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Schlagwort »Fotografie«
Stadtentwicklung & Stadtpolitik →

Derzeit Verliehen – ein Fotobuch dokumentiert das Sterben deutscher Videotheken

Ben Kuhlmann ist, und das darf ich jetzt mal so hervorheben, ein sehr junger Fotograf, der aber, nicht nur was seine Themenauswahl, sondern auch die Reife seiner Projekte und Bilder betrifft, keinesfalls seinem Alter entspricht. So widmet er sich durchgehend kleinräumlichen Biotopen und den Menschen, die diese bewohnenden und belebenden.

Vielleicht hört er das jetzt nicht gerne, da er einen anderen Ansatz verfolgt, aber ich sehe in seinen Arbeiten auch immer eine große Melancholie, die sich im Benjaminschen Sinne an Schwellen zeigt, auf die er seine Kamera richtet.

Abb.: Ben Kuhlmann

Abb.: Ben Kuhlmann

Eine dieser Schwellen sind Videotheken, die langsam aus dem Stadtbild verschwinden. Die Süddeutsche schreibt über das Projekt: „Videotheken waren einst die Rettung des Samstagabends und eine Bedrohung der Kinokultur. Doch dann kam das Internet – und der Weg in die Videothek erscheint immer mehr Deutschen als überflüssig. Der Fotograf Ben Kuhlmann dokumentiert den Niedergang.“

Video, Film & Fotografie →

Berlin: Höfe und Hinterhöfe

Wer an Berliner Hinterhöfe denkt, der mag zwischen zwei Assoziationen hin und hergerissen sein. Viele werden an grüne Oasen denken, einem Ort der Erholung und Rast, eine Abgrenzung zum lauten Straßenlärm oder gar der Erweiterung des eigenen Wohnraums. Wer jedoch keinen Zugang zu solch einem Hinterhof hat, dem fallen vielleicht eher Begriffe wie Schmutz, Schall und Abstellplatz für allerlei Dinge ein.

Am Rande der stehenden Zeit. Berlin Nordost. 1972-1990. Manfred Paul. Fotografien - Mit freundlicher Genehmigung von photo edition berlin

Quelle: Manfred Paul photo edition berlin

Am Rande der stehenden Zeit. Berlin Nordost. 1972-1990. Manfred Paul. Fotografien – Mit freundlicher Genehmigung von photo edition berlin

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Rezension »New York« ein Fotoband mit Fotografien von Thomas Hoepker

New York übt schon schon seit Generationen eine besondere Anziehungskraft aus und bietet eine Projektionsfläche für die Sehnsucht nach Freiheit, Geschwindigkeit und einer lebendigen Urbanität. Derzeit erlebt die Stadt eine große Renaissance, was sich in vielen just erschienenen Publikationen widerspiegelt. Auf vielfältige Weise wird versucht einzufangen, was diese Stadt zu einem einzigartigen Sehnsuchtsort macht.

© New York by Thomas Hoepker, View of Times Square and Broadway at rush hour, 1983, published by teNeues, www.teneues.com. Photo © 2013 Thomas Hoepker/Magnum Photos

© New York by Thomas Hoepker, View of Times Square and Broadway at rush hour, 1983, published by teNeues, www.teneues.com. Photo © 2013 Thomas Hoepker/Magnum Photos

Dieses Gefühl ist aber in ständiger Gefahr vereinnahmt zu werden, denn die Bilder, die diese Stadt produziert, sind häufig Sinnbilder, denen eine gewichtige Bedeutung beigemessen wird. Alltägliche Szenen, Zwischenmenschlichkeiten, Ereignisse haben immer eine Metaebene, die vergleichbare Bilder aus anderen Städten nicht hätten. So bewegt sich ein Fotograf in New York immer im Spannungsfeld zwischen Kunst und Sehnsuchtsprojektion, zwischen Zeugnis und Inszenierung, zwischen Alltag und Kitsch.

