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Schlagwort »Denkmalpflege«
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Rezension „WERTE. – Begründungen der Denkmalpflege in Geschichte und Gegenwart“ Hans-Rudolf Meier, Ingrid Scheurmann und Wolfgang Sonne (Hrsg.)

Selten fand ich das Cover eines Buches passender, als das des Bandes “WERTE.”, das letzten Monat im Jovis Verlag Berlin erschienen ist. Das Cover zeigt den halb abgerissenen Palast der Republik. Lediglich die Treppenhäuser stehen noch trotzig vor der „historischen“ Kulisse mit Lustgarten, Altem Museum, Berliner Dom, Marienkirche etc., aber auch vor der schon neubebauten Ecke an der Spandauer Straße.

Abb.: Jovis Verlag

Abb.: Jovis Verlag

Auf diesem, vom Fotografen Matthias Koch aufgenommenen Bild verdichten sich nicht nur an die 800 Jahre ablesbarer Berliner Stadtgeschichte, sondern auch die großen Auseinandersetzungen um Zerstören und Bewahren, was an dieser zentralen Stelle der Hauptstadt immer mehr mit Bildern und politischen Narrativen zu tun hatte, denn mit zentralen Werten der Denkmalpflege und einer Diskussion um diese.

Obgleich es für den Berliner Schlossplatz zu spät ist, eine (erneute) Wertediskussion zu führen, kann am Umgang mit dem Areal, dem Abriss des Palastes der Republik und dem Gezerre über die Neubebauung gut abgelesen werden, wie sich die Rahmenbedingungen dieser, seit der Begründung der modernen Denkmalpflege um 1900, verändert hat. Nicht dass es um die Bebauung oder Nichtbebauung des Schlossplatzes keinen Diskurs gegeben hätte, doch das Verfahren offenbart, wie es heutzutage um die Erinnerungskultur im Lande bestellt ist. Und nicht nur das, sondern auch, wer die Akteure sind, mit welchen Interessen sie ihre Ziele verfolgen und mit welchen Argumentationen sie die Deutungshoheit über den Ort und die Geschichte erringen.

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Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Abriss des Tausendfüßlers

Abb. via Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftschutz e.V.

Treue Leser werden sich erinnern, dass wir 2011 von den Diskussionen um den Düsseldorfer Tausendfüßler berichtet haben. Nachdem nach langen Diskussionen im Frühsommer 2012 durch die Landesregierung bestätigt wurde, dass das Bauwerk abgerissen werden kann, steht nun der Zeitplan für den Abriss: Am 24. Februar wird das letzte Auto über den Überflieger fahren. Danach kann das Bauwerk von Fußgängern und Besuchern begangen werden, um Abschied zu nehmen, bevor es ab Ende April komplett verschwunden sein wird. Die Initiative „Lott stonn“ hatte sich bis zuletzt für den Erhalt stark gemacht und soll in der letzten Phase beteiligt werden.

URBANOPHIL wird am 24. Februar vor Ort sein und berichten. Bis dahin empfehlen wir den entsprechenden Artikel der Rheinischen Post, in dem auch einige historischen Eindrücke festgehalten sind.

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Demografischer Wandel in der historischen Stadt! Junge Autoren gesucht.

Call for Papers - Infodienst Städtebaulicher Denkmalschutz

Call for Papers – Infodienst Städtebaulicher Denkmalschutz

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gibt jährlich die Publikation „Informationsdienste Städtebaulicher Denkmalschutz“ heraus.

Der kommende, 38. Band soll in Vertiefung des 20. Kongresses Städtebaulicher Denkmalschutz unter dem Arbeitstitel „Individueller und bunter – Historische Stadtquartiere zwischen Bedeutungsgewinn und Schrumpfung“ erscheinen. Hierzu sucht die Bundestransferstelle Städtebaulicher Denkmalschutz im Auftrag des BMVBS  junge Autorinnen und Autoren, die eine eigene und frische Sicht auf die Thematik einbringen möchten. Zudem werden hervorragende Abschlussarbeiten zum Thema gesucht. Wer sich also bereits mit dem Thema beschäftigt hat oder dies gerne tun möchte und schon immer mal am fachlichen Austausch mit dem Bund teilnehmen wollte – hier ist eine Chance dazu.

