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Schlagwort »Düsseldorf«
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urbanoSalon#11: Gentrifizierungsforschung in Deutschland

Abb. Jan Üblacker

Ankündigung von Mieterhöhungen im Briefkasten, Pop-up-Shops und Galerien, junge Eltern mit Lastenrädern, Cafés mit Edison-Lampen, sanierte Schmuckfassaden, im Supermarkt Käse aus dem provenzalischen Uzès (obwohl man nicht dort wohnt), linke Protestgruppen im Nachbarhaus, überall Bugaboos, Start-Ups in Fabriketagen, am Laternenmast der Zettel eines Anwalts und einer Zahnärztin, die genau hier eine Wohnung suchen („Wir lieben die authentische Atmosphäre!“), um die Ecke muss der letzte Buchladen schließen und auf der letzten Baulücke steht ein großzügiger Neubau. Am geöffneten Zugangstor hängt ein Schild: „Dieses Gelände wird videoüberwacht“. Diese und weitere Erscheinungsformen urbanen Zusammenlebens, Wohnens und Konsumierens sind vielen StadtbewohnerInnen von Kitsilano (Vancouver) über Lavapies (Madrid) bis ins nach Flingern oder Bilk bestens bekannt, sei es durch eigene Erfahrungen oder durch die immense Aufmerksamkeit, die Gentrification und damit assoziierte Aspekte der Stadtentwicklung in Politik und Medien erfahren.

Das Buch „Gentrifizierungsforschung in Deutschland“ versammelt, systematisiert und verdichtet Jan Üblacker die Befunde aus mehr als 25 Jahren Forschung zu diesem Thema und zeigt: Während die Prozesse Ende der 80er Jahre zunächst in einzelnen Stadtvierteln in Hamburg oder München beobachtet wurden hat sich Gentrification mittlerweile zu einem nahezu flächendeckenden Phänomen der deutschen Stadtentwicklung gewandelt. Überall dort, wo Menschen unter den aktuellen Bedingungen des Marktes den Wohnort wechseln, muss mit mehr oder minder starken Aufwertungsprozessen gerechnet werden.

Was dies für deutsche Stadtentwicklung und den sozialen Zusammenhalt von Stadtgesellschaften bedeutet, möchten an diesem Abend in Düsseldorf diskutieren. Mitdiskutieren werden

  • Laura Ihme (Rheinische Post), die zusammen mit CORRECTIV die Kampagne und Plattform „Wem gehört Düsseldorf?“ umsetzt sowie
  • eine Vertreterin der Stadt Düsseldorf, um die Chancen und Grenzen von Stadtplanung und -erneuerung auszuloten.

Der urbanoSalon#11 findet statt

Dienstag, den 02. Oktober 2018, 18.30 Uhr
Stadtmuseum Düsseldorf, Berger Allee 2, 40213 Düsseldorf

Wir freuen uns auf eine spannende Diskussion zu den aktuellen Entwicklungen in Düsseldorf und darüber hinaus!

urbanoREVIEW →

Rezension und Reminder zur Buchvorstellung „Schmuck als urbaner Prozess – Künstlerische Handlungen im städtischen Raum“ von Gabi Schillig und Elisabeth Holder [Hrsg.]

„Schmuck als urbaner Prozess“ ist ein Forschungsprojekt, das vom Fachbereich Design der Hochschule Düsseldorf entwickelt und durchgeführt wurde. Die Professorinnen Elisabeth Holder und Gabi Schillig luden ihre Studierende ein, die Bedeutung und die Potentiale von Schmuck im urbanen Raum zu untersuchen und haben dazu gemeinsam verschiedene Experimente durchgeführt. Das unlängst im Wasmuth Verlag erschienene Buch „Schmuck als urbaner Prozess – Künstlerische Handlungen im städtischen Raum“ dokumentiert den Projektverlauf, die Interventionen und Arbeiten der Studierenden sowie die Ergebnisse und Produkte, die daraus entstanden sind.

„Realität entwickelt sich, wenn Menschen miteinander kommunizieren“

so schreibt Gabi Schillig in der Einführung des Buches. Aber was haben die Konzepte des Schmucks, der Kommunikation und urbane Prozesse überhaupt gemeinsam? Für Schillig hat der Schmuck zwei Dimensionen: Er ist zugleich ein autonomes Objekt und ein getragener Gegenstand. Aus diesem sehr persönlichen Standpunkt entfaltet sich ein Dialogbegriff, denn Schmuck ist ­– Schillig zu Folge – nicht nur als „angefertigtes Ding“ zu sehen, sondern gleichsam auch als Anlass, der einen dialogischen Umgang mit Material ermöglicht. Im Rahmen von „Schmuck als urbaner Prozess“ geht es also besonders um die Untersuchung „multidimensionaler Bezüge des Menschen zu Räumen“. Dies ist eine Fragestellung, die nicht nur im Mittelpunkt von Schilligs und Holders eigener Arbeit und ihrem Unterricht steht, sondern durch das Projekt auch im Mittelpunkt von „Schmuck als urbaner Prozess“.

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Auf eine einfache Gleichung gebracht könnte über dem gesamten Projekt stehen: Der Mensch ist von seiner Umwelt beeinflusst wie auch er seine Umwelt beeinflusst. Wie aber nimmt der Mensch seine Umwelt wahr und wie hat sich seine Wahrnehmungsweise im Laufe der Generationen verändert? Dieser Punkt wird besonders durch die von Schillig zitierten Aussagen von Byung-Chul Han aufgegriffen, der mit seiner Ausführung zum rein visuellen Erleben des Raums durch Menschen den Kern einer der relevantesten zeitgenössischen Fragestellungen trifft. Nach ihm werden Informationen heute primär im privaten Raum produziert und auch ins Private kommuniziert, wodurch die Wahrnehmungsorgane verarmen und somit auch die Interaktion zwischen den Menschen in der Öffentlichkeit.

Dieses Manko wollen Schillig und Holder innerhalb ihrer Disziplin aufgreifen und zusammen mit ihren Studierenden sowie zum Projekt geladenen Gästen ein Bewusstsein für sensuelle Aspekte städtischer Situationen schaffen:

„Ein Anliegen kann auch bedeuten, mit Hilfe einer scharfen Beobachtungsgabe und einem Sinn für das Kuriose Merkwürdiges oder Besonderes hervorzuheben oder sichtbar zu machen“

erklärt Elisabeth Holder hierzu und lädt Studierende und Passanten ein, den öffentlichen Raum mit allen fünf Sinnen zu erleben.

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Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Abriss des Tausendfüßlers

Abb. via Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftschutz e.V.

Treue Leser werden sich erinnern, dass wir 2011 von den Diskussionen um den Düsseldorfer Tausendfüßler berichtet haben. Nachdem nach langen Diskussionen im Frühsommer 2012 durch die Landesregierung bestätigt wurde, dass das Bauwerk abgerissen werden kann, steht nun der Zeitplan für den Abriss: Am 24. Februar wird das letzte Auto über den Überflieger fahren. Danach kann das Bauwerk von Fußgängern und Besuchern begangen werden, um Abschied zu nehmen, bevor es ab Ende April komplett verschwunden sein wird. Die Initiative „Lott stonn“ hatte sich bis zuletzt für den Erhalt stark gemacht und soll in der letzten Phase beteiligt werden.

URBANOPHIL wird am 24. Februar vor Ort sein und berichten. Bis dahin empfehlen wir den entsprechenden Artikel der Rheinischen Post, in dem auch einige historischen Eindrücke festgehalten sind.

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