Kunst & Kultur →

Strukturen, Schichtungen und Staffelungen. Thomas Florschuetz im Museum Wiesbaden

Thomas Florschuetz ist einer jener Fotokünstler in Deutschland, die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass sich die Fotokunst da befindet, wo sie schon seit einigen Jahren angekommen ist. Seine expressiven Tableaus fragmentarischer Körperbilder – entstanden schon in den 80er Jahren – sind heute veritable Klassiker. Wie anders sind dagegen die neueren Arbeiten des Berliners, dem jetzt das Museum Wiesbaden eine große Ausstellung mit dem Titel „Assembly“ widmet. Eine neue Offenheit beschwört Direktor Alexander Klar seitdem er in Wiesbaden ist – stärker nun möchte das Haus auch die Fotografie als Kunstform präsentieren.

palast_33

Thomas Florschuetz: Ohne Titel (Palast) 33, 2006/08
© Courtesy Galerie m, Bochum

urbanoREVIEW →

Rezension „WERTE. – Begründungen der Denkmalpflege in Geschichte und Gegenwart“ Hans-Rudolf Meier, Ingrid Scheurmann und Wolfgang Sonne (Hrsg.)

Selten fand ich das Cover eines Buches passender, als das des Bandes “WERTE.”, das letzten Monat im Jovis Verlag Berlin erschienen ist. Das Cover zeigt den halb abgerissenen Palast der Republik. Lediglich die Treppenhäuser stehen noch trotzig vor der „historischen“ Kulisse mit Lustgarten, Altem Museum, Berliner Dom, Marienkirche etc., aber auch vor der schon neubebauten Ecke an der Spandauer Straße.

Abb.: Jovis Verlag

Abb.: Jovis Verlag

Auf diesem, vom Fotografen Matthias Koch aufgenommenen Bild verdichten sich nicht nur an die 800 Jahre ablesbarer Berliner Stadtgeschichte, sondern auch die großen Auseinandersetzungen um Zerstören und Bewahren, was an dieser zentralen Stelle der Hauptstadt immer mehr mit Bildern und politischen Narrativen zu tun hatte, denn mit zentralen Werten der Denkmalpflege und einer Diskussion um diese.

Obgleich es für den Berliner Schlossplatz zu spät ist, eine (erneute) Wertediskussion zu führen, kann am Umgang mit dem Areal, dem Abriss des Palastes der Republik und dem Gezerre über die Neubebauung gut abgelesen werden, wie sich die Rahmenbedingungen dieser, seit der Begründung der modernen Denkmalpflege um 1900, verändert hat. Nicht dass es um die Bebauung oder Nichtbebauung des Schlossplatzes keinen Diskurs gegeben hätte, doch das Verfahren offenbart, wie es heutzutage um die Erinnerungskultur im Lande bestellt ist. Und nicht nur das, sondern auch, wer die Akteure sind, mit welchen Interessen sie ihre Ziele verfolgen und mit welchen Argumentationen sie die Deutungshoheit über den Ort und die Geschichte erringen.

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    all-day West:Berlin! Ausstellung im Stad... @ Stadtmuseum Berlin Ephraim Palais
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    West:Berlin! Ausstellung im Stadtmuseum @ Stadtmuseum Berlin Ephraim Palais | Berlin | Berlin | Deutschland
    Mit der Vereinigung Deutschlands 1990 ist nicht nur die DDR als Name und Staat von der Landkarte verschwunden sondern auch das Gebilde "West-Berlin", "Berlin (West)", "Westberlin". Nachdem jahrelang insbesondere die DDR im Interesse von Forschungen,[...]
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    09:30 Tagung: Baupolitik und Planung i... @ Leibniz­ Gemeinschaft
    Tagung: Baupolitik und Planung i... @ Leibniz­ Gemeinschaft
    Dez 12 @ 09:30 – 19:30
    Das IRS widmet dem Wirken und Werken des Institut für Städtebau und Architektur der Bauakademie der DDR eine Tagung: Als Teil der wichtigsten Behörde, Forschungsreinrichtung und Gelehrtengesellschaft der DDR auf dem Gebiet von Bauwe­sen und[...]

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