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Initiative Weltkulturerbe Doppeltes Berlin

Der Neptunbrunnen (Reinhold Begas, 1891) vor dem Roten Rathaus und der "Wasserklops" (Weltkugelbrunnen, Joachim Schmettau, 1983) vor dem Europa Center. Fotos: Verena Pfeiffer-Kloss

Der Neptunbrunnen (Reinhold Begas, 1891) vor dem Roten Rathaus und der „Wasserklops“ (Weltkugelbrunnen, Joachim Schmettau, 1983) vor dem Europa Center. Fotos: Verena Pfeiffer-Kloss

Hansaviertel und Karl-Marx-Allee, Axel-Springer-Haus und Leipziger Straße, Haus der Kulturen der Welt und bcc, Zentrum West und Zentrum Ost, Gärten der Welt und BUGA Britz …

In der architektonischen Doppelung Berlins wird die Entwicklung von einer geteilten, über eine gedoppelte, hin zu einer vereinigten Stadt plastisch erfahrbar. Seit der Wiedervereinigung wurde die Dopplung des kulturellen Erbes, das sich in seinen Bauten und architektonischen Manifestationen materialisiert aber zunehmend unsichtbar.

Die Initiative Weltkulturerbe Doppeltes Berlin widmet sich nun diesem Thema. Sie möchte für diese Berliner Besonderheit sensibilisieren, die Sichtbarkeit des Doppelten Berlin erhalten und einen Antrag zur Aufnahme in die Nominierungsliste des UNESCO Weltkulturerbes vorbereiten.

In einer interdisziplinären Architektur-Geschichtswerkstatt und diversen Veranstaltungen soll die Kampagne zur Nominierung während der für September 2012 geplanten Ausstellung Between Walls and Windows. Architektur und Ideologie im Haus der Kulturen der Welt gestartet werden. Die Vorstellung der Initiative beginnt am 1. September mit der Eröffnung der Ausstellung, dem Kongress Weltkulturerbe Doppeltes Berlin und der Einweihung des temporären Initiative-Büros, welches im September 2012 ebenfalls im Haus der Kulturen der Welt eingerichtet sein wird. Über eine Website können sich Interessierte an der Initiative beteiligen und ihre Vorschläge und Anregungen zur Unterschutzstellung des doppelten Berlin einbringen.

Die Initiative Weltkulturerbe Doppeltes Berlin geht zurück auf das Netzwerk Akademie c/o mit den Architekten, Stadtplanern und Kulturtheoretikern Arno Brandlhuber, Tobias Hönig und Christian Posthofen. Die Akademie c/o setzt sich seit mehreren Jahren mit der architektonischen Gegenwart und der baulichen Zukunft Berlins auseinander. Urbanophil wird über Neuigkeiten der Initiative berichten.

Mit dem Thema der Stadtentwicklung im Doppelten Berlin hat sich auch urbanophil bereits beschäftigt. Die Stiftung Berliner Mauer in Kooperation mit dem Institut für Soziologie und dem Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin und mit der Unterstützung von urbanophil hat sich dem Thema in der Veranstaltungsreihe „Teilung und Mauer – Städtebauliche Entwicklung im doppelten Berlin“ im Winter 2011/12 gewidmet (urbanophil berichtete).

 

 

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Wie weiter? – Diskussion um Berlins Mitte

Podiumsdiskussion in der Parochialkirche

PetriplatzBerlin

Am Petriplatz. Foto: Christian Kloss

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz Berlin lädt am Donnerstag, den 16. August 2012 um 17.00 Uhr zur Veranstaltung „Städtebauliche Denkmalpflege und Bodendenkmalpflege“ zwischen Petriplatz und Klosterkirchenviertel im Spannungsfeld von Stadtforschung, archäologischen Funden und Stadterneuerung in die Parochialkirche ein.

Neben Dr. Wolfgang Illert, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, und dem Historiker Dr. Benedikt Goebel, der das Gebiet „Zwischen Stadtmauer und Spreekanal – die Vergangenheit als Anregungspotential für die Gestaltung der Berliner Mitte“ in den Blick nimmt, wird u. a. Manfred Kühne von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt über „Die historische Mitte von Berlin – Teilräume und Perspektiven der Innenstadtentwicklung“ referieren.

An der anschließenden Podiumsdiskussion wird auch die Urbanophile Verena Pfeiffer-Kloss teilnehmen und ihre Sicht auf die historische Mitte Berlins und die (vermeintliche) Leere einbringen. Diskutiert mit!

Weitere Informationen: ProgrammParochialkirche (pdf)

Ort: Parochialkirche, Klosterstraße 66, 10179 Berlin

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