zu verwirklichen. Sie denken urban, sind global vernetzt – und bringen die Bio-Produkte mit dem Auto aufs Land, weil es die dort nicht zu kaufen gibt. Die acht Performerinnen von „leitundlause“ schlüpfen in unterschiedlichste Rollen, preisen als Maklerinnen Wohnprojekte an, agieren als Experten für Stadtplanung und ländliche Entwicklung, beschäftigen sich mit den Problemen der creatio ex nihilo, üben sich in Langeweile und Müßiggang, erfinden Projekte über Projekte und begeben sich so auf die Suche nach dem Modell für ein neues Leben.

Die Musik setzt an der romantischen Naturauffassung, die schon immer eine Projektion der Städter war, an und spannt von hier aus einen weiten Bogen, vom Pionierhaften in der Musik von Charles Ives und Morton Feldman über die musikalische Rhetorik des Neuen, etwa in der ‚Sinfonie aus der Neuen Welt’ oder der Werbemusik der 60er Jahre, bis hin zur Musik deutscher Westernfilme und neu arrangierter Songs.

Nach „Geschichten aus dem Plänterwald“ und „Referentinnen. Geschichten aus der zweiten Reihe“ bringen das Ensemble „leitundlause“ und die Neuköllner Oper das Schlussstück ihrer gemeinsamen Berlin-Trilogie heraus, das diesmal die Entwicklung von Stadt und Land und das Leben nach dem Ende der Wachstumsgesellschaft unter die musiktheatrale Lupe nimmt.

Das Projekt entsteht als Koproduktion mit der Stiftung Bauhaus Dessau und in Kooperation mit der IBA Stadtumbau 2010.
Mit: Kathrin Diele, Philipp Gropper, Sabine Hilscher, Irmtraud Horstkotte, Herdís Anna Jónasdóttir, Uli Kempendorff, Deborah Klein, Ursula Renneke, Lydia Starkulla, Janni Struzyk und Mariel Jana Supka

Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

AufAuf… der Aufruf zur Aufschreibung

KünstlerInnen und Landschaftkünstler- gestalterInnen sind dazu aufgerufen, sich für das Projekt AufAuf zu bewerben, welches im Juni eine Brachfläche in Bremen bespielt. So heisst es im Aufruf:

Das Projekt AufAuf setzt sich mit innerstädtischen Brachflächen auseinander. Diese […bilden…] als Räume ohne festgeschriebene Nutzung einen Rückzugsraum vor der determinierten Stadt und bieten verschiedenste Möglichkeiten der temporären Aneignung. AufAuf will im Sommer einige dieser Möglichkeiten aufzeigen und zur Diskussion stellen.

Und wer die Jungs vom AAA kennt, weiss, dass diese interessante und tolle Projekte auf die Beine stellen. Also bewerben und mitmachen.

Kunst & Kultur →

urban curators

© urban curators

© urban curators

Die urban curators, zu Deutsch urbane Museumsdirektoren, sehen ihre Mission darin, ungenutzte, verlassene Räume ihrer Stadt wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rufen. Sechs Studenten der Rhode Island School of Design hatten die Idee, alte, stilvolle Bilderrahmen z.B. an maroden Wagons oder zerfallenden Häusern temporär zu befestigen. Durch den ungewöhnlichen Gegensatz von Rahmen und Hintergrund entsteht ein Kontrast, der die besonderen, ästhetischen Qualitäten dieser unscheinbaren Objekte und Räume hervorhebt.

Das Projekt hat einen künstlerischen Anspruch. Der Rahmen, den man in einer Galerie erwarten würde, soll den Betrachter dazu bewegen, Verbindungen zwischen Urbanität und Museumscharakter herzustellen. Er soll ermutigt werden, sein gängiges Verständnis von schön und hässlich zu überdenken – Spontanität und Marodes werden zur Alternative von übertriebenem Designwahn. Der nicht-urbanophile Betrachter wird durch das Projekt für seine Umgebung sensibilisiert.

Kunst & Kultur →

Bremen – mitmachen und anschauen


Aus Brachen…

Irgendwie denkt man bei Bremen zuerst an den Fussballverein und eine kleine schnarchige Stadt – zumindest ist dies das erste Klischee, was einem im Kopf herumgeistert. Schaut man aber mal genauer hin, dann fällt doch auf, dass es interessante Initiativen und Personen, Aktionen und Projekte gibt. Die wohl spannenste Aktion des letzten Jahres war das Sproutbau-Projekt (wir berichteten). Aber auch Diese Jahr gibt es auch einige spannende Projekte, die einen Blick wert sind.


.. werden „Inseln des frivolen Miteinanders“.

Zum einen ist da das Projekt B.A.L.D – Brache als lebendiges Dorf, eine „temporäre Besiedelung eines Noch-Nicht-Ortes“. In der Bremer Überseestadt, sollen „die Lücken des Masterplans“ bespielt und „auf ihnen Inseln des frivolen Miteinanders“ gegründet werden. Einen ersten Einblick gibt das Interview mit dem AAA. Zum anderen die Ausstellung „bremen 2.0 – die stadt neu denken„, die vom AnfangenNetzwerk organisiert wird (bei deren „Bremer Architektur Dialog“ immer wieder spannende Leute ihre Projekte vorstellen).

Und weil Streetart ja auch immer ein Hinweis für die Kreativität und das kulturelle Potential einer Stadt ist, hier das schöne Portal streetart-bremen.de.